BUND-Veranstaltung zum Stadtgrün-Charta-Prozess (1)

Gute Instrumente gibt’s schon länger,
nur bei ihrer Anwendung hapert’s!

Vortragende

SenUVK-Vertreter*innen, Vortragende und Moderator Tilmann Heuser (li.)

Die Auftaktveranstaltung im World-Café-Format, doch einer nur nach Minuten zu zählenden gemeinsamen Plenardiskussion lag über ein Vierteljahr zurück; der sechswöchige Online-Dialog über das sog. Impulspapier hatte am 23. November geendet; Folgeveranstaltungen, die mehr Raum zur Diskussion bieten sollten, waren angekündigt, kurz: hohe Zeit, dass der BUND noch am letzten Januartag in seinem und auch im Namen der anderen Berliner Naturschutzverbände eine Diskussionsveranstaltung zum projektierten „Stadtvertrag“ für die Sicherung des Berliner Stadtgrüns anbot, denn erfahrungsgemäß kann die Bedeutung von Kontinuität fürs Gelingen solcher partizipativen Prozesse gar nicht überschätzt werden.

Tilmann Heuser, Geschäftsführer des Berliner Landesverbands des BUND, moderierte und erinnerte in seinen einleitenden Worten gleich daran, dass es sich beim Charta-Prozess um die Einlösung eines Auftrags der Koalitionsvereinbarung von 2016 handele, den die Naturschutzverbände dank ihrer Immer.Grün-Kampagne darin hatten unterbringen können −, was nun auch schon wieder eine Weile zurückliegt.

Publikum

Publikum in der Alten Zollgarage im Flughafengebäude Tempelhof

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BUND-Veranstaltung zum Stadtgrün-Charta-Prozess (2)

Stellungnahmen der Senatsvertreter*innen

Ursula Renker + Stefan Tidow

Ursula Renker + Stefan Tidow

Staatsekretär Stefan Tidow stellte große Übereinstimmung in der Lagebeurteilung fest und machte erneut die politischen und gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse dafür verantwortlich, dass die guten Instrumente nicht zur Anwendung kämen. Für Unterschutzstellung stünden auf Senatsebene gerade mal anderthalb Stellen zur Verfügung und auf der bezirklichen sei die Situation noch desolater [vgl. aktuelle AGH-Anfragen hier und hier. − Während also in den bezirklichen Grünflächen- und Umweltämtern die Personalausstattung durch altersbedingtes Ausscheiden auch noch gesunken ist, wurden in Umsetzung des Wohnungsbaubeschleunigungsgesetzes 35 neue Stellen in Planungsämtern und Genehmigungsbehörden geschaffen, woraus erhellt, dass in der politischen Willensbildung die gesellschaftlichen Kräfte der Immobilienwirtschaft offenkundig überrepräsentiert sind, während dem Stadtgrün auch noch nach über zwei Jahren R2G jede ‚Lobby‘ weitestgehend fehlt!] Den Rest des Beitrags lesen »

Seasonal Greetings 18/19

Fern liegt uns zu schreiben, dass da wieder ein ereignis- und erfolgreiches Jahr zur Neige gehe, um alsdann allen ein glückliches neues zu wünschen −, war das endende doch hauptsächlich ein unglücksreiches, satt von anhaltenden Schrecken und schlimmer, oft schon wieder verblasster Nachrichten, eine emotionale Achterbahn, für sehr viele sehr schwer und wohl nur für die wenigsten ein gutes. Den Rest des Beitrags lesen »

Zur Charta für Berlins Stadtgrün

Berlins Grüne Infrastruktur

Integrierte doppelte Innenentwicklung von Beton und Grün

Seit dem 12. Oktober, dem Tag der Auftaktveranstaltung, läuft nun der Online-Dialog zur Erarbeitung einer Charta für Berlins Stadtgrün, wird bis zum 23. November fortgeführt und bedarf noch deutlich regerer Teilnahme: diese Formate müssen, auch wenn hierzulande manches noch Jahrzehnte Neuland bleiben mag, in Beteiligungsverfahren von der Stadtgesellschaft unbedingt viel intensiver genutzt werden!

Impulspapier zur Charta Stadtgruen

Impulspapier zur Charta Stadtgrün

In diesen Tagen hat auch das Bundesumweltministerium den Entwurf zu einem ‚Masterplan Stadtnatur‘ samt Maßnahmenprogramm vorgelegt, d.h. zumindest auf der Verlautbarungsebene tut sich was in Richtung doppelter Innenentwicklung: Es kann und darf nicht nur um Wohnungsbau gehen, womöglich im gründerzeitlichen Blockrandstil, und auch nicht nur um den Ausbau der grauen, sondern mindestens ebenso wichtig ist die Sicherung, Entwicklung und der Ausbau unserer grünen Infrastruktur! Sie hat ihren Nutzen für den Klimaschutz, dient aber hauptsächlich der existenziell notwendigen Anpassung an die absehbaren Folgen der Klimakatastrophe, worauf der diesjährige, sicher schon halb vergessene Dürre- und Hitzesommer hindeutete, nicht zuletzt jedoch dem Arten- und Biotopschutz!

