Baldachin der Puschkinallee wird gekappt

Vollzug der lange geplanten Sanierung zur Unzeit

Nach der Rodung des Unterwuchses und der Fällung von ca. dreihundert Bäumen (Ahorne, Robinien, aber auch Eichen) entlang der Treptower Puschkinallee während des vergangenen Winters, was ganze vegetationsfreie Abschnitte hinterließ, geht es nun seit einer Woche den sechshundert denkmalgeschützten, größtenteils über 130jährigen Platanen an die Krone. Etliche BürgerInnen haben uns augeregt angerufen, um uns zu alarmieren, doch wir konnten immer nur entgegnen, dass die Maßnahme lange geplant und auch angekündigt worden ist.

Puschkinallee ohne Baldachin

Puschkinallee ohne Baldachin (Zur Diashow bitte anklicken!)

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Vom Volks- an den Gleisdreickpark

Nachträge aus einer ereignisreichen Woche Eine drangvolle Termindichte in der vergangenen Woche, gipfelnd im Attac-Kongress Jenseits des Wachstums!? in knackevollen Hörsälen der TU, deren Mobiliar in fünfzig Jahren mit einer Behutsamkeit saniert wurde, wie wir sie uns in naturnäherer Umgebung so vergeblich wünschen, hat uns leider verhindert, in unsern Augen wichtige Ereignisse hier im Blog ausführlich zu würdigen − was allerdings zum Teil auch dem Umstand geschuldet sein mag, dass wir die Erinnerung mancher ReferentInnen an Leitmotive wie Entschleunigen, Gesundschrumpfen, Zeitwohlstand, Weniger ist mehr u.dgl. als sehr beherzigenswert empfanden. [Update: Siehe auch hier, hier und dort.] Doch im Folgenden möchten wir wenigstens noch auf einiges bezirklich Relevante eingehen. [Update: Siehe auch die Präsentation der Planungsentwürfe zum sog. Baufeld Mitte an der Flottwellstraße, was zur Vorbereitung auf die mit einer Info-Veranstaltung am 30.5., 18 Uhr im BVV-Saal, Rathaus Kreuzberg offiziell beginnenden BürgerInnenbeteiligung nützlich sein kann.]

Gutachten zum Gehölzbestand der Bunkerberge

So gehörte die Präsentation eines Zwischenstands des Gutachtens zum Großen Bunkerberg im Volkspark Friedrichshain, womit die Landschaftsarchitkektin Frau Dr. Markstein und der Baumsachverständige Nico Klöhn vom Bezirk beauftragt worden sind, zum seit längerem Erfreulichsten, dem wir im Friedrichshain-Kreuzberger Umweltausschuss beigewohnt haben, zumal vorm Hintergrund, dass es vor einem halben bis dreiviertel Jahr noch hieß, die Humusschicht auf dem Trümmerschutt sei so dünn, dass Hunderte Bäume mehr oder minder umsturzgefährdet seien, weshalb zunächst 95 aus Verkehrsicherungsgründen gefällt werden müssten und ansonsten an einem umfassenden Gehölzumbau kein Weg vorbeiführe.

Konzeption 01

Markstein-Gutachten Bunkerberge Volkspark Friedrichshain - Konzeption 01

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Zwanzig Steine des Anstoßes weggeschafft!

Historischer Moment des Verschwindens

Befreit

Befreit

Etwas später, als ursprünglich angekündigt, dafür aber ohne weitere Schäden an der Stadtnatur anzurichten, konnten letzten Donnerstag (12.5.) entlang der Corneliusstraße am Landwehrkanal in Mitte neun ufernahen Rosskastanien und einer Linde die insgesamt zwanzig letzten, Brockelmänner geheißenen, je acht Tonnen schweren Betonklötze samt Balkenhalterung und Stammkorsetts abgenommen werden. Die Medien waren informiert, die Abendschau hatte sich interessiert, doch dann fand nur die Morgenpost die Sache eine kurze Notiz wert, was eigentlich schade ist, hält sich doch beharrlich, man muss schon sagen: die Wahnvorstellung, die Betonwürfel hätten die angeblich altersschwachen, kranken Bäume am Umsturz gehindert. Den Rest des Beitrags lesen »

