Liebe BaumschützerInnen!

Uferbiotop an der Spree soll verschwinden

Der Eindruck, dass planungswütige Friedrichshain-Kreuzberger KommunalpolitikerInnen Bäume und jedwedes Spontangrün im Bezirk stark gefährden, bestätigt sich derzeit auch wieder an der Spree.

SpreebiotopAuf dem Uferabschnitt in Höhe Mühlenstr. 46/48 bis 60 soll ein Park entstehen und auf einem der Grundstücke, ein Haus (Kernbebauung1) errichtet werden. Dafür müssen erst einmal die Bäume verschwinden — darunter auch der Baum der Jahres: die Walnuss —, viele Sträucher sowieso, kurz: ein ganzes Biotop, das sich dort seit der Wende eigendynamisch entwickelt hat. Eine Integration dieser auch ästhetisch reizvollen und vor allem standortgeeigneten Ufervegetation in die geplante Parklandschaft sei leider in Berlin nicht üblich, bedauert auch z. B. der NABU, bzw. wird von den Verantwortlichen eben einfach nicht gewollt.

AnschisshalleEin vegetationsloser Streifen, wie man ihn schon vor der Anschutz-Halle besichtigen kann, weckt trübe Reminiszenzen. Ersatzpflanzungen sind nicht vorgesehen, lediglich Ausgleichszahlungen an den Bezirk, doch ob und wo diese zweckgebunden eingesetzt werden, war nicht zu erfahren, wie überhaupt Informationen über die anstehenden Maßnahmen auch hier wieder häppchenweise und mühsam dem Amt entlockt werden müssen: Ist das die grüne Transparenz-Offensive?

Hier sind natürlich auch Initiativen wie Mediaspree versenken und Spreeufer für alle aufgerufen, nachzuhaken und nicht die Breite des Uferstreifens und die Traufhöhe der Gebäude zu den einzigen Themen des Widerstands gegen die Spekulanten zu machen. Der rücksichtslose Umgang mit der Stadtnatur in diesem und anderen Uferbereichen der Spree muss gleichfalls auf die Agenda!

Lasst uns gemeinsam auch diese Bäume retten!

_____________________________________________________________________
1D. h. nur ein Teil des Grundstücks wird bebaut, gleichwohl das ganze gerodet.

Wurzelaufgrabungen am Einsteinufer

Wurden elf Bäume umsonst gefällt?

Erlenwurzel Seit nunmehr zwei Wochen buddeln Botaniker und Bodenkundler im Auftrag der TU Berlin und von WSA und Bezirk genehmigt am Charlottenburger Einsteinufer. An fünf Stubben der dort vor ca. einem Jahr wegen angeblicher Verkehrsgefährdung gefällten elf großen Bäume führen sie Wurzelaufgrabungen durch, und zwar an Stubben aller vier betroffenen Arten — Pappel, Weide, Ahorn und Erle. Sorgfältig legen sie gerade vor Hausnummer 63 das weit verzweigte, mit dem des Nachbarbaums vielfach verschränkte Wurzelsystem einer Erle Bodenkundlerfrei, numerieren sie und erfassen die Daten, bevor sie alles wieder zuschütten und mit den ausgestochenen Rasenstücken fein säuberlich verschließen.

Mit einem Plastikhammer wird ein ums andere Mal ein Rohr in den Boden getrieben, der sog. Erdbohrstock, um anschließend den gezogenen Bohrkern nach bodenkundlichen Parametern penibel zu analysieren, um festzustellen, welche Bodenverhältnisse am Einsteinufer bestehen und wie hoch in der Böschung hinter der Mauer das Bodenwasser ansteht.

Neben der Erkundung der Wurzelverläufe in der Nähe der Ufermauer und daraus möglicherweise zu ziehenden Konsequenzen für ihre Sanierung, geht es auch darum, die Hypothese praktisch zu erhärten, wonach seinerzeit keinerlei Gefahr im Verzug und schon gar kein derart radikaler Handlungsbedarf bestanden hat, sondern dass ungeachtet der von WSA-Tauchern festgestellten Unterhöhlung der Ufermauer und daraus resultierender mangelhafter Stabilität der Uferböschung

  1. die Bäume zu keinem Zeitpunkt akut umsturzgefährdet waren und
  2. die Uferböschung durch die Durchwurzelung im Gegenteil an Stabilität gewonnen hatte.

