VorOrtSofort am Alten Zollhaus

WNA noch nicht auf dem Stand des Mediationsergebnisses

Mette-Mitarbeiter erklärt Bürgerexpert*innen den Crush Piler

Otstermin Zollhaus

Ortstermin Zollhaus

Letzten Donnerstag fand am Alten Zollhaus gegenüber dem Prinzenbad in Kreuzberg der dankenswerter Weise verschobene Termin VorOrtSofort statt (wie dereinst Mediator Kessen dieses bewährte Beteiligungsformat taufte) und gegen dessen alternativlose Terminierung und thematische Vorfestlegung (Herstellung der notwendigen Baufreiheit durch Sägen) die BaL heftig protestiert hatten.

4. Öffentliche WSA-Informationsveranstaltung,
morgen, Dienstag, 16:30 Uhr
im Amtssitz von WSA & WNA,
Mehringdamm 129
nahe Luftbrücke und Tempelhofer Feld

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Teststrecke Paul-Lincke-Ufer erfolgreich abgeschlossen

Crush Piler überzeugt auf ganzer Linie

Gemeinsamer Erfolg des Mediationsforums!

Interessierte

GIKEN- und WSA-MitarbeiterInnen, Volk

Als gemeinsamen Erfolg des Mediationsverfahrens und der Mitglieder des Forums, namentlich des WSA und der BürgervertreterInnen, pries Amtsleiter Michael Scholz anlässlich des „Baustellentags“ am vergangenen Mittwoch (7.4.) die rundum überzeugende Erprobung des Crush Pilers entlang der Teststrecke Paul-Lincke-Ufer.

Interessierte 02

Verwaltungs-, BürgervertreterInnen

Zahlreich waren die MitarbeiterInnen der Bundesbehörde an den Landwehrkanal in Höhe Forster Straße in Kreuzberg geeilt: von den Mitgliedern der AG LWK mit Leiterin Dr. Annette Ernst, der zuständigen Sachbereichsleiterin, Gerrit Riemer, bis zur Pförtnerin, die man endlich mal nicht hinter Glas sah, sowie etlichen, die wir bisher noch nie gesehen hatten, BezirksamtsmitarbeiterInnen und Vertreter von Baufirmen lauschten zusammen mit Leuten von BI/Verein BaL, AnwohnerInnen, interessierten BerlinerInnen und Gästen jeden Alters den Ausführungen Dr. Naji Al-Arjas von GIKEN Europe, der das Bohrpressverfahren und die Arbeitsweise des japanischen High-Tech-Geräts erläuterte, das eigens für das Einbringen von Spundbohlen in Wohngebieten entwickelt worden ist, wenn es sich um sehr harte Bodenverhältnisse handelt.

Das Bohrpressverfahren

Bohrschnecke

Bohrkopf und Schnecke

Die innovative Technik, die in einem Arbeitsgang zunächst mit verrohrter Schnecke vorbohrt, dann die hier rund acht Meter langen Stahlbohlen immer im Doppelpack fünf  Meter tief in die Kanalsohle presst, beim Herausziehen der Schnecke den Bohrkanal größtenteils wieder verfüllt und verdichtet, woraufhin die vierzig Tonnen schwere Presse weiter „schreitet“, sich auf die gerade eingebrachte Bohle „setzt“, um von dort nach erneutem Vorbohren die nächste, vom 26 Meter hohen Kran angereichte Doppel-Z-Bohle exakt ins Schloß der vorherigen einzufädeln −, diese Technik ist erstaunlich lärm-, abgas- und erschütterungsarm, was die ZuschauerInnen immer wieder erstaunte, und sie arbeitet beeindruckend schnell und effizient. Die als GIKENs Subunternehmer tätigen Wasserbauer der Firma Otto Mette gaben ihr Bestes; die Kooperation mit den nur Englisch sprechenden japanischen Kollegen klappte dennoch ausgezeichnet, und so konnte das Verfahren seine Effizienz beeindruckend unter Beweis stellen.

