Straßenbäume roden an Mittes Holzmarktstr.?

Fehlerhaftes Gutachten, keine Info, keine Beteiligung

Fällstopp gefordert!

91 Straßenbäume, sechzig Pappeln und 31 Ahornbäume, sollen dem Umbau der Holzmarktstraße in Mitte weichen. Weder gab es dazu die in Aussicht gestellte Bürgerinformationsveranstaltung noch irgendeine Form von Beteiligung, nicht mal der anerkannten Naturschutzverbände, sondern am 13. Januar lediglich eine lapidare Pressemitteilung [siehe dazu auch hier].

Holzmarktstraße Google Streetview

Holzmarktstraße ©Google Street View

Das Gutachten einer vom Senat bestellten landwirtschaftlichen Sachverständigen vom 1. Oktober 2013, das die Bäume in Vitalitäts- und Schadensstufen einteilt und die Auswirkungen des Umbaus bewerten soll, kommt zu dem Schluss, dass die genannte Zahl an Bäumen wegen mangelnder Verkehrssicherheit und zu erwartender Schädigung der Baumwurzeln auf Grund der Baumaßnahmen gefällt werden müssen. Der Senat erzählt, wie bei Pappeln üblich, noch von Gehwegschäden, als würden die im schlecht durchwurzelbaren Boden im urbanen Raum nicht ebenso auch von Linden, Platanen und Kastanien verursacht. Und gerade an der Holzmarktstraße halten sie sich doch sehr in Grenzen! Mit der Massenfällung sollte ursprünglich schon am Montag begonnen werden. Den Rest des Beitrags lesen »

Rettung eines Ortsbild prägenden Baums

Gastbeitrag eines BaL-Mitglieds

Die Säulenpappel in F’hains Schreinerstraße

Hoffnung machendes Beispiel

Säulenpappel Schreinerstraße 46

Säulenpappel in der Schreinerstraße 46

Es war höchste Eisenbahn! In nur wenigen Tagen sollte der prächtige Baum, der auf dem neuen Spielplatz an der Schreinerstraße Ehrfurcht gebietend hoch aufragte, der Motorsäge zum Opfer fallen. Und weshalb? „Gehwegschäden“ war in der amtlichen Fällliste als Grund vermerkt. Halteverbotsschilder mit der Aufschrift „Baumfällung am 16./17.12.2014“ waren schon aufgestellt. Und jetzt war schon Donnerstag, der 11.! Das Wochenende nahte − es blieb nur noch wenig Zeit.

Ich sah mir die Gehwegschäden an und konnte es nicht fassen: Diese geringfügigen Unebenheiten auf dem Bürgersteig sollten das Lebensende dieses mächtigen Baums bedeuten?

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Fichte-Eiche einstweilen verschont

Update, 17. Mai 2015

Gutachterl. Empfehlungen Mai 5'2015

Gutachterliche Empfehlungen Mai 2015

Vor Weihnachten noch was Positives!

Bis zuletzt bangten nicht nur die AnwohnerInnen, dass die 200jährige Eiche in der Fichtestraße 13 am gestrigen Montag (21.12.) wenn nicht fragwürdigen Zugversuchen, so doch womöglich einer massiven Kroneneinkürzung unterzogen würde. Am Freitag hatte Fachbereichsleiter Schädel auf Bitten der Baustadträtin Kalepky die BaL kurz vor Ausbruch des Wochenendes per Mail lediglich darüber informiert, dass die in Erwägung gezogenen Zugversuche kurzfristig ausgesetzt seien und die Messdaten des Gutachtens von Fr. Dr. Schmidt, die am Baum zu ziehen angeraten hatte, zusammen mit ihr und weiteren Sachverständigen erneut ausgewertet würden, über Umfang und Uhrzeit der stattdessen beabsichtigten Kronenreduzierung am Montag aber nichts mitgeteilt.

Unzureichendes Gutachten

Eine erneute Auswertung und Komplettierung des Gutachtens hatten auch Baumsachverständige u.a. des BUND angeraten, die das Fehlen der Messkurven der Bohrwiderstandsmessungen bemängelten und dass diese offenbar nur in einer Höhe von 180 – 270 cm durchgeführt wurden, die schalltomografischen Messungen nur auf einem Niveau von 180 cm. Auch fehle die Darstellung der Messpunkte in Form einer dreidimensionalen Grafik mit den ermittelten Restwandstärken, vor allem aber die für eine Beurteilung der Standsicherheit unverzichtbaren Stammfuß- und Wurzelstock-Untersuchungen, um zu ermitteln, wie weit die vom Schwefelporling − dessen „Sträuße“ aus einer Stammhöhlung lugen − ausgehende, zum Glück absteigende Holzzersetzung schon vorgedrungen ist. Unstrittig ist, dass das Gewicht der Krone verringert werden muss, um ein etwaiges Auseinanderbrechen der Eiche zu verhindern.

