Fridays and Sundays For Future — auch am Landwehrkanal?

Beteiligung droht in Routinen zu ersticken

Bericht von der 11. WSA-Informationsveranstaltung

Aufregende Ereignisse lassen uns erst jetzt dazu kommen, noch auf die 11. WSA-Informationveranstaltung, die schon am vorletzten Dienstag stattfand, zurückzublicken.

Denn ganz überwiegend junge Menschen, allen voran Greta Thunberg, FridaysForFuture und Extinction Rebellion, also vielfach solche noch ohne Wahlberechtigung, ist es gelungen, nach fast halbjähriger, allfreitäglicher Streik-Kampagne für Climate Action Now! und einer fulminanten weltweiten Demonstration letzten Freitag nicht nur am Sonntag (jedenfalls hierzulande) für eine phänomenale Wahlbeteiligung bei einer Europawahl zu sorgen, sondern sie tatsächlich auch zu einer „Klimawahl“ zu machen − mit enormen Erfolgen für eben die Partei, der beim Klimaschutz die größte Kompetenz zugetraut wird. Den Rest des Beitrags lesen »

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Forum ohne Entscheider

WSV nicht sprachfähig

Sommerpause fällt aus

Auch in unserm Fall war die Zahl 42 keine Antwort auf die Sinnfrage: Die 42. Forumssitzung, auf die eine engagierte Gruppe Forumsmitglieder in sieben Redaktionsgruppensitzungen seit Februar dieses Jahres intensiv hingearbeitet hat, um einen fertigen Entwurf der Mediationsvereinbarung mit in die Sommerpause nehmen und in ihre jeweiligen Organisationen tragen zu können, musste ohne Vertreter der GDWS Ast Ost, ja sogar ohne jemand vom WSA stattfinden (vom frisch gekürten Vorhabenträger WNA ganz zu schweigen), d.h. die WSA-Pressesprecherin und ordentliches Mitglied der AG LWK, Evelyn Bodenmeier, vertrat zwar offiziell die WSV, allerdings allein mandatiert, von der gegenwärtig mangelnden Sprachfähigkeit der WSV zu künden.

42. Forumsitzung

42. Mediationsforumsitzung mit potenziellem Teilnehmer eines Folgegremiums

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Mediation: BürgerInnen stürmen vorwärts

Erfolgreiche Teamarbeit mit Wermutstropfen

Über Stammtischtauglichkeit

In der, dank exzellenter Vorbereitung der Planerinnen unter den BürgervertreterInnen streckenweise nachgerade atemberaubend produktiven 16. Sitzung der AG Lösungssondierung letzten Montag (15.10.) gelang es den Mitgliedern − VertreterInnen von WSA und BfG, der „Kleinschifffahrt“ sowie Bürger- und AnwohnerInnenschaft − für (fast) alle kritischen Stellen entlang des LWK eine Realisierungsvariante wohlbegründet vorzuschlagen! Als kritische Stellen im Kanalverlauf gelten dabei jene mit überhängendem Baumbestand, harter (WSV-Sprech: „schwer rammbarer“) Kanalsohle und enger Fahrrinne. Leider fehlten wieder mal VertreterInnen der Bezirke, Denkmalpflege und Fahrgastschifffahrt.

Die Gesamtlösung, so Mediator Kessen in seiner Anmoderation, müsse „stammtischtauglich“ sein; Kompromisse irgendwie nach Proporz  seien für Außenstehende schlechterdings nicht nachvollziehbar. − Wie wahr! Den Rest des Beitrags lesen »

