Schautafeln am Einsteinufer der Öffentlichkeit übergeben

TU hat sich vertraglich zu ihrer Instandhaltung verpflichtet

Die MacherInnen

Die MacherInnen

Vielleicht war’s ein gutes Omen, dass am Mittwoch (1.7.) über der kleinen Einweihungsfeier der Schautafeln zu Geschichte, Ökologie, Flora und Fauna sowie Nutzungskonflikten des Landwehrkanals am Charlottenburger Einsteinufer die Gewitterwolken sich zwar drohend türmten, aber nicht entluden und zur allgemeinen Verblüffung  schließlich verflüchtigten.

Schautafel-Einweihung

Schautafel-Einweihung am Einsteinufer

Wie berichtet, resümieren die sechs, von TU und BWB gesponserten Tafeln die bisherigen Ergebnisse des Projekts „Wasser in Berlin“ im BANA-Studiengang zu dieser innerstädtischen Wasserstraße − mit ihren immerhin 400.000 AnwohnerInnen einer der zentralen Lebensräume Berlins, wie inzwischen sogar die WSD Ost erkannt hat.

Aal

Aal im Kanal in Atemnot

Ein Hauptaugenmerk richteten die Studierenden auf die Wasserqualität im Kanal, wobei die Folgen der Mischwasserkanalisation mit ihren als „Entlastung“ euphemisierten ungeklärten Überläufen ein Haupthindernis auf dem Weg zum „guten ökologischen Potential“ darstellen, das die EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) eben auch für künstliche Gewässer zu erreichen den Landesbehörden, in unserem Fall also SenGUV, aufgibt. Dass die dem Senat hierfür zur Verfügung stehenden Mittel zeitlich immer weiter gestreckt werden, wird allerdings sowohl von der Senatsverwaltung als auch den BWB bestritten.

Erste Fische treiben kieloben

Erstickte Rotfeder

Erstickte Rotfeder

Die starken Regenfälle der letzten Wochen mit Einleitung durch organische Stoffe (Hundekot), Schwermetalle, Reifenabrieb etc. kontaminierten Oberflächenwassers lassen in Verbindung mit den ansteigenden Temperaturen die Sauerstoffwerte wieder unters kritische Limit sacken, und wir konnten gleich am Einsteinufer dicht unter der Oberfläche japsende Fische, darunter ein Aal, und etliche tot inmitten blühender Algen treibende Rotfedern ablichten. Der Einsatz des Belüftungsschiffs Rudolf Kloos kann also in keiner Weise eine nachhaltige Sauerstoff-Anreicherung des Kanalwassers leisten, wie es der jüngste WSA-Newsletter 1:1 aus den einschlägigen Senatsverlautbarungen übernommen hat, sondern bringt nicht viel mehr als den sprichwörtlichen Tropfen auf den heißen Stein. Manche Limnologen sehen den Einsatz sogar insgesamt eher kritisch.

Rabiate Kaputtpflege durchs Grünamt Charlottenburg

Kaputtpflege

Kaputtpflege durchs Grünamt Charlottenburg

Das Salzufer gehört von der Dovebrücke bis zur Anlegestelle der Hausboote, worauf wir schon öfters hinwiesen, zu den ökologisch wertvollsten Kanalabschnitten, die der ABZ Neukölln erfreulicherweise gemäß des BfG-Unterhaltungsplans fachkundig pflegen lässt.

Umso stärker springt ins Auge, wie das ca. hundert Meter lange Stück vor der Dovebrücke, das leider, müssen wir sagen, in die Zuständigkeit des Grünamts Charlottenburg fällt, immer wieder und ungeachtet allen Widerspruchs, sei’s von ausgewiesenen TU-Fachleuten, sei’s von BürgervertreterInnen im Mediationsverfahren, in provokanter Missachtung der Vorgaben dieses ökologisch anspruchsvollen, zeitgemäßen Unterhaltungsplans die Vegetation unter und zwischen den Bäumen bis auf die Grasnarbe rasiert wird, wodurch sich die Fläche, im Nu von der Sonne braun verbrannt, vom üppigen Grün des unmittelbar anschließenden Bewuchses auf WSA-Seite eklatant und ausgesprochen hässlich abhebt, von der brachialen Zerstörung vieler Kleinbiotope, Nist-, Nähr- und Rückzugsräume ganz abgesehen. Gegen die sture Fortsetzung dieser durch nichts zu rechtfertigenden Praxis sei an dieser Stelle noch einmal scharf protestiert!

