Schautafeln am Einsteinufer der Öffentlichkeit übergeben

TU hat sich vertraglich zu ihrer Instandhaltung verpflichtet

Die MacherInnen

Die MacherInnen

Vielleicht war’s ein gutes Omen, dass am Mittwoch (1.7.) über der kleinen Einweihungsfeier der Schautafeln zu Geschichte, Ökologie, Flora und Fauna sowie Nutzungskonflikten des Landwehrkanals am Charlottenburger Einsteinufer die Gewitterwolken sich zwar drohend türmten, aber nicht entluden und zur allgemeinen Verblüffung  schließlich verflüchtigten.

Schautafel-Einweihung

Schautafel-Einweihung am Einsteinufer

Wie berichtet, resümieren die sechs, von TU und BWB gesponserten Tafeln die bisherigen Ergebnisse des Projekts “Wasser in Berlin” im BANA-Studiengang zu dieser innerstädtischen Wasserstraße − mit ihren immerhin 400.000 AnwohnerInnen einer der zentralen Lebensräume Berlins, wie inzwischen sogar die WSD Ost erkannt hat.

Aal

Aal im Kanal

Ein Hauptaugenmerk richteten die Studierenden auf die Wasserqualität im Kanal, wobei die Folgen der Mischwasserkanalisation mit ihren als “Entlastung” euphemisierten ungeklärten Überläufen ein Haupthindernis auf dem Weg zum “guten ökologischen Potentials” darstellen, das die EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) eben auch für künstliche Gewässer zu erreichen den Landesbehörden, in unserem Fall also SenGUV, aufgibt. Dass die dem Senat hierfür zur Verfügung stehenden Mittel zeitlich immer weiter gestreckt werden, wird allerdings sowohl von der Senatsverwaltung als auch den BWB bestritten.

Erste Fische treiben kieloben

Erstickte Rotfeder

Erstickte Rotfeder

Die starken Regenfälle der letzten Wochen mit Einleitung durch organische Stoffe (Hundekot), Schwermetalle, Reifenabrieb etc. kontaminierten Oberflächenwassers lassen in Verbindung mit den ansteigenden Temperaturen die Sauerstoffwerte wieder unters kritische Limit sacken, und wir konnten gleich am Einsteinufer dicht unter der Oberfläche japsende Fische, darunter ein Aal, und etliche tot inmitten blühender Algen treibende Rotfedern ablichten. Der Einsatz des Belüftungsschiffs Rudolf Kloos kann also in keiner Weise eine nachhaltige Sauerstoff-Anreicherung des Kanalwassers leisten, wie es der jüngste WSA-Newsletter 1:1 aus den einschlägigen Senatsverlautbarungen übernommen hat, sondern bringt nicht viel mehr als den sprichwörtlichen Tropfen auf den heißen Stein. Manche Limnologen sehen den Einsatz sogar insgesamt eher kritisch.

Rabiate Kaputtpflege durchs Grünamt Charlottenburg

Kaputtpflege

Kaputtpflege durchs Grünamt Charlottenburg

Das Salzufer gehört von der Dovebrücke bis zur Anlegestelle der Hausboote, worauf wir schon öfters hinwiesen, zu den ökologisch wertvollsten Kanalabschnitten, die der ABZ Neukölln erfreulicherweise gemäß des BfG-Unterhaltungsplans fachkundig pflegen lässt.

Umso stärker springt ins Auge, wie das ca. hundert Meter lange Stück vor der Dovebrücke, das leider, müssen wir sagen, in die Zuständigkeit des Grünamts Charlottenburg fällt, immer wieder und ungeachtet allen Widerspruchs, sei’s von ausgewiesenen TU-Fachleuten, sei’s von BürgervertreterInnen im Mediationsverfahren, in provokanter Missachtung der Vorgaben dieses ökologisch anspruchsvollen, zeitgemäßen Unterhaltungsplans die Vegetation unter und zwischen den Bäumen bis auf die Grasnarbe rasiert wird, wodurch sich die Fläche, im Nu von der Sonne braun verbrannt, vom üppigen Grün des unmittelbar anschließenden Bewuchses auf WSA-Seite eklatant und ausgesprochen hässlich abhebt, von der brachialen Zerstörung vieler Kleinbiotope, Nist-, Nähr- und Rückzugsräume ganz abgesehen. Gegen die sture Fortsetzung dieser durch nichts zu rechtfertigenden Praxis sei an dieser Stelle noch einmal scharf protestiert!

