50 Tage „Arbeitsgruppe Landwehrkanal“

Das Forum hat getagt

Nach der 18., einer Sondersitzung, die sich dieser Thematik ausschließlich gewidmet hatte, umkreiste auch die etwas lückenhafte TeilnehmerInnen-Runde der 19. Forumssitzung im Mediationsverfahren zur Zukunft des LWK am vergangenen Montag (21.9.) noch eine Weile die neue Projektstruktur des WSA, also die AG LWK, ohne dass freilich viel Content rübergekommen wäre, wie zumindest die BürgervertreterInnen bemängelten: die Kompetenzen der  neuen AG-Leiterin, Dr. Annette Ernst, blieben in ihrer Abgrenzung vom sog. Lenkungsausschuss eher diffus; sie habe ihn in den sechs Wochen, die sie nunmehr im Amt sei − einer Zeit intensiven Lernens, Verarbeitens einer Fülle von Informationen und großer Schritte nach vorn − jedenfalls noch nicht konsultieren oder um Unterstützung angehen müssen, sei „gut alleine gelaufen“, sehe dem ersten vereinbarten Termin zuversichtlich entgegen und wolle in der nächsten Sitzung des AK Kurzfristige Maßnahmen darüber berichten, „wie weit wir sind“.

In jenen Lenkungsausschuss sei noch die Dezernatsleiterin Controlling der WSD Ost, eine Frau Jüngling, berufen worden, doch was die Besetzung der AG betrifft, ist bis auf die Damen Dr. Ernst und Bodenmeier alles weiterhin N.N., insofern die letzten Auswahlgespräche erst am 6. Oktober geführt würden. Selbst über die Anzahl der BewerberInnen wurde Stillschweigen bewahrt.

Seltsame Analogien

Und Mediator Kessen gab zu bedenken, dass ja auch er sich über die Kompetenzen vieler Forumsmitglieder innerhalb der jeweiligen Gruppen, die sie verträten, durchaus im Unklaren sei. Festzuhalten bleibe indessen, dass Aussagen und Entscheidungen von Frau Ernst, die sie im Forum treffe, nicht anschließend vom Lenkungsausschuss einfach kassiert werden könnten und ein Ja ein Ja bleibe. − Wenn dem so ist, handelt es sich im Vergleich zu unseren bisherigen Erfahrungen mit den verschiedenen ProtagonistInnen des WSA in der Tat um eine neue Qualität!

Mystifizierungen

In diesem Zusammenhang wurde auch aufzuklären versucht, was es mit der neuen Qualität auf sich habe, die darin bestünde, dass sich die AG LWK im Unterschied zur aufgelösten Projektgruppe LWK ausschließlich dem Kanal widme, war dasselbe von dieser doch auch immer wieder behauptet worden: Es sei dabei, erfuhren wir nun,  nicht von den Mitgliedern jener glücklosen Projektgruppe die Rede gewesen, sondern vielmehr davon, dass die Sachbereichsleiterin II, Gerrit Riemer, im Unterschied zur AG-Leiterin, Annette Ernst, eben nicht nur mit dem Kanal befasst gewesen sei. − Da der damalige Leiter der Projektgruppe, Jens Wutschke, jedoch gerade nicht Frau Riemer, sondern, ebenso wie nun die neue AG-Leiterin, direkt Amtsleiter Scholz unterstellt war, erschließt sich uns der diesbezügliche qualitative Unterschied leider noch immer nicht…

Wie auch immer: Max Hiller, Geschäftsführer des Wassersportverbands, konnte unser Gedöns um Kompetenzen und betriebswirtschaftlich eigentlich überholte Zentralisierung nicht nachvollziehen, sondern begrüßte, dass es von nun an für ihn eine feste Ansprechpartnerin im WSA gebe −, und vielleicht hat er ja recht.

Kommunikationsmodellierung

Evelyn Bodenmeier, Pressesprecherin LWK und selbstredend für die Öffentlichkeitsarbeit auch der AG zuständig, erläuterte in so dichtem wie lebendigem Vortrag die „fünf Säulen“, auf denen das neue Kommunikationsmodell des WSA zum LWK von Stund an ruhe:

  • nämlich der freitägliche Newsletter;
  • die WSAWebsite;
  • das Gläserne Büro im Amtssitz an der Luftbrücke, dessen ausgelichtete Bestände in Kürze wieder komplettiert würden;
  • die Einrichtung einer 14tägigen Veranstaltung „Sie fragen − wir antworten“ sowie
  • turnusmäßige öffentliche Baubesprechungen.

Hieran entspann sich ein kleiner Disput, inwiefern eine Teilnahme fachlich kompetenter BürgervertreterInnen an allen einschlägigen Besprechungen zeitlich-personell nicht zu leisten sei, und der sich erneut aufdrängende Eindruck, dass es immer eine „echte“ und eine für die BürgerInnen gebe, wollte sich wieder nicht ganz verflüchtigen.

Theorie und Praxis

Die Erfahrung hat zudem gezeigt, dass es eines ist, was in solchem Kreis besprochen wird, und ein anderes, was dann vor Ort − etwa im Hinblick auf die Notwendigkeit praxisbedingter Modifikationen bei der Umsetzung − tatsächlich geschieht. Wenn Maßnahmen z. B. ökologisch neuralgische Abschnitte betreffen, wird auch die Teilnahme an derlei Besprechungen die Anwesenheit auf der Baustelle zumindest vorerst nicht überflüssig machen.

Beschluss einer „Sofort-Vorort“-Routine

In Analogie zur institutionalisierten Routine im Umgang mit kurzfristig notwendig werdenden Maßnahmen wurde auch eine für jene Fälle beschlossen, wo im Zuge von Baumaßnahmen die Gegebenheiten vor Ort vorher nicht absehbare Modifikationen und Anpassungen von Forumsbeschlüssen erzwingen, wie es bspw. kürzlich an der Baustelle Riedel-Anleger Maybachufer der Fall gewesen ist.

Hierfür hat Mediator Kessen, wie schon erwähnt, den prägnanten Titel „Sofort vor Ort“ geprägt. − Die Ausformulierung des Beschlossenen en detail liegt uns allerdings noch nicht vor und wird nachgereicht.

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