Fünfzig Meter in fünf Tagen

Fertige Spundwand

Akkurat verpresste Spundwand

In allenfalls einer Woche seien die fünfzig Meter zu bewältigen, hatte Al-Arja im Vorfeld wiederholt versichert und war damit bei allen Beteiligten auf einige Skepsis gestoßen, doch schon am gestrigen Donnerstag (8.4.), dem insgesamt fünften Arbeitstag, wurde am frühen Nachmittag bereits die letzte Bohle verpresst. Und hätte nicht wegen des österlichen Ausflugsverkehrs ein Großteil des Equipments ab- und danach wieder aufgebaut werden müssen: es wäre noch schneller gegangen.

Natürlich stehen Auswertung und Evaluierung des Tests anhand der von einem halben Dutzend verschiedener Firmen mit modernsten Geräten gewonnenen Messwerte und Daten noch aus, doch dass der Crush Piler herkömmlichen Verfahren des verrohrten Bohrens mit Bodenaustausch und Verpressen in zwei gesonderten Arbeitsschritten, das nach dem Fiasko an der Corneliusstraße im vorvergangenen Winter zunächst geplant war, haushoch überlegen ist, kann schon jetzt schwerlich bezweifelt werden, auch nicht im Hinblick auf den Kostenfaktor! „Eine sehr schöne Technik und für die Bürgerseite ein großer Erfolg“, erkannte ein WSA-Mitarbeiter freimütig an.

BürgerInnen helfen dem Amt auf die Sprünge

Eine Bürgervertreterin der BaL, in weiterem Sinne vom Fach, hatte nach dem Scheitern des konventionellen Pressens und Rammens am Corneliusufer in Mitte von den neuartigen Systemen der Japaner während eines TU-Spundwandseminars erfahren und sogleich das  Potential für die LWK-Sanierung erkannt, doch es hatte langer, beharrlicher Überzeugungsarbeit und der Überwindung mancherlei Hürden bedurft, bis nach ca. einem Jahr WSA und BAW sich schließlich auf eine Erprobung des Crush Pilers einließen. Die hartnäckigsten Zweifler, die vom angeblich drohenden  Grundbruch mit anschließendem Mauerversagen nicht abzubringen waren, deren Motive bisweilen aber auch einen eher sachfremden Hintergrund vermuten ließen, blieben denn auch der Test-Baustelle demonstrativ fern.

Verladung

Verladung des Bohrgeräts

Da die Kanalsperrfrist auch wegen der Bautätigkeit am Riedel-Anleger Kottbusser Brücke und am Tempelhofer Ufer noch bis zum Ende d. M. andauert, hätten nun noch über zwei Wochen zur Verfügung gestanden, um den Crush Piler auch nach Mitte zu holen und dort die abgebrochene Verspundung noch in diesem Frühjahr und vor der Wachstumsperiode fertigzustellen, was die privat finanzierte Uferpromenade endlich wieder benutzbar gemacht und die noch immer angepflockten Kastanien von den Betonklötzern erlöst hätte. Und die ins Feld geführten vergaberechtlichen Probleme hätten bei einigem guten Willen durchaus gelöst werden können, doch nun ist der Zug abgefahren und der Crush Piler auf dem Rückweg nach Genthin, um die dortigen Spundwandarbeiten fortzuführen.

Ein überzeugender Einstand

Interessierte 03

Interessierte

Zuversichtlich aber stimmt die Tatsache, dass nach diesem gelungenen Einstand der neuartigen GIKEN-Technik auch alles für einen Einsatz des GRB-Systems am LWK spricht, das die Aufrechterhaltung des Schifffsverkehrs zulässt, indem neben der Presse auch der Kran auf der Spundwand fährt und nicht auf einer auf und ab schwankenden Schute stehend die Fahrrinne allzu weit verengt. Was aber nun unser Haupt-Essential und unverhandelbares Herzensanliegen, den möglichst vollständigen Erhalt des ufernahen Baumbestands angeht, so sind wir nach dieser gelungenen Performance des Crush Pilers, der unter Bäumen jedoch wenig geeignet wäre, überzeugt, dass der so genannte Gyro Piler mit einer Arbeitshöhe von nur um die fünf Meter dort, wo zugleich die Kanalsohle sehr hart ist und traditionelle Verfahren versagen, die Lösung bringen wird.