Riedel-Anleger sollte verschwinden

Überflüssiger Riedel-Anleger Salzufer

Überflüssiger Riedel-Anleger am Salzufer

Ferner fordern wir den Rückbau des von Wasserfahrzeugen höchst selten angesteuerten, dafür aber immer wieder als Hausmülldeponie genutzten Riedel-Anlegers am Salzufer, der mit seinen überdimensionierten, potthässlichen Dalben sowohl das Landschaftsbild erheblich verunziert als auch das Uferböschungsbiotop brutal unterbricht.

Kaum hundert Meter kanalabwärts gibt’s schließlich den nächsten Riedel-Anleger nahe Dovebrücke auf der Einsteinuferseite, vor dem übrigens die Schautafel rechts unten steht.

Tafel zu Regenüberlauf

Tafel zu Regenüberlauf

Tafel zu den Wasserbewohnern

Tafel zu den Wasserbewohnern

Darüberhinaus ist geplant, mit solchen kleinen Lernpfaden auch andernorts am Kanalufer über die spezifischen Gegebenheiten und Problematiken dieser innerstädtischen Lebensader zu informieren.

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Einige Veranstaltungstipps

Lernpfad am Einsteinufer

Tafeleinweihung Einsteinufer

Schautafel-Einweihung am Einsteinufer

Kommenden Mittwoch (1. Juli) lädt KUBUS, die Zentraleinrichtung Kooperation der TU Berlin, MitarbeiterInnen und SponsorInnen des TU-BANA-Schautafelprojekts, aber auch Interessierte und Engagierte um 17 Uhr zu einer kleinen Einweihungsfeier der Infotafeln und Eröffnung des Lernpfads ans Einsteinufer des Landwehrkanals zwischen Charlottenburger und Marchbrücke (Freitreppe, siehe rechts) und freut sich auf Ihr Kommen! [Siehe auch hier.]

Anwohnerinitiative Rettet den Marheinekeplatz! und Dreigroschen e.V.

Im Namen der Rose

Bürgerschaftliches Gärtnern auf dem Marheinekeplatz

Schon viel zu lange verrottet der Marheinekeplatz: Der Kinderspielplatz ist marode, die Wiese ein Hundeklo und die Rosen im Beet werden vom Unkraut erstickt. Dagegen wollen wir ein Zeichen setzen! Macht mit am Freitag, 3. Juli, um 16 Uhr: Gemeinsam befreien wir die Rosen vom Unkraut.

Wir fordern eine Umgestaltung des Marheinekeplatzes in einen Generationenplatz: Ein Ort der Entspannung und Begegnung für alle in unserem dicht besiedelten Wohngebiet − unbedrängt von dem rundherum verordneten Kommerz- und Konsumzwang, frei von Erlebnisshopping.

Wir fordern Mittel aus dem Bürgerhaushalt des Bezirks für eine grundlegende Erneuerung des Marheinekeplatzes, mit einer Erweiterung des Kinderspielplatzes, mit Spielangeboten für Jugendliche und Erwachsene (z.B. Tischtennisplatten, Schachtische, Boulebahn) und natürlich mit frei zugänglichen Bänken, um zu plauschen, zu lesen oder die Seele baumeln zu lassen.

Unsere Forderungen demonstrieren wir am Freitag, 3. Juli, um 16 Uhr beim bürgerschaftlichen Gärtnern auf dem Marheinekeplatz. Kommt und unterstützt uns − für Gartengeräte und fachliche Anleitung ist gesorgt. Arbeits- oder Gartenhandschuhe bitte selbst mitbringen.