Herausforderungen partizipativer Planung

Verspundung oder Schüttung ist hier die Frage

Digitalisierung

Angesichts der Forderung von drei Laptops und drei Beamern, um beim gemeinsamen Planen verschiedene Karten und Tabellen synchron vor Augen zu haben, hat das WSA sein excelbasiertes partizipatives Planungstool auf Access umgestellt, also datenbankbasiert −, doch wegen in puncto Benutzungsfreundlichkeit noch optimierfähiger Oberfläche hielt sich trotz der darin steckenden Arbeit, der Vielfalt neuer Möglichkeiten und vor allem der größeren Transparenz die Begeisterung mancher Mitglieder der AG Lösungssondierung auf der 15. Sitzung am vergangenen Montag (8.10.) in Grenzen: „Entschuldigung“, hieß es verwirrt, „ich komme mir gerade vor wie in einem Cockpit…“ –, doch auch diese technische Hürde dürfte angesichts der schon genommenen noch zu meistern sein. Ansonsten waren auf Tischen und an Stellwänden etliche Karten, Diagramme und Tabellen ausgebreitet. Den Rest des Beitrags lesen »

Verfall eines Berliner Baudenkmals

Schwierigkeiten mit der Fugenpflege

Fahren auf Verschleiß

Da unser kritischer Beitrag zur undifferenzierten Propagierung wirtschaftlicher Partikularinteressen via Staatsfunk offenbar zu Missverständnissen führen kann, erinnern wir gern noch mal daran, dass die BürgervertreterInnen wie auch die Denkmalpflege im Mediationsverfahren „Zukunft Landwehrkanal“ schon länger dagegen protestieren, dass die WSV, welche im Mediationsforum ihre mangelhafte Unterhaltung der Wasserstraße über Jahrzehnte hinweg ja mehrfach offen einbekannt hat („Fahren auf Verschleiß“), infolge der bei dieser Art öffentlicher Vorhaben langwierigen, kafkaesk bürokratischen Prozeduren zur Bewilligung von Haushaltsmitteln den denkmalgeschützten Kanal unterdessen nur immer weiter verfallen lässt. (An Stadtspree und weiteren Berliner Kanälen liegen die Dinge tatsächlich nicht anders.)

Diesen Verfallsprozess aber verursacht und beschleunigt wie eh und je vor allem die so überdimensionierte wie profitable Fahrgastschifffahrt, durchaus auch im auf 6 km/h beschränkten Einbahnstraßenverkehr. Dass Land und Bezirke dieser Agonie einer innerstädtischen Lebensader mit Verweis auf die Bundeszuständigkeit Jahr um Jahr tatenlos zuschauen, weckt also nicht nur den Unmut der eigentlichen Schadensverursacher, nämlich der Großreeder, die auf Kosten der Allgemeinheit ihre Gewinnmarge weiter vergrößern wollen, sondern befremdet auch einfache SteuerzahlerInnen, die den Kanal und seine Ufer auf ganz unschädliche Art und Weise, nämlich als öffentliches Naherholungsgebiet nutzen möchten. Den Rest des Beitrags lesen »

Von Fischsterben bis Feinstaub

Fortschritte am Landwehrkanal proportional seiner Fließgeschwindigkeit

Auch nach fast fünf Jahren aufwändiger Mediation „Zukunft Landwehrkanal“ scheint zumindest im Großen und Ganzen am Kanal alles beim Alten und auch hier die Zukunft schlicht vergessen.

Während im Fünfminutentakt kaum zu einem Drittel besetzte Ausflugsdampfer passieren, verfällt das durch ihren „Sunk und Schwall“ unterspülte Baudenkmal immer weiter; hin und wieder lässt der verregnete Sommer die Mischwasserkanalisation überlaufen und mit organischen Stoffen versetztes Oberflächen- und Brauchwasser ungeklärt in Spree und Kanäle gelangen, so dass auch bei den nicht eben hochsommerlichen Temperaturen die Abbauprozesse soviel Sauerstoff zehren, dass er für Fische nicht mehr reicht und sie trotz Einsatz des Belüftungsschiffs massenhaft ersticken.