BaL und BfK wünschen Fröhliche Ostern!

AG Landwehrkanal lädt zum Baustellentag am 7.4.

In der heutigen „Bürgersprechstunde“ open air äußerten AnwohnerInnen die Befürchtung, dass es nach den vergleichsweise lärmarmen Präliminarien der vergangenen Tage nach Ostern nun wohl erst richtig zur Sache gehen werde mit dem Schlagen, Rammen, Wändewackeln und − waren bass erstaunt zu hören, dass dies schon Ernstfall gewesen sei und nur in gleicher Form noch ein Weilchen fortgesetzt werde. Zwei vielleicht dreijährige Knaben aber erkundigten sich nach der „Spundwand“ und den „Metallgeräten“ − das sind doch schon mal zuversichtlich stimmende Zeichen öffentlicher Akzeptanz!

Virtuoser Mette-Kranführer

Virtuoser Mette-Kranführer

Auf der Teststrecken-Baustelle ist unterdessen der Osterputz abgeschlossen, alles bis auf den Crush Piler selbst sowie die Mess- und Überwachungsinstallationen beräumt; die Mette-Mannen haben die Stätte ihres Wirkens auf ihrer Jolle verlassen, und nur ein Mitarbeiter der Schutz & Sicherheitgruppe Berlin (SGB) bleibt zurück und schiebt Wache.

Mette Leute

Mette Leute beim Ablegen

Nun kann’s also losgehen mit dem Ausflugsverkehr, und einer österlichen Brückenfahrt steht nichts mehr im Wege! − Am Dienstag, 6. April, wird die Erprobung weitergeführt, und gleich am folgenden Mittwoch, 7.4., veranstaltet die AG LWK einen Tag der Offenen Baustelle: „Wir möchten Ihnen Gelegenheit geben, sich die Arbeiten vor Ort anzusehen und bieten Ihnen ab 13.00 Uhr einen öffentlichen Baustellentag an“, teilt die WSA-Pressesprecherin Landwehrkanal, Evelyn Maria Bodenmeier, mit. „Die AG Landwehrkanal würde sich über eine zahlreiche Teilnahme freuen und wird Sie auf der Baustelle empfangen.“ [Siehe auch den WSA-Newsletter vom 1. April.]

SGB-Mitarbeiter

SGB-Mitarbeiter

Aber zunächst gehn wir mal zum Kraft schöpfen in die Osterpause und wünschen unsern BI- und Vereinsmitgliedern, allen UnterstützerInnen, MitstreiterInnen, FörderInnen, AnwohnerInnen und FreundInnen des LWK entspannt-erholsame, schauerarme Feiertage mit vielen Osterhasen (und möglichst ohne Mastkarnickel)!