Wurzelaufgrabung01Schon jetzt lässt sich sagen, dass die Aufgrabungen aufschlussreiche Erkenntnisse zutage fördern, doch wir wollen den wissenschaftlichen Auswertungen nicht vorgreifen.

Die Absperrung des Einsteinufers hat übrigens auch ihr Gutes, nämlich dazu geführt, dass sich erstmals aus dem artenarmen Rasen so etwas wie eine naturnahe Wiesenfläche entwickeln konnte mit allerhand Wildblumen und einem regen Schmetterlings- und Hymenopteren-Treiben, so dass der Kontrast zum naturnahen Salzufer vis à vis heuer mal weniger ins Auge springt. Es wäre wünschenswert, wenn der für das Einsteinufer zuständige Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf hier einmal die Vorgaben des Unterhaltungsplans zu einer naturnäheren Uferentwicklung aufgreifen und umsetzen würde.

Mit dem Denkmal verbackene Wurzeln bisher nicht gefunden

Die Ausführungen von Prof. Geyer bezüglich eines besonders ausgeprägten mauerseitigen Feinwurzelgeflechts im Bereich der Wasserwechselzone, die Prüfung anhand einer Skizze der RegelbauweiseKlaus Lingenaubers Rede von einem “Verbackensein” von ufernahen Bäumen und Mauerwerk zu bestätigen schien, sich aber in beiden Fällen auf die Situation am Spandauer Schifffahrtskanal bezog, bei dessen Sanierung ebenfalls reihenweise Bäume gefällt worden sind, konnte hier am Landwehrkanal bislang nicht bestätigt werden. — Es ist übrigens auch nicht so, dass ein Baum im Falle einer Schädigung eines solchen Feinwurzelgeflechts in seiner Lebensfähigkeit nachhaltig beeinträchtigt oder gar gefährdet würde, sondern er vermag in der Regel solche Wurzeln relativ schnell an anderer Stelle neu zu bilden und damit die Schädigung problemlos zu kompensieren. Die Selbsthilfe- und -heilungskräfte eines Baums, der schließlich ein lebendiger Organismus ist, werden leider allzu oft unterschätzt.

Einstein- und Salzufer

“Macht den Landwehrkanal zum Schwimmbad!”

Frischen Wind bringt das zitty-Interview mit Ralf Steeg von LURI.watersystems und Stephan Jäckel vom StudentenbadKreuzberger Landschaftsarchitkekturbüro ST_raum_a. in die Diskussion um die Sanierung des Landwehrkanals! Die Vision, ihn zum Schwimmbad zu machen, würden die seit nunmehr sieben Monaten ins Mediationsverfahren eingespannten BI-VertreterInnen am Verhandlungstisch schon gar nicht mehr zu artikulieren wagen, um nicht als Verzögerungstaktiker oder Schlimmeres hingestellt zu werden — und so einfach, wie es Ralf Steeg, offenbar beflügelt vom Projekt “Spree2011. Baden im Fluss. Mitten in Berlin”, nun auch für den LWK skizziert, würde es wohl auch nicht werden: da ist die Mischwasserkanalisation mit ihrem ungeklärten Regenwasser; da sind die toxischen Schlämme, die sich infolgedessen seit vielen Jahrzehnten auf der Kanalsohle abgelagert haben; und da wäre noch die sehr geringe Fließgeschwindigkeit des Gewässers zu bedenken.

Doch wie auch immer: Dafür, dass Jäckel und Steeg vom Erholungsinteresse über alternative gewerbliche Nutzung (Stichwort Wassertaxis) bis hin zur immer wichtiger werdenden ökologischen Funktion das ganze Spektrum von Aspekten auffächerten, das es bei einer viele Millionen teuren Sanierung, die also auch ein Weilchen vorhalten soll, neben dem Denkmalschutz zu berücksichtigen gilt, gebührt ihnen nachdrücklicher Dank! Stephan Jäckel trifft den entscheidenden Punkt, wenn er fordert: “Bei der Sanierung muss jetzt die Qualität des Raums am Kanal und um den Kanal verbessert werden.” Es geht zunächst einmal um die Bedürfnisse der Menschen, um ihre Lebensqualität, und da zeigte sich in den letzten Sitzungen der Arbeitskreise und des Mediationsforums doch eine allzu starke Engführung auf die denkmalgerechte 1:1-Restaurierung der 11 km so genannter Regelbauweise, die übrigens nicht mal vom vielbeschworenen Lenné selber stammt, sowie auf Wiederherstellung und Zementierung des status quo ante seitens der Reederschaft.