Kronenschnitt in Kreuzberg

Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus,

da holen die Baumpfleger die Motorsäge raus…

Kronenschnitt

Kronenschnitt im Wrangelkiez

Die so genannten Baumpflegefirmen sind wieder in den Kiezen unterwegs. „Kronenschnittarbeiten“ heißt’s auf den Schildern, die sie zur Verkehrssicherung am Straßenrand aufstellen. Auf den tieferen Sinn ihres Tuns angesprochen, Bäumen die eben erblühte Pracht herunter zu sägen, kommen wortreich die verschiedensten Erklärungen − man ist schließlich auf derlei Bürgeransprache schon vorbereitet : dass der Sommerschnitt den Bäumen viel weniger schade als der im Winter, weil sie, im Saft stehend, ihre Wunden viel schneller und besser überwallen könnten; dass die Krone umso besser gediehe, je mehr Luft und Licht sie durchfluten könne und derlei Maßnahmen viel zu lange unterblieben seien [man darf sie dann aber nicht auf einen Schlag nachholen wollen, muss dem Baum mehrere Vegeationsperioden Zeit geben, um die Eingriffe zu kompensieren]; dass Wassertriebe entfernt werden müssten [die übrigens von vorangegangenen übertriebenen Schnittmaßnahmen zeugen];  dass es um Kronenverjüngung gehe [welche Maßnahme selbstredend nur bei Alt- und Uraltbäumen überhaupt in Frage kommt] und − ach ja − dass dieser Ast zu dicht an die Fassade gewachsen sei, dieser ins Lichtraumprofil und jener gar die Gäste der Straßenkneipe unter ihm gefährde (was diese freilich nicht gelten lassen wollen, aber darum geht’s bekanntlich nicht.) Den Rest des Beitrags lesen »

Von der Idylle zur Müllkippe

Alltägliche Blüten rückwärtsgewandter Stadtentwicklungspolitik

Obgleich es ihre Partei und die rot-rote Koalition argen Stresstests unterzog, hielten und halten der Regierende und seine Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer am Bau des 16. Abschnitts der A 100 vom Neuköllner Dreieck bis zum Treptower Park sturköfpig fest. Wenn über den Bau der mit 130.000 Euro der lfd. Meter (420 Millionen für 3,5 Kilometer!) bundesweit teuersten Autobahn auch erst in der nächsten Legislatur entschieden wird und sich rechnerisch keine Koalition abzeichnet, die da postiv entschiede; selbst wenn IHK, ADAC und die Mehrheit der AutofahrerInnen vehement dafür sind, an der autogerechten Stadt der 1950er Jahre weiterzubauen − so dass die CDU, sonst eher gegen Formen direkter Demokratie, in diesem speziellen Fall jetzt sogar einen Volksentscheid darüber fordert −, auch wenn also dennoch der 16., geschweige der 17. A100-Abschnitt noch völlig in den Sternen stehen, wurde den PächterInnen von 314 Kleingärten in Neukölln zu November letzten Jahres gekündigt, und obschon manche vorher gedroht hatten, man bekäme sie nur im Sarg raus: die Menschen räumten blutenden Herzens, was für Jahrzehnte ihr Refugium, ihre innerstädtische Oase gewesen ist. Den Rest des Beitrags lesen »

Anderthalb Meilensteine geschafft!

Vom IST des Kanals bis zum IST der Schifffahrt

2. Sitzung AG Meilensteine 4. Mai 2011

2. Sitzung Arbeitsgruppe "Meilensteine"

Ende September dieses Jahres muss, wie berichtet, die WSA-Konzeption für den Entwurf Haushaltsunterlage (E-HU) nach Prüfung durch die WSD Ost im BMVBS eingereicht werden, um − die Genehmigung durchs Haushaltsreferat des BMVBS und die Billigung durchs Parlament vorausgesetzt − für die nächste Haushaltsperiode die Mittel für die Sanierung des LWK einwerben zu können. Kurz: die Zeit ist knapp und drängt, denn die Darstellung von IST- und SOLL-Zustand muss bekanntlich das gesamte System LWK umfassen und nicht nur, wie das WSA bzw. die AG LWK lange angenommen hatte, die zehn Kilometer Ufermauer in sog. Regelbauweise. Nach dem zuletzt in der 28. Forumssitzung am 4. April präsentierten Zeitplan soll es ab Mai um die „Erarbeitung des Fächers der technischen Lösungen für die Sanierung unter Berücksichtigung der am 17.05.2010 im Forum beschlossenen ‚Methodenfamilie‘“ gehen. Den Rest des Beitrags lesen »

Senatsverwaltung unterstützt parteipolitische Inszenierung

HELLWEG auf dem Yorckdreieck im Wahlk(r)ampf

Zweite Infoveranstaltung am 17. Mai gecancelled

Die zweite HELLWEGsche Bürgerversammlung, die eigentlich für den 17. Mai geplant war, um die als vorbildlich intendierte Partizipation der Betroffenen an der Planung der Bau- und Gartenmarkt-Filiale auf dem Yorckdreieck fortzuführen, ist einstweilen abgesagt. Das hat, ums gleich vorwegzunehmen, natürlich nichts mit den so unangekündigten wie ungenehmigten brachialen Rodungen jedweder Vegetation auf dem Gelände inklusive S-Bahnböschungen Ende Februar zu tun, die sich für Baum- und Stadtnaturschutz engagierende BürgerInnen so aufbrachten.

Grund ist vielmehr jenes ominöse Schreiben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung an den Baustadtrat des Nachbarbezirks Tempelhof-Schöneberg, Bernd Krömer, von letzter Woche, worin SenStadt in „gesamtstädtischem Interesse“ einen Planungsstopp für den geplanten Bau- und Gartenmarkt verfügt.

Hellweg-Filiale von Bautzener aus

Hellweg-Filiale Yorckdreieck, von der Bautzener Straße aus gesehen (click the pic!)

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