Unfachgerechte Pflege im Görli und am LWK

Weitere Missachtung von Bürger-Vereinbarungen

Demotivierung von Engagement als Programm in F’hain-Kreuzberg?

Natürlich ist die Fällung eines der mit viel Engagement und Steuergeld geretteten Bäume am Tempelhofer Ufer, dessen Stammholz nach Aussage des Baumsachverständigen des Mediationsforums  völlig intakt und keinesfalls bruchgefährdet aussieht, leider nicht der einzige Fall, der uns momentan im grünen F’hain-Kreuzberg  empört.

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Entlang des Kanalufers wird auch wieder mitten im Winter bzw. kurz vor Beginn des Austriebs, mithin zur ungünstigsten Zeit, der Strauchbestand malträtiert und als hätte es niemals Absprachen darüber gegeben, dass

  • Büsche von Sorte zu Sorte je unterschiedlich beschnitten werden müssen,
  • bei manchen allenfalls die alten Blütenstände vorsichtig entfernt werden, um Platz für die neuen zu schaffen,
  • aber auf gar keinen Fall Büsche auf den Stock zu setzen sind, wenn man nicht ihre Lebenserwartung drastisch reduzieren will, von der im kommenden Frühjahr ausfallenden Blüte nicht zu reden.

Beteiligungsformat Görliforum beschädigt

Im Görliforum, einem von Stadtrat Panhoff kreierten Bürgerbeteiligungsgremium, wurde mit Hilmar Schädel, Leiter Fachbreich Naturschutz und Grünflächen, bspw. verabredet, dass der sog. Rodelhügel als Wildniszone belassen bzw. naturnah gepflegt wird, aber vor entsprechenden Maßnahmen diese gemeinsam und unter Hinzuziehung externen Sachverstands geplant und abgestimmt werden.

Groß war das Entsetzen von NutzerInnen und BaL-Mitgliedern, als sie ansichtig wurden, was dort inzwischen ohne jede Ankündigung und Rücksicht auf Verluste an „erwünschtem“ Gesträuch geholzt worden ist. Immerhin wurde (noch) nicht der gesamte Hügel beräumt, sondern an einer bestimmten Stelle das Zerstörungswerk abgebrochen, wird aber mit Sicherheit fortgesetzt.

Auch hier hat die Verwaltung Absprachen mit BürgerInnen kaltschnäuzig gebrochen und entblödet sich nicht, nach großenteils vollbrachter Tat die Begründungen [beachte auch den Kommentar/Brief von Kristina Roth ebd.] für ihr einseitiges, unzeitiges Vorpreschen und ihre Ignoranz gegenüber Vereinbarungen mit den BürgerInnen, die in vielen Sitzungen Freizeit und Energie investiert haben, mal eben von oben herab nachzureichen und – mit Zeitdruck zu begründen.

Unangekündigt, wahllos, unfachgerecht!

Nie war die Rede davon, jede Schnittmaßnahme zu unterlassen, bevor ein „Parkpflegewerk“ entwickelt worden sei. Überhaupt war nur von einem Pflegekonzept gesprochen worden. Stattdessen ist nun flächendeckend im Park wahllos und absolut unfachgerecht geholzt worden, gerade auch entlang des künstlichen Wasserlaufs, der den Teich im nordöstlichen „Ökobereich“ speist, oder in der Nähe von Parkmöbeln, was wieder mal den Verdacht nahelegt, dass es hier ums Herstellen buchstäblicher Transparenz im öffentlichen Raum geht, eben um die von Baustadtrat Panhoff weit von sich gewiesene krimalitätspräventive Grünflächenpflege, zu der das LKA den Bezirk aufgefordert hat, und natürlich ums Gendern unserer Parkanlagen, insofern hinter jedem dichten Gebüsch ein Vergewaltiger lauern könnte.

Und gefühlte Sicherheit, so wurden wir erst kürzlich belehrt, ist auch ein zu berücksichtigendes Faktum −, selbst wenn sich die tatsächliche Sicherheit durch solches Auslichten in keiner Weise erhöht, sondern im Gegenteil verringert, da des Nachts, wo mensch ja am liebsten durch Grünanlagen joggt, die von Vattenfall großzügig gesponserte Beleuchtung potentielle Opfer besser ins Licht rückt.

Die auf Grund der Jahreszeit mit harten Überlebensbedingungen kämpfende Vogelwelt, eines vielgenutzten Rückzugsraums beraubt, drängt sich unterdessen in den noch ungeschorenen Bereichen. Aber laut einer Grünamtsmitarbeiterin hat sie ja im Winter gar keinen Anspruch auf Rücksichtnahme. Originalzitat: „Daher beabsichtigen wir, vor Beginn der Vogelschutzperiode in diesen drei Arealen [am Rodelhügel] die Waldrebe stark herunterzuschneiden […]“. − Alle wildlebenden europäischen Vogelarten mit Ausnahme der verwilderten Haustaube sind nach den §§ 10 und 42 Bundesnaturschutzgesetz ganzjährig besonders geschützt.

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6 Kommentare

  1. Kathrin said,

    21. Februar, 2013 um 22:22

    Einfach Panne diese Idee der „kriminalitätspräventiven Grünflächenpflege“, wenn das neben der Innenstadtverdichtung Standard wird, werden wir hier bald alle ersticken (auch reiche leute ;-))
    Herr: Lass´ Sensibilität & Alternativideen regnen ! A(r)men !