In Kürze veranstaltet der BUND für die Bäume am Landwehrkanal ein Workshop, damit eine ganze Reihe vonEinstein-,Salzufer Planungsbüros ihre Ideen zu innovativen Sanierungsvarianten, die über die Plass’schen hinausgehen, präsentieren kann. Das WSA hat sich, wie berichtet, bereit erklärt, die Umsetzung solcher Alternativen dann zu finanzieren, wenn sie — ihre technische Machbarkeit natürlich vorausgesetzt — besser geeignet sind, die verschiedenen Ansprüche an eine nachhaltige Sanierung des LWK (oder auch Modernisierung, wie es das Bundesverkehrsministerium nannte) praktisch umzusetzen.

Vielleicht findet sich ja darunter auch ein technisch möglicher Weg in ein beschwimmbares Baudenkmal mit abwechselnd ökologisch wertvollen und eher für die Erholungsnutzung geeigneten Uferpassagen… — Sodann gibt’s noch ein Voting in der zitty: Auch wenn die Optionen keineswegs einander auschließen, kommt’s doch auf ihre Gewichtung an. Vergesst also nicht abzustimmen!

BaumschützerInnen-Info vom 02.05.08

Vom 11. Mariannenplatzfest

Diskussionsimpressionen eines Mitglieds der Bäume für Kreuzberg

11. MariannenplatzfestIm Casino des Bethanien gab es am 1.Mai eine Podiumsdiskussion des Grünen Landesverbands zum Thema “Bürgerbeteiligung”.

Auf dem Podium: Der grüne Bezirksbürgermeister Franz Schulz (FrieKe) mit einigen Parteifreunden sowie Carsten Joost von der Ini MediaspreeVersenken

5 Leute Podium, 15 Leute Publikum, 2 Techniker, 4 Mikrophone. Stimmung zwischen Werner Höfers “Internationalem Frühschoppen” (wer den noch kennt) und “Wort zum Sonntag”.

Im Anschluss so gegen 14:30 Uhr sollten sich die BIs Bäume für Kreuzberg und Bäume am Landwehrkanal vorstellen.

Schulz dozierte lang und breit über die herausragende Vorreiterrolle, die sein Bezirk bei der Bürgerbeteiligung in Berlin, ja was sag ich: bundesweit und überhaupt global spielt. Alle waren kurz vorm Einschlafen, und die Techniker haben die üblichen Witze gemacht. Unsere Anregung, der Bezirk solle doch mal — was z. B. Stadtplanungsprojekte angeht — dafür sorgen, dass engagierte BürgerInnen

  • bei Recherchen im Internet nicht auf 404-not-found bzw. leeren Seiten landen
  • wenn sie dann im Amt anrufen, nicht auf völlig uninformierte Ansprechpartner treffen und
  • dass Bürgerbeteiligung Information (s. o.) und Motivation (ergebnisoffene Diskussion) voraussetze

wurde widerwillig, aber gefasst akzeptiert. Franz Schulz [Gedankenblase:'Wir wissen, dass das schlecht läuft, aber musst Du das so offen sagen?'] daraufhin laut: “Das Projekt, das Sie jetzt im Kopf haben, werden wir bis Dezember ergebnisoffen mit Ihnen diskutieren.”

Alsdann knöpften sich die Bündnisgrünen Carsten Joost vor, den Initiator des erfolgreichen Bürgerbegehrens “Spreeraum für alle”, und versuchten ihm die Schuld daran zu geben, dass 160 Mill. Miese auf den Bezirk zurollen. Wie würde er, der vielleicht bald selber in der BVV säße, denn dann entscheiden?!