Frohe Ostern 2010

Frohe Ostern 2010 | © unbekannt

Crush Piler in Action

Teststrecke interessiert nicht nur Öffentlichkeit, sondern sogar Medien

Crushpiler und recycelter Würfel

Crushpiler und recycelter Würfel

Nach einer Woche der Baustelleneinrichtung und Installierung aller Arten von Mess- und Überwachungsequipment für Beweissicherung, Erschütterungs-, Schall- und Abgasemissionsmessungen an der Teststrecke Paul-Lincke-Ufer/ Ecke Forster Straße verpresst das japanische Hi-Tech-Gerät wunderbar leise und als bestünde die Kanalsohle tatsächlich „nur aus Matsche“, wie ein Zuschauer meinte, der Bauingenieur zu sein und sich am Ort auszukennen behauptete. Doch ganz im Gegenteil wurden diese fünfzig Meter unter dem Kriterium besonderer Bodenfestigkeit ausgesucht, den gerade an solchen hochverdichteten Mergel- und Geschiebeschichten scheiterte die Firma Mette Wasserbau mit herkömmlichem Pressen bzw. Rammen im Bereich Corneliusstraße in Mitte, wo seither die rostigen Stahlbohlen wie schlechte Riesenzähne unregelmäßig aus dem Wasser ragen. Mette sollte daraufhin ein Konzept für sog. verrohrtes Bohren ausarbeiten, das Bodenaustausch, mindestens zwei Arbeitsdurchgänge und vor allem viel Zeit erfordert hätte −, bis eine Bürgervertreterin vom Fach im TU-Spundwandseminar das Potential der GIKEN-Technologie erkannte, die extra für extrem harte Böden sowie den Einsatz im innerstädtischen Wohnbereich entwickelt worden ist. Es bedurfte viel hartnäckiger Überzeugungsarbeit − weniger im Fall der anderen Forumsmitglieder als vielmehr von WSA und WSD − doch jetzt, über ein Jahr später, genauer: seit Montag (29.3.) ist es endlich so weit und der sog. Crush Piler im Einsatz. Dieses millionen- und tonnenschwere Gerät bohrt in einem Arbeitsgang mit einer verrohrten Schnecke vor und presst zugleich die Doppel-Z-Bohle − also ein jeweils breites Stück Spundwand − ein, und das vergleichsweise so erschütterungsfrei, leise und abgasarm, dass es die allermeisten der AnwohnerInnen und interessierten Passanten sichtlich beeindruckt.

Millimeterarbeit

Crush Piler

Crush Piler

GIKEN, eigentlich nur Gerätehersteller/ -verleiher und nur bei diesem Test ausnahmsweise Hauptauftragnehmer, hat Mette Wasserbau als Subunternehmer verpflichtet, und die Kooperation zwischen japanischen und deutschen Ingenieuren und Technikern klappt, soweit wir das beurteilen können, hervorragend. Besonders der Kranführer, der die 11,50m-Bohlen anreicht, ist uns für seine exakte Millimeterarbeit schon gut bekannt, seit er nur unwesentlich kürzere Teile ohne nennenswerte Astschäden durch die Lindenkronen am Tempelhofer Ufer gefädelt hat. Lässig platzierte er auch einen Hänger mit Messgeräten unter einen Baum, ohne einen Zweig zu berühren.

Heute (Mittwoch, 31.3.) hatte sich auch die rbb-Abendschau angesagt, führte etliche Interviews , filmte den „japanischen Riesen“ bei der Arbeit , und im gesendeten Beitrag (ab min 23:50) kommt trotz der Kürze das Wesentliche rüber: dass es beim Sanieren der rund elf Kilometer Uferwand in 120 Jahre alter Regelbauweise den VertreterInnen von BI/Verein BaL und der AnwohnerInnen vor allem auf den Schutz der Uferbäume und -vegetation ankommt.

Bohlenanreichung

Bohlenanreichung

Hierfür ist der Crush Piler wegen der immensen Arbeitshöhe eher nicht geeignet, doch GIKEN hat, wie an anderer Stelle schon wiederholt berichtet, noch einiges mehr in petto: Beim sog. GRB-System z. B. fährt der Kran nach einer Startphase auf der Spundwand selber, steht nicht auf einer breiten verankerten Schute und hat damit einerseits wegen des festeren Stands eine weit höhere Kapaziät und beansprucht andererseits einen viel geringeren Teil der Fahrrinne , so dass die Ausflugsschiffe passieren können. Das bedeutet, dass die Arbeiten auch in der warmen Jahreszeit vonstatten gehen können und nicht immer auf die winterliche Sperrzeit verlegt werden müssen, die sich dem Wasserbau zuweilen ausgesprochen ungünstig zeigt. Dadurch würde vielleicht doch noch in absehbarer Zeit den malträtierten Kastanien (und natürlich auch den AnwohnerInnen!) an der Corneliusstraße geholfen, wenn eben das GRB-System Bestandteil der geplanten EU-weiten Ausschreibung wird und die Brockelmannschen Würfel, welche seit Sommer ’07 die privat finanzierte Promenade verschandeln, vielleicht doch noch im Laufe dieses Sommers verschwinden können.

