Sie funktioniert schlecht, bleibt aber so?

Expertenkreis-Sitzung zur Öffentlichkeitsbeteiligung

Kritische Evaluierung der ZÖB-Performance

Mit Spannung hatten wir die Sitzung des Expertenkreises Zukunft Landwehrkanal (LWK) zur Evaluierung der Partizipation und der Arbeit der „Zentralen Anlaufstelle Öffentlichkeitsbeteiligung“ (ZÖB) im besonderen erwartet, bei welcher Gelegenheit nach der Mitteilung Jan Hädickes von der Geraldirektion Wasserstraßen in Bonn ein Lösungsansatz insbesondere für den Fall präsentiert werden sollte, dass die ZÖB wegen Ausfalls sowohl von Björn Röske als auch seines einzigen Stellvertreters, Amtsleiter Michael Scholz, nicht mehr arbeitsfähig sei, wie es besonders in den zurückliegenden Wochen für einige Aufregung gesorgt hatte. [Siehe auch hier…]

Wie kann man nur…

Doch zum Einstieg zählte der WSA-Leiter in gespieltem Erstaunen und halb belustigt verschiedene Jubiläen und Jahreszahlen im Zusammenhang mit diesem Beteiligungsverfahren auf: von der auslösenden Havarie, über die Auftaktveranstaltung des Mediationsverfahrens bis zur Unterzeichnung seiner Abschlussvereinbarung –, Daten, an die sich Scholz jedoch im Unterschied zu den anderen Beteiligten nur noch vage zu erinnern vermochte, so als wolle er damit seinem Publikum u.a. bedeuten, nach dieser langen Zeit sei es doch wahrlich an derselben, sie endlich anderem zu widmen. Aus seinem Beteiligungsnullpunkt nach dem Ende der Mediation ist ja leider nichts geworden, aber so ganz scheint der Amtsleiter die Idee nicht fahren zu lassen. Den Rest des Beitrags lesen »

Alexander Schaël †

Ein Nachruf

Wie wir gestern erfuhren, ist unser Freund und Mitstreiter Alexander Schaël am vergangenen Wochenende plötzlich gestorben. Wir sind bestürzt und fassungslos!
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Alexander hinterlässt seine Frau und zwei halbwüchsige Kinder. „Bis die groß sind, muss ich noch ’ne Weile fit bleiben“, meinte er erst kürzlich, doch er wurde nur 49 Jahre alt.
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Biologe, Limnologe und beim Berliner Landesverband der Grünen Liga zuständig für Gewässerökologie, hat sich Alexander jahrzehntelang für den Schutz unserer Gewässer engagiert, war auch von Anbeginn im Mediationsverfahren „Zukunft Landwehrkanal“ dabei und setzte sich über vier Jahre leidenschaftlich für eine naturverträglichen Sanierung ein.
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Mit seinem profunden Wissen um den Lebensraum Wasser im Allgemeinen und den LWK im Besonderen − schon in seiner Diplomarbeit widmete er sich der Aquaflora und -fauna im Kreuzberger Urbanhafen − hat er die Bürger- und AnwohnervertreterInnen nicht nur im Verfahren zum „Kanälchen“, wie er’s liebevoll bis ironisch nannte, sondern auch bei Fragen zu anderen Berliner Gewässern jederzeit unterstützt.
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Ohne viel Aufhebens praktizierte er so den dringlichen Brückenschlag zwischen Wissenschaften und Zivilgesellschaft, auch als Dozent im BANA-Studiengang an der TU Berlin, der Menschen im Anschluss ans Erwerbsleben noch ganz neue Perspektiven selbstbestimmter, sinnvoller Tätigkeit in den Bereichen Stadt, Umwelt und Gesundheit eröffnen will.
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Viel zu langsam gingen Alexander die Bestrebungen voran, zur Eindämmung des regelmäßig wiederkehrenden sommerlichen Fischsterbens die Wasserqualität in unseren Kanälen zu verbessern.
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Und neben der Schaffung ökologischer Trittsteine hat er immer wieder dafür plädiert, an geeigneten Stellen des LWK die Barriere zwischen Land und Wasser durchlässiger zu gestalten, nicht zuletzt um Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen, ihren Forscherdrang auszuleben, damit sie kennen lernen, was sich zu schützen lohnt.
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Alexanders Expertise, Hilfsbereitschaft und feinsinniger Humor werden uns sehr fehlen; gerade jetzt würden sie dringender gebraucht denn je!
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Unsere Gedanken sind bei Alex und seinen Hinterbliebenen.
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Für die Bäume am Landwehrkanal e.V.
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Birgit & Achim