Riedel-Anleger sollte verschwinden

Überflüssiger Riedel-Anleger Salzufer

Überflüssiger Riedel-Anleger am Salzufer

Ferner fordern wir den Rückbau des von Wasserfahrzeugen höchst selten angesteuerten, dafür aber immer wieder als Hausmülldeponie genutzten Riedel-Anlegers am Salzufer, der mit seinen überdimensionierten, potthässlichen Dalben sowohl das Landschaftsbild erheblich verunziert als auch das Uferböschungsbiotop brutal unterbricht.

Kaum hundert Meter kanalabwärts gibt’s schließlich den nächsten Riedel-Anleger nahe Dovebrücke auf der Einsteinuferseite, vor dem übrigens die Schautafel rechts unten steht.

Tafel zu Regenüberlauf

Tafel zu Regenüberlauf

Tafel zu den Wasserbewohnern

Tafel zu den Wasserbewohnern

Darüberhinaus ist geplant, mit solchen kleinen Lernpfaden auch andernorts am Kanalufer über die spezifischen Gegebenheiten und Problematiken dieser innerstädtischen Lebensader zu informieren.

BürgerInnen und Presse müssen leider draußen bleiben

Informationstermin von WSD und WSA zur Zukunft des LWK als geschlossene Veranstaltung

Seit Monaten fordern die BürgervertreterInnen im Mediationsverfahren zur “Zukunft des Landwehrkanals” die Einhaltung der gemeinsamen Vereinbarung, wonach regelmäßig durch entsprechende Veranstaltungen die Öffentlichkeit über den Stand des Verfahrens und der Sanierung informiert werden soll.

Nun erfahren wir im allerletzten Moment (die PolitikerInnen immerhin mit dreiwöchigem Vorlauf) von einer sogenannten Hintergrund-Informationsveranstaltung, zu der Thomas Menzel, Amtsleiter der WSD Ost, heute (2.7.) die umwelt-, verkehrs- und stadtentwicklungspolitischen SprecherInnen der Bundes- und Landtagsfraktionen ins BMVBS lädt, und zwar unter Ausschluss der BürgervertreterInnen, ohne die es dieses größte aller deutschen Mediationsverfahren gar nicht gäbe, sowie der Presse.

Partizipation als Verzögerung?

Das WSA begründet diese exklusive Informationspolitik mit dem Hinweis, dass diese nun turnusmäßig geplanten Gespräche, an denen auch der zuständige Abteilungsleiter für Wasserstraßen, Bernd Törkel, teilnehmen soll, der gebündelten Beantwortung der vielfältigen Großen und Kleinen Anfragen zu Fakten und Sachstand der Sanierung, zu Haushalts- und Verwaltungsthemen und zum Stand des Mediationsverfahrens dienen soll und die Teilnahme von BürgervertreterInnen den Fragenkreis allzu sehr vergrößern würde.

Dreiste Terminplanung

Der aktuelle Termin wird von der Pressesprecherin LWK des WSA, Evelyn Bodenmeier, selber als eher ungünstig beurteilt, da gleichzeitig der letzte große Plenartag der laufenden Legislaturperiode mit einer Vielzahl von namentlichen Abstimmungen stattfinde, und das Berliner Abgeordnetenhaus bereits Ferien habe, weshalb auch schon diverse Absagen gekommen seien. Sie hätte sich einen früheren Termin gewünscht, der aber aus verschiedenen Gründen nicht zustande gekommen sei.

Eine zeitnahe Unterrichtung über die Gesprächsinhalte und -ergebnisse sagte Frau Bodenmeier vom WSA indessen zu und stellte eine Folgeveranstaltung mit dem gleichen Personenkreis unter Beteiligung der BürgervertreterInnen für September in Aussicht. Diese habe dann keinesfalls Inszenierungs- oder gar Katzentischcharakter, welcher Eindruck bspw. bei den öffentlichen Baubesprechungen ja mitunter entstanden sei.

