Erste Bewährungsprobe nicht bestanden!

Aufwändig geretteter Baum am Landwehrkanal vom Bezirk gefällt!

Jede Information unterblieb

Es ist nur schwer zu fassen: Kaum berichten einige Zeitungen über den endlichen Erfolg des aufwändigen Mediationsverfahrens „Zukunft Landwehrkanal“ – natürlich immer mit Schwerpunkt auf der Einsparung von Steuermitteln –, da geht das los, was wir schon wiederholt JournalistInnen sagten: mit dem fristgemäßen Einreichen des konsensualen Beschlusses zur Zielvariante der Sanierung gibt’s voraussichtlich 2014 zwar endlich Geld, um mit der Instandsetzung weiterzumachen, aber einen großen Brocken gilt es nach wie vor zu bewältigen: die Umsetzung der beschlossenen Lösungen unter Einhaltung der konsensualen Absprachen.

Gefällter Eschenahorn 126

Gefällter Eschenahorn 126 am Tempelhofer Ufer in Kreuzberg

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Zum Fortgang der Baumaßnahmen am LWK

Tempelhofer Ufer

Abschnitt 6

Losgebundene Linden am verspundeten und hinterfüllten Tempelhofer Ufer

Die Firma Mette Wasserbau hat Abschnitt 6, den mit den trotz Verspundung unversehrten Linden, hinterfüllt, so dass inzwischen deren Anbindung gelöst wurde und heute und morgen (21./22.12.) die je acht Tonnen schweren Brockelmänner einzeln ins Außengelände des ABZ Neukölln nach Steglitz transportiert werden können.

Die Erneuerung der Ziegelflachschicht, über deren Notwendigkeit man sich in der 51. KW überzeugt, wird ab Mitte Januar, wenn der Mörtel kommt, in Angriff genommen. Erst dann wird zum Abschnitt 4 (direkt am Fußgängerübergang Möckernbrücke stromabwärts) weitergerückt, der wegen des dortigen Mischwasser-Einlaufbauwerks und der Brückenanbindung problematischer zu handeln ist.

Maybachufer

Am 16.12 wurde der Schwimmkran, der fürs Anreichen der Spundbohlen gedacht war, per Autokran angeliefert, zusammengebaut und dann über die Böschung auf den Ponton gehievt, doch obwohl die zulässige Traglast darüber liegt, überschritt der 85 Tonnen schwere Schwimmkran die Eichmarke und musste wieder heruntergenommen werden. Ähnliche Problem mit einem Ponton sollen der Fa. Kemmerer am Teltowkanal begegnet sein.

So wird die Verspundung erst nächstes Jahr erfolgen, und zwar mit einer sog. Hydro-Press, der ein Teleskop-Mäkler zuarbeitet, die beide auf dem Wasserweg angeliefert werden können. Da fragt sich der Laie schon: Warum nicht gleich? Wäre interessant zu erfahren, was dieses Missgeschick insgesamt für Kosten verursacht hat.

[Weitere Details mit schönen Fotos im aktuellen WSA-Newsletter.]

Baustelle Maybachufer

Baustelle Riedel-Anleger Kottbusser Brücke

Verspundung unter den Linden läuft vorbildlich

Filigranes Arbeiten, Simultaneität und enge Kooperation zeitigen  maximale Erfolge

Beratung

Gebanntes Beobachten

Nachdem die 15m-Strecke des Abschnitt 4 (direkt am U-Bhf. Möckernbrücke) in der letzten Woche wegen guter Bodenbeschaffenheit an nur zwei Tagen ohne Probleme mit weiteren achtzehn 9,50m-Bohlen verspundet werden konnte − und zwar mit einem Silent Z-Piler der Fa. GIKEN −, gab es letzten Montag (9.11.) auch einen viel versprechenden Auftakt unter den vier Linden in Abschnitt 6.

Vor Ort schärfte WSA-Leiter Michael-Scholz seinen Leuten wie auch jenen der Firma Mette Wasserbau noch einmal ein, dass es sich hier wegen des überhängenden wertvollen Baumbestands in dieser Bausaison beim Abschnitt 6 um den wichtigsten handele, dem außerdem im Hinblick auf die vielen weiteren Uferabschnitte mit Kronenüberhang Pilotfunktion zukomme. Es müsse filigran gearbeitet werden, und die Bauarbeiten dürften Zeit und Geld kosten, aber keine Starkäste, geschweige denn Bäume!  − Mette hatte schriftlich zugesichert, unter Starkästen den Arbeitsraum von sechs Meter Höhe nicht zu überschreiten und eine Beschlussvorlage des Mediationsforum das simultane Arbeiten zwischen Wasserbauern und Baumpflegern sowie zur Lösung von  Konfliktfällen das Konsensprinzip zwischen Baubevollmächtigtem, Baumsachverständigen und der Vertreterin der Unteren Naturschutzbehörde  festgeschrieben.

