Berliner Wasserbetriebe übertölpeln BürgerInnen

Umweltverträglich leider zu teuer

Bürgervertreter- und AnwohnerInnen vor vollendete Tatsachen gestellt

Im über fünf Jahre währenden Mediationsverfahren „Zukunft Landwehrkanal“ war es gerade das Forumsmitglied BWB in Gestalt vor allem ihres Vertreters Kay Joswig, die frühzeitig und vorbildlich über geplante Bauvorhaben im LWK-Bereich von Charlottenburg bis Neukölln informierten, so auch über die Vergrößerung des Mischwasserkanals in der Lausitzer Straße in Kreuzberg, was auch eine Vergrößerung des Auslaufbauwerks am Paul-Lincke-Ufer erfordert.

Bei Starkregen muss nämlich mit Rücksicht auf die Schifffahrt die nun zwar seltenere, dafür aber im Ernstfall höhere Mischwasser-Entlastung in den Kanal verzögert werden. Die Alternativen wurden intensiv diskutiert, zuletzt am 19. September 2012. Dass am Kanalufer fünf Linden würden fallen müssen, weil auch noch uralte Abwasserdruckleitungen auszutauschen sind und dies erhebliche Eingriffe in den Wurzelbereich bedeuten würde, war schon länger als unvermeidbar akzeptiert.

BWB-Präsentation Auslaufbauwerk Paul-Lincke-Ufer

BWB-Präsentation Auslaufbauwerk Paul-Lincke-Ufer | ©Rittke | Bitte anklicken!

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Gefühlter Konsens

Über achtzig Prozent der Grobplanung einig

Präsentation der Zielvariante des Mediationsforums

Erstmals seit Frühjahr tagte am Montag (5.11.) wieder mal das Mediationsforum Zukunft Landwehrkanal, und VertreterInnen fast aller 25 Interessengruppen kamen zusammen. Manche hatten sich länger nicht gesehen, denn die reichlich mühsame Arbeit an der Komposition der Zielvariante für die Kanalsanierung, die sich aus zahlreichen Abschnitten jeweils unterschiedlicher Realisierungsvarianten (RV) zusammensetzt, geschah in insgesamt 17 Sitzungen der AG Lösungssondierung mit zuletzt wöchentlicher Schlagzahl! Mediatorin Voskamp dankte dem „harten Kern“ der Gruppenmitglieder für ihr ausdauerndes Engagement.

Diese 37. Forumssitzung war nicht zuletzt dank einer zusätzlichen sechsstündigen „Sonderschicht“ eines Mitglieds der WSA-AG LWK und einer Bürgervertreterin wirklich exzellent vorbereitet worden. Der auf Wunsch der Analog-Fraktion auf viele Blätter ausgedruckte, an Stelltafeln geheftete Plan des Kanalverlaufs mit der eingezeichneten WSV-Aufschlagsvariante war von semitransparentem Papier überdeckt, auf dem der Vorschlag des Mediationsforums (bzw. zunächst nur der Lösungsgruppe) von Hand eingezeichnet war und während der Präsentation fortgeschrieben oder modifiziert wurde.

37. Forum in Aktion

37. Forum in Aktion

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Zielvariante nimmt Gestalt an

In Erwartung einer spannenden Forumssitzung

Arbeitskonflikte

Die Haupt-Realis.varianten

Die Haupt-Realisierungvarianten Bitte anklicken!

Die mit Blick auf die 37. Sitzung des Mediationsforums Zukunft Landwehrkanal am nächsten Montag (5.11.) wichtige 17. Sitzung der AG Lösungssondierung vor gut einer Woche (24.10.), in der die bisherigen Vorschläge zur Verortung von Realisierungsvarianten für die alles umfassende Zielvariante kritisch begutachtet werden sollten, drohte geraume Zeit, sich in Konfrontationen zu verhaken, doch dann erwies sich mal wieder das meiste nur als Missverständnis und vor allem dem divergierenden Kenntnisstand übers planerisch bislang schon Geleistete geschuldet.

