Immer noch neue Zuständigkeiten

Nachträge zum „Stadtgespräch“ mit Berlins Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, Michael Müller

Der Tagesspiegel hat eine recht detaillierte Darstellung der Veranstaltung vom letzten Donnerstag (18.1.) gebracht, nicht zuletzt, weil neben Frau Dr. Ursula Flecken von der Planergemeinschaft Berlin auch der Leitende Redakteur der Zeitung, Gerd Nowakowski, als Stichwortgeber Michael Müllers und dosiert kritisch Rückfragender auf dem Podium saß, derweil dem großen Auditorium in lächerlich knapper Zeit nur eine einzige Fragerunde zugebilligt wurde. So was wie Diskussion kann unter solchen Rahmenbedingungen, wie auch schon länger bekannt, nicht aufkommen.

Deshalb im Folgenden noch einige Nachträge aus stadtnaturschützerischer Sicht.

Metropolen-Marketing

Um mit der Flächenpolitik zu beginnen: das bornierte Metropolen-Marketing soll anscheinend moderat zurückgefahren werden und dem Liegenschaftsfonds Höchstpreis-Verwertung beim Privatisieren von Volkseigentum nicht mehr oberste Priorität haben; auch um den Mehrwert für die Stadt müsse es künftig gehen. Das wäre wahrlich ein spektakulärer Paradigmenwechsel, und gleich ist man versucht, hier einschlägige Begriffe wie Bruttosozialglück einzuwerfen, doch das wäre sicher übereilt. Wenn auch Mietenproblematik, längst real sich vollziehende Gentrifizierung und das „soziale Auseinanderfallen“, dessen Verhinderung für Müller übrigens vornehmste Pflicht der Stadtentwicklung ist, völlig zu recht breiten Raum einnahmen − mit Fokus auf Bereitstellung bezahlbaren Wohnraums, wobei der Senator freilich nur von Mieten-Dämpfung (und nicht Deckelung) sprach −, seine wenigen konkreteren Vorschläge werden den akut von Verdrängung und Zwangsumsiedlung in die Außenbezirke Betroffenen schwerlich genügen. Den Rest des Beitrags lesen »

Naturzerstörung für Citypark geht ihren Gang

Angstlöcher sollen in großer Öde verschwinden

Noch ein anschaulicher Nachklapp zum Beitrag über kriminalpräventive Parkgestaltung im Vollzug. Der westliche Teil des Gleisdreieckparks, der ja als Fallbeispiel genannt wurde, zumal sich „hinter“ ihm horribile dictu ein Straßenstrich erstrecken soll, weshalb aus polizeilicher Sicht hier eine Parkanlage angeblich überhaupt deplaziert sei −, der Westpark also wird unter der Regie der senatseigenen Grün Berlin GmbH in neuerlichem Bruch der in der Projektbegleitenden Arbeitsgruppe (PAG) getroffenen Vereinbarungen sukzessive von Wildblumenwiesen-Narbe und jedweder Krautschicht, von allem Unterwuchs und Buschwerk, sprich: von den Angsträumen befreit.

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Sicherheitsgefühl versus Stadtnatur

Im Wald, da sind die Räuber

Kriminalpräventive Stadtentwicklung

Einerseits engagiert sich die Architektin Ingrid Hermannsdörfer sehr erfolgreich für die Akzeptanz von Solarstrom und Photovoltaik, genauer für gestalterisch gelingendes Integrieren von PV-Anlagen in Altbauten, denkmalgeschützte Gebäude und (Stadt-)Landschaften, auch mittels speziellen Designs der Solarmodule. Auf der anderen Seite jedoch scheint es der Planerin, will man diversen Berliner Blättern glauben [sieh hier, hier und dort], überhaupt ums Licht zu gehen: und zwar um mehr Licht im Interesse all derer, die sich im Dunkeln fürchten, und wider die bösen Absichten jener, die in dunklen Ecken ihre Verbrechen begehen, also z. B. mit Rauschgift handeln oder Kinder schänden. Auch Verwahrlosung, bspw. Graffiti oder auch nicht ordentlich eingekürzte Hecken und Sträucher in Grünanlagen, zieht nach dieser Lesart das Verbrechen an wie die Motten − nein, passt jetzt nicht. Haben wir hier so was wie den inkarnierten Konflikt von Ökologie (im Sinn von Energiewende), Genderproblematik und Naturschutz vor uns?

Alkis und Dealer vergrämen

Oft bedarf es zumindest nach Frau Hermannsdörfer nur ganz wenigem, etwa ein bisschen Bänkerücken am Neuköllner Hermannplatz, schon ist der Zweck erreicht, denn „Trinkern und Drogendealern soll der Aufenthalt ungemütlicher gemacht werden“, so die Expertin gegenüber der Berliner Zeitung.

[Update: "Architektur gegen Angst(t)räume": Ingrid Hermannsdörfer war am 9.1. auch im Inforadio zu vernehmen und schlug (jedenfalls lt. Teaser) u. a. vor, dass ein regelmäßiger Wochenmarkt dafür sorgen solle, dass die Leute lieber auf den Hermannplatz gehen. − Ihr Vorschlag ist bekanntlich seit einigen Jahrzehnten umgesetzt...]
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2012 muss Jahr des Möglichkeitssinns werden!