Friedliche StimmungCarsten verwies die Höhe der möglichen Entschädigungszahlungen ins Reich der Legende: es seien allenfalls 50 Mill. — Angesichts der 2.000 Euro Aufstockung des Medienetats, um die gerade gerungen werde, wurde ihm das “allenfalls” übel genommen. — Vielleicht sei sogar mit Einsichtsfähigkeit auf Seiten der Investoren zu rechnen, aber zunächst ginge es mal um eine politische Willenserklärung. Und vor allem habe sich der Bezirk die Sache selbst eingebrockt, indem er solche Riesenvorhaben ohne ausreichende BürgerInnenbeteiligung genehmigte.

Nun wurde Carsten eine Liste der Veranstaltungen zugesagt, die alle zum Zwecke der BürgerInnenbeteiligung abgehalten worden wären, nebst den BesucherInnenzahlen. — Da aber sprach Carsten Joost ein gewichtiges Schlusswort: “Auch auf die Gefahr hin, jetzt zu provozieren, kann ich nur davor warnen, solche Veranstaltungen zu besuchen, denn sie machen einen zum nützlichen Idioten, insofern die bloße Anwesenheit schon als Zustimmung gewertet wird.”

Danach Abgang des Bürgermeisters mit den Worten, zwischen 14:30 und 15 Uhr (die Zeit, in der sich die BIs vorstellen sollten) würde er woanders gebraucht.

Das Podium rief zur Pause, der “Saal” leerte sich. Daraufhin haben die Bäume für Ströbele besucht unseren StandKreuzberg und die Bäume am Landwehrkanal ihre Teilnahme an der Veranstaltung ebenfalls abgesagt und sich lieber draußen auf dem Mariannenplatz an ihrem Infostand den sich drängenden Massen vorgestellt, insgesamt über 1000 Infoflyer verteilt und allein für die Bäume für Kreuzberg knapp 150 UnterstüzerInnen-Unterschriften gesammelt —, zumal drinnen noch nicht mal jene vier ZuschauerInnnen erschienen waren, welchen sich dann der Berliner Wassertisch präsentierte.

Die Idee, anlässlich einer 1.-Mai-Veranstaltung bei angenehmer Witterung die Leute mitten am Tag in einen geschlossenen Raum zu bitten, erwies sich erwartungsgemäß als suboptimal.

BaumschützerInnen-Info vom 02.05.08

Eine Aktuelle Stunde in der BVV Pankow

Auf Antrag der Grünen-Fraktion, die in Pankow auf Seiten der Bäume und der BaumschützerInnen steht, gab es aus Anlass der massiven Fällungen von Traubenkirschen seit Wochenbeginn in Gleimviertel und Helmholtz-Kiez eine Aktuelle Stunde. In ihrer Begründung ließ die umweltpolitische Sprecherin, Stefanie Remlinger, das dramatische letzte halbe Jahr im Zeitraffer Revue passieren:

Nach der Erklärung einer ganzen Baumart für nicht verkehrssicher und dem Beschluss ihrer pauschalen Fällung, ungeachtet der Tatsache, dass die Zahl der Bäume im Bezirk ohnehin rückläufig ist, für Nachpflanzungen kein Geld zur Verfügung steht [so standen 2007 566 Fällungen nur 375 Neupflanzungen gegenüber] und ein ganzes Viertel auf einen Schlag mal eben fast baumlos gemacht zu werden drohte, hatten die BürgerInnen ihren Bürgermeister und in Personalunion Umweltstadtrat, Matthias Köhne, zunächst dadurch stoppen können, dass ein von ihnen beauftragtes und finanziertes Gegengutachten zeigen konnte, dass die von den AUN1-MitarbeiterInnen allein angewendete VTA2-Methode zu falschen Schlussfolgerungen geführt hatte.

1Amt für Umwelt und Naturschutz 2Visiual Tree Assessment nach Prof. Mattheck.