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Ein Bauschild macht unnötig Ärger

Zum amtsseitigen Kommunizieren der Landwehrkanal-Sanierung

Gerätepark

Gerätepark an der Corneliusstraße

Die Verpressung der Spundwand in den außergewöhnlich harten Untergrund vor der maroden LWK-Ufermauer entlang der Corneliusstraße in Mitte konnte die Firma Johann Bunte heute ohne weitere Beeinträchtigung des Crush-Piler-Systems durch ins Geschiebemergel eingeschlosses Granitgeröll fortsetzen. Die Stahlbohlen konnten auf die statisch erforderliche Endtiefe von rund fünf Metern eingebracht werden, und wir drücken die Daumen, dass der Fortgang nicht wieder durch Granit gehemmt wird. Wie heißt es in der Broschüre einer Grundbaufirma doch so schön: „Voraussetzung für das Pressverfahren sind sehr gute Kenntnisse des Baugrundes, da etwaige Hindernisse nicht überwunden werden können.“ Den Rest des Beitrags lesen »

Nach Verpressungsproblemen kriegt Corneliusufer neue Spundwand

Erstmal bringt Kälteeinbruch alles zum Erliegen

Crush Piler an Kastanien

Crush Piler dicht an Kastanien

Das Fertigstellen der wasserseitigen Sicherung durchs Einbringen einer Spundwand entlang der Corneliusstraße in Mitte erweist sich im Wortsinn als harter Brocken. Nachdem die Firma Johann Bunte Mitte vergangener Woche die Arbeit mit dem Crush Piler aufgenommen hatte und auch der notwendig gewordene weitere Rückschnitt einer der seit dreieinhalb Jahren landseitig gesicherten, also angepflockten Rosskastanien erfolgt war *, gelang zwar in dem 35 Meter langen Abschnitt, der sozusagen nur halbe Stahlbohlen aufweist, das Aufständern, sprich Aufschweißen des zweiten Teilstücks perfekt −, doch dann schaffte auch der Crush Piler (CP) nicht, die Bohlen auf die statisch erforderliche Endtiefe in die Kanalsohle zu treiben. Nach zwei Metern war Schluss. Die auf der bereits eingebrachten Spundwand selber schreitende Presse mit integrierter Bohrschnecke konnte ihre immensen Kräfte allerdings auch gar nicht voll einsetzen, da die Bohlen, worauf sie „sitzt“, bislang nur drei Meter tief im Boden stecken − zu wenig, um das Gerät mit seinen über zwanzig Tonnen Eigengewicht auf volle Leistung zu fahren: statt die Bohle in den Untergrund zu bohren, würde es eher seinen „Sitzplatz“ wieder herausziehen, mit ihm um- und in den Kanal kippen. [Beachte auch die „kleine Richtigstellung“ des WSA am Ende dieses Postings…] Den Rest des Beitrags lesen »

Teststrecke Paul-Lincke-Ufer erfolgreich abgeschlossen

Crush Piler überzeugt auf ganzer Linie

Gemeinsamer Erfolg des Mediationsforums!

Interessierte

GIKEN- und WSA-MitarbeiterInnen, Volk

Als gemeinsamen Erfolg des Mediationsverfahrens und der Mitglieder des Forums, namentlich des WSA und der BürgervertreterInnen, pries Amtsleiter Michael Scholz anlässlich des „Baustellentags“ am vergangenen Mittwoch (7.4.) die rundum überzeugende Erprobung des Crush Pilers entlang der Teststrecke Paul-Lincke-Ufer.