Arbeitsbeginn

Arbeitsbeginn mit Kran

Anfangs war noch ein 22 Meter hoher Kran vonnöten, um die GIKEN-Presse, bedient von einem Mitarbeiter des Subunternehmens Tauber, auf die Rolle der Startbohle zu hieven, und auch noch eine Stahlbohle konnte per Kran problemlos zugereicht und ins Schloss der Startbohle eingefädelt werden, doch bei der nächsten, die den äußeren Kronenbereich der Linde tangierte, so dass ein Mitarbeiter der Baumpflegefirma GvL einen Ast mittels übergeworfenem, unten mit Blei beschwertem Seil von der Böschung aus zur Seite biegen musste, brach denn auch prompt ein Schwachast unter Hinterlassen einer größeren Wunde im Starkast −, nach Auffassung des Baumsachverständigen Barsig indessen nicht weiter schlimm, doch ein Indiz dafür, dass dem Wegbiegen von Lindenästen bei diesen Temperaturen enge Grenzen gesetzt sind.

Kleines Gerät schützt große Bäume

GIKENs Silent-Z-Piler

GIKENs Silent Z-Piler

Alle weiteren Bohlen reichte danach, wie ja ohnehin geplant, ein wesentlich kleinerer, entsprechend schwächerer Seilbagger Fuchs F114 zu, der aber die selbstschreitende Presse nicht auf die Startbohle heben könnte.

Wegen der überraschend guten Bodenverhältnisse (die zwischenzeitlich nochmals überprüft worden sein müssen) wird auf Staffelrammung mit unterschiedlichen Bohlenlängen ganz verzichtet; außerdem hat die statische Prüfung nunmehr erbracht, dass die Gesamtlänge der Bohlen nicht zwölf, nicht 9,50, sondern nur noch 8,40 Meter betragen muss, um die Stabilität der Spundwand auch als Dauerlösung zu gewährleisten.

Minimale Schäden

Geplant war ferner, zunächst durchweg 6m-Bohlen einzupressen und sie in einem nächsten Arbeitsgang mit 2,50m-Stücken aufzuständern, doch, wie es im Bericht des Baumsachverständigen Dr. Barsig heißt, „dank der guten Arbeitskooperation aller Beteiligten war es möglich, zwischen sechs Meter langen Bohlen auch 8,40 m lange einzupressen, so dass sich hier ein zweiter Arbeitsgang, bei dem die Zweige und Äste während des Rammens der aufgeständerten Bohlen nochmals gefährdet werden könnten, teilweise einsparen ließ. Durch die simultane Anwesenheit der Baumpfleger in der Baumkrone wurden durch den Baumschutz bedingte Arbeitsverzögerungen vermieden. Außerdem hat sich gezeigt, dass durch die simultane Arbeitsweise deutlich mehr Baumsubstanz erhalten werden kann als bei einer baumpflegerischen Schnittmaßnahme im zeitlichen Vorlauf zur Spundwandeinpressung.“ − Abgesehen von vereinzelten Schwachast-Verletzungen konnte somit die komplette Baumkrone der wertvollen Linde Nr. 28 erhalten werden!

Gebanntes Beobachten

Beratung

Und auch heute (11.11.), so Barsigs aktueller Bericht, „bei der Unterquerung der Linde Nr. 27 (und z.T. schon Linde Nr. 26) − beide mit beträchtlichem Kronenüberhang über dem LWK − kam es durch die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten einschließlich der Wasserbau-Fa. Mette zu einer aus Baumsicht fast hundertprozentig unfallfreien Spundbohleneinpressung. Es gab nur einen minimalen Schaden an einem Schwachast, so dass im bisherigen Verlauf der Baumschutz optimal erfolgt ist.“

Wir danken an dieser Stelle ganz herzlich allen an der wasserseitigen Sicherung der Uferwand Beteiligten für ihre bisherige beispielhafte Zusammenarbeit im Interesse des Baumerhalts und des Natur- und Landschaftsschutzes und wünschen auch bei den verbliebenen beiden Bäumen allen Erfolg!

