Benehmensbereisung des Landwehrkanals

Sinn und Zweck verfehlt!

Errungenschaften der Mediation ohne Strahlkraft und Nachhaltigkeit?

Die jüngste sogenannte Benehmensbereisung von Landwehrkanal und Stadtspree zur Absprache notwendiger Baumpflege bedeutete für uns leider einen herben Rückfall hinter ein längst erreicht geglaubtes Niveau, wobei wir uns bemühen, subjektive Eindrücke nicht aufzubauschen, doch besonders die BürgervertreterInnen wie auch die Naturschutzverbände müssen auf der Hut sein, dass über der Komplexität der partizipativen Sanierungsplanungung und dem Sichversenken in technische Lösungen wesentliche Interessen und Inhalte, die das Mediationsverfahren überhaupt erst anstießen, nach fünf Jahren der breiten Öffentlichkeit aber vor der Behördenwillkür „gerettet“ scheinen, nicht unversehens doch noch auf der Strecke bleiben.

Thielenbrücke

Thielenbrücke (Glogauer/Ratiborstr.) Kreuzberg | Fotos  zum Vergrößern bitte anklicken!

Zum Kontext

Die in Sachen Gehölzpflege und Verkehrssicherungspflicht schon länger bestehende Institution einer alljährlichen Bereisung von Landwehrkanal, Spree und anderen Bundeswasserstraßen Berlins durch VertreterInnen der jeweiligen WSA-Außenbezirke und der UNB der betroffenen Bezirke wurde im Rahmen des Mediationsverfahrens „Zukunft Landwehrkanal“ dahingehend erweitert und optimiert, dass an LWK und BSK auch BürgervertreterInnen sowie der Baumsachverständige, der das Vertrauen des Mediationsforums genießt, beteiligt werden.

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Baumpflege fängt von unten an

Der 1. Lichtenberger Baumschutzkonferenz 2. Teil

[Hinweis: Falls tl;dr, scrollen Eilige bitte gleich zum Fuß des Beitrags und verwandeln durch Anklicken eins der Fotos die Galerie zur Slideshow.
Update: Eine weitere Auswertung der Workshops findet sich hier.
Und hier geht’s zu Teil I…]

Der dritte Vortrag am Freitag vor einer Woche (27.4.) führte mitten in die Praxis. Unterm Titel „Problemlagen und Grenzen der Baumpflege aus verschiedenen Blickwinkeln“ erläuterte der Baumsachverständige, Dr. Michael Barsig, insgesamt sechs Thesen, wovon die erste lautete

1. Baumpflege fängt von unten an

Als Beispiel für falsche Baumwahl in Hinblick auf die Wurzeleigenschaften mussten als klassische Flachwurzler die Birkenpappeln in der Kohlfurter Straße in Kreuzberg dienen, deren Presswurzelbildung gerade bei zu hoher Unterbodenverdichtung und weniger verdichteter, sauerstoffreicherer Tragschicht zu Wurzelaufdruck und damit zu Oberflächen-, in diesem Fall Gehwegschäden führen. Den Rest des Beitrags lesen »

Erfolgreicher Auftakt für besseren Baumschutz

Von der 1. Lichtenberger Baumschutzkonferenz

Teil I

A. Haertel, UmweltKontaktgruppe und B. Kitzmann, Naturschutzstation Malchow

Anne Haertel, UmweltKontaktgruppe und BzV Beate Kitzmann, Naturschutzstation Malchow

„Was ist nötig und was ist möglich, um Lichtenberger Bäumen eine Zukunft zu geben?“ lautete die leitende Fragestellung der 1. Lichtenberger Baumschutzkonferenz am vergangenen Freitag (27.4.) im Rathaus des Bezirks, veranstaltet von der Naturschutzstation Malchow und der UmweltKontaktstelle Lichtenberg [weitere Unterstützende siehe Flyer]. Ziel der Veranstaltung, so die Leiterin der UmweltKontaktstelle, Anne Haertel, sei die Qualifizierung der Auseinandersetzung um das sensible Thema Stadtbäume. Den Rest des Beitrags lesen »

„Baumarbeiten“ zum Frühlingsbeginn am Landwehrkanal

Kronenschnitt und Fällung in der Vegetationsperiode

Bezirke versäumen Information des Mediationsforums

Platanen vor Synagoge, Fraenkelufer

Reduzierte Platanen vor Synagoge

Ob das dpa-Foto vom Amazonas-Kahlschlag die Wichtigkeit des Baumschutzes hierzulande relativieren oder ihn gar lächerlich machen soll, bleibt das Geheimnis der taz-Redaktion. Fakt ist, dass wir auch in Berlin fachlich nicht gerechtfertigte und deshalb in der jetzigen Vegetations- und Brutperiode (1. März bis 31. August jetzt auch in Berlin [BNatSchG: 30. September]) gleich doppelt unrechtmäßige Kronenrückschnitte oder Fällungen [siehe § 29 (1) 5 NatSchGBln   entspr. § 39 (5) 2 BNatSchG] nicht deshalb hinzunehmen bereit sind, weil es woanders noch ungleich schlimmer abgeht.

