Verspundung an Corneliusstr. mit Problemen

Crush Piler erzwingt mehr Kronenrückschnitt

Alles hat seine Vor- und Nachteile

Crush Piler am Corneliusufer

Crush Piler am Corneliusufer

Der vom japanischen Gerätehersteller GIKEN entwickelte Crush Piler, der eine integrierte Bohrschnecke hat, um auch in die härtesten Böden dringen und anschließend die Stahlspundbohle einbringen zu können −, dieses innovative Gerät ist bei überhängenden Baumkronen selbst dann ungeeignet, wenn sie im Vorfeld prophylaktisch schon beträchtlich zurückgeschnitten worden sind. Sein Bedarf an Baufreiheit bzw. Lichtraum ist durch den Kran, der die Spundbohlen zureicht, weit größer als z. B. beim Silent Piler (ebenfalls von GIKEN, aber ohne Bohrhilfe), den die Firma Mette Wasserbau am Tempelhofer und Schöneberger Ufer − und besonders im Hinblick auf den Baumschutz! − in stilbildender Kooperation mit dem Baumsachverständigen und einer Baumpflegefirma so erfolgreich einsetzen konnte. [Siehe auch das Update im Rest des Beitrags!] Den Rest des Beitrags lesen »

Wir halten nicht inne!

Jubiläumssitzung des Mediationsforums „Zukunft Landwehrkanal“

Niemand da von der WSD Ost

Im Konferenzraum des WSA war zur 25. Sitzung des Mediationsforums am vergangenen Montag (15.11.) schon vor Beginn kaum ein Platz mehr frei, doch ungeachtet der allseits konstatierten Kommunikationsprobleme mit dem BMVBS fehlten krankheitshalber oder auf Grund von Terminschwierigkeiten ausgerechnet VertreterInnen der WSD Ost. (Und auch SenStadt war mal wieder, wenn auch ebenfalls entschuldigt, nicht vertreten.)

Dafür lädt der Abteilungsleiter für den „nassen Bereich“ im Verkehrsministerium, Reinhard Klingen, der bekanntermaßen nicht mehr von der Wichtigkeit des Verfahrens und der Notwendigkeit des Erreichens guter, einvernehmlicher Lösungen überzeugt werden muss, im Januar ins BMVBS. − Die Mediationsmuffel sitzen hingegen in anderen Abteilungen des Hauses, namentlich da, wo übers Geld entschieden wird, so dass es doch sehr zu begrüßen wäre, wenn auch von dort ein Emissär entsandt würde bzw. einE VertreterIn der mediationskritischen Fraktion im Ministerium, die gegenüber den seit drei Jahren ehrenamtlich an der Planung einer ökologisch nachhaltigen Sanierung des LWK sich intensiv beteiligenden BürgervertreterInnen ruhig mal die Deckung verlassen könnte… − Aber sicher wissen wir um unsere Naivität: und warten’s also ab.

25. Sitzung des Mediationsforums "Zukunft Landwehrkanal"

25. Sitzung des Mediationsforums "Zukunft Landwehrkanal" am 15.11.2010

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Innovation und Beharren

WSA weiß alles besser

Demgegenüber scheint jedoch unsere Bundesbehörde nach wie vor ganz andere Prioritäten zu setzen. Nehmen wir z.B. das Thema technische Innovation: Wie berichtet, wurden anlässlich eines TU-Seminars zu neuen Entwicklungen in Sachen Spundwand-Technologie Verfahren vorgestellt, welche die daran teilnehmenden BürgervertreterInnen geradezu in Euphorie versetzten und sozusagen einen Lichtblick am Ende des Kanals sehen ließen, sei es, was die Eignung für sehr harte Böden betrifft und der Wohnbevölkerung den Lärm des Rammens erspart, sei es, dass auch bei hoher Lagerungsdichte Bohren und Pressen in einem Arbeitsgang möglich sind und dadurch gegenüber dem verrohrten Bohren viel Zeit gewonnen werden kann.