Bohlenanreichung 02

Bohlenanreichung 02

Bei dieser Gelegenheit möchten wir uns auch noch dahingehend berichtigen, dass der Bezirk Mitte nicht einfach „eingeknickt“ ist, wie wir fälschlich behaupteten, sondern sich vielmehr vom WSA garantieren ließ, dass der Göttinger Professor Weihs mit georadiologischen und elektromagnetischen Widerstandsmessungen ein Gutachten über die Notwendigkeit der Betonklötze erstellt und im Übrigen das Amt für die Instandsetzung und -haltung der Promenade bis zu ihrer endgültigen Fertigstellung aufkommt. − Leider wurde versäumt, die BürgervertreterInnen über diese Vereinbarungen zu informieren [was womöglich seinerzeit ihre Enttäuschung und Frustration gelindert hätte −, aber darum kann’s freilich nicht gehen…]

Sodann aber hat’s da noch GIKENs relativ brandneuen Gyro Piler, der eine nur sehr geringe Arbeitshöhe beansprucht und, für den Einsatz unter Brücken konzipiert, auch für den unter überhängenden Kronen prädestiniert wäre. Doch diese Wunderwaffe gibt’s zurzeit nur als Unikat in Japan und kann nicht mal eben zu Testzwecken auf eine dreiwöchige Schiffsreise um die halbe Welt geschickt werden −, doch wenn sich mählich doch noch herauskristallisiert, auf wie langen Strecken mit Kronenüberhang er eingesetzt werden könnte, sollte sich auch diese Option weiter konkretisieren lassen.

Startwidrigkeiten

Bohleneinfädeln

Bohleneinfädeln

Zum Missvergnügen der GIKEN-Ingenieure verhindern zahlreiche Störungen und Unterbrechungen bei der Arbeit an der ohnehin nur arg kurzen Teststrecke am Paul-Lincke-Ufer, dass das System seine Effizienz voll entfalten kann. Alle Überwachungszurüstungen und installierten -anlagen sollen ja nicht zuletzt dem Vergleich mit den diversen Verspundungsverfahren konkurrierender Hersteller dienen. − Die Einrichtung der Baustelle, zunächst mit der besonderen Startkonstruktion, und das Launching nahmen einige Zeit in Anspruch, und nun muss das ganze Equipment eilends wieder abgeräumt werden, um über die Osterfeiertage den Kanal für die Fahrgastschifffahrt freizugeben. Am 6. April wird dann alles wieder aufgebaut. − Seltsam auch, dass die Firma Kemmerer, welche die Verspundung am abgerutschten Riedel-Anleger Kottbusser Brücke mittels einer Hydraulikpresse durchgeführt und am 25.3. erfolgreich abgeschlossen hat, gerade am Starttag des Crush Pilers binnen zwei Stunden fünf- bis sechsmal darauf bestand, mit ihren Schuten die Teststrecke zu passieren, weshalb dort jedes Mal die Arbeiten unterbrochen werden mussten.

Infos für Interessierte vor Ort − Feed back erwünscht!

Verspundeter Riedel Anleger Maybachufer

Verspundeter Riedel Anleger Maybachufer

Gleichwohl sind alle Beteiligten guten Mutes, dass der Test des Crush Pilers erfolgreich verlaufen wird. Und auch die AnwohnerInnen und Interessierten, die zahlreich vorbeikommen, zeigen sich durchweg beeindruckt von den geringen Erschütterungen, Lärm- und Abgasentwicklungen.