PolitikerInnen sagen ab

Der umweltpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Abgeordentenhaus, Daniel Buchholz, sagt dazu: “Ich finde es schon sehr merkwürdig, dass die BürgervertreterInnen erst so viel später informiert werden sollen als die Abgeordneten. Das entspricht nicht meinem Verständnis von Transparenz.”

Das Büro der Grünenfraktion im Bundestag nennt die Terminierung gar eine Frechheit und hat seine Teilnahme rundheraus abgesagt, um dem WSD nicht die Alibi-Argumentation zu liefern, man habe auf diesem Wege ja für die vereinbarte Transparenz gesorgt. − Ähnlich äußert sich auch der umweltpolitische Sprecher der Grünen im Abgeordnetenhaus, Stefan Ziller, der selber allenfalls 15 Minuten hätte teilnehmen können, und spricht von einer dreisten Terminplanung.

Die verkehrspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Dorothée Menzner, ist eben wegen der erwähnten namentlichen Abstimmungen verhindert und kann auch keine/n VertreterIn schicken, während ihr Pendant im Abgeordnetenhaus, Jutta Matuschek, zwar als einzige keine Einwände gegen die Terminierung hat, aber aus Zeitgründen ebenfalls nicht hingehen kann, jedoch einen Vertreter schickt.

Wie aus Parlamentskreisen ferner verlautete, wurden einige fachlich mit dem Thema befasste Abgeordnete gar nicht erst eingeladen. − Nach der missglückten Einladung des Mediationsteams im Sommer letzten Jahres ist dies also schon der zweite Reinfall, die Politik offiziell übers Mediationsverfahren zu informieren.

Honi soit qui mal y pense

Bei ihrem Ausschluss spielte jedenfalls keine Rolle, dass die BürgervertreterInnen, die sowohl den Mediations- als auch den Prozess der temporären (Bau-)Maßnahmen seit nunmehr bald zwei Jahren intensiv begleiten, sehr gezielte Fragen etwa nach dem Stand der Planungen zur Sanierung jener abgerutschten Anlegestelle am Maybachufer hätten stellen können, wo dem WSA bereits im November letzten Jahres durch die Initiative fachkundiger BürgervertreterInnen eine allseits als tauglich erachtete Lösung präsentiert und inzwischen − wieder von den BürgerInnen − auch noch ein innovatives lärm- und erschütterungsarmes sowie bauzeitsparendes Einpress-Verfahren (das Crush Piling) “nahegebracht” wurde.

Ebenso wenig fürchtet das Amt Fragen nach dem Stand der Planungen zum schon im März d. J. als Pilotprojekt beschlossenen Sanierung der 370 Meter mit den “umsturzgefährdeten” Bäumen; auch nicht nach der neuen Art des Projektmanagements, die WSD-Chef Menzel im WSA implementieren wollte, und schon gar nicht Fragen nach der im Januar neu geschaffenen vierköpfigen Projektgruppe, die sich ausschließlich der Sanierung des LWK widmen soll, kürzlich zwar SenatsvertreterInnen und der “betroffenen” Reederei Riedel, aber noch immer nicht den BürgerInnen vorgestellt wurde und deren Wirken bislang unsichtbar blieb.

Anhörung im September?

Bereits im April hat übrigens  Stefan Ziller eine Anhörung zu Wertigkeit und Evaluierung im Berliner Abgeordnetenhaus beantragt, die nun ebenfalls erst nach der Sommerpause im September inmitten der heißen Wahlkampfphase stattfinden soll, wo die Bereitschaft zu sachlichen Debatten erfahrungsgemäß eher gering ist. Gleichwohl sind wir sehr gespannt.

Es gibt noch keine Vorplanungen zum Radwanderweg

Die WSV ist am Zug! – Anerkennung als Betriebsweg unabdingbar!