Die Zeit ist reif

Die Bäume am Landwehrkanal wünschen allen,
insbesondere allen für den Schutz von Stadtnatur und Biodiv,
für zukunftsfähige, sozial-ökologisch gerechte Stadtentwicklung
oder anderweitig zivilgesellschaftlich Engagierten
ein gesundes, erfolgreiches und,
grad weil die Zeichen so dawider sind,
friedliches, kreatives, katastrophenarmes 2012er Jahr!

Wenn Krisen, Unsicherheiten und Defizite zugleich kreative Chancen bergen, müsste 2012 das Jahr schier unbegrenzter Möglichkeiten werden. Allein die Verlautbarungen von Seiten der aktuellen bundes- wie landespolitischen Konstellationen offerieren unverdrossen nur ein kümmerliches Angebot. Das kann und darf es nicht sein.

Etablierte Politik am Ende

Während es diese unsägliche schwarz-gelbe Regierung unterm Slogan der marktkonformen Demokratie, mit Erpressung und uckermärkischem Starrsinn vermochte, getrieben von den Anlegern fast ganz Europa deutsche Schuldenbremse, Agenda 2010 und das schon allzu oft gescheiterte Rezept eisernen Kaputtsparens aufzunötigen, hat das den Wählerwillen in einen rot-schwarzen Senat verkehrende Endresultat der Berliner Abgeordnetenhauswahl in kürzester Frist den erwarteten Flashback von Filz und Sumpf gezeitigt. Den Rest des Beitrags lesen »

Holiday Greetings

Frohe Weihnachten & ein gesundes Neues!

Vorweg
Aus privaten Gründen sind wir nun leider doch nicht zur angekündigten Fortsetzung unseres Beitrags über die weitere Warteschleife für Landwehrkanal-Sanierung und Mediationsverfahren gekommen, wofür wir uns entschuldigen möchten, aber damit trösten, dass die Beschäftigung mit den Kapriolen der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung eh nicht so recht als (Vor-)Weihnachtslektüre taugt und vielleicht besser zwischen die Jahre passt…

Seasonal Greetings 2011

Holiday Greetings 2011

Lieber wünschen wir heute ganz herzlich allen
Mitgliedern, Unterstützer-, Förder- und FreundInnen der
Bäume am Landwehrkanal und der Bäume für Kreuzberg,
allen Kanalanwohner- und -nutzerInnen sowie allen für Stadtnaturschutz und
zukunftstaugliche, partizipative, sozial gerechte Stadtentwicklung Engagierten
auch ohne Schnee beschauliche Festtage und schon mal einen
rauschenden Rutsch in ein gesundes, erfolgreiches, hoffentlich
krisen- und katastrophenärmeres neues Jahr!

Fortsetzung der Landwehrkanal-Sanierung erst in drei Jahren?

Ankündigung einer weiteren Warteschleife

Warten auf die Statik…

Während die Erläuterungen zum IST-Zustand des Landwehrkanals und zum SOLL seiner Sanierung nach kritischen Reaktionen schon diverse Korrekturschleifen gezogen haben, schickte die lapidare Ankündigung des neuen Leiters der WSA-AG LWK, Andreas Dohms, anlässlich der 33. Mediationsforumssitzung am vergangenen Montag (12.12.), die erst kürzlich in Auftrag gegebene und voraussichtlich Mitte Februar 2012 vorliegende Statik zur „aufgehenden Böschung“, also zur Ufermauer oberhalb des Wasserspiegels, mache die zeitliche Einhaltung des Ziel- und Maßnahmenplans leider unmöglich. M.a.W. die Kanalsanierung und mit ihr das Mediationsverfahren wird unversehens in eine weitere einjährige Warteschleife geschickt. Den Rest des Beitrags lesen »

Erneut fragwürdige „Baumpflege“ am Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal

WSA-Außenbezirk greift Unterhaltungsplan vor

[Update 14.12.11: WSV-Vertreter haben sich inzwischen schützend vor die Mitarbeiter des WSA-Abz Spandau gestellt und auf die Verantwortlichkeit der BImA verwiesen, die (s.u.) auch die Aufgaben der früheren Bundesforsten versieht und die strittigen Maßnahmen veranlasst und fremdvergeben habe.]

Déjà vu

Unfachgerechte Kappungen am BSK

Fragwürdige Kappungen am BSK (Zum Vergrößern anklicken!)

Knapp zwei Jahre ist’s her, da zeigten sich AnwohnerInnen, Baumsachverständige und für Stadtnaturschutz Engagierte schockiert über rabiate Fäll- und Schnittmaßnahmen im Uferbaumbestand entlang des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals (BSK). Mit Wahrnehmung der Verkehrssicherungspflicht hatte dieser stellenweise regelrechte Kahlschlag, die Verstümmelung wertvoller Altbäume, die Rodung von Unterwuchs und Buschwerk, ja sogar von Kompensationspflanzungen im Bereich des Nordhafens nichts mehr zu tun. − Nun kommt es mitten im partizipativen Abstimmungsprozess eines ökologisch ambitionierten Unterhaltungsplans zu einer Reprise. Den Rest des Beitrags lesen »

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