„Eichfahrt“ zur Fahrband-Bestimmung am 13.7.

Kanal-Befahrung muss für Alle attraktiv sein!

Mediationsforumsmitglieder zur Testfahrt nicht am Vortag doch noch eingeladen

[Update 12.7.: Kurz vor gleich lässt das WSA via Mediationsteam wissen:
„Messfahrt mit der MS Belvedere der Stern und Kreis Schifffahrt GmbH (im Rahmen einer Linienfahrt):
Abfahrt: 11.00 Uhr, Einchecken ab 10.30 Uhr möglich
Ankunft: etwa 14.00 Uhr
Ort: jeweils Anleger Jannowitzbrücke
Interessierte Forumsteilnehmer/innen können (bei Lösen einer entsprechenden Fahrkarte) an der Fahrt als reguläre Passagiere teilnehmen.
Mit der Stern und Kreis Schifffahrt GmbH ist vereinbart, dass die Fahrt mit zuvor installierter Messtechnik aufgezeichnet werden wird. Zur Betreuung der Technik und für die spätere Auswertung der Fahrt werden zwei Messtechniker vom WSA Berlin und der zuständige WNA-Bearbeiter für die Ermittlung des Fahrbandes im Rahmen ihrer dienstlichen Tätigkeit teilnehmen.
Bei Bedarf steht Frau Bodenmeier gern bereit, als Ansprechpartnerin mitzufahren. Hierfür wäre eine kurze Information an sie hilfreich:
presse.wsa-berlin[ät]wsv.bund.de“ − Ende der Durchsage.]

[Update 11.7.: Heute Vormittag im rbb-Inforadio meinte WSA-Leiter Scholz: „Wenn wir duch die Mediation, durch das Diskutieren im Mediationsverfahren dazu kommen, dass das ein oder andere Schiff zu groß ist, dann werden wir diesen Teil der Schiffsflotte verbieten.“  − Diese Aussage ist u.E. dahingehend zu präzisieren, dass auf Grundlage der u.a. am Freitag zu ermittelnden Daten zu entscheiden sein wird, ob insbesondere eine Schiffsbreite von sieben Metern noch eine Sanierungsvariantenwahl erlaubt, die neben den wirtschaftlichen Interessen der Reeder auch die Interessen des Natur- und Denkmalschutzes sowie der nichtkommerziellen NutzerInnen des LWK an einer stressfreien Kanalbefahrung angemessen berücksichtigt.]

In der denkwürdigen 10. Lösungsgruppensitzung am vorletzten Montag (2.7.) wurde, wie berichtet, zur Verwunderung nicht zuletzt der BürgervertreterInnen, eine Eich- oder Justierfahrt mit der MS Fortuna, dem größten derzeit verkehrenden Ausflugsdampfer (7 x 47,60m) [siehe aber oben Update vom 12.7.!], erst noch in Aussicht gestellt, damit anschließend das sog. Fahrband [also die Fahrrinne oder Trasse] in Geraden, Kurven und unter Brücken möglichst realitätsnah simuliert werden kann.

Hier sei sogleich betont, dass mit der Fortuna als „Messlatte“ diese Schiffsdimension nicht etwa festgeschrieben und damit etwas präjudiziert, sondern lediglich eine Berechnungsgrundlage an die Hand gegeben werden soll. Das Bestreben, die Ausmaße der Fahrgastschiffe sukzessive zu reduzieren, bleibt davon unberührt bzw. kommt im Fortgang der Kriterienkatalog oder vielmehr die Interessensammlung des Mediationsforums (hoffentlich) zum Tragen.

Testfahrt am Freitag, 13. Juli

Wie wir jetzt erfahren, soll diese „Naturfahrt“ kommenden Freitag, dem 13. Juli, erfolgen; Abfahrt 10 Uhr, Treptower Hafen, mit der Stern + Kreis Schifffahrt. [Stimmt, das ist nicht korrekt: Die Fahrt startet vom Anleger der Stern+Kreis, aber die MS Fortuna gehört der Reederei Bruno Winkler.] Seltsamerweise wurde das Mediationsforum nicht informiert, geschweige denn Mitglieder eingeladen. Bei „210 Sonnenplätzen und 150 Plätzen im klimatisierten Salon“ wäre ausreichend Raum vorhanden.

Womöglich aber wird befürchtet, dass insbesondere BürgervertreterInnen Aufmerksamkeit und Konzentration der Messenden beeinträchtigen könnten, wenn dieser Wasserkreuzer − der übrigens bei den auf dem LWK (Wasserstraßenklasse I) anzuwendenden Parametern das Zulässige noch nicht mal ausschöpft! − durch den Kanal manövriert wird und dabei auf Grund des Einbahnstraßenverkehrs zwar keinen „Marktbegleitern“, dafür aber jeder Menge Sportboote und, wenn’s das Wetter nur einigermaßen erlaubt, vor allem zahlreichen Kanuten, Kajaks, Paddelbooten etc. begegnen dürfte.

Sport- und Ruderbootvereine müssten doch auch ein vitales Interesse daran haben, ob und wie die Sicherheit ihrer Klientel bei derartigem „Schwerverkehr“ gewährleistet wird. Für einen Nachweis der Sicherheit vor allem muskelbetriebener Wasserfahrzeuge bei der jetzt verkehrenden Fahrgastflotte fehlt laut WSA bislang die Datengrundlage (sic!).

