Von Fischsterben bis Feinstaub

Fortschritte am Landwehrkanal proportional seiner Fließgeschwindigkeit

Auch nach fast fünf Jahren aufwändiger Mediation „Zukunft Landwehrkanal“ scheint zumindest im Großen und Ganzen am Kanal alles beim Alten und auch hier die Zukunft schlicht vergessen.

Während im Fünfminutentakt kaum zu einem Drittel besetzte Ausflugsdampfer passieren, verfällt das durch ihren „Sunk und Schwall“ unterspülte Baudenkmal immer weiter; hin und wieder lässt der verregnete Sommer die Mischwasserkanalisation überlaufen und mit organischen Stoffen versetztes Oberflächen- und Brauchwasser ungeklärt in Spree und Kanäle gelangen, so dass auch bei den nicht eben hochsommerlichen Temperaturen die Abbauprozesse soviel Sauerstoff zehren, dass er für Fische nicht mehr reicht und sie trotz Einsatz des Belüftungsschiffs massenhaft ersticken.

Vom Boulevard erschallt Kloakenalarm, und die PolitikerInnen verlangen vom Senat Konzepte, die es doch längst gibt, die nur ungeachtet der alljährlich erneuerten Versuche der BürgervertreterInnen im Mediationsverfahren, im Interesse der Fauna, aber auch der Erholung suchenden BerlinerInnen und Gästen, allzu langsam umgesetzt werden. Hieß es vor einigen Jahren noch, eine Halbierung der Entlastungsfälle werde schon bis 2015 angestrebt und deswegen eine Erhöhung der jährlichen Tranchen der (fürs gesamte Berliner Kanalnetz!) bereitgestellten 89 Mio. Euro von vier auf sieben Mio. Euro betrieben, so hieß es kürzlich, vor 2020, also der Deadline, sei mit der erforderlichen Erhöhung der Rückhaltekapazität nun doch nicht zu rechnen (nach 2020 aber mit Sanktionen aus Brüssel). Den Rest des Beitrags lesen »

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„Eichfahrt“ zur Fahrband-Bestimmung am 13.7.

Kanal-Befahrung muss für Alle attraktiv sein!

Mediationsforumsmitglieder zur Testfahrt nicht am Vortag doch noch eingeladen

[Update 12.7.: Kurz vor gleich lässt das WSA via Mediationsteam wissen:
„Messfahrt mit der MS Belvedere der Stern und Kreis Schifffahrt GmbH (im Rahmen einer Linienfahrt):
Abfahrt: 11.00 Uhr, Einchecken ab 10.30 Uhr möglich
Ankunft: etwa 14.00 Uhr
Ort: jeweils Anleger Jannowitzbrücke
Interessierte Forumsteilnehmer/innen können (bei Lösen einer entsprechenden Fahrkarte) an der Fahrt als reguläre Passagiere teilnehmen.
Mit der Stern und Kreis Schifffahrt GmbH ist vereinbart, dass die Fahrt mit zuvor installierter Messtechnik aufgezeichnet werden wird. Zur Betreuung der Technik und für die spätere Auswertung der Fahrt werden zwei Messtechniker vom WSA Berlin und der zuständige WNA-Bearbeiter für die Ermittlung des Fahrbandes im Rahmen ihrer dienstlichen Tätigkeit teilnehmen.
Bei Bedarf steht Frau Bodenmeier gern bereit, als Ansprechpartnerin mitzufahren. Hierfür wäre eine kurze Information an sie hilfreich:
presse.wsa-berlin[ät]wsv.bund.de“ − Ende der Durchsage.]

[Update 11.7.: Heute Vormittag im rbb-Inforadio meinte WSA-Leiter Scholz: „Wenn wir duch die Mediation, durch das Diskutieren im Mediationsverfahren dazu kommen, dass das ein oder andere Schiff zu groß ist, dann werden wir diesen Teil der Schiffsflotte verbieten.“  − Diese Aussage ist u.E. dahingehend zu präzisieren, dass auf Grundlage der u.a. am Freitag zu ermittelnden Daten zu entscheiden sein wird, ob insbesondere eine Schiffsbreite von sieben Metern noch eine Sanierungsvariantenwahl erlaubt, die neben den wirtschaftlichen Interessen der Reeder auch die Interessen des Natur- und Denkmalschutzes sowie der nichtkommerziellen NutzerInnen des LWK an einer stressfreien Kanalbefahrung angemessen berücksichtigt.]