Interessierte 02

Verwaltungs-, BürgervertreterInnen

Zahlreich waren die MitarbeiterInnen der Bundesbehörde an den Landwehrkanal in Höhe Forster Straße in Kreuzberg geeilt: von den Mitgliedern der AG LWK mit Leiterin Dr. Annette Ernst, der zuständigen Sachbereichsleiterin, Gerrit Riemer, bis zur Pförtnerin, die man endlich mal nicht hinter Glas sah, sowie etlichen, die wir bisher noch nie gesehen hatten, BezirksamtsmitarbeiterInnen und Vertreter von Baufirmen lauschten zusammen mit Leuten von BI/Verein BaL, AnwohnerInnen, interessierten BerlinerInnen und Gästen jeden Alters den Ausführungen Dr. Naji Al-Arjas von GIKEN Europe, der das Bohrpressverfahren und die Arbeitsweise des japanischen High-Tech-Geräts erläuterte, das eigens für das Einbringen von Spundbohlen in Wohngebieten entwickelt worden ist, wenn es sich um sehr harte Bodenverhältnisse handelt.

Das Bohrpressverfahren

Bohrschnecke

Bohrkopf und Schnecke

Die innovative Technik, die in einem Arbeitsgang zunächst mit verrohrter Schnecke vorbohrt, dann die hier rund acht Meter langen Stahlbohlen immer im Doppelpack fünf  Meter tief in die Kanalsohle presst, beim Herausziehen der Schnecke den Bohrkanal größtenteils wieder verfüllt und verdichtet, woraufhin die vierzig Tonnen schwere Presse weiter „schreitet“, sich auf die gerade eingebrachte Bohle „setzt“, um von dort nach erneutem Vorbohren die nächste, vom 26 Meter hohen Kran angereichte Doppel-Z-Bohle exakt ins Schloß der vorherigen einzufädeln −, diese Technik ist erstaunlich lärm-, abgas- und erschütterungsarm, was die ZuschauerInnen immer wieder erstaunte, und sie arbeitet beeindruckend schnell und effizient. Die als GIKENs Subunternehmer tätigen Wasserbauer der Firma Otto Mette gaben ihr Bestes; die Kooperation mit den nur Englisch sprechenden japanischen Kollegen klappte dennoch ausgezeichnet, und so konnte das Verfahren seine Effizienz beeindruckend unter Beweis stellen.

Fünfzig Meter in fünf Tagen

Fertige Spundwand

Akkurat verpresste Spundwand

In allenfalls einer Woche seien die fünfzig Meter zu bewältigen, hatte Al-Arja im Vorfeld wiederholt versichert und war damit bei allen Beteiligten auf einige Skepsis gestoßen, doch schon am gestrigen Donnerstag (8.4.), dem insgesamt fünften Arbeitstag, wurde am frühen Nachmittag bereits die letzte Bohle verpresst. Und hätte nicht wegen des österlichen Ausflugsverkehrs ein Großteil des Equipments ab- und danach wieder aufgebaut werden müssen: es wäre noch schneller gegangen.

Natürlich stehen Auswertung und Evaluierung des Tests anhand der von einem halben Dutzend verschiedener Firmen mit modernsten Geräten gewonnenen Messwerte und Daten noch aus, doch dass der Crush Piler herkömmlichen Verfahren des verrohrten Bohrens mit Bodenaustausch und Verpressen in zwei gesonderten Arbeitsschritten, das nach dem Fiasko an der Corneliusstraße im vorvergangenen Winter zunächst geplant war, haushoch überlegen ist, kann schon jetzt schwerlich bezweifelt werden, auch nicht im Hinblick auf den Kostenfaktor! „Eine sehr schöne Technik und für die Bürgerseite ein großer Erfolg“, erkannte ein WSA-Mitarbeiter freimütig an.