Neugestaltung Marheinekeplatz

Sergej Goryanoffs Entwurf "Generationenplatz"

3. Langer Tag der STADTNatur

Und aus dem Riesenprogramm des von der Stiftung Naturschutz organisierten Natur-Events am Samstag, 4., und Sonntag, 5. Juli möchten wir nur auf folgende Veranstaltungen besonders hinweisen:

  • Die Grüntangente lebt!
    Radtour vom Natur-Park zum Gleisdreieck
    Sonntag 14:00 bis 18:00 Uhr (1146)
    Anmeldung erforderlich, Tel: (030) 2639 4141
  • Endstation Natur
    Ein Streifzug durch die Botanik und Vogelwelt des Südgeländes
    Sonntag 09:00 bis 11:00 Uhr (1026)
  • Was wächst, krabbelt und flattert denn da?
    Wildnis- und Gartenkultur-Rallye am Gleisdreieck
    Sonntag 14:00 bis 18:00 Uhr (1521)
    Anmeldung erforderlich, Tel: (030) 2639 4141
  • 3. Bustour durch die Interkulturellen Gärten von Berlin
    Vom Görlitzer Park über Pankow zum StadtGut Blankenfelde und über neue Gärten im Wedding zur Endstation Gleisdreieck
    Sonntag 11:30 bis 17:00 Uhr (1491)
    Anmeldung erforderlich, Tel: (030) 2639 4141
  • Auf dem Rollfeld regt sich was
    Naturkundliche Bustouren über den ehemaligen Flughafen
    mit SenatsvertreterInnen versch. Fachrichtungen
    Samstag ab 17:00 jeweils zweistündig bis 22:00 Uhr;
    Sonntag ab 6:00 Uhr jeweils zweistündig bis 16:00 Uhr
    Anmeldung erforderlich, Tel: (030) 2639 4141
  • Made in Lichtenrade
    Wie Berliner ihren eigenen Park gestalten
    Sonntag 10:00 bis 14:00 Uhr (1038)

Die Bäume am Landwehrkanal wünschen viel Spaß und nachhaltiges Naturerleben!

Präsentation der Ergebnisse von Wurzelaufgrabungen

Dialog Wissenschaft − Gesellschaft wichtig wie nie!

Zur Vorbemerkung der Ausführenden

Dr. Wolfgang Endler von KUBUS, der Kooperation- und Beratungsstelle für Umweltfragen der TU Berlin, stellte kurz das Anliegen dieser Einrichtung vor, die sich in interdisziplinärem Herangehen vor allem für die Vermittlung eines Dialogs zwischen Wissenschaft und Gesellschaft einsetzt, der umso wichtiger erscheine, je komplexer unsere sozialen und ökologischen Probleme werden und je spezialisierter die Wissenschaften sie bearbeiten.

Die mit KUBUS kooperierende sog. Messzelle, das Institut für Umweltanalytik, ist ein gemeinnütziger Verein an der TU, der sich ebenfalls zum Ziel gesetzt hat, universitäres Fachwissen der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen und BürgerInnen, Initiativen und Verbände ebenso wie kleine und mittlere Unternehmen in der Auseinandersetzung mit Umweltproblemen wissenschaftlich zu unterstützen.

Auch im Kontext der Thematik einer nachhaltigen Pflege stadtnaher Gewässerränder führten im Auftrag der TU und mit Genehmigung des WSA und des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf, wie berichtet, Mitarbeiter der TUB sowie der Messzelle e. V. im vergangenen Frühjahr am Einsteinufer an den Stubben vier gefällter Bäume Aufgrabungen durch, um vor allem deren ufernahe Wurzelverläufe sowie mittels einer sog. bodenkundlichen Feldansprache die genaue Beschaffenheit des Untergrunds zu erkunden.

Darstellung der Wurzelverläufe und bodenkundliche Feldansprache nahe der Ufermauer des Landwehrkanals

Umlenkerwurzel beim Spitzahorn

In seinem Vortrag präsentierte der Baumsachverständige Dr. Michael Barsig detailliert die Ergebnisse der Aufgrabungen, die mit standardisierten Verfahren, wie sie im Wurzelatlas (Kutschera/Lichtenegger, 2002) beschrieben sind, gewonnen wurden, sich in der Praxis aber oft ganz anders dargestellt hätten als in der Theorie. [Siehe auch hier.]

