Harun Faroqhi ist tot

Ein Nachruf

Völlig überrascht und tief betroffen hat uns die Nachricht, dass am gestrigen Mittwoch, 30. Juli, unser liebes Vereinsmitglied, der herausragende, international renommierte Dokumentarfilmer, Medienkünstler und Lehrer,
Harun Faroqhi, im Alter von nur siebzig Jahren gestorben ist.
.
Mitglied der „Bäume am Landwehrkanal“ von der ersten Stunde an, widersetzte er sich ab dem Frühsommer 2007 mit so vielen anderen den Kahlschlagsplänen des WSA, war Gründungsmitglied von BI und dem späteren Verein BaL, filmte mit seiner Frau Antje Ehmann Menschenkette und Auftaktveranstaltung des Mediationsverfahrens, spendete und sammelte Spenden für rechtlichen Beistand gegen die Bundesbehörde und unterstützte trotz seiner vielen beruflichen Verpflichtungen unsere Arbeit, wann immer es seine Zeit erlaubte und er auf seinen vielen Reisen und Auslandsaufenthalten mal wieder in Berlin zwischenlandete, zuletzt erst vor einigen Wochen. Bei dieser letzten Zusammenkunft wirkte er so vital, energiegeladen und mitreißend wie je, so dass wir ausriefen: „Du veränderst Dich nie!“, worauf er nur in sein unverwechselbares Lachen ausbrach.
.
Nun werden wir es nie mehr hören und können es noch nicht glauben. − Wir möchten seiner Frau, seinen Kindern, Freunden und KollegInnen unser tiefes Mitgefühl ausdrücken und wünschen ihnen allen und uns selbst viel Kraft und Geduld angesichts dieses unersetzlichen Verlusts.

Harun auf der Admiralbrücke

Harun auf der Admiralbrücke, 5.6.07

Alexander Schaël †

Ein Nachruf

Wie wir gestern erfuhren, ist unser Freund und Mitstreiter Alexander Schaël am vergangenen Wochenende plötzlich gestorben. Wir sind bestürzt und fassungslos!
.
Alexander hinterlässt seine Frau und zwei halbwüchsige Kinder. „Bis die groß sind, muss ich noch ’ne Weile fit bleiben“, meinte er erst kürzlich, doch er wurde nur 49 Jahre alt.
.
Biologe, Limnologe und beim Berliner Landesverband der Grünen Liga zuständig für Gewässerökologie, hat sich Alexander jahrzehntelang für den Schutz unserer Gewässer engagiert, war auch von Anbeginn im Mediationsverfahren „Zukunft Landwehrkanal“ dabei und setzte sich über vier Jahre leidenschaftlich für eine naturverträglichen Sanierung ein.
.
Mit seinem profunden Wissen um den Lebensraum Wasser im Allgemeinen und den LWK im Besonderen − schon in seiner Diplomarbeit widmete er sich der Aquaflora und -fauna im Kreuzberger Urbanhafen − hat er die Bürger- und AnwohnervertreterInnen nicht nur im Verfahren zum „Kanälchen“, wie er’s liebevoll bis ironisch nannte, sondern auch bei Fragen zu anderen Berliner Gewässern jederzeit unterstützt.
.
Ohne viel Aufhebens praktizierte er so den dringlichen Brückenschlag zwischen Wissenschaften und Zivilgesellschaft, auch als Dozent im BANA-Studiengang an der TU Berlin, der Menschen im Anschluss ans Erwerbsleben noch ganz neue Perspektiven selbstbestimmter, sinnvoller Tätigkeit in den Bereichen Stadt, Umwelt und Gesundheit eröffnen will.
.
Viel zu langsam gingen Alexander die Bestrebungen voran, zur Eindämmung des regelmäßig wiederkehrenden sommerlichen Fischsterbens die Wasserqualität in unseren Kanälen zu verbessern.
.
Und neben der Schaffung ökologischer Trittsteine hat er immer wieder dafür plädiert, an geeigneten Stellen des LWK die Barriere zwischen Land und Wasser durchlässiger zu gestalten, nicht zuletzt um Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen, ihren Forscherdrang auszuleben, damit sie kennen lernen, was sich zu schützen lohnt.
.
Alexanders Expertise, Hilfsbereitschaft und feinsinniger Humor werden uns sehr fehlen; gerade jetzt würden sie dringender gebraucht denn je!
.
Unsere Gedanken sind bei Alex und seinen Hinterbliebenen.
.
Für die Bäume am Landwehrkanal e.V.
.
Birgit & Achim

Alexander Schael mit Senatsvertreter am LWK, Mai 2011

Alexander Schaël (re.) mit Senatsvertreter am LWK, Mai 2011