[Update 26.3.: Hier aus aktuellem Anlass eine von den BaL beauftragte Stellungnahme des Baumsachverständigen, Dr. Barsig, zu Baumarbeiten in der Vegetations- und Brutperiode .]

Nach viereinhalb Jahren Mediation ist es nicht nur eingedenk seiner Veranlassung, sondern auch mit Rücksicht auf die insbesondere von den BürgervertreterInnen in dieses komplexe Verfahren ehrenamtlich investierte Arbeitszeit und -kraft schlicht unerträglich, dass trotz aller einschlägigen Absprachen und vereinbarten Handlungsroutinen, wenn es um Bäume involvierende Maßnahmen am Landwehrkanal geht, von diesen immer mal wieder entweder erst im Nachhinein nach längst vollendeten Tatsachen oder durch eine lapidare Pressenotiz auf der entsprechenden Bezirksamtswebsite zu erfahren. Den Rest des Beitrags lesen »

Erneut fragwürdige „Baumpflege“ am Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal

WSA-Außenbezirk greift Unterhaltungsplan vor

[Update 14.12.11: WSV-Vertreter haben sich inzwischen schützend vor die Mitarbeiter des WSAAbz Spandau gestellt und auf die Verantwortlichkeit der BImA verwiesen, die (s.u.) auch die Aufgaben der früheren Bundesforsten versieht und die strittigen Maßnahmen veranlasst und fremdvergeben habe.]

Déjà vu

Unfachgerechte Kappungen am BSK

Fragwürdige Kappungen am BSK (Zum Vergrößern anklicken!)

Knapp zwei Jahre ist’s her, da zeigten sich AnwohnerInnen, Baumsachverständige und für Stadtnaturschutz Engagierte schockiert über rabiate Fäll- und Schnittmaßnahmen im Uferbaumbestand entlang des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals (BSK). Mit Wahrnehmung der Verkehrssicherungspflicht hatte dieser stellenweise regelrechte Kahlschlag, die Verstümmelung wertvoller Altbäume, die Rodung von Unterwuchs und Buschwerk, ja sogar von Kompensationspflanzungen im Bereich des Nordhafens nichts mehr zu tun. − Nun kommt es mitten im partizipativen Abstimmungsprozess eines ökologisch ambitionierten Unterhaltungsplans zu einer Reprise. Den Rest des Beitrags lesen »

Berlinweites Platanen-Schinden

Von Treptow bis zum Märkischen Viertel

An der Puschkinallee wird noch bis Mitte Juli gesägt!

Vom Treptower Grünflächenamt war uns mitgeteilt worden [siehe hier und dort], dass die Beschneidung der Platanen in der Puschkinallee bis 10. Juni abgeschlossen sein soll, doch wie wir inzwischen von AnwohnerInnen erfahren haben, bezog sich diese Aussage nur auf den Abschnitt zwischen Elsenstraße und Zenner. Der Abschnitt „Am Teptower Park“ von Elsenstraße bis Matthesstraße wurde vom 11. bis 13. Juni bearbeitet, die Bäume zwischen Elsen- und Bouchéstraße waren vom 14. bis 24. dran, und entlang der Puschkinallee von Elsen- bis Eichenstraße kreischen vom 25. Juni bis noch zum 8. Juli die Kettensägen.

Allein der Lärm (durchaus auch an Wochenenden und noch bis in die Ferienzeit) raubt AnwohnerInnen − noch dazu beim Gedanken, warum es da lärmt −  den letzten Nerv.

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Kronenschnitt in Kreuzberg

Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus,

da holen die Baumpfleger die Motorsäge raus…

Kronenschnitt

Kronenschnitt im Wrangelkiez

Die so genannten Baumpflegefirmen sind wieder in den Kiezen unterwegs. „Kronenschnittarbeiten“ heißt’s auf den Schildern, die sie zur Verkehrssicherung am Straßenrand aufstellen. Auf den tieferen Sinn ihres Tuns angesprochen, Bäumen die eben erblühte Pracht herunter zu sägen, kommen wortreich die verschiedensten Erklärungen − man ist schließlich auf derlei Bürgeransprache schon vorbereitet : dass der Sommerschnitt den Bäumen viel weniger schade als der im Winter, weil sie, im Saft stehend, ihre Wunden viel schneller und besser überwallen könnten; dass die Krone umso besser gediehe, je mehr Luft und Licht sie durchfluten könne und derlei Maßnahmen viel zu lange unterblieben seien [man darf sie dann aber nicht auf einen Schlag nachholen wollen, muss dem Baum mehrere Vegeationsperioden Zeit geben, um die Eingriffe zu kompensieren]; dass Wassertriebe entfernt werden müssten [die übrigens von vorangegangenen übertriebenen Schnittmaßnahmen zeugen];  dass es um Kronenverjüngung gehe [welche Maßnahme selbstredend nur bei Alt- und Uraltbäumen überhaupt in Frage kommt] und − ach ja − dass dieser Ast zu dicht an die Fassade gewachsen sei, dieser ins Lichtraumprofil und jener gar die Gäste der Straßenkneipe unter ihm gefährde (was diese freilich nicht gelten lassen wollen, aber darum geht’s bekanntlich nicht.) Den Rest des Beitrags lesen »

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