    • BaL said,

      22. Februar, 2013 um 0:50

      Mal ganz abgesehen von der sachlich-fachlichen Ebene: die Erfahrung, dass ein Dutzend Sitzungen des Görli-Forums – knapp die Hälfte davon mit VerwaltungsvertreterInnen – und umgekehrt die Teilnahme von ausgewählten Mitgliedern dieses Forums an der höherrangig besetzten sog. Koordiations- (vorher Steuererungs-)runde kein Jota an dem sattsam bekannten intransparenten, willkürlich-selbstherrlichen Entscheiden und Agieren hat ändern können und dann zu allem Überfluss von den Ausführenden (nicht etwa den sie Beauftragenden!) mit gönnerhaft nachgereichten, hahnebüchenen Argumenten sozusagen als alternativlos gerechtfertigt wird -, diese Erfahrung muss bei allem Zorn bedrücken, aber darf uns halt nicht resignieren lassen! Denn das scheint doch die tiefere Absicht…

  2. kreuzberger said,

    22. Februar, 2013 um 12:11

    Super:
    Der Stadtrat der Partei B 90/DIE GRÜNEN im „grünen“ Friedrichshain-Kreuzberg ignoriert ständig die Absprachen, die mit Bürgerinitaitiven getroffen wurden.

    Sowohl im größten langjährigen Mediationsverfahren Deutschlands zur Landwehrkanalsanierung, als auch im Görlitzer Park, wo sich bereits seine Vorgängerin Frau Kalepky („Umweltstadträtin“ für die Grünen) stets als unfähig erwiesen hatte, gemeinsam mit den BürgerInnen eine zeitgemäße echte (!) grüne Stadtentwicklungspolitik zu machen.

    Und wer schweigt dazu konsequent?

    Bezirksbürgermeister Schulz (B 90/DIE GRÜNEN) und die anderen prominenten Grünen von Landes- und Bundesebene, die immer, wenn es gegen die Fällungen durch das Wasserschifffahrtsamt usw. geht ganz doll in den Medien auf der Seite der Bürgerinitiativen sind. Hilft ja auch z.B. im Wahlkampf. Aber jetzt: Ist „vornehmes“ Heraushalten die Devise der pseudo – tollen „grünen“ Abgeordneten. Wie immer, wenn es Problem mit ihren Parteikollegen, den regierenden Grünen in ihrem Wahlkreis gibt.

    Konsequenz in der Sache sieht anders aus.

  3. jürgen julius irmer said,

    22. Februar, 2013 um 23:46

    …ich befürchte nur, daß im september wieder „alle“ grün wählen, weil…ja warum eigentlich? wahrscheinlich weil in bayern auch „alle“ CSU wählen und keiner so richtig weiß warum.
    der gute onkel ströbele spricht ja vielleicht mal mit dem guten onkel dr.schulz und dann zwitschern die vögel wieder in den grünen kronen unserer herrlichen heimischen bäume.
    (und wenn sie nicht gestorben sind, dann…)…

    • Kreuzhainer said,

      24. Februar, 2013 um 15:15

      @ jürgen julius irmer

      Der gute Herr Ströbele befasst sich offenbar äußerst ungern damit, was seine regierenden Parteikollegen Panhoff und Schulz in seinem Wahlkreis machen. Ebenso wie der direkt gewählte Herr Behrendt.

      Da geht bei diesen sonst – zu recht – so kritischen Herren wohl auf einmal Parteizusammenhalt vor politischen Inhalt. Ist ja auch bequemer.

      (Man braucht sich als Partei wohl auch immer gegenseitig für die Wahlkämpfe.)

      Ansonsten: Ich weiß auch nicht, warum die Friedr.-KreuzbergerInnen immer wieder die Grünen wählen. Entweder sie sind ein bischen doof oder sie sind uninformiert. Oder sie finden die anderen Partein noch blöder.

      Warum Leute heutzutage immer noch die Grünen oder die SPD (= zweitstärkste Partei in der BVV in Friedr.-Kreuzberg) wählen, ist seit der rot-grünen Niedriglohn-Agenda 2010 und den rot – grünen unsozialen Hartz IV – Gesetzen grundsätzlich unverständlich.

      Und dann hat der Berliner Landesverband kürzlich auch schon wieder die neoliberale Berliner Wahlverliererin Frau Künast an die Spitze gewählt.

      Die Grünen sind offensichtlich genauso verkrustet wie die SPD mit ihrem Wahlverlierer und Vortragsmillionär Steinbrück als chancenlosen „Kanzlerkandidaten“- Hampelmann:

      Immer bleiben dieselben Agenda 2010 und Hartz-IV – PolitikerInnen an der Spitze. In diesen Parteien stimmt doch was nicht.

  4. jürgen julius irmer said,

    24. Februar, 2013 um 22:56

    …gott schütze uns vor rot-grün,schwarz-gelb,schwarz-grün,rot-rot-grün,
    schwarz-rot ,schwarz-rot-gelb-grün und was dergleichen „nationale front“ noch möglich ist.
    die frage bleibt: was tun ?…


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