Die mit dem Pürckhauerbohrer gezogenen Bohrstockproben reichten einen Meter tief und wurden nach der Bodenkundlichen Katieranleitung (KA5) hinsichtlich Bodensubstrate und Horizonte, also der einheitlich ausgebildeten Zonen, „angesprochen“, d.h. es wurden daraus die Bodenprofile der Uferbefestigung parallel zum Baum bestimmt. (Die bodenkundlichen Aspekte erläuterte Steffen Trinks vom TU-Institut für Ökologie.)

Es würde den Rahmen sprengen, wenn wir nun Baum für Baum detailliert die Befunde vorstellen wollten, weshalb wir uns im folgenden auf Exemplarisches sowie ein Resümee der Ergebnisse und Schlussfolgerungen beschränken.

Umlenkerwurzel an der Mauerplatte

Umlenkerwurzel an der Mauerplatte (Pappel)

Die gefällten Bäume (Ahorn, Erle, Weide und Pappel) standen 84, 85, 76 bzw. 45 cm entfernt zur Ufermauer. Der Kapillarsaum, also der Bereich über dem Grundwasserspiegel, der noch nahezu wassergesättigt ist, verlief jeweils ab 81, 80, 87 bzw. 80 cm.

Bei allen vier Bäumen reichten die Starkwurzelverläufe nicht sehr tief (kaum über 70 cm), worin eine Anpassung einerseits an die grundwasserbeeinflussten Böden, andererseits an ihre schwere Durchwurzelbarkeit in der Tiefe zu sehen ist, denn dort gibt es Ziegelschutt und viele Steine. Es finden sich keine Ausprägungen klassischer Wurzelteller und eine nur geringe Entwicklung von sog. Senkern, das sind lotrecht in die Tiefe wachsende Wurzeln.

Glockenförmiges Herzwurzel-System der Erle

Die Haltewurzeln verlaufen überwiegend parallel zur Ufermauer oder böschungsaufwärts, und zwar artabhängig von fünf bis zu sieben Meter vom Stamm entfernt. Dort aber, wo in Richtung Kanal gewachsene Starkwurzeln auf die Mauer treffen, haben sich sog. Kraft-Umlenkerwurzeln gebildet, d.h. die Wurzel wächst dort, nach nur geringem Kontakt mit dem Mauerwerk, im Winkel von 80, 85 Grad davon weg und führt damit auch die durch die (hauptsächlich aus Nordwest kommende) Windlast nach Südost abgeleiteten Kräfte nicht in die Mauer ab. Auch Druckwurzeln, die etwa bei der Erle ein intensives, aber untypisch nicht sehr tief reichendes System bilden, lenken um und berühren nur marginal die Granit-Abdeckplatte.

Druckwurzel der Weide

Druckwurzel der Weide

Auch aus dem bis an die Mauer reichenden Druckwurzelkopf der sich sonst eher aggressiv verhaltenden Pappel haben sich nur Schwach- und Feinwurzeln gebildet und ziehen die Starkwurzeln vom Ufer weg. Die bei der Weide aus dem Druckwurzelkopf hervorgehenden Senker verlaufen parallel bzw. distal zur Mauer. Auch das Zugwurzelsystem der Erle, mit Überkreuzungen als verstärkendem statischem Element, verläuft oberflächennah bis fünf Meter vom Stamm entfernt. Für die Theorie (vgl. z. B. Matthek 2007), wonach Druckwurzeln in der Tiefe einen gegen das Hindernis pressenden Druckwurzelkopf, den sog. Mauerboxer bilden, fand sich zumindest hier keinerlei praktische Bestätigung.

Fällungen waren unnötig!

Zugwurzel der Pappel fünf Meter vom Stamm südwärts

An keiner Stelle wurde die Uferbefestigung zum Absichern benutzt, an keiner Stelle bildeten Wurzelsystem und Mauer eine mechanische Einheit [und waren schon gar nicht miteinander „verbacken“]. Nur über einzelne gebogene Wurzeln wurden (sehr) geringe Kraftmomente in die obere Ufermauer gelenkt. Bei den Bodensondierungen fanden sich – zumindest bis in einem Meter Tiefe – keine Störungen, Kavernen oder Bodenrisse. Die Wurzel-Boden-Matrix benachbarter, aber entfernter vom Ufer stehender Bäume erhöhte die Standsicherheit der ufernahen – kurz: die Fällungen zumindest dieser vier Bäume waren sachlich nicht gerechtfertigt und also allesamt unnötig! Wie auch manches andere, womit einer angeblichen Gefahr im Verzug aktionistisch begegnet wurde, dürfen wir ergänzen!