Teststrecke für GIKEN beschlossen

Crush Piler kommt im Winter ans Paul-Lincke-Ufer

Spunden in unmittelbarer Gebäudenähe

Verspundung in unmittelbarer Gebäude-Nähe (Aalborg, Dänemark) © GIKEN Europe

Am Montag (13.7.) hat die in der 17. Mediationsforumssitzung (6.7.) ad hoc geschaffene Arbeitsgruppe „Teststrecke Crush Piler“ einen ca. 75 Meter langen Abschnitt am Paul-Lincke-Ufer zwischen Thielen- und Hobrechtbrücke ausgewählt und festgelegt, um die innovativen Einbring-Methoden der Firma GIKEN Europe, die u.a. geringere Lärm- und Schadstoff-Emissionen, weniger Erschütterungen und eine kürzere Bauzeit versprechen, am Landwehrkanal einem Praxistest zu unterziehen. Heute (15.7.) soll die Strecke vor Ort markiert werden.

Auch andere technisch avancierte Systeme haben die Japaner, wie berichtet, in petto, was dieses Unternehmen nicht nur für die BürgervertreterInnen sehr interessant erscheinen lässt, nämlich ein Arbeiten unter geringen Arbeitshöhen (Gyro Piler), was unter den vielen landschaftsprägenden Baumkronen entlang des Kanals zum Zuge kommen könnte, sowie ein Arbeiten auf sehr beengtem Raum (GRB), d. h. die Firma kann auf unterschiedliche Rahmenbedingungen flexibel reagieren. − In der nächsten Wintersaison sollen dann verschiedene Einbringmöglichkeiten unter überhängenden Baumkronen getestet werden.

Enervierendes Gezerre um Beschlussvorlage

Auf der genannten Forumssitzung hatte das WSA die im „Arbeitskreis Sanierung“ noch einmütig verabschiedete Beschlussvorlage zur Erprobung dieser innovativen Verfahren an Maybach- und Corneliusufer durch die Forderung „Machbarkeitsstudie zur Baulogistik“ unterlaufen. Ein unabhängiges Ingenieurbüro, nämlich die Firma Emch + Berger, sollte vorab prüfen, ob GIKENs Equipment überhaupt durch den Kanal passe. Da solche Untersuchungen in aller Regel dem Auftragnehmer obliegen und er bei einem negativen Resultat am übernommenen Auftrag eben scheitert (mit allen Folgen für professionelle Reputation und Image), wurde diese WSA-Auflage ziemlich einhellig als überflüssig und von einigen schlicht als „Verhinderungsstudie“ bezeichnet.

Die Argumentation des WSA gipfelte schließlich darin, dass man im Interesse der Befreiung der Bäume von den Betonklötzen sicherstellen müsse, dass der Abschnitt 1 (Corneliusufer) − wo die Firma Mette, wie erinnerlich, auf unerwartet festen Untergrund „biss“ und auch Rammen der Spundbohlen nicht weiterhalf −, auf jeden Fall noch im kommenden Winter wasserseitig gesichert wird, was ein Scheitern des Tests vereiteln müsste. − Ferner wurden wettbewerbs- und vergaberechtliche Argumente ins Feld geführt.

Der Kompromiss

Von hier...

Teststrecke am Paul-Lincke-Ufer von hier...

Der angenommene Kompromissvorschlag der BürgervertreterInnen ging nun dahin, das kritische Corneliusufer wieder für den Wettbewerb freizugeben und stattdessen eine gesonderte Teststrecke für das GIKEN-Verfahren auszusuchen und zu beschließen. Das ist am vergangenen Montag erfolgt. Gleichwohl muss auch an Cornelius- und Maybachufer (Riedel-Anleger Kottbusser Brücke) für die bevorstehenden Ausschreibungen ein Verfahren für die Einbringung der Spundwände festgelegt werden. Die KMR und anschließenden zusätzlichen Bodensondierungen beginnen heute (15.7.), die Dalben sind bereits entfernt, aber die bislang verfügbaren Kennwerte deuteten ja schon darauf hin, dass hier die Bodenfestigkeit geringer ist und deswegen als Einbringverfahren normales Pressen ausgeschrieben werden kann. (Ein zweites Gespräch mit den beteiligten Behörden − WSA, SenGUV, LDA − und der „betroffenen“ Reederei Riedel Anfang August, dem nun auch die BürgervertreterInnen beiwohnen dürfen, kommt im Hinblick auf die auf zeitgleich terminierte Auftragsvergabe höchstwahrscheinlich zu spät.)