Gerne hätten jedenfalls die BürgerInnen mal vom Wasser aus beobachtet, wie sich solche Begegnungen in Nadelöhren wie unter der Großbeerenbrücke darbieten; andererseits wird man das Lotsen unter Test-Bedingungen auch nicht ohne weiteres verallgemeinern können.

Alle Freizeitschiffer seien also hiermit auf Freitag, den 13. verwiesen.

Advertisements

4 Kommentare

  1. xonra said,

    10. Juli, 2012 um 14:04

    Die „Fortuna“ gehört aber zur Reederei Winkler und nicht zu Stern und Kreis. Man will eben unter sich sein. Diese Bürgervertreter müssen ihre Nasen nicht unbedingt in alle unsere Angelegenheiten hinein stecken. Ob die WSA für das Boot bezahlt, oder stiftet Herr Loch diese Fahrt für seine Freunde?

    • BaL said,

      10. Juli, 2012 um 14:15

      Dass sie Bruno Winkler gehört, ist uns wohlbekannt, aber sie ist nun mal der größte Pott, startet vom Stern+Kreis-Anleger und wird für diese wichtige Unternehmung höchstwahrscheinlich von den SteuerzahlerInnen gechartert.

  2. Anwohnerin said,

    11. Juli, 2012 um 12:34

    Betr. „muskelbetriebene“ Wasserfahrzeuge:

    Von der Reederei Riedel am Maybachufer wurde – wie man aus gut informierten Kreisen hört – trotz der mehrere Jahre alten diesbezüglichen Absprache im Mediationsverfahren bisher bei der zuständigen Bezirksverwaltung in Friedr. – Kreuzberg offenbar kein Antrag auf Genehmigung gestellt, um die Anlegestelle Maybachufer für kleine und emissionfreie Boote baulich zugänglich zu machen.

    Ich erinnere daran, dass die Sanierung des Maybachuferanlegestelle vom WSA/vom Mediationsforum seinerzeit als großer Erfolg gefeiert wurde und dass das Nutzbarmachen der Anlegestelle für kleine Boote als sicher in Aussicht gestellt wurde. Der Abschnitt am Maybachufer war vor Jahren eingestürzt und hatte letztlich mit zum Mediationsverfahren Landwehrkanal geführt. Die massive Belastung der Ufermauern durch manövrierende riesige Fahrgastschiffe (Unterspülung der Ufermauern) führte an diesem Ort zum Einsturz der Ufermauern.

    Wohin man auch sieht: Auf die Zusagen der Mediationsverfahrensteilnehmer ist kein Verlass: Allein dass die Wasserschifffahrtsverwaltung heimlich eine eigene Landwehrkanalsanierungsvariante plant, bedeutet eigentlich eindeutig das Scheitern des Mediationsverfahrens.

  3. Pe said,

    12. Juli, 2012 um 16:36

    Die Radiosendung auf Inforadio zum Landwehrkanal haben wir auch gehört und nicht schlecht gestaunt.

    Nicht erwähnt wurde in der Sendung die fundamental wichtige Tatsache, dass das Wasserschifffahrtsamt (WSA ) den Landwehrkanal seit Jahrzehnten verfallen lässt, obwohl es für die Wartung und Sanierung der Bundeswasserstraße LWK zuständig ist.

    Außerdem:
    WSA-Amtsleiter Scholz hätte schon längst (!) die Zahl der Fahrgastschiffe reduzieren müssen, die per „Schwall und Sunk“/Wellen die maroden Ufermauern noch weiter unterspülen schädigen!

    Dasss viele Fahrgastschiffe für den alten, schmalen Kanal viel zu riesig sind sieht ein Blinder mit Krückstock. Für solche Schiffsmonster ist der Kanal nicht gemacht! Auch deren Zahl hätte Herr Scholz auf dem Landwehrkanal längst reduzieren können bzw. ganz verbieten können.

    Hinzu kommen die Emissionen der Dieselmotorschiffe die die gesundheitsgefährdende Feinstaubbelastung der über 400.000 AnwohnerInnen weiter erhöhen, obwohl die Feinstaub-Grenzwerte bereits allein durch den Autoverkehr in Berlin ständig überschritten werden.

    Warum macht er nichts ???

    Womöglich ist das Wasserschifffahrtsamt der „beste Freund“ der Reeder?
    Der beste Freund der Umwelt und der AnwohnerInnen ist es jedenfalls nicht.

    WSA-Leiter Scholz: „Wenn wir duch die Mediation, durch das Diskutieren im Mediationsverfahren dazu kommen, dass das ein oder andere Schiff zu groß ist, dann werden wir diesen Teil der Schiffsflotte verbieten.“

    Herr Scholz und die Reeder werden schon dafür sorgen, dass das Mediationsverfahren nie zu so einem Schluss kommen wird. Und die Wasserschifffahrtsverwaltung plant ja sowieso heimlich eine eigene Sanierungsvariante., womit sie alle Mediationsverfahrensteilnehmer nachhaltig verhöhnt.

    – Sicher eine Kanalsanierungsvariante, die den Reedern gefällt. Wenn Geld da wäre würde ich vermuten, dass das WSA den Landwehrkanal verbreitern will in Richtung Wasserautobahn. Die Testfahrt mit dem 7 Meter breiten Schiff könnte man glatt in diese Richtung deuten.

    Es ist Zeit von der kontraproduktiven Mediationsfixiertheit endlich wieder zum öffentlichen Protest überzugehen. Denn die Interessen der AnwohnerInnen werden im Mediationsverfahren wohl kaum durchgesetzt werden.

    Das dürfte jedem klar sein, der die Sache verfolgt.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s