Konsequenzen für die Sanierung

Im Vorblick auf die eigentliche Sanierung wurde vom niederländischen Baumexperten Evert Ross empfohlen, durch bodenverbessernde Maßnahmen das Starkwurzelwachstum in gewünschte Bahnen weg von der Ufermauer zu lenken, so dass dann später die Beschneidung von Starkwurzeln ufernaher Bäume, die bei einer Restauration der Ufermauer im Wege wären, ermöglicht würde, ohne den Baum zu opfern. − Diese Methode beurteilt allerdings Dr. Barsig angesichts potenzieller und sehr wahrscheinlicher Infektionen des Wurzelsystems mit holzzersetzenden Pilzen als prinzipiell problematisch, zumal darüber, welche Erfahrungen etwa in Holland mit dieser Methode gemacht worden sind, bisher leider noch keine Informationen vorliegen.

In Anbetracht des relevanten kapillaren Aufstiegs dürfen während der Sanierung keine wasserlöslichen toxischen Substanzen freigesetzt werden.

Natürlich kann von den vier untersuchten Fällen nicht auf die Gesamtheit des ufernahen Baumkollektivs am LWK geschlossen werden. Hier sind weitere Untersuchungen nötig (die selbstverständlich auch an ungefällten Bäumen möglich sind), vor allem auch am nördlichen Kanalufer wegen der anderen Auswirkungen der Windlast und bei höherer Ufermauer.

Einschränkend muss allerdings auch gesagt werden, dass die Aufschlüsse nicht tiefer als ein Meter reichten und dass diese Methode im Hinblick auf die jeweilige Durchwurzelung noch keine exakten bodenmechanischen Kennziffern liefern kann.

Die Wurzelreichweiten können auch mit der Schalltomographie ermittelt werden (Rinn 2008); und wenn, wie bereits vorgeschlagen, georadiologische Methoden oder die elektrische Widerstandstomographie zum Einsatz kommen, sollten fachkundige Aufgrabungen biostatische Fragestellungen ergänzen, denn natürlich gilt auch bei Bodensondierungen, dass ein interdisziplinäres Herangehen bessere und vergleichbarere Resultate erbringt. Hier bietet sich jedenfalls eine Zusammenarbeit von Prof. Weihs und der Fa. Wiebe einerseits und Wissenschaftlern der Fachrichtungen Bodenkunde und Geophysik an der TU Berlin andererseits an, zumal hier auch bereits einschlägiges Fachwissen zur Bodenbeschaffenheit der Kanalufer vorliegt.

Beschlussvorlage kommt nicht zustande…

Leider fand auch nach intensiven Diskussionen die um diesen Aspekt erweiterte Beschlussvorlage zur Beauftragung eines georadiologischen und widerstandstomographischen Pilotprojekts, die schon am 23. Juni in der 8. Forumssitzung an einer Gegenstimme gescheitert war, nun im Arbeitskreis Naturhaushalt und Landschaftsbild, diesmal auf Grund zweier Gegenstimmen, nicht das nötige einhellige Votum. Ob hier tatsächlich sachliche oder nicht vielmehr persönliche Beweggründe den Ausschlag gaben, bleibe dahingestellt. Ein Scheitern der Beauftragung eines solchen interdisziplinären Forschungsvorhabens im Rahmen der Vorbereitung einer ökologisch behutsamen Kanalsanierung wäre jedenfalls nicht nur für die Beteiligten, die sich zum Teil seit Monaten dafür einsetzen, sondern um der Sache willen höchst bedauerlich und eine vertane Chance!

