Verwaltete Beteiligung in Kreuzberg

Planungsprozess zum Urbanhafen Rückschritt in Partizipationskultur

Sträuben gegen aufoktroyierte Strukturen

Die Bestuhlung des Saals im Haus des Sports reichte nicht aus, so groß war der Andrang bei der Präsentation des „Siegervorentwurfs“ zur Neugestaltung des nördlichen Urbanhafen-Ufers von Hanke + Partner am Mittwoch (13.3.).

Interessierte

BürgerInnenbeteiligung Nordufer Urbanhafen

Das „unabhängige“ Moderatorenteam von Barbara Willecke (planung ∙ freiraum; auch Jury-Mitglied) und Holger Scheibig (conceptfabrik), das schnell in medias res strebte, musste jedoch ein halb Dutzend Mal innehalten und neu anheben, um ihren vorgefertigten Programmablauf zu servieren und reagierte mit Befremden, als sich das Publikum mit der Abfolge der Gänge nicht unwidersprochen abspeisen lassen mochte. Den Rest des Beitrags lesen »

Einladung zur Begehung des südlichen ELK

BI Bäume für Kreuzberg

Freitag, 11.3., 15 Uhr, Aktionsfläche Wassertorplatz

Architekt Baller erläutert seine Vision

Architekt Baller erläutert seine Vision

Schon anlässlich der Auftaktveranstaltung zur Planung einer Qualifizierung des südlichen Abschnitts des Luisenstädtischen Grünzugs (→ Ehem. Luisenstädtischer Kanal = ELK) am 8. Februar wurde klar, dass ohne einen Ortstermin die unterschiedlichen Vorstellungen von gradlinig-baumgesäumter Promenade mit Sichtachse von Kirchturm- zu Kirchturmspitze gegenüber jenen von geschwungenen Räumen, Vegetationsnischen und mäandernden Pfaden nur immer wieder als abstrakte Positionen unvermittelt aufeinander prallen würden. [Das beschlossene Protokoll siehe hier.] Den Rest des Beitrags lesen »

BaumschützerInnen-Info vom 16.02.08

Fällalarm auf dem Oranienplatz!

Wenn in der Stadt Gartendenkmale rekonstruiert werden sollen, geht es regelmäßig Bäumen an den Kragen, wird sog. Wildwuchs rigoros gerodet, werden Sichtachsen freigelegt und im Namen ehrwürdiger alter Pläne nicht selten ganze Biotope vernichtet. Denkmal- und Naturschutz geraten aneinander, und meist zieht letzterer den Kürzeren.

Doch die spürbaren Auswirkungen des Klimawandels und Horrornachrichten über galoppierendes Artensterben haben in nur wenigen Jahren das öffentliche Bewusstsein erheblich verändert: Die BürgerInnen sehen nicht länger tatenlos zu, wenn infolge jahrzehntelangen öffentlichen Sparwahns und Outsourcing der Pflege ihre Parkanlagen und Grünflächen vor die Hunde gehen, aus Kostengründen immer mehr vernachlässigte und kaputt gepflegte Bäume gefällt oder gar denkmalgerechter Sanierung geopfert werden, weil dafür plötzlich Gelder zur Verfügung stehen, siehe die Oderberger Straße in Prenzlauer Berg oder jetzt der Grünzug entlang des ehemaligen Luisenstädtischen Kanals, der im angeblichen Sinne des Gartenarchitekten und Volksparkbewegten Erwin Barth rekonstruiert werden soll. Der würde sich wahrscheinlich im Grabe umdrehen, wenn er wüsste, was da sein in seinem Namen beabsichtigt wird (genauso wie Lenné, der auch immer für jeden Blödsinn herhalten muss).

Unsere Versuche, Baustadträtin Kalepky oder irgendjemand sonst Befugten zwecks Stellungnahme zu erreichen, schlugen bisher leider fehl. Bedrohte Pappel nahe Waldemarbrücke Unversehens ist aber auf der Website des Fachbereichs Naturschutz und Grünflächen gestern diese vom Bürgerverein gefällig gestaltete PDF-Datei aufgetaucht. Der gesamte Pappelaufwuchs ist laut „unabhängigem Gutachten“ zufällig ohnehin nicht standsicher, müsste sowieso gefällt werden und wird durch Pflanzungen von Linden auf dem Promenadenstreifen oberhalb des Kanals ersetzt. Das könnte freilich ein Weilchen dauern, mal abgesehen davon, dass die Rodung einer ganzen Pappelgruppe erst mal eine ordentliche Lücke reißt. (Jene im November 07 in der Kohlfurther Straße sollten laut Aussage von Frau Kalepky gefällten Pappeln schon kurz darauf durch „acht Meter hohe Spitzahornbäume“ ersetzt werden. Dies ist bis heute nicht geschehen… )

Jedenfalls sollten die AnwohnerInnen umgehend Einsicht in die unahbängigen Gutachten fordern!

Es folgt ein Aufruf von AnwohnerInnen des Oranienplatzes, die sich der institutionalisierten Bürgerbeteiligung alteingesessener deutscher Restbestände entgegenstellen.