Ausschreibungen für Cornelius- und Maybachufer

Zunächst hatte das WSA, wie berichtet, am Corneliusufer das eher umständliche und zeitaufwendige verrohrte Bohren mit Bodenaustausch usw. als einzige Option gesehen und Mette mit Erarbeitung eines entsprechenden Konzepts beauftragt. Erweiterte bodenkundliche Untersuchungen dort, aber auch am Tempelhofer Ufer haben inzwischen die ab sechs bis acht Metern Tiefe durchweg harten Mergel-Schichten bestätigt. Aufgrund der veränderten Randbedingungen / Einbringmethode sollen die Arbeiten zur wasserseitigen Sicherung der Ufermauer jedoch nur am Corneliusufer neu ausgeschrieben werden*. Und hier will das WSA zunächst weiter prüfen, ob und wie die bereits teilweise eingepressten Bohlen weiterzuverwenden sind und insbesondere, ob das Pressen mit integrierter Bohrhilfe (= Crush Piling) in die Leistungsbeschreibung aufgenommen werden kann. − Am Tempelhofer Ufer (Abschnitte 4 und 6 = jener mit den vier geretteten Linden) bleibt es indessen beim bisherigen Auftragnehmer, also Mette Wasserbau. − Nach wie vor wäre für uns interessant zu erfahren, ob GIKEN nicht auch hier baumfreundlichere Lösungen anzubieten hat.

Warum gerade dieser Abschnitt?

...bis da

...bis dort.

Dass die ausgewählte Crush-Piler-Teststrecke, für die als Parameter u.a. eine starke Schädigung der Regelbauweise und hohe Bodenfestigkeit erfüllt sein mussten, in einem Abschnitt mit dichter Wohnbebauung, intensiver Freizeitnutzung (Boule-Platz) und nahe der KITA Pauli liegt, spricht nur auf den ersten Blick gegen sie, denn das Verfahren soll sich ja gerade unter solch typischen innerstädtischen Gegebenheiten bewähren. − Allerdings kommt es nun darauf an, diesen der BürgerInnen-Beteiligung zu verdankenden Testlauf durch Befragung der Betroffenen (also der AnwohnerInnen) gut vorzubereiten und zu begleiten.

Durchführungs- und Qualitätskontrolle unbedingt extern vergeben!

Die erwähnte Ingenieur-Firma Emch + Berger soll nun unterm Stichwort „Baustellenlogistik“ für die Bausaison im Winter die Arbeiten an den fünf verschiedenen Bauabschnitten koordinieren. Abgesehen davon ist jedoch eminent wichtig, dass Prüfung, Auswertung und Evaluierung des Crush-Piler-Tests von einem unabhängigen Ingenieurbüro vorgenommen wird und für einen sauberen Vergleich nicht zuletzt auch Zeit- und Kostenaufwand der bislang bewältigten ca. hundert Meter Spundwand dokumentiert und herangezogen werden, auf dass Vergleichbares verglichen und die Übertragbarkeit gewährleisten werde.

Unterschiedliche Baubevollmächtigte des WSA an den diversen Bauabschnitten sind jedenfalls kontraproduktiv. Durchführungskontrolle und anschließende Evaluierung sollten in einer Hand liegen, auch und gerade wenn es um die Ermittlung jener Ergebnisse geht, die wir innerhalb der Mediation für die Auswertung des Tests im Hinblick auf unseren Kriterien-Katalog benötigen! Weiterhin haben wir uns ausbedungen, dass dieser Abschnitt in der nächsten Wintersaison endgültig fertiggestellt wird.


* siehe auch den 16. WSA-Newsletter vom 10.7., wo sich übrigens der Fehlerteufel eingeschlichen hat, indem im Zusammenhang mit der weiteren Prüfung, wie mit den bereits eingepressten, aber nicht auf Endtiefe gebrachten Spundbohlen verfahren werden soll, nur von einer „temporären“ Lösung gesprochen wird, obwohl das Forum sie hier als Teil einer endgültigen beschlossen hat! − Der Fehler soll im nächsten NL berichtigt werden.

<a title=“Aalburg, Denmark“ href=“https://baumschutz.files.wordpress.com/2009/06/aalburg_gr.jpg&#8220; target=“_blank“><img class=“size-full wp-image-5160″ title=“Spunden in unmittelbarer Gebäudenähe“ src=“https://baumschutz.files.wordpress.com/2009/06/aalburg.jpg&#8220; alt=“Spunden in unmittelbarer Gebäudenähe“ width=“250″ height=“180″ /></a>

Verspundung in unmittelbarer Gebäude-Nähe (Aalborg, Dänemark) © GIKEN Europe