Alexander Schael mit Senatsvertreter am LWK, Mai 2011

Alexander Schaël (re.) mit Senatsvertreter am LWK, Mai 2011

Umweltausschuss tagt vor Ort

Zunächst keine weiteren Fällungen/Kappungen im Volkspark Friedrichshain

Umweltausschuss vor Ort 01

Baustadträtin Kalepky erklärt

Der Einladung zur außerordentlichen Sitzung des Friedrichshain-Kreuzberger BVV-Ausschusses für Umwelt, Verkehr und Wohnen (UMV), die gestern im Volkpark F’hain open air stattfand, folgten zu wenige Mitglieder, als dass eine Beschlussempfehlung formuliert noch sonst eine weiterreichende Entscheidung gefällt werden konnte. Dafür waren aber nicht nur sachverständige Vertreter von BUND wie NABU sowie Mitglieder von BI/Verein BaL und BfK gekommen, sondern auch JournalistInnen und ein Aufnahmeteam der rbb-Abendschau. Weitere Fällungen/Kappungen soll es zunächst nicht geben, doch das bedeutet weiträumige Absperrung der angeblichen Gefahrenzone. Den Rest des Beitrags lesen »

BaumschützerInnen-Info vom 02.09.08

Rund 3000 beteiligten sich bereits an unserer Postkarten-Aktion „Landwehrkanal für Alle!“

Demgegenüber bekundeten jedoch die BürgerInnen in den vielen hundert persönlichen Gesprächen, die wir anlässlich unserer Postkarten-Aktion unter dem Motto „Landwehrkanal für Alle!“ schon geführt haben, fast durchweg lebhaftes Interesse am Thema einer nachhaltigen Sanierung dieser elf Kilometer langen innerstädtischen Wasserstraße, und zwar unter Einbeziehung ihrer Ufer, befürworten ein ganzheitliches Herangehen und unterstützen unsere Forderungen.

Postkarte an Junge-Reyer + Tiefensee

Postkarte an Junge-Reyer + Tiefensee

Rund 3000 Karten − zu adressieren entweder an Verkehrsminister Tiefensee oder Stadtentwicklungssenatorin Junge-Reyer − haben wir in den letzten Wochen auf der Admiralbrücke verteilt und ca. ein Drittel ausgefüllt wieder entgegengenommen, um sie bei geeigneter Gelegenheit den Verantwortlichen persönlich zu überreichen als vielstimmige Bekundung des BürgerInnenwillens, dass sich die EntscheidungsträgerInnen endlich ihrer Verantwortung bewusst werden, sich zu ihrer Zuständigkeit bekennen und die Sanierung des LWK in ihrer städtebaulichen, stadtentwicklungspolitischen und stadtökologischen Dimension wahrnehmen.

BürgerInneninitiative Bäume für Kreuzberg

Bekanntmachung der Bäume für Kreuzberg!

Die BI trifft sich fortan nicht mehr montags und donnerstags bei den Pappeln. Dafür gibt es am Sonntag, 29. Juni, von 17 bis 19 Uhr erstmals unseren Infostand am Drachenbrunnen auf dem Oranienplatz, den wir von nun an regelmäßig einige Stunden am Wochenende dort aufbauen, später dann auch an anderen Stellen entlang des Grünzuges.
Infostand DrachenbrunnenAlso kommt vorbei und informiert Euch über den Stand der Dinge, macht Vorschläge, übt Kritik, gebt uns Anregungen, beteiligt Euch an der Planung und Gestaltung Eures Grünzugs, denn er gehört zu Eurem persönlichen Wohnumfeld, ist das Naherholungsgebiet vor Eurer Haustür!
Wir sehn uns!