Rollstuhl

Rollstuhl in schwierigem Gelände ©U.Kleimeier

Eine Kernforderung von BI/Verein Bäume am Landwehrkanal ist die Anlage eines durchgängigen Rad- und Fußwanderwegs möglichst beiderseits des LWK als grüne Ost-West-Verbindung im Zeichen emissionsfreier Mobilität und aktivem Klimaschutz. In Teilbereichen führt ein Europawanderweg E 11 am Landwehrkanal entlang. Und es ist allerhöchste Zeit, dass Berlin die Lebensqualität für seine in der Mobilität eingeschränkten BewohnerInnen und Gäste auch am Landwehrkanal erheblich verbessert! [siehe rechts]

Vor vielen Monaten erzählte SenStadt-Vertreterin Frau Mangold-Zatti im Mediationsforum, dass diese Idee des Radwegs in der entsprechenden Abteilung ihres Hauses längst verfolgt werde und es auch schon erste Vorplanungen gebe. Klarer Fall, dass solche Planungen mit jenen zur Kanalsanierung koordiniert werden müssen −, allein es bedurfte vielen beharrlichen Nachhakens, bis dann vor einigen Tagen via Mediationsteam endlich etwas Konkretes rübergereicht wurde.

BLK-P-Brücke

Geplanter Fußgänger-RadlerInnen-Steg ©SenStadt

Der Grund für die Zögerlichkeit wird auch sogleich klar:  diese Planungen sind gar keine für den Landwehrkanal. − Ausnahme ist die geplante, 1,25 Mio. Euro teure, aus A&E-Mitteln für den Potsdamer Platz zu finanzierende Neuerrichtung eines Brückenstegs für Radler- und FußgängerInnen zwischen Tilla-Durieux-Park und Gleisdreieck − ein Vorhaben, das die Aktionsgemeinschaft Gleisdreieck schon 2006 als Schildbürgerbrücke bezeichnete.

“Die geforderte Verbindung für Fußgänger und Radfahrer entlang des Landwehrkanals ist zwar wünschenswert, derzeit aber aus finanziellen Gründen nicht umsetzbar”, heißt es lapidar in einem Schreiben der Behörde, aber immerhin sei “denkbar, zu gegebener Zeit abschnittsweise Radwege oder andere Radverkehrsanlagen entlang des Landwehrkanals zu planen, aber derzeit ist eine alleinige [sic!] Finanzierung dieser Wege aus dem Radverkehrstitel nicht möglich.” − Direkte Nachfragen nach der Existenz von Vorplanungen im zuständigen Referat wurden jedenfalls ausdrücklich verneint.

Auch mit Blick auf die wenig spektakulären Schritte, die Berlin bislang zur Erreichung der Klimaschutzziele unternommen hat, ist es in höchstem Maße unbefriedigend, wenn angesichts der konkreten Möglichkeit einer zugleich raschen und klimaneutralen City-Querung − schon jetzt ist sie schneller als PKW und ÖPNV, doch leider lebensgefährlich − derart resignativ, lust- und einfallslos agiert wird. Wenn jedoch an jenem Steg-Vorhaben festgehalten werden soll, dann gehört unserer Meinung nach zwingend zur Planung, dass sie mit der eines am Kanal entlangführenden Rad- und Fußwegs sinnvoll koordiniert wird.

Zur Finanzierung finden sich bestimmt Konjunkturprogramme mit Investitionsmitteln für die Verkehrsinfrastruktur oder aber Förderprogramme auf Bundes- wie EU-Ebene. Hingewiesen sei auch darauf, dass voraussichtlich ab August am Teltowkanal ein zehn Kilometer langer Radweg entsteht, dessen Gesamtkosten von ungefähr 3,6 Millionen Euro zu Dreivierteln der Bund trägt.

Es gibt eine Lösung zur Finanzierung!