Morgen noch mal 14:30 bis 15:30 Uhr und dann ab 6.4. (Mo, Mi und Fr 11 bis 12 Uhr und Di, Do und Sa 14:30 bis 15:30 Uhr) werden nahe der Infotafel, die jetzt auch mit einem Brief-, Kummer- und Vorschlagskasten bestückt worden ist, VertreterInnen der BaL und AnwohnerInnen Interessierte nicht nur über die konkreten Arbeiten informieren, sondern diese immer auch in den weiteren Kontext der ökologisch nachhaltigen Kanal-Sanierung stellen und erläutern, was an Aufgaben noch zu bewältigen ist: von der Entscheidung über sog. Primärsanierungs- oder -sicherungsvarianten unter der Wasseroberfläche; der Erprobung von Sanierungsvarianten der eigentlichen Ufermauer über der Wasserlinie; die Verzahnung mit der Planung eines durchgängigen Uferradwanderwegs; der Schaffung einer Infrastruktur für emissionsfreie Solarschiff- und Bootsfahrt bis hin zur ökologischen Aufwertung von Gewässer und Uferbereichen im Interesse von Biotop- und Artenschutz, aber auch wassernahem Naturerleben und Erholen

Nach Ostern soll zunächst die Prüfung der insgesamt 14 vorliegenden Sanierungsvarianten anhand des komplexen Kriterienkatalogs des Mediationsforums abgeschlossen und der Inhalt der auszuschreibenden Baumkartierung vom Mediationsforum abgesegnet werden.

rbb-Abendschau-Team

rbb-Abendschau-Team

Was nun ein ganz anderes Geschehen an einem anderen Berliner Kanal angeht, so war bezeichnenderweise niemand bislang an der Teststrecke, den wir auf Grund seiner Zuständigkeit daraufhin hätten ansprechen können, weder Amtleiter Scholz (der sich seinerzeit sogar den fulminanten Start des Dieselbären am Tempelhofer Ufer nicht entgehen ließ), und Sachbereichsleiterin Frau Riemer schon gar nicht. Frau Bugner von der WSD hat Urlaub, und ihr Vertreter, Jan Hädecke, ist „an eine andere Fachrichtung gebunden“ und will lieber gar nichts als etwas Falsches sagen, was zu respektieren ist. Jedenfalls würde die Sache im Hause gegenwärtig bearbeitet. Wir dürfen gespannt sein. − Und auch die rbb-MitarbeiterInnen, die ebenfalls informiert sein müssten, sprachen das Thema erwartungsgemäß nicht an.

Es zeugt tatsächlich noch zusätzlich von einiger Unverfrorenheit, ausgerechnet im Augenblick eines gemeinsam errungenen Erfolges oder zumindest erreichten Etappe nur wenige Kilometer entfernt wieder in längst überwunden geglaubter Manier loszulegen − fast schon ein déjà vu.

Verspundung unter den Linden läuft vorbildlich

Filigranes Arbeiten, Simultaneität und enge Kooperation zeitigen  maximale Erfolge

Beratung

Gebanntes Beobachten

Nachdem die 15m-Strecke des Abschnitt 4 (direkt am U-Bhf. Möckernbrücke) in der letzten Woche wegen guter Bodenbeschaffenheit an nur zwei Tagen ohne Probleme mit weiteren achtzehn 9,50m-Bohlen verspundet werden konnte − und zwar mit einem Silent Z-Piler der Fa. GIKEN −, gab es letzten Montag (9.11.) auch einen viel versprechenden Auftakt unter den vier Linden in Abschnitt 6.

Vor Ort schärfte WSA-Leiter Michael-Scholz seinen Leuten wie auch jenen der Firma Mette Wasserbau noch einmal ein, dass es sich hier wegen des überhängenden wertvollen Baumbestands in dieser Bausaison beim Abschnitt 6 um den wichtigsten handele, dem außerdem im Hinblick auf die vielen weiteren Uferabschnitte mit Kronenüberhang Pilotfunktion zukomme. Es müsse filigran gearbeitet werden, und die Bauarbeiten dürften Zeit und Geld kosten, aber keine Starkäste, geschweige denn Bäume!  − Mette hatte schriftlich zugesichert, unter Starkästen den Arbeitsraum von sechs Meter Höhe nicht zu überschreiten und eine Beschlussvorlage des Mediationsforum das simultane Arbeiten zwischen Wasserbauern und Baumpflegern sowie zur Lösung von  Konfliktfällen das Konsensprinzip zwischen Baubevollmächtigtem, Baumsachverständigen und der Vertreterin der Unteren Naturschutzbehörde  festgeschrieben.