Vom Boulevard erschallt Kloakenalarm, und die PolitikerInnen verlangen vom Senat Konzepte, die es doch längst gibt, die nur ungeachtet der alljährlich erneuerten Versuche der BürgervertreterInnen im Mediationsverfahren, im Interesse der Fauna, aber auch der Erholung suchenden BerlinerInnen und Gästen, allzu langsam umgesetzt werden. Hieß es vor einigen Jahren noch, eine Halbierung der Entlastungsfälle werde schon bis 2015 angestrebt und deswegen eine Erhöhung der jährlichen Tranchen der (fürs gesamte Berliner Kanalnetz!) bereitgestellten 89 Mio. Euro von vier auf sieben Mio. Euro betrieben, so hieß es kürzlich, vor 2020, also der Deadline, sei mit der erforderlichen Erhöhung der Rückhaltekapazität nun doch nicht zu rechnen (nach 2020 aber mit Sanktionen aus Brüssel). Den Rest des Beitrags lesen »

„Eichfahrt“ zur Fahrband-Bestimmung am 13.7.

Kanal-Befahrung muss für Alle attraktiv sein!

Mediationsforumsmitglieder zur Testfahrt nicht am Vortag doch noch eingeladen

[Update 12.7.: Kurz vor gleich lässt das WSA via Mediationsteam wissen:
„Messfahrt mit der MS Belvedere der Stern und Kreis Schifffahrt GmbH (im Rahmen einer Linienfahrt):
Abfahrt: 11.00 Uhr, Einchecken ab 10.30 Uhr möglich
Ankunft: etwa 14.00 Uhr
Ort: jeweils Anleger Jannowitzbrücke
Interessierte Forumsteilnehmer/innen können (bei Lösen einer entsprechenden Fahrkarte) an der Fahrt als reguläre Passagiere teilnehmen.
Mit der Stern und Kreis Schifffahrt GmbH ist vereinbart, dass die Fahrt mit zuvor installierter Messtechnik aufgezeichnet werden wird. Zur Betreuung der Technik und für die spätere Auswertung der Fahrt werden zwei Messtechniker vom WSA Berlin und der zuständige WNA-Bearbeiter für die Ermittlung des Fahrbandes im Rahmen ihrer dienstlichen Tätigkeit teilnehmen.
Bei Bedarf steht Frau Bodenmeier gern bereit, als Ansprechpartnerin mitzufahren. Hierfür wäre eine kurze Information an sie hilfreich:
presse.wsa-berlin[ät]wsv.bund.de“ − Ende der Durchsage.]

[Update 11.7.: Heute Vormittag im rbb-Inforadio meinte WSA-Leiter Scholz: „Wenn wir duch die Mediation, durch das Diskutieren im Mediationsverfahren dazu kommen, dass das ein oder andere Schiff zu groß ist, dann werden wir diesen Teil der Schiffsflotte verbieten.“  − Diese Aussage ist u.E. dahingehend zu präzisieren, dass auf Grundlage der u.a. am Freitag zu ermittelnden Daten zu entscheiden sein wird, ob insbesondere eine Schiffsbreite von sieben Metern noch eine Sanierungsvariantenwahl erlaubt, die neben den wirtschaftlichen Interessen der Reeder auch die Interessen des Natur- und Denkmalschutzes sowie der nichtkommerziellen NutzerInnen des LWK an einer stressfreien Kanalbefahrung angemessen berücksichtigt.]

In der denkwürdigen 10. Lösungsgruppensitzung am vorletzten Montag (2.7.) wurde, wie berichtet, zur Verwunderung nicht zuletzt der BürgervertreterInnen, eine Eich- oder Justierfahrt mit der MS Fortuna, dem größten derzeit verkehrenden Ausflugsdampfer (7 x 47,60m) [siehe aber oben Update vom 12.7.!], erst noch in Aussicht gestellt, damit anschließend das sog. Fahrband [also die Fahrrinne oder Trasse] in Geraden, Kurven und unter Brücken möglichst realitätsnah simuliert werden kann.

Hier sei sogleich betont, dass mit der Fortuna als „Messlatte“ diese Schiffsdimension nicht etwa festgeschrieben und damit etwas präjudiziert, sondern lediglich eine Berechnungsgrundlage an die Hand gegeben werden soll. Das Bestreben, die Ausmaße der Fahrgastschiffe sukzessive zu reduzieren, bleibt davon unberührt bzw. kommt im Fortgang der Kriterienkatalog oder vielmehr die Interessensammlung des Mediationsforums (hoffentlich) zum Tragen. Den Rest des Beitrags lesen »

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