Schon seit Frühjahr 2007 besteht für die Kommunen die Möglichkeit, beim Bund entlang seiner Wasserstraßen den Aus-, Um- oder Neubau von Betriebswegen als Radwege zu beantragen [siehe auch hier]. Dies sei ja auch durchaus erwogen worden, heißt es dazu bei SenStadt. Dazu müsste die WSV jedoch bereit sein, in Berlin die Notwendigkeit eines Betriebswegs am Landwehrkanal anzuerkennen. Bisher herrscht nämlich die Meinung vor, dass zur Kanalinspektion in der Stadt doch jeder Punkt per PKW erreichbar sei, und die Bundesbehörde tut sich extrem schwer, hier umzudenken. Erst nach dieser Anerkennung können Vereinbarungen z. B. zur Baulastübernahme, Verkehrssicherungspflicht und Finanzierung getroffen werden.

In anderen Kommunen mit anderen Wasser- und Schifffahrtsdirektionen funktioniert dieses Modell offensichtlich. Es ist höchste Zeit, dass sich auch in der Hauptstadt was ändert!

Mithin wird einmal mehr deutlich, woran es bei der Frage einer übergreifenden Planung der Kanalsanierung vor allem hapert: am politischen Willen der Beteiligten und ihrer Bereitschaft zu koordiniertem Handeln! Da es aber um die brisante und vielbeschworene Thematik einer nachhaltigen Stadt- und Verkehrsplanung geht, ist dies schlechterdings inakzeptabel! Wir fordern also, dass sich SenStadt aktiv um diesen Radwanderweg bemüht und dass sich die WSV im Zuge der Sanierung ihrer Wasserstraße zu einer solchen Ausbaumaßnahme entschließt und in Abstimmung mit den Landesbehörden schnellstmöglich eine entsprechende Vorplanung beauftragt!

Verhandlungen ohne BürgerInnen-Beteiligung

BürgervertreterInnen sehen sich marginalisiert

Mit knapp sechswöchiger Verspätung − sollen wir sagen: besser spät als nie!? − erreichte uns das Protokoll einer Sitzung zur Planung der Sanierung des abgerutschten Riedel-Anlegers am Maybachufer nahe Kottbusser Brücke. Es heißt darin: “Über die normalerweise übliche Beteiligung hinaus ist im Mediationsverfahren verabredet worden, dass bei Konkretisierung der Planung Maybachufer eine frühestmögliche Einbeziehung der Vertreter/innen des LDA und von SenGUV erfolgen soll, damit sichergestellt werden kann, dass die jeweiligen Interessen gut und zeitnah einfließen können. Außerdem erschien es sinnvoll und wurde so verabredet, die betroffene Reederei Riedel ebenfalls einzuladen, da es sich bei der betroffenen Stelle um ihre Anlegestelle handelt.”

Abbruchstelle Riedel-Anleger Kottbusser Brücke

Abbruchstelle Riedel-Anleger· Maybachufer

BürgervertreterInnen waren an diesem 20. Mai jedenfalls nicht eingeladen und als sie dies monierten, sinngemäß beschieden worden, es sei hier durchs Mediationsverfahren (!) schon Enormes damit erreicht, dass es bei einem derartigen Vorhaben zwischen den beteiligten Bundes- und Landesbehörden solche Gespräche überhaupt gebe: das sei in der Vergangenheit durchaus nicht selbstverständlich gewesen. − Dass allerdings einzig die Reederei Riedel als “betroffen” eingeladen wurde, frappiert denn doch, zumal das Vorgehen bei diesen ersten dauerhaft zu sanierenden 90 Meter LWK-Ufer doch “Modellcharakter” haben soll. − Andererseits bleibt natürlich festzuhalten, dass dieser Abschnitt in punkto ökologische Potentiale keinesfalls repräsentativ für den LWK sein kann.

Nicht zuletzt wurde der exklusiven Runde  auch die “Projektgruppe Landwehrkanal” persönlich vorgestellt, was den BürgervertreterInnen trotz nachdrücklichen Ersuchens bislang versagt blieb, weswegen für sie die besagte Projektgruppe weiterhin die “PG Erlkönig” bleibt.