Umweltzone ohne Bäume?

BaumschützerInnen-Info vom 16.02.08
Aktueller Aufruf von AnwohnerInnen des Oranienplatzes

Auf dem Oranienplatz drohen weitere Baumfällungen!

Zur Durchführung der im Schaukasten des Bürgervereins Luisenstadt e.V. dargestellten denkmalgerechten „Sanierungsmaßnahmen des ehem. Luisenstädtischen Kanals zw. Landwehrkanal und Engelbecken“ werden offensichtlich weitere Baumfällungen vorgenommen. Angeblich unter Beteiligung und Zustimmung der AnwohnerInnen!

Betroffen ist der gesamte Grünstreifen von der Waldemarbrücke über den Oranienplatz, Wassertorplatz (Verkehrsgarten mit vielen Bäumen!) bis hin zum Kanal! Alles, was zwischen den historischen Kanalmauern steht, kommt weg!

Der erste Bauabschnitt ist der Grünstreifen zwischen Waldemarbrücke und Oranienplatz. Nachdem dort bereits drei große Pappeln „wegsaniert“ wurden, sollen zwei weitere Pappelgruppen vor der Waldemarbrücke noch diesen Februar gefällt werden! Der Weg wird abgesenkt, der Spielplatz mit den riesigen Natursteinen verschwindet! Was die AnwohnerInnen nach dem Mauerbau in Eigeninitiative geschaffen haben, wird zunichte gemacht. Das ist auch ein Stück Geschichte, und zwar zeitgenössische!

Was würde dann noch an den Verlauf der Mauer an der Waldemarbrücke erinnern!?

Der Weg wird von der Straßenebene nicht mehr einsehbar sein. Es wird noch mehr dunkle Ecken geben. Man kann im Notfall nicht auf die Straße flüchten, ebenso wenig kann von außen jemand zu Hilfe eilen. Sozusagen als „Gegenmaßnahme zur Maßnahme“ soll das Ganze dann in Zeiten des Energiesparens evtl. aufwendig beleuchtet werden.

Unbestritten sind die Grünanlagen in einem bedauernswerten Zustand. Nach jahrelanger Vernachlässigung bieten sie einen jämmerlichen Anblick und machen es den Verantwortlichen leicht, selbst die unsinnigste Sanierung zu rechtfertigen. Die radikalen Maßnahmen werden damit begründet, dass die bereitgestellten Gelder vom Denkmalschutz kommen, an dessen strikte Vorgaben man sich deshalb zu halten habe. Eine behutsamere Sanierung käme jedoch nicht nur dem Erholungsfaktor der Anlagen und dem Schutz der Stadtnatur zugute, sondern würde auch die Kosten für die Stadt geringer halten — die Gelder könnten aus einem anderen Topf kommen.

Wünschenswert sind zum Beispiel:

  • Fachkundige Pflege des vorhandenen Baum- und Strauchbestands
  • Neupflanzungen von Bäumen und Sträuchern sowie Erneuerung der Rasenflächen
  • Instandsetzung der Gehwege und Begrenzungssteine
  • Anbringung von „geschlossenen“ Abfalleimern mit kleinem Einwurfloch
  • Anbringen von Tütenspendern für Hundekot an den Parkeingängen
  • Regelmäßige Pflege und Reinigung
  • Erhaltung des alten Baumbestandes!!!

Der Bürgerverein Luisenstadt e.V. arbeitet offiziell als Beauftragter für die Bürgerbeteiligung.

Er konstatiert auf seiner Website: „Die Mehrzahl der bisherigen Nutzer [des Oranienplatzes] waren trinkfreudige Arbeitslose, schwer geschädigte Alkoholkranke und türkische Rentner. […] Andere Nutzer, wie z. B. Familien mit Kindern, deutsche Rentner, erholungsbedürftige oder ordnungsliebende Einzelpersonen etc. mieden den Ort.“ Und fordert: „Damit der Platz nun wieder ein Ort für ALLE Anwohner wird und bleibt, sollte sich das Bewusstsein ändern, und gewisse Spielregeln müssen eingehalten werden…“ und will zu diesem Behuf offenbar eine historisch-preußische Flaniermeile (mit Ordnungsamtpräsenz) erschaffen.

Zeit, sich wirklich zu beteiligen und herauszufinden, was die BürgerInnen tatsächlich wollen!

Deshalb findet am kommenden

Dienstag, 19. Februar ’08, um 18:00 Uhr
in den Räumen des Quartiersmanagement
Dresdener Straße 12

eine Informationsveranstaltung und Unterschriftenaktion für alle Interessierte statt!

Danach treffen wir uns täglich ab 18.00 Uhr am Drachenbrunnen/Oranienplatz!

Kommt!
Informiert Euch!
Sagt Eure Meinung!
Lasst Euch nicht vor vollendete Tatsachen stellen!
Noch kann einiges abgewendet werden!

Viele Grüße,
Anne & Claudia

Flyer zum Download, Langfassung hier und weitere Infos hier