Nachklapp zur Wikingerufer-Rodung in Moabit

Worin bestand überhaupt der Kompromiss?

Bäume der 2. Reihe verschwunden

Bäume auch aus 2. Reihe verschwunden

Rückwärts immer!

Von einst 64 Bäumen stehen am Wikinger Ufer in Moabit noch zwanzig. Unter Einsatz schweren Geräts wurden auch Bäume gefällt, die in der Flucht der zweiten Reihe standen, so dass nun auch von dieser ein Drittel fehlt. Mittes Umweltstandträtin, Sabine Weißler (Grüne), ließ sich hingegen für jenen berüchtigten Kompromiss feiern, der durch besonders behutsames Vorgehen, Definition von „Tabu-Zonen“, Handschachtung bei dem Verdacht auf Wurzelcluster beider Reihen etc. wenigstens die Hälfte der Bäume erhalten sollte. Eine Fällgenehmigung habe sie indessen nicht erteilt und habe sie auch gar nicht erteilen müssen, insofern der Senat mit Gefahr im Verzug argumentiert und die Sache an sich gezogen habe −, wie so oft wenn es Widerstand der Anwohner*innen gibt oder der betreffende Bezirk Einwände und Bedenken aus der Bevölkerung, kurz: deren Beteiligung ernst nimmt. [Siehe auch unsere früheren Berichte, z.B. hier]

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Zwei Bauvorhaben unter bestmöglichem Baumschutz abgeschlossen!

Einsatz von Baumsachverständigem und Seilkletterern minimiert Kroneneingriffe

Flatterulme Zollhaus

Flatterulme am Alten Zollhaus

Während Mediationsverfahren erarbeitete Methoden bewährt

Zur diesjährigen Weihnacht wartet das WSA mit der erfolgreichen, wenn auch etwas zähflüssigen Durchführung zweier Bauvorhaben auf: die Verspundung in Höhe Altes Zollhaus ggü. Kreuzbergs Prinzenbad und jene vor dem Wirtschaftsgebäude der Flatow-Sporthalle nahe Oberschleuse.

Wegen der Dringlichkeit angesichts der fortgeschrittenen, nur provisorisch gesicherten Schäden der Ufermauer konnten, wie schon berichtet, diese Maßnahmen vor und außerhalb des voraussichtlich erst 2018 beginnenden Planfeststellungsverfahrens in Angriff genommen werden.

[Update: Im frischen 135. WSA-Newsletter finden sich die technischen Details…]

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Erstaunlicher innerstädtischer Artenreichtum

Schutzbedürftiges Kleinod Landwehrkanal

Von der 4. turnusmäßigen WSA-Öffentlichkeitsveranstaltung

4. Öffentliche WSA-Infoveranst

4. Öffentliche WSA-Infoveranstaltung am 17.11.15

[Update: Hier nun der Link auf relevante Unterlagen im Kontext der Veranstaltung.]

Die Tagesordnung der mittelgut besuchten 4.WSA-Infoveranstaltung zur Instandsetzung des Landwehrkanals blieb erwartungsgemäß genauso, wie den Interessierten vor Wochen vorgesetzt (und fand trotzdem auf der schon anrührend tristen Ankündigungsseite keinen Platz). Die per Mail an die Zentrale Anlaufstelle Öffentlichkeitsbeteiligung (ZÖB) rechtzeitig herangetragenen ergänzenden TOPs wurden in der „Fragerunde“, wie vorausgesagt, zu einem Zeitpunkt verlesen, zu beantworten versucht und diskutiert, als viele der nicht direkt in den Beteiligungsprozess Involvierten die Veranstaltung schon verlassen hatten. Den an einer vertieften Diskussion, sei’s der Vorträge, sei’s ihrer Kritikpunkte Interessierten reichten wiederum die angesetzten zwei Stunden nicht, und so wurde die übliche Dreiviertelstunde überzogen.

Mitglieder des Expert*innenkreises waren an der Senatsbaumaßnahme Lohmühlenpark in Treptow ebenso interessiert wie am Schicksal des „Masterplans Tiergartengewässer“, doch während für die Erstgenannte der Zuständige der SenStadtUm-Abt. X [der Betreffende hat aus besonderen persönlichen Gründen um Löschung seines Namens gebeten] wenigstens eine Mail geschrieben hatte, war über die Tiergartengewässer überhaupt nichts rauszukriegen: Personalmangel verhindert die  (zumindest öffentliche) Beteiligung des Senats am Fortgang des Landwehrkanal-Verfahrens, was wir insbesondere in Rücksicht auf die Abteilung „Integrativer Umweltschutz“ lebhaft bedauern.

Das Podium

Das Podium

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Der Bock als Gärtner

Bei Ökologie, Natur- und Baumschutz kontrolliert sich der Vorhabenträger am besten selbst

WNA besetzt ökologische Baubegleitung mit eigener Mitarbeiterin

Die Personalie ökologische Baubegleitung bei der Instandsetzung der Uferabschnitte Flatow-Sporthalle unweit Oberschleuse und Altes Zollhaus gegenüber dem Prinzenbad in Kreuzberg hat nicht nur ein Geschmäckle, sondern ist vollständig verwürzt. Jedenfalls für Teilnehmer*innen des Mediationsverfahrens „Zukunft Landwehrkanal“ (LWK), denen jählings klar wird, warum ihnen jedes Mitspracherecht verweigert wurde. Hier rächt sich nicht erstmals, dafür jedoch besonders spektakulär, dass das WNA niemals an der Mediation teilnahm und die Vielzahl der Diskussionen gerade um die von der WSV so sträflich behandelten existentiellen Aufgaben Ökologie und Naturschutz auch nicht nachträglich zur Kenntnis genommen hat. Ein wesentliches Anliegen der Bürger*innen und der Umweltverbände, nämlich ein echtes Korrektiv pro Umwelt und Natur im Verwaltungshandeln besonders der WSV zu installieren, ist unversehens zur ÖBB geronnen, die zur Überwachung der Umsetzung des LPB ohnehin vorgeschrieben ist, wie zu erwarten oft mit bloßer Feigenblattfunktion.

Selbstverständlich und ohne jede Frage ist in der ein knappes Jahr ausgehandelten Mediationsvereinbarung an eine unabhängige, externe ökologische Baubegleitung gedacht, die vor allem das Vertrauen der Bürger*innen genießt, weil sie auf Seiten der Bäume und der Stadtnatur steht, und nicht im entferntesten an die Groteske, dass sich der Vorhabenträger quasi selbst begleitet. Dies ist ebenso wenig akzeptabel wie es der Coup für den Denkmalschutz wäre, wenn der/die Denkmalarchitekt/in aus dem Personalpool des WNA rekrutiert würde. Bei Ökologie und Partizipation, sprich: bei „Gedöns“, soll das ohne weiteres drin sein? Den Rest des Beitrags lesen »