Kronenreduzierung Fichte-Eiche

Geplante Kronenreduzierung an der Fichte-Eiche ©F.-E. Schmidt

Unklar blieb den BaumschützerInnen jedoch, weshalb gleichzeitig am Baum schon der Kronenrückschnitt durchgeführt und währenddessen das über seinen Umfang doch entscheidende (und außerdem noch unvollständige) Gutachten erst gründlicher ausgewertet werden sollte. Und vor allen Dingen, wann am Montag die Sägen angeworfen würden, so dass sich manche schon, in aller Herrgottsfrühe vor Ort angekommen, als Eiszapfen vom Rad fallen sahen…

Ungewohnte Transparenz

Gerüchte wollten wissen, dass erst nachmittags gesägt würde, doch Gewissheit verschaffte erst eine weitere Mail Hilmar Schädels am Montagmorgen um zehn − aus Sicherheitsgründen habe die Pflegefirma den Einsatz verschieben müssen −, und eine dritte enthielt dann auch die gewünschten detaillierteren Angaben:

Frau Dr. Schmidt habe folgende Maßnahmen vorgeschlagen:

  1. Einkürzen und Auslichten der Endverzweigungen der Krone um ca. 10 – 15 %
  2. Einkürzen von Kronenteilen nach ZTV 3.1.9.2 ca. 2m (im Bereich der Straße)
  3. Freischnitt der Fassade
    [Wieso dies vorgenommen und damit die Asymmetrie der Krone hin zum Straßenraum reproduziert werden soll, können wir nicht nachvollziehen. (BaL)]
  4. Totholzentnahme nach ZTV 3.1.5

Zusätzlich wurde uns noch obiges Foto übersandt, worin die Gutachterin die beabsichtigten Maßnahmen gekennzeichnet hat. Wann sie nun durchgeführt werden, bleibt offen: „Ein neuer Termin steht leider noch nicht fest. Wir werden Sie schnellstmöglich über neue Terminabsprachen informieren“, schrieb der Fachbereichsleiter.

Wir sind angesichts dieser vorweihnachtlichen Transparenz-Offensive so überrascht wie dankbar und hoffen, dass es sich dabei nicht nur um eine saisonbedingte Sonderzuteilung handelt, sondern als Auftakt zu einer offeneren Kommunikation und Kooperation von Seiten der Behörde beim sensiblen Thema des Umgangs mit den Xhainer Bäumen und den sich um ihren Schutz bemühenden BürgerInnen verstanden werden darf.

In diesem Sinn wünschen wir den MitarbeiterInnen des Fachbereichs Naturschutz und Grünflächen im Xhainer Bezirksamt, seinem Leiter, Herrn Schädel, und last but not least seiner Chefin, Frau Baustadträtin Jutta Kalepky, friedvoll-besinnliche, entspannende Feiertage und einen unfallfreien Rutsch!

Noch’n Nachtrag, 17.5.15

Auch der Eichen-Torso gegenüber, der damals als Menetekel erlebt wurde, sollte, da verkehrssicher, aus Artenschutzgründen als Biotop-Baum erhalten werden.

Eichen-Torso

Erhaltenswerter Eichen-Torso

BaumschützerInnen-Info vom 06.10.08

Positionen müssen zu Interessen werden!

Was den Fortgang des Mediationsverfahrens betrifft, so erläuterte Mediator Kessen, dass anstelle der Darlegung von Interessen, die bekanntlich in der 9. Forumssitzung auf einer Panorama-Aufnahme des Kanalverlaufs auch visualisiert werden sollten, in einigen Fällen nach wie vor immer nur Positionen und Ansprüche festgeklopft werden, also (um mit Lacan zu reden) in diesen Fällen die imaginäre Ebene noch nicht in Richtung der symbolischen verlassen worden ist. Um dies zu erreichen, vor allem aber um den weiteren Verlauf abzukürzen, werden nunmehr die MediatorInnen von sich aus auf die betreffenden Interessengruppen zukommen und die Ausbeute sodann ins Forum zurücktragen.

Gewissermaßen präventiv äußerten angesichts dieses Ansinnens BI-Vertreter sogleich, dass sie, wenn es bspw. um zu entwickelnde natürliche Potentiale des LWKs gehe, eine umfassende floristische und faunistische Bestandaufnahme weiterhin für unverzichtbar halten, um derlei Entwicklungsmöglichkeiten auch nur halbwegs angemessen zu verorten. Und obschon wir, wie gesagt, im Raum Kreuzberg und Neukölln bereits mit Hunderten von AnwohnerInnen und BesucherInnen des LWK Gespräche geführt und dabei fast einhellige Unterstützung für eine nachhaltige Sanierung im Interesse aller erfahren haben (mit Elementen wie Verbesserung der Wasserqualität, etwa durch ökologische Gestaltung mit bepflanzten Parallelwerken, Schaffung von Kleinanlegestellen, Anlage eines durchgehenden Radwanderwegs mit Brückenunterquerungen, barrierefreie Zugänge auch außerhalb von Anlegern u. dgl.), können wir dies nicht einfach auf die anderen Bezirke hochrechnen, geschweige konkret situieren.

