Die Bäume auf dem Bunkerberg

Rund Hundert sollen im nächsten Halbjahr fallen

In der Sitzung des Umweltausschusses der BVV Friedrichshain-Kreuzberg am gestrigen Dienstag, 15.2., präsentierte Michael Hartmann aus Bad Bramstedt, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für die Verkehrssicherheit von Bäumen, sein Gutachten zur Verkehrssicherheitskontrolle von 224 Bäumen auf dem Nordost-Hang des Großen Bunkerbergs im Volkspark Friedrichshain. Das Areal, das etwa 15 Prozent des Hügels umfasst, ist seit Sommer 2010 von einem teuren, jedoch nach allen vier Winden offenen Bauzaun geziert, der weder als Installation so recht gefällt noch seinen eigentlichen Zweck erfüllt, Jogger- und SpaziergängerInnen vom Gebiet fernzuhalten und vor evtl. umstürzenden Bäumen zu schützen. − Hartmann empfiehlt die Fällung von 95 Bäumen, die er in Dringlichkeitsstufe II einordnet, binnen des nächsten halben Jahres und, da die winterliche Fällperiode am 28.2. endet, am besten noch innerhalb der nächsten zwei Wochen. Den Rest des Beitrags lesen »

Fesselungsfolgen

Bericht des Baumsachverständigen

Würfelgrube

Betonwürfelgrube © T.Henniger (WSA)

Nach dem wasserseitigen Einbau von Spundwänden konnte, wie berichtet, die Beräumung der ersten Tranche von zehn Brockelmannschen Würfeln erfolgen, nämlich am Herkulesufer in Mitte (Abschnitt 2) und am Tempelhofer Ufer in Kreuzberg (Abschnitte 3 und 5). Der Baumsachverständige Dr. Michael Barsig, von den BaL durchgesetzter „Bauleiter Baumschutz“, hat im Auftrag des WSA daraufhin die betreffenden Bäume und Standorte am 10. und 12. Juni noch einmal näher untersucht [siehe seinen Bericht] und aufgrund der mechanischen Belastung an Kastanien Rindenverfärbungen sowie auf Grund der auch nach ihrem Austausch offenbar noch immer zu wenig atmungsaktiven Manschetten Schädlungsbefall festgestellt, der aber jetzt, wo die Stellen wieder freiliegen, zurückgehe. Ob sich nach Ablösung der geschädigten Rindenpartien gesundes Gewebe nachbildet oder es zu Nekrosen kommt, bleibe abzuwarten.

Manschetten vorübergehend abnehmen!

Weidenkrone mit Totholz

Weide mit Totholz © M.Barsig

Gerade angesichts der anhaltend feuchten Witterung rät Barsig deshalb zu einer vorübergehenden Abnahme der Manschetten an den weiterhin angepflockten Kastanien und Linden an Cornelius- und Tempelhofer Ufer am besten Ende Juni/Anfang Juli, auch um ggf. Läusebefall zu entfernen.

Der Gesamtzustand der Bäume sei aber bis auf eine Ausnahme, die Weide Nr. 22 (nahe Fußgängerübergang Möckernbrücke), zufriedenstellend, kein Standsicherheitsrisiko erkennbar und deshalb seien hierzu auch keine eingehenderen Untersuchungen übers VTA hinaus notwendig. Bei der genannten Weide ist in der Krone auffällig viel Totholz entstanden, so dass die Anbindung in diesem Fall womöglich Leitungsbahnen geschädigt hat. An der Stammbasis dieses Baums fallen Rindenverfärbung und Sekretfluss auf. − Hier sind weitere baumpflegerische Maßnahmen nötig.