Zum Vorgehen dreierlei: Erstens gäbe es ohne den breiten Protest der BürgerInnen gegen das selbstherrliche Agieren des WSA dieses Mediationsverfahren überhaupt nicht; zweitens wurde die hehre Absicht, “frühzeitig die jeweiligen Interessen in die Entwicklung von Planungsgrundlagen zu integrieren”, ganz offensichtlich nicht umgesetzt und, drittens, gegen die Transparenzvereinbarung verstoßen. Sind bspw. die Planunterlagen, die zwischen WSA und SenGUV hin und her gingen, denn überhaupt die den BürgervertreterInnen bekannten?

Wesentliche Forderungen der BürgervertreterInnen,

nämlich

  • die Einschätzung der Umweltverträglichkeit der entsprechenden technischen Variante,
  • die Auslotung ökologischer Potentiale,
  • die Einbindung gewässerökologischer und naturschutzfachlicher Expertise etwa in Gestalt von Fachleuten der BfG durchaus schon auf diesem relativ kurzen Teilstück
  • und anderes mehr

wurden zwar begrüßenswerterweise thematisiert und (mit allerdings diskussionswürdiger Zielstellung) konkretisiert, hierüber jedoch wochenlang mit keinem Wort berichtet, ja bisweilen regelrecht desinformiert, so dass die BürgervertreterInnen diese Forderungen nur immer nachdrücklicher stellten und sich im Nachhinein reichlich paternalistisch und mitnichten auf Augenhöhe behandelt vorkommen.

Nun aber soll anscheinend gerettet werden, was zu retten ist. Erfolgte die Bewertung der Planunterlagen nach ökologischen Kriterien bisher hinter verschlossenen Türen, so wird nun zu dieser Thematik eine Folgesitzung mit BürgerInnen-Beteiligung in Aussicht gestellt. Dafür wäre allerdings wichtig, dass noch nicht “alle Stempel drauf sind” und eine gewisse Ergebnisoffenheit noch bestünde, appelliert das Mediationsteam an die bislang Beteiligten.

Dass jetzt, wo doch eigentlich die Ausschreibung der Ingenieurleistungen anstünde, erst die Bodensondierungen erfolgen und nun sogar noch ergebnisoffen ökologische Modifizierungen diskutiert werden sollen, macht uns nur noch neugieriger auf die neue Art des Projektmanagements am LWK und das Wirken der “Projektgruppe Erlkönig”, worüber nun aber ganz bestimmt die 17. Forumssitzung am 6. Juli Aufschluss bringen wird.

Neueste Meldungen aus dem WSA

Aktuelle Schäden größtenteils repariert!

Das WSA meldet, dass die “aktuellen Schäden” [im Unterschied zu den permanenten?] an der Uferbefestigung des LWK bis auf jene im Bereich der Dovebrücke nunmehr behoben seien. Nach Ausbesserung des Betonbandes und Verfüllung von auf Kleinnager zurückgeführten Hohlräumen im Bereich der Waterloobrücke − wie berichtet, wasserseitig mit Mörtel bzw. landseitig via Injektionslanzen mit einer Harzsuspension −, erfolgte dasselbe in kleinerem Maßstab noch an der Hobrechtbrücke, und es ist zu prüfen, ob diese Methode auch anderswo entlang des Kanals angewandt werden kann.

Bodensondierungen auch am Maybachufer

Sodann wurden entlang Corneliusufer (Abschnitt 1) und Tempelhofer Ufer (4 und 6) Drucksondierungen durchgeführt, um endlich konkreteren Aufschluss über die Bodenverhältnisse zu erlangen. Fragt sich, warum es keine Nachricht über dieselben Sondierungen im Bereich des havarierten Riedel-Anlegers am Maybachufer gibt, denn hier sind sie im Hinblick auf die Ausschreibung der Sanierungsarbeiten, sprich: der Verspundung, besonders dringlich: deren Beginn ist bereits für den 2.11. geplant. Aber noch aus einem anderen Grund sind Bodenaufschlüsse hier sehr wichtig, denn es könnte sich ja herausstellen, dass die Kanalsohle hier “butterweich” ist, wie schon als durchaus möglich behauptet wurde. Dies wäre natürlich von entscheidender Bedeutung für die Wahl der Einbringmethode der Spundwände. Falls der Untergrund jedoch auch hier dicht gelagerte Schichten aufweist, so dass nicht nach Standardverfahren eingepresst werden kann, haben die AnwohnerInnen selbstverständlich Anspruch auf die lärmärmste Methode!