In der denkwürdigen 10. Lösungsgruppensitzung am vorletzten Montag (2.7.) wurde, wie berichtet, zur Verwunderung nicht zuletzt der BürgervertreterInnen, eine Eich- oder Justierfahrt mit der MS Fortuna, dem größten derzeit verkehrenden Ausflugsdampfer (7 x 47,60m) [siehe aber oben Update vom 12.7.!], erst noch in Aussicht gestellt, damit anschließend das sog. Fahrband [also die Fahrrinne oder Trasse] in Geraden, Kurven und unter Brücken möglichst realitätsnah simuliert werden kann.

Hier sei sogleich betont, dass mit der Fortuna als „Messlatte“ diese Schiffsdimension nicht etwa festgeschrieben und damit etwas präjudiziert, sondern lediglich eine Berechnungsgrundlage an die Hand gegeben werden soll. Das Bestreben, die Ausmaße der Fahrgastschiffe sukzessive zu reduzieren, bleibt davon unberührt bzw. kommt im Fortgang der Kriterienkatalog oder vielmehr die Interessensammlung des Mediationsforums (hoffentlich) zum Tragen. Den Rest des Beitrags lesen »

80jährige Linde versehentlich gefällt

Natur- & Artenschutz nachrangig wie Partizpation


Ratibor-Linde18

Silberlinde Nr. 18 in der Kreuzberger Ratiborstraße 14 am 1. Juli 2012

Vorweg: Kahlschlag in Friedrichshainer Promenade

Eine turbulente Woche auch an der Friedrichshain-Kreuzberger Straßenbaumfront liegt hinter uns. Entlang der Bänschpromenade sind inzwischen tatsächlich, wie auf der Fällliste angekündigt, mitten in der Schonzeit 19 Robinien abgesägt worden, da ein Gutachten vorläge, das ihnen sämtlich inwendige Fäule und mangelnde Standsicherheit bescheinigt. Dies wird absurderweise auf die enormen Mengen an Hundefäkalien zurückgeführt, die dort den Boden durchtränken sollen − die Nitratwerte wären exorbitant hoch.

Dass diese von den Robinien selber stammen könnten, die in Symbiose mit sog. Knöllchenbakterien (Rhizobien) den Stickstoff aus der Luft binden und ihren Standort damit „düngen“, steht offenbar nicht im Gutachten und auch nicht, dass ein Fällen von Robinien über Wurzelausschläge ihrer nur mehr als je zuvor aufwachsen lässt. Den Rest des Beitrags lesen »

Parallelwelten

Verwaltung arbeitet insgeheim an Billigvariante

Mediationsverfahren „Zukunft Landwehrkanal“ am Ende?

Während viele in Sommerloch und Urlaub abgetaucht sind, beugte sich in der 10. Sitzung der AG Lösungssondierung am vergangenen Montag (2.7.) ein harter Kern von Mitgliedern des Mediationsforums „Zukunft Landwehrkanal“ erneut über den Strauß technisch möglicher Realisierungsvarianten für die bekanntlich seit fast einem Jahr völlig darnieder liegende Kanalsanierung. Zumindest was die Bewilligung von Geldern angeht, befindet sich das Verfahren, ums zu wiederholen, im Endspurt.

Forumsmitglieder hatten kürzlich per Wassertaxi den Kanal befahren, u. a. auch Vertreter der Denkmalpflege, und waren reichlich entsetzt übers Ausmaß des Verfalls. In Höhe der CDU-Zentrale Ecke Corneliusstraße in Mitte, um ein markantes Beispiel herauszugreifen [u.z. ggü. des sanierten Uferabschnitts, also am Lützowufer; desgleichen am Reichpietschufer vorm Bendlerblock etc.], verschwindet ein Zollstock sechzig Zentimeter tief in Mauerfugen. Abschnittsweise schwebt die Quaderwand völlig losgelöst von der Ziegelflachschicht, die eigentlich für kraftschlüssigen Verbund zwischen sichtbarem Denkmal und Schwergewichtskörper unter Wasser sorgen soll − auch gemäß allerneuster, allzu spät beauftragter Statik die Achillesverse der gesamten Konstruktion. Den Rest des Beitrags lesen »