Wir können also nur dringend die Interessierten und Engagierten in Mitte, Charlottenburg und anderswo aufrufen, sich mit ihren Ideen und Anregungen entweder an die Bäume am Landwehrkanal e.V. (baumschutz-newsletter[at]snafu.de) oder auch direkt an die MediatorInnen Beate Voskamp (mail[at]voskamp-la.de) und Stefan Kessen (stefan.kessen[at]mediatorgmbh.de) zu wenden und/oder sich an unserer Postkarten-Aktion „Landwehrkanal für Alle“ zu beteiligen, wobei die Karten ja nun nicht mehr nur an Städtebauminister Tiefensee und Stadtentwicklungssenatorin Junge-Reyer, sondern vor allem auch an die Bürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf, Mitte, Neukölln und Treptow-Köpenick zu adressieren sind, die das Desinteresse ihrer BürgerInnen an einem Masterplan LWK schon mal forsch vorweggenommen haben. − Ansonsten wird es so was wie sozio-ökonomische oder stadtökologische Gutachten so schnell nicht geben, und die öffentlichen Veranstaltungen müssen wir ja auch selber machen…

Bestandsaufnahmen unbezahlbar?

Der NABU-Vertreterin genügt für den Fall, dass die Sanierung auf ein Planfeststellungsverfahren (PFV) hinauslaufe, das Bestandserhebungen ohnehin vorschreibe, im Hinblick auf die Naturausstattung entlang des Kanals zum jetzigen Zeitpunkt nur eine grobe Vorstellung. Über die Aufnahme eines PFV entscheidet die Eingriffstiefe, dozierte Tjark Hildebrandt, und über diese wiederum die gewählte Sanierungsvariante. Erinnert sei hier außerdem daran, dass solche Erhebungen auch Teil des in jedem Fall notwendigen Landschaftspflegerischen Begleitplans (LBP) sind und Wolfgang Scholz insofern eine Beteiligung an den Kosten bereits zugesagt hat.

Auch die Denkmalpflege sieht sich mutatis mutandis vor ähnlichen Schwierigkeiten, insofern eine Bestandsaufnahme der vom Bauwerk erhaltenen Substanz unabdingbar sei, um die präferierte in situ-Restaurierung anwenden, an bestimmten Potentialen anknüpfen und geeignete Stellen für die ökologischen „Perlen“ situieren zu können. Wieder blieb strittig, wer eine solche Bestandsaufnahme zu finanzieren habe: der Bund, also das WSA, indem es womöglich erheblich in den Bestand eingreift, oder das Land, weil Denkmalpflege nun mal seine Sache ist. WSA-Chef Scholz zeigte sich erbötig, für die Digitalisierung der alten Unterlagen, Karten etc. aufzukommen.

Was den Fragenkatalog zur Fortschreibung des großen Denkmalgutachtens von 1991 betrifft, den ein „Dreigestirn“ aus dem federführenden stellv. Landeskonservators, von Krosigk (LDA), dem WSA und SenStadt entwickeln und noch vor der Sommerpause dem Forum zur Beschlussfassung präsentieren sollten (siehe auch hier), setze, wie es hieß, der Senat jetzt andere Prioritäten, so dass die Beauftragung des Gutachters unsicher gewesen und leider gar nichts zustande gekommen sei. Das Forum wurde auf einen späteren Termin vertröstet.

Und apropos „Perlen“: Das Ansinnen, sich mit den Reedern und der Denkmalpflege in einer Kleingruppe zusammenzufinden, um die Stellen für ökologische Parallelwerke mit Schilfbewuchs auszuhandeln, wies SenGUV-Vertreter Rehfeld-Klein von sich: Er sei nicht bereit, der Fahrgastschifffahrt hier Flächen abzutrotzen. In seinen Vorträgen habe er dem Planer alle bautypologischen Vorgaben an die Hand gegeben; er vertrete in diesem Zusammenhang auch keine Interessen, sondern stehe für die Aufgaben, die sich aus der Rechtsmaterie der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ergäben. Sie im vorliegenden Fall umzusetzen, fehle gegenüber dem „signifikanten Nutzungsinteresse“ der Schifffahrt eine rechtliche Handhabe; hier könne es nur Lösungen auf der Basis freiwilliger Vereinbarung geben. − Reedervertreter Loch fiel es merkwürdigerweise schwer, hier überhaupt Konfliktpotential zu erkennen.