Die Rudolf Kloos

Sehr detailliert wird im jüngsten WSA-Newsletter über Technik und Einsatz des 1995 in Dienst gestellten Belüftungsschiffs Rudolf Kloos berichtet, das dem in der warmen Jahreszeit chronischen Sauerstoffmangel des Kanalwassers mit der Gefahr von Massenfischsterben entgegenwirken soll [Vgl. auch hier.]. In zehn Stunden können zwei Tonnen Sauerstoff in den Kanal gepumpt werden, doch ob die Belüftung tatsächlich “nachhaltig” erfolgt, muss füglich bezweifelt werden. Hier sind die von den BWB geplanten baulichen Maßnahmen zur Schwellen- und damit Kapazitätserhöhung in den Mischwasserkanälen, um so die jährliche Zahl der Entlastungsfälle von ungeklärtem, mit allerlei organischen Abfällen gesättigten Oberflächenwassers in den Kanal zunächst zu halbieren, nach Lage der Dinge am meisten zielführend.

Belüftungsschiff "Rudolf Kloos"

Belüftungsschiff "Rudolf Kloos" © WikiCommons

Einige Veranstaltungstipps

Lernpfad am Einsteinufer

Tafeleinweihung Einsteinufer

Schautafel-Einweihung am Einsteinufer

Kommenden Mittwoch (1. Juli) lädt KUBUS, die Zentraleinrichtung Kooperation der TU Berlin, MitarbeiterInnen und SponsorInnen des TU-BANA-Schautafelprojekts, aber auch Interessierte und Engagierte um 17 Uhr zu einer kleinen Einweihungsfeier der Infotafeln und Eröffnung des Lernpfads ans Einsteinufer des Landwehrkanals zwischen Charlottenburger und Marchbrücke (Freitreppe, siehe rechts) und freut sich auf Ihr Kommen! [Siehe auch hier.]

Anwohnerinitiative Rettet den Marheinekeplatz! und Dreigroschen e.V.

Im Namen der Rose

Bürgerschaftliches Gärtnern auf dem Marheinekeplatz

Schon viel zu lange verrottet der Marheinekeplatz: Der Kinderspielplatz ist marode, die Wiese ein Hundeklo und die Rosen im Beet werden vom Unkraut erstickt. Dagegen wollen wir ein Zeichen setzen! Macht mit am Freitag, 3. Juli, um 16 Uhr: Gemeinsam befreien wir die Rosen vom Unkraut.

Wir fordern eine Umgestaltung des Marheinekeplatzes in einen Generationenplatz: Ein Ort der Entspannung und Begegnung für alle in unserem dicht besiedelten Wohngebiet − unbedrängt von dem rundherum verordneten Kommerz- und Konsumzwang, frei von Erlebnisshopping.

Wir fordern Mittel aus dem Bürgerhaushalt des Bezirks für eine grundlegende Erneuerung des Marheinekeplatzes, mit einer Erweiterung des Kinderspielplatzes, mit Spielangeboten für Jugendliche und Erwachsene (z.B. Tischtennisplatten, Schachtische, Boulebahn) und natürlich mit frei zugänglichen Bänken, um zu plauschen, zu lesen oder die Seele baumeln zu lassen.

Unsere Forderungen demonstrieren wir am Freitag, 3. Juli, um 16 Uhr beim bürgerschaftlichen Gärtnern auf dem Marheinekeplatz. Kommt und unterstützt uns − für Gartengeräte und fachliche Anleitung ist gesorgt. Arbeits- oder Gartenhandschuhe bitte selbst mitbringen.