BaumschützerInnen-Info vom 02.05.08

Ebenso wenig wie Baumerhalt interessiert Köhne BürgerInnenbeteiligung

Die BVV beschloss Fällstopp, Einzelfallprüfung und vor allem BürgerInnenbeteiligung, nämlich die Einsetzung einer paritätisch aus BürgerInnnen- und AmtsvertreterInnen zusammengesetzten Arbeitsgruppe, das sog. Baumgremium, das in strittigen Fällen einen unabhängigen Gutachter hinzuziehen sollte. Vierzig Prozent schon todgeweihter Bäume konnten von der Fällliste geholt werden; BürgerInnen boten Baumpatenschaften an, spendeten Geld, pflanzten in Eigenregie ein Dutzend Bäume, ja auf Grund ihres Protests machte der Senat sogar kürzlich 160.000 Euro für Baumpflanzung locker… das Ganze hätte in eine Erfolgsgeschichte münden können —, doch da war der Bürgermeister vor. Köhne sah seine Entscheidungen überprüft, hinterfragt, in Zweifel gezogen und also seine Macht beschnitten und reagierte mit Diffamierung, Einschüchterung, Kriminalisierung der sich für ihre Bäume engagierenden BürgerInnen.

Die Grünen hatten Rederecht für Heiner Funken vom Bürgerverein Gleimviertel und den Geschäftsführer des Berliner BUND, Andreas Jarffe, beantragt, und da auch die CDU-Fraktion einer Anwohnerin das Wort erteilte, entfielen von den zehn Minuten Redezeit auf jede(n) exakt 3 min, 20 sec.

BaumschützerInnen-Info vom 02.05.08

“Köhne agiert in Pankow am gesellschaftlichen Rand”

Auch wenn sich Heiner Funken um den Kammerton bemühte, klangen die Begebenheiten, die er zu berichten hatte, schrill. Er schilderte die undemokratische Bestallung des amtsgenehmen Baumsachverständigen Dengler und wie der zweite Sachverständige Frank Rinn, den die BürgervertreterInnen auf Vorschlag von Dr. Barsig mit Mühe noch durchsetzen konnte, im aktuellen Gutachten gewissermaßen zum Messdiener verkommen sei. — Das Baumgremium tagte selten, die beteiligten BürgerInnen wurden höchst unzureichend informiert, u. a. nicht einmal darüber, dass das zu untersuchende Baumkollektiv verdreifacht wurde, weshalb lange Wochen ungewissen Wartens vergingen und dann plötzlich ein 2 Aktenordner umfassendes Gutachten in nur drei Tagen geprüft werden sollte. Vorher durften die Sachverständigen nichts über ihr Werk gegenüber den BürgervertreterInnen im Baumgremium preisgeben, denn das Gutachten sei Eigentum des Auftraggebers, gehöre also dem Amt! Als die BI nun Dr. Barsig quasi als Lesehilfe hinzuzog, wurden die Sachverständigen Dengler und Rinn folgerichtig vom AUN veranlasst, von einer “Urheberrechtsverletzung” zu sprechen und den Verzicht auf rechtliche Schritte bitteschön als Entgegenkommen im Interesse einer sachlichen Diskussion zu werten. Überhaupt werde jede sich bietende Gelegenheit benutzt, engagierte BürgerInnen zu kriminalisieren. Dass aber die wissenschaftlich belastbare Stellungnahme Dr. Barsigs, die im Fall von 30 Traubenkirschen bestreitet, dass einer behaupteten Verkehrsgefährdung einzig und allein mit Fällung zu begegnen sei, für das Amt einen rechtlichen Spielraum eröffne mit der Möglichkeit der Erklärung eines wenigstens 14tägigen Fällmoratoriums, um die strittigen Bäume noch einmal zu untersuchen und baumerhaltende Lösungsmöglichkeiten zu prüfen, ist dem Bürgermeister leider um keinen Preis begreiflich zu machen. Er will erst über das Gutachten sprechen, wenn die Bäume Brennholz sind.

Funken verwies noch einmal auf die vielen konkreten Beweise der BürgerInnen zur Kooperationsbereitschaft, auf die Baumspenden, die Bereitschaft zur Übernahme von Patenschaften, die Pflanzung, und lud den Bürgermeister noch einmal nachdrücklich dazu ein, die Bürger z. B. auch an der sog. Baumleitplanung und der Beauftragung von Gartenbaufirmen zu beteiligen und nicht auch hier mit Kommunikationsverboten zu arbeiten, damit es nicht eine Baumverhinderungsplanung werde —, kurz: mit den BügerInnen endlich den “Pankower Weg” zu beschreiten.

« Vorherige Einträge