Arbeitsbeginn

Arbeitsbeginn mit Kran

Anfangs war noch ein 22 Meter hoher Kran vonnöten, um die GIKEN-Presse, bedient von einem Mitarbeiter des Subunternehmens Tauber, auf die Rolle der Startbohle zu hieven, und auch noch eine Stahlbohle konnte per Kran problemlos zugereicht und ins Schloss der Startbohle eingefädelt werden, doch bei der nächsten, die den äußeren Kronenbereich der Linde tangierte, so dass ein Mitarbeiter der Baumpflegefirma GvL einen Ast mittels übergeworfenem, unten mit Blei beschwertem Seil von der Böschung aus zur Seite biegen musste, brach denn auch prompt ein Schwachast unter Hinterlassen einer größeren Wunde im Starkast −, nach Auffassung des Baumsachverständigen Barsig indessen nicht weiter schlimm, doch ein Indiz dafür, dass dem Wegbiegen von Lindenästen bei diesen Temperaturen enge Grenzen gesetzt sind.

Kleines Gerät schützt große Bäume

GIKENs Silent-Z-Piler

GIKENs Silent Z-Piler

Alle weiteren Bohlen reichte danach, wie ja ohnehin geplant, ein wesentlich kleinerer, entsprechend schwächerer Seilbagger Fuchs F114 zu, der aber die selbstschreitende Presse nicht auf die Startbohle heben könnte.

Wegen der überraschend guten Bodenverhältnisse (die zwischenzeitlich nochmals überprüft worden sein müssen) wird auf Staffelrammung mit unterschiedlichen Bohlenlängen ganz verzichtet; außerdem hat die statische Prüfung nunmehr erbracht, dass die Gesamtlänge der Bohlen nicht zwölf, nicht 9,50, sondern nur noch 8,40 Meter betragen muss, um die Stabilität der Spundwand auch als Dauerlösung zu gewährleisten.

Minimale Schäden

Geplant war ferner, zunächst durchweg 6m-Bohlen einzupressen und sie in einem nächsten Arbeitsgang mit 2,50m-Stücken aufzuständern, doch, wie es im Bericht des Baumsachverständigen Dr. Barsig heißt, „dank der guten Arbeitskooperation aller Beteiligten war es möglich, zwischen sechs Meter langen Bohlen auch 8,40 m lange einzupressen, so dass sich hier ein zweiter Arbeitsgang, bei dem die Zweige und Äste während des Rammens der aufgeständerten Bohlen nochmals gefährdet werden könnten, teilweise einsparen ließ. Durch die simultane Anwesenheit der Baumpfleger in der Baumkrone wurden durch den Baumschutz bedingte Arbeitsverzögerungen vermieden. Außerdem hat sich gezeigt, dass durch die simultane Arbeitsweise deutlich mehr Baumsubstanz erhalten werden kann als bei einer baumpflegerischen Schnittmaßnahme im zeitlichen Vorlauf zur Spundwandeinpressung.“ − Abgesehen von vereinzelten Schwachast-Verletzungen konnte somit die komplette Baumkrone der wertvollen Linde Nr. 28 erhalten werden!

Gebanntes Beobachten

Beratung

Und auch heute (11.11.), so Barsigs aktueller Bericht, „bei der Unterquerung der Linde Nr. 27 (und z.T. schon Linde Nr. 26) − beide mit beträchtlichem Kronenüberhang über dem LWK − kam es durch die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten einschließlich der Wasserbau-Fa. Mette zu einer aus Baumsicht fast hundertprozentig unfallfreien Spundbohleneinpressung. Es gab nur einen minimalen Schaden an einem Schwachast, so dass im bisherigen Verlauf der Baumschutz optimal erfolgt ist.“

Wir danken an dieser Stelle ganz herzlich allen an der wasserseitigen Sicherung der Uferwand Beteiligten für ihre bisherige beispielhafte Zusammenarbeit im Interesse des Baumerhalts und des Natur- und Landschaftsschutzes und wünschen auch bei den verbliebenen beiden Bäumen allen Erfolg!