Unterschreiben für Einwohnerantrag zum Ratibor-Areal

Endspurt: Bis 15.8. müssen 1000 geschafft sein!

…und es sind nur noch zehn Tage.

Ratibor-Ulme

Ratibor-Ulme

Während wir uns insbesondere aufs Schicksal der 140-jährigen Ulme auf dem Gelände konzentrierten, hatte der BUND Berlin kürzlich in einem Blog-Beitrag noch mal das Ob der Nachverdichtung des bereits hervorragend und seit langen Jahren multifunktional genutzten Ratibor-Areals problematisiert und vor allem auf die fatalen Auswirkungen eines derartig brachialen Vorgehens auf die Glaubwürdigkeit des Beteiligungsprozesses hingewiesen, der zu einer Charta für das Berliner Stadtgrün führen soll

Dass nämlich die bestehende Nutzung durch Wohnen, Gewerbe, KiTa, Wagenplatz, Gastronomie sowie die baumbestandene Grünfläche in dem mit Grün und Freiräumen am wenigsten versorgten Berliner Bezirk eine Belegung mit 250 in Containergebäuden (MUF → Modulare Unterkunft für Flüchtlinge) konzentrierten Geflüchteten verkraftet, ist denn doch zu bezweifeln.

Die von verschiedenen Initiativen in einem von der Bezirksverwaltung als modellhaft bezeichneten Beteiligungsprozess vorgelegte Alternativplanung fiel, als unversehens die Finanzverwaltung das Vorhaben an sich zog, unter den Tisch. Der nach Flüchtlingssonderbaurecht (§246 BauGB) ohne jede Beteiligung und Umweltprüfung entwickelten Planung der Berlinovo GmbH (BGG) wird auf massive Verdrängung hinauslaufen, den größten Teil an Grünfläche und Baubestand kosten und als einsamer Gipfel des Frevels an Berlins Stadtnatur und Artenvielfalt die in ihrem Wert kaum zu überschätzende Ulme! Hier bekräftigt noch mal der Baumsachverständige Dr. Barsig,

„dass die Ulme (eine Hybride aus Feld- und Bergulme) mit einem Stammumfang von 3,5m für das Landschaftsbild prägend und wertvoll ist. Außerdem hat sie ein Ast-Spaltenquartier, das gemäß BNatSchG eine geschützte Lebensstätte darstellt. Vitale Ulmen dieses Alters sind in Berlin wegen der Ulmenkrankheit (durch den Pilz Caratocystis ulmi) sehr selten geworden, deshalb ist der Baum unbedngt zu erhalten.“

Dass der mächtige Baum schon als Naturdenkmal gewidmet worden war, wie sich einige Anwohner*innen erinnern, konnte leider nicht aufgeklärt werden: Der Bezirk F’hain-Kreuzberg war, als diese Unterschutzstellung 2010 erfolgt sein soll, noch gar nicht Eigentümer des Grundstücks.

Eine wichtige Forderung der Nachbarschaftsinitiative ist außerdem, dass keine Gemeinschaftsunterkunft gebaut wird mit den üblichen Nachteilen für die Betroffenen, die sich auch auf das Zusammenleben in der Nachbarschaft auswirken: Doppelbelegung von Zimmern mit der Folge, dass Familien sehr beengt leben und es für Einzelpersonen keine Privatsphäre gibt. Sie wollen, dass, wenn dort schon gebaut wird, Sozialwohnungen mit einem festen Kontingent für Geflüchtete gebaut werden, für gutes Wohnen mit Mieterrechten und Perspektive.

Die Initiativen wollen deshalb nach §44 Bezirksverwaltungsgesetz einen Einwohnerantrag stellen mit dem Ziel, dass der Senat sein allen demokratischen Gepflogenheiten und zivilgesellschaftlichen Beteiligungsrechten Hohn sprechendes Vorgehen überdenkt und die Planungshoheit wieder an den Bezirk zurückgibt.

Unterschriftenliste − Ein Klick öffnet das doppelseitige PDF!

 

Für die Zulässigkeit eines solchen Einwohnerantrags, mit dem auch eine Einwohnerversammlung über das Vorhaben einberufen werden kann, sind mindestens tausend Unterschriften von im Bezirk mit Hauptwohnsitz gemeldeter Bewohner*innen erforderlich, die das 16. Lebensjahr vollendet haben.

Bitte helft beim Endspurt des Unterschriftensammelns, indem ihr die zweiseitigen Listen ausdruckt und ausgefüllt bis Donnerstag, 15.08.2019 entweder per Post an die

Nachbarschaftsinitiative Ratiborstraße und Umgebung
10999, Paul-Lincke-Ufer 1/B
[E-Mail: nachbarschaftR14@gmail.com] bzw. bei
Filou in der Reichenberger Straße 86 oder bei
Kraut & Rüben am Heinrichplatz
abgebt.

Weitere Infos im NaGe-Netz

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