BürgerInnen helfen dem Amt auf die Sprünge

Eine Bürgervertreterin der BaL, in weiterem Sinne vom Fach, hatte nach dem Scheitern des konventionellen Pressens und Rammens am Corneliusufer in Mitte von den neuartigen Systemen der Japaner während eines TU-Spundwandseminars erfahren und sogleich das  Potential für die LWK-Sanierung erkannt, doch es hatte langer, beharrlicher Überzeugungsarbeit und der Überwindung mancherlei Hürden bedurft, bis nach ca. einem Jahr WSA und BAW sich schließlich auf eine Erprobung des Crush Pilers einließen. Die hartnäckigsten Zweifler, die vom angeblich drohenden  Grundbruch mit anschließendem Mauerversagen nicht abzubringen waren, deren Motive bisweilen aber auch einen eher sachfremden Hintergrund vermuten ließen, blieben denn auch der Test-Baustelle demonstrativ fern.

Verladung

Verladung des Bohrgeräts

Da die Kanalsperrfrist auch wegen der Bautätigkeit am Riedel-Anleger Kottbusser Brücke und am Tempelhofer Ufer noch bis zum Ende d. M. andauert, hätten nun noch über zwei Wochen zur Verfügung gestanden, um den Crush Piler auch nach Mitte zu holen und dort die abgebrochene Verspundung noch in diesem Frühjahr und vor der Wachstumsperiode fertigzustellen, was die privat finanzierte Uferpromenade endlich wieder benutzbar gemacht und die noch immer angepflockten Kastanien von den Betonklötzern erlöst hätte. Und die ins Feld geführten vergaberechtlichen Probleme hätten bei einigem guten Willen durchaus gelöst werden können, doch nun ist der Zug abgefahren und der Crush Piler auf dem Rückweg nach Genthin, um die dortigen Spundwandarbeiten fortzuführen.

Ein überzeugender Einstand

Interessierte 03

Interessierte

Zuversichtlich aber stimmt die Tatsache, dass nach diesem gelungenen Einstand der neuartigen GIKEN-Technik auch alles für einen Einsatz des GRB-Systems am LWK spricht, das die Aufrechterhaltung des Schifffsverkehrs zulässt, indem neben der Presse auch der Kran auf der Spundwand fährt und nicht auf einer auf und ab schwankenden Schute stehend die Fahrrinne allzu weit verengt. Was aber nun unser Haupt-Essential und unverhandelbares Herzensanliegen, den möglichst vollständigen Erhalt des ufernahen Baumbestands angeht, so sind wir nach dieser gelungenen Performance des Crush Pilers, der unter Bäumen jedoch wenig geeignet wäre, überzeugt, dass der so genannte Gyro Piler mit einer Arbeitshöhe von nur um die fünf Meter dort, wo zugleich die Kanalsohle sehr hart ist und traditionelle Verfahren versagen, die Lösung bringen wird.

Es geht voran!

MOBILRAM eingetroffen

Mobilram Doris

Anlieferung von ABI MOBILRAM "Doris"

Wie vom WSA berichtet, erwies sich der auf dem Landweg angelieferte, rund achtzig Tonnen schwere Schwimmkran, der bei der Verspundung des Riedel-Anlegers am Maybachufer nahe Kottbusser Brücke eingesetzt werden sollte, für den Ponton als zu schwer, weswegen die Arbeiten nicht, wie geplant, Mitte Dezember beginnen konnten, sondern aufs neue Jahr verschoben werden mussten.

Mobilram Doris 02

und platziert.

Es wurde entschieden, die Pressarbeiten mit einem leichteren Teleskop-Mäkler, einer ABI MOBILRAM namens „Doris“, und einem Hydro-Press-System durchzuführen. „Doris“ sollte eigentlich auf dem Wasser herangeführt werden, doch da dies derzeit eines Eisbrechers bedurft hätte, wurde sie heute ebenfalls auf dem Landweg angeliefert, per Autokran über die Böschung gehievt und auf den Ponton gesetzt. Der kommt mit den knapp fünfzig Tonnen nun klar. − Die derzeitigen Witterungsverhältnisse dürften freilich die Aufnahme der eigentlichen Arbeiten zur Instandsetzung der berühmten Schadstelle noch eine Weile verzögern.

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