Neugestaltung Marheinekeplatz

Sergej Goryanoffs Entwurf "Generationenplatz"

3. Langer Tag der STADTNatur

Und aus dem Riesenprogramm des von der Stiftung Naturschutz organisierten Natur-Events am Samstag, 4., und Sonntag, 5. Juli möchten wir nur auf folgende Veranstaltungen besonders hinweisen:

  • Die Grüntangente lebt!
    Radtour vom Natur-Park zum Gleisdreieck
    Sonntag 14:00 bis 18:00 Uhr (1146)
    Anmeldung erforderlich, Tel: (030) 2639 4141
  • Endstation Natur
    Ein Streifzug durch die Botanik und Vogelwelt des Südgeländes
    Sonntag 09:00 bis 11:00 Uhr (1026)
  • Was wächst, krabbelt und flattert denn da?
    Wildnis- und Gartenkultur-Rallye am Gleisdreieck
    Sonntag 14:00 bis 18:00 Uhr (1521)
    Anmeldung erforderlich, Tel: (030) 2639 4141
  • 3. Bustour durch die Interkulturellen Gärten von Berlin
    Vom Görlitzer Park über Pankow zum StadtGut Blankenfelde und über neue Gärten im Wedding zur Endstation Gleisdreieck
    Sonntag 11:30 bis 17:00 Uhr (1491)
    Anmeldung erforderlich, Tel: (030) 2639 4141
  • Auf dem Rollfeld regt sich was
    Naturkundliche Bustouren über den ehemaligen Flughafen
    mit SenatsvertreterInnen versch. Fachrichtungen
    Samstag ab 17:00 jeweils zweistündig bis 22:00 Uhr;
    Sonntag ab 6:00 Uhr jeweils zweistündig bis 16:00 Uhr
    Anmeldung erforderlich, Tel: (030) 2639 4141
  • Made in Lichtenrade
    Wie Berliner ihren eigenen Park gestalten
    Sonntag 10:00 bis 14:00 Uhr (1038)

Die Bäume am Landwehrkanal wünschen viel Spaß und nachhaltiges Naturerleben!

Fesselungsfolgen

Bericht des Baumsachverständigen

Würfelgrube

Betonwürfelgrube © T.Henniger (WSA)

Nach dem wasserseitigen Einbau von Spundwänden konnte, wie berichtet, die Beräumung der ersten Tranche von zehn Brockelmannschen Würfeln erfolgen, nämlich am Herkulesufer in Mitte (Abschnitt 2) und am Tempelhofer Ufer in Kreuzberg (Abschnitte 3 und 5). Der Baumsachverständige Dr. Michael Barsig, von den BaL durchgesetzter ”Bauleiter Baumschutz”, hat im Auftrag des WSA daraufhin die betreffenden Bäume und Standorte am 10. und 12. Juni noch einmal näher untersucht [siehe seinen Bericht] und aufgrund der mechanischen Belastung an Kastanien Rindenverfärbungen sowie auf Grund der auch nach ihrem Austausch offenbar noch immer zu wenig atmungsaktiven Manschetten Schädlungsbefall festgestellt, der aber jetzt, wo die Stellen wieder freiliegen, zurückgehe. Ob sich nach Ablösung der geschädigten Rindenpartien gesundes Gewebe nachbildet oder es zu Nekrosen kommt, bleibe abzuwarten.

Manschetten vorübergehend abnehmen!

Weidenkrone mit Totholz

Weide mit Totholz © M.Barsig

Gerade angesichts der anhaltend feuchten Witterung rät Barsig deshalb zu einer vorübergehenden Abnahme der Manschetten an den weiterhin angepflockten Kastanien und Linden an Cornelius- und Tempelhofer Ufer am besten Ende Juni/Anfang Juli, auch um ggf. Läusebefall zu entfernen.

Der Gesamtzustand der Bäume sei aber bis auf eine Ausnahme, die Weide Nr. 22 (nahe Fußgängerübergang Möckernbrücke), zufriedenstellend, kein Standsicherheitsrisiko erkennbar und deshalb seien hierzu auch keine eingehenderen Untersuchungen übers VTA hinaus notwendig. Bei der genannten Weide ist in der Krone auffällig viel Totholz entstanden, so dass die Anbindung in diesem Fall womöglich Leitungsbahnen geschädigt hat. An der Stammbasis dieses Baums fallen Rindenverfärbung und Sekretfluss auf. − Hier sind weitere baumpflegerische Maßnahmen nötig.

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