Stellungnahme der Berliner Naturschutzverbände zum Impulspapier.

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„Was macht eigentlich …?“

Und vom selben Autor noch ein weiterer Gastbeitrag

Die nachhaltigen Wohnbunker stehen, Fragen bleiben

Kritischer Blick auf ein modellhaft umstrittenes Bauprojekt

Bautzener Brache 06

Verschwunden: die Bautzener Brache 2013

Ein weiteres Highlight der bezirklichen Architektur- und Stadtplanung geht seiner Vollendung entgegen: Die Bebauung der „Bautzener Brache“. Es mutet so an, als hätten die Baukünstler die begrabene „Brache“ − die gar nicht so V„brach“ war! − als Begriff versucht, in ihr Werk einfließen zu lassen.

Die Bautzener Brache

Bautzener Brache 2012

Der Versuch ist misslungen, die Öde der Fassadengestaltung, die gestalterische Einbindung in die Umgebung gehört zu den grandiosen Beispielen von Unfähigkeit, Ignoranz und Täuschung des weit verbreiteten organisierten Klüngel (OK) von Politik, Verwaltung und Immobiliensektor. Ein Exempel, um der Nachwelt nachhaltig deutlich zu machen, was immobile Einöde im Gegensatz zu Brache bedeutet.

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Schöneberg: 30°-Sommer + Kettensäge

Damit die Brutzeit-Grünpflege nicht als F'hain-Kreuzbergs Alleinstellungsmerkmal 
unter den Bezirken erscheint, aus dem benachbarten Tempelhof-Schöneberg folgender
Gastbeitrag:

Grünes Bezirksamt pflegt Straßenbäume

Es ist schon einigermaßen erstaunlich mit welch (fehlendem) Fingerspitzengefühl das Gartenbauamt Tempelhof-Schöneberg sogenannte Grünflächenpflege betreibt: „Der Fachbereich Grünflächen pflegt im Bezirk rund 36.000 Straßenbäume.“ Wie macht er das?

Da haben wir die heißesten und trockensten Monate seit Jahrzehnten, in Brandenburg brennen Felder und Wälder, in den Medien wird dazu aufgerufen, die Straßenbäume zu wässern, und was passiert? In den Morgenstunden des 4. Juli 2018, rückt mit großem Gerät, Hubwagen, Häcksel und weiteren LKW eine Säge-bewehrte Truppe an. Auftrag: Baumarbeiten. Auftraggeber: Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, hier „das Straßen- und Grünflächenamt bestehend aus dem Fachbereich Straßen, dem Fachbereich Grünflächen sowie dem Fachbereich Straßen- und Grünflächenverwaltung“. Den Rest des Beitrags lesen »

Nachtrag zu Kreuzbergs Brutzeitfällen

Exegese der Bezirksamts-Antwort war unvollständig

Der in seinem Fach verdiente Baustadtrat hat vom Naturschutz wenig Ahnung

Da wir an der BVV am 27. Juni leider nicht teilnehmen konnten und auch von der Fällung sechs gesunder Linden in der Großbeerenstraße gar nichts mitbekommen haben, hatten wir die erste Antwort von F’hain-Kreuzbergs Baustadtrat, Florian Schmidt, auf eine Einwohner*innenanfrage glatt überlesen.

Gehwegschäden durch Wurzeln von Straßenbäumen − das sei mal vorausgeschickt − sind bekanntermaßen stadtweit vorfindlich und stammen durchaus nicht nur von Flachwurzlern wie Weiden, Birken, Pappeln, sondern auch von Herz- und Pfahlwurzlern wie Linden, Buche, Kastanie oder Eiche, da der Stadtboden vielfältig durch Leitungstrassen durchzogen ist, Schutt enthält etc. und die Wurzeln sich dort Wasser suchen müssen, wo es vorkommt.

Wenn all diese Bäume beseitigt würden, wäre es jedenfalls um einen Großteil des Berliner Straßenbaumbestands geschehen. Nein −, wir werden uns damit zu arrangieren haben wie in der Vergangenheit auch und den Sicherheitswahn, oder eher die behördliche Angst vor Haftung und Regress, auch hier zügig eindämmen müssen!  Den Rest des Beitrags lesen »

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