Nächste BürgerInnenversammlung erst nach der Sommerpause!
Die zweite BürgerInnenversammlung wurde einvernehmlich auf nach der Sommerpause verschoben und soll im September nur der Information über die verschiedenen Leitbild-Entwürfe dienen. Ca. drei Wochen später dann soll auf einer dritten Bürgerinnenversammlung im Oktober ein Konsens oder eine Entscheidung darüber erzielt werden, nach welchem Leitbild sich die konkrete, abschnittsweise Planung zu orientieren hat.

BaumschützerInnen-Info vom 02.05.08

Jarffe (BUND) fordert baumfreundlichen Umgang mit der Verkehrssicherungspflicht

Der Geschäftsführer des Berliner BUND, Andreas Jarffe, verwies neben der großen emotionalen Bedeutung auf den hohen ökologischen Wert jedes einzelnen Baumes, dass mithin jede unnötige Fällung eine immense Geldvernichtung sei und dass bekanntlich auch hohe Bäume hohl und dennoch standsicher sein können: Hier müsse in der Erfüllung der Verkehrssicherungspflicht endlich ein baumerhaltender Mittelweg gegangen werden! In der schon seit Jahren laufenden BUND-Kampagne „Bäume für Berlin“, in dessen Verlauf bereits 1.200 Bäume in der Stadt gepflanzt worden seien, allerdings nur ganze 20 in Pankow. Bürgerschaftliches Engagement einzubinden, bedeute freilich für die Verwaltung ein Umdenken.

BaumschützerInnen-Info vom 02.05.08

Gutachterliche Empfehlungen

Ökologische Fragestellungen streift das Gutachten nur am Rande. Prof. Geyer verwies auf das Maßstäbe setzende große Tiergarten-Gutachten von Prof. Sukopp von 1979. [Auch in Richtung Stadtökologie besteht mithin Untersuchungsbedarf!] Als konkretes Beispiel wurde die Bedeutung der Beastungs- und Verzweigungsstruktur des Baumbestands für den Artenbesatz der Vögel herausgegriffen.

Nachpflanzungen müssen nicht nur standort-, sondern auch florengerecht sein, d. h. Konkurrenzsituationen ausschließen, doch trotz der extremen Bedingungen böten sich noch genügend Baumarten an. (Den Auswirkungen des Klimawandels wurde noch keine gesteigerte Bedeutung beigemessen.) Das Gutachten empfiehlt abschnittsweises, die städtebaulichen Verhältnisse berücksichtigendes sowie gattungsbezogenes Vorgehen, u. a. mit der leitenden Frage: Welche Arten passen nicht ins Bild? Die Trauerweide z. B. sei zwar kein Alleebaum, aber vor allem im Bereich der Brückenwiderlager ästhetisch sehr wirkungsvoll. Robinie und Götterbaum hingegen haben nichts mit Lenné zu tun. Um bestimmte Arten zu präferieren, empfiehlt der Professor allerdings nicht etwa Fällung, sondern das Abwarten des natürlichen Abgangs.

Auch der Strauchbestand und die Krautschicht waren seinerzeit Gegenstand der Begutachtung. Der Knöterich über den Spundwänden hätte zu verschwinden [?], die Grünflächen sollten offen gehalten, also nicht etwa in Alleen verwandelt werden, der Unterwuchs unter den Bäumen müsse gestaffelt werden, doch seien hierfür ohnehin nur wenige Stellen geeignet. [Die Höhe der zu erwartenden Pfegekosten, wie hinter vorgehaltener Hand sogleich verlautete, darf hier allerdings kein Ausschlusskriterium sein!]