Die ebenfalls teilnehmenden WSA-VertreterInnen reagierten demgegenüber skeptisch bis ablehnend. Zunächst sperrten sie sich dagegen, dass die japanische Firma Giken, die übrigens die selbstschreitende Presse (sc. den Crush Piler) erfunden hat, ihre diversen Weiterentwicklungen wie das GRB-(= Giken-Reaction-Base)System im Mediationsforum oder Arbeitskreis selbst vorstelle; als nächstes hieß es, aus wettbewerbsrechtlichen Gründen müssten dann auch die Firmen Thyssen und/oder Still Worker Gelegenheit geboten werden, ihre Geräte zu bewerben; und schließlich bemühte sich Tassilo Henniger, technischer Sachbearbeiter des SB 2, mit einer eigenen Präsentation im AK Sanierung nachzuweisen, dass Gikens Equipment die besonderen Anforderungen von BAW und WSA nicht erfüllen könne, weswegen z.B. am Corneliusufer das umständliche verrohrte Bohren mit vorheriger Konstruktion eines geeigneten Trägergeräts alternativlos sei.

Die Firma Mette sei beauftragt, hierfür ein Konzept zu entwickeln, während das WSA in diesem Sommer einen eigenen Feldversuch plane, um mit Unterstützung der BAW zu erproben, welche technisch weiterentwickelten Verspundungsverfahren von Giken und Still Worker unter den besonderen Gegebenheiten am Kanal tauglich seien. − Hier wäre ebenfalls zu erwägen, ob mit der Auswertung dieses Versuchs nicht ein unabhängiges Büro betraut werden sollte.

Arbeitskreis besteht auf Informationen aus erster Hand!

Nachdem sich jedoch verschiedene TeilnehmerInnen erneut und nachdrücklich dafür einsetzten, über die möglichen Verfahren aus erster Hand und nicht in WSA-Interpretation und -Filterung zu erfahren, schwenkte schließlich auch das Mediationsteam um, das bis dahin bis zu einem gewissen Grad die Reserviertheit des WSA zu teilen schien, und es wurde beschlossen, den Geschäftsführer von Giken Europe, Dr. Al-Arja, der sich dazu ja schon bereit erklärt hatte, einzuladen, noch vor der nächsten Forumssitzung allen Interessierten die verschiedenen Systeme zu präsentieren und zu demonstrieren, ob sie den Parametern des WSA gewachsen sind.

Technischer Fortschritt auch bei Verspundung am Kanal?

TU-Spundwandseminar 2009 macht Hoffnung!

Am 26. März veranstaltete das Fachgebiet Grundbau und Bodenmechanik der TU Berlin zusammen mit der Thyssen Krupp GfT Bautechnik eine Tagung zu neuesten Entwicklungen auf dem Feld der Spundwandbauweise.

Für unser Thema kam das eigentliche Highlight erst im Schlussvortrag: Dr.-Ing. Naji Al-Arja, Leiter der Berliner Niederlassung der Giken Europe B.V., einer japanischen Firma, spezialisiert auf umweltschonende Pressverfahren, stellte neben dem Silent Piler, der selbstschreitenden Presse*, die in ihrer britischen Version am LWK bereits zum Einsatz kam, auch den sog. Crush Piler vor. Dieses Gerät, das besonders für sehr harte Untergründe geeignet ist, wäre eine Alternative für das verrohrte Bohren, wie es das WSA am Corneliusufer plant, indem im Bohrpressverfahren jeweils zunächst ein Stück vorgebohrt und darauf die Spundbohle nachgezogen wird, ohne dass ein Bodenaustausch wie beim verrohrten Bohren nötig würde.

Ferner stellte Dr. Al-Arja das sog. GRB-Non Staging System vor, das für Verpressungsarbeiten auf engstem Raum entwickelt wurde, und nicht nur die Presse, sondern auch der Kran auf dem bereits eingepressten Teil der Spundwand „fährt“ und auch die jeweils nächste Spundbohle darauf herangeführt wird. Eine schöne Flash-Animation dazu findet sich hier.

Außerdem gibt es neue Vibrationstechniken („Rütteln der Bohlen“), die möglicherweise auch noch am Kanal in Betracht kommen könnten, weil sie insbesondere für den Einsatz in der Nähe von Gebäuden konzipiert worden sind.

Dr. Al-Arja hat bereits zugesagt, in einem Arbeitskreis des Mediationsverfahrens die verschiedenen Systeme zu präsentieren. − Nähere Informationen zum Spundwandseminar folgen in einem späteren Beitrag.

Silent Piler

Silent Piler


* der Prototyp wurde bereits 1973 in Japan entwickelt