BaumschützerInnen-Info vom 16.02.08

Vorbildliche Baumpflege am Salzufer

Letzten Montag erfolgte auf Einladung des Außenbereichsleiters Neukölln, Jörg BegehungAugsten, eine Begehung des Charlottenburger Salzufers, um die im Auftrag des WSA hier ab dem 28. Januar durchgeführten Pflegearbeiten kritisch zu begutachten. Neben Augsten und Frau Bugner von der Wasser- und Schifffahrtsdirektion (WSD) nahmen Umweltexperten der TU Berlin (KUBUS) sowie BürgervertreterInnen den Ortstermin wahr. TU-Wissenschaftler waren schon mit Beginn der Arbeiten verschiedentlich vor Ort gewesen und hatten fachlichen Rat erteilt.

Alle waren sich einig, dass die beauftragte Fachfirma bis auf kleinere Fehler vorbildlich gearbeitet habe, und Augsten zeigte sich den Verbesserungsvorschlägen der TU-Fachleute gegenüber durchweg aufgeschlossen.

BaumschützerInnen-Info vom 16.02.08

Zur Vorgeschichte

Bereits 1998 war das WSA hier mit seiner Absicht, sämtliche Bäume zu roden, bekanntlich auf erheblichen Widerstand gestoßen. Bis 2000 erfolgte zwischen Charlottenburger und Dovebrücke dennoch die Fällung von ca. 100 Bäumen aus Gründen der Verkehrssicherheit, davon nach anschließenden Untersuchungen von Baumsachverständigen bis zu 75 Prozent ungerechtfertigt: Die Bäume waren gesund und da die schräge Uferböschung teilweise aus Kies besteht, gefährden Bäume nicht ihre Stabilität, sondern erhöhen sie vielmehr. Die unter Leitung eines Mitarbeiters der Berliner Forsten seinerzeit als Ersatz gepflanzten Eichen sind übrigens durchweg eingegangen.

2000 hatte man dann einen Kompromiss gefunden und sich auf einen von KUBUS und Fachleuten der BfG entwickelten, ökologisch ausgerichteten Pflege- und Unterhaltungsplan geeinigt, der z. B. vorsieht, nicht verkehrsgefährdendes Totholz zu belassen und spontane Naturverjüngung sowie Unterwuchs, Büsche und Strauchwerk zu dulden, um den LWK hier in seiner Funktion als Grünkorridor zwischen Tiergarten und Schlosspark im Sinne des Biotopverbunds ökologisch aufzuwerten. Der damalige Referatsleiter Sebastian Dosch betraute den TU-Experten Dr. Barsig mit der baumfachlichen Bauaufsicht.

In der Folge jedoch wich das WSA mit Mareike Bodsch als der zuständigen Sachbereichsleiterin von diesem ihr „zu naturschutzlastigen“ Unterhaltungsplan ab, darin auch vom Landesdenkmalamt unterstützt, das durch Gestrüpp den Blick aufs Bauwerk beeinträchtigt sah, und immer wieder wurde zur „Herstellung des Lichtraumprofils“, was offenbar den Charakter einer fixen Idee gewonnen hatte, rücksichtslos und kostenintensiv der gesamte Unterwuchs beseitigt.

BaumschützerInnen-Info vom 16.02.08

Auch die Bezirke müssen sich an den Unterhaltungsplan halten!

Wie diese Art „Pflege“ jeweils aussah, ist jetzt auf den Kahl rasiertletzten 30 Metern vor der Dovebrücke wieder zu besichtigen, doch die geballte Kritik konnte Augsten achselzuckend von sich weisen: hier sei nicht das WSA, sondern der Bezirk zuständig. Das Einsteinufer gegenüber, wo vergangenen Juni die ersten 13 Pappeln fielen und wegen angeblicher Abrutschgefahr Bauzaun steht, bietet den Anblick eines Grünstreifens. Hier ist Charlottenburg zuständig, und an dieser Stelle sei darin erinnert, dass die Bezirke seinerzeit, als jener Unterhaltungsplan beschlossen wurde, trotz mehrfacher Einladung keine Vertreter entsandten und sich nun offensichtlich auch nicht an seine Vorgaben gebunden fühlen.

Dr. Endler von KUBUS hat übrigens beim WSA beantragt, am Einsteinufer Aufgrabungen zur Erkundung der Wurzelverläufe sowie Bodensondierungen durchführen zu dürfen, wogegen Jörg Augsten keine Einwände hat, während noch das Benehmen mit dem Grünflächen- und Tiefbauamt Charlottenburg hergestellt werden muss.