Fischsterben mit Ansage

Entlastung ungeklärten Mischwassers in Berlins Oberflächengewässer

Offener Brief der Anwohner*innen-Initative Lausitzer Straße
an Berlins Regierenden

An den Verantwortlichen für das wahrscheinlich größte Fischsterben am Landwehrkanal

Sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister Müller,

gestern [27. Juli] hat Berlin, wie alle Jahre wieder, ein extremes Starkregenereignis getroffen.

Heute musste ich feststellen, dass der Landwehrkanal in der ganzen Länge nach Gülle und Fischverwesung stinkt. In den nächsten Tagen werden wohl wieder unzählige Fische verendet sein.

Seit mehreren Jahren wird das Thema am Landwehrkanal von den Anwohner*Innen vorgetragen. Leider hat die Berliner Regierung die Wichtigkeit immer wieder ignoriert und beschwichtigt.

[Update: Entsprechenden Morgenpost-Artikel siehe hier. − Laut Petra Rohland, Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, müsse „man sich klarmachen, ‘dass der Tod der Fische ein alljährlich auftretendes Phänomen und keine Katastrophe sei. Die Fischpopulationen leiden darunter jedenfalls nicht extremʼ, so Rohland“.]

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Ein Skandal als Evergreen

Fischsterben in Berlins Gewässern nach Sommerregen

[Update 20.6.: Weit über eine Tonne Fisch wurde inzwischen geborgen, von der zuständigen Stelle bei SenStadtUm verlautet beruhigend, die Bestände würden sich immer wieder erholen. Nur ist halt schon lange als unbefriedigend erkannt, dass es sich dabei hauptsächlich um den Bestand der Plötze handelt. Es fanden sich, halt in ungleich geringerem Umfang, aber auch Barsche, Hechte, Karpfen und Aale unter den Opfern, und deren Bestand, der viel zu gering ist, zu erhöhen, sollen die vorgeschlagenen ökologischen Aufwertungsmaßnahmen (z.B. strömungsberuhigte Flachwasserzonen), aber auch die Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit durch Einbau von Fischtreppen im Bereich beider Schleusen dienen. Auch die mögliche Anbindung an die Tiergartengewässer wurde oft erörtert und wird jetzt im Rahmen eines „Masterplans“ (sic!) geprüft.
Mit alldem haben die Verantwortlichen auf Landesebene allerdings überhaupt keine Eile, auch wenn es sich um den Sonderfall eines innerstädtischen Gewässers handelt, reagieren vielmehr regelrecht allergisch, wenn eine Mischfinanzierung auch nur angesprochen wird und die Sache für Berlin nicht haushaltsneutral darstellbar zu werden droht. Demgegenüber geschieht alles in Umsetzung aufgegebener Ziele der WRRL (siehe auch eine Zwischenbilanz), die ja zu einem wesentlichen Bestandteil des WHG wurden, aber die Fristen werden immer wieder verlängert − das ist frustrierend und nicht länger akzeptabel, weil die Mittel bereitstehen und weil sie, wenn sich denn der Senat beteiligen müsste, verglichen mit dem Aufwand, der für andere Projekte getrieben wird, durchaus erschwinglich sind. Bislang kam nur der Verweis auf Staatssekretär Gaeblers Beantwortung der Kleinen Anfrage 17 / 12 398, die ein CDU-Abgeordneter 2013 stellte und aus der hervorgeht, dass Fischsterben aufgrund von Hobrechts Mischwasserkanalisation ein ganz regelmäßiger Vorgang im Berliner Gewässernetz sei, mit guten und schlechten Jahren (siehe Tabelle am Schluss). Bzgl. Beantwortung der aktuellen Fragen aus dem Expertenkreis wurde um Geduld gebeten. Es sind ja auch noch andere Kanäle und natürlich ist wie seit altersher die Spree betroffen.
Ansonsten bleibt die Frage, wie es um die Fortschreibung des Unterhaltungsplans steht, welche die BfG beauftragt hat und wie aus dieser Perspektive und aktuellen Erfahrung eine ökolgogische Optimierung gesehen wird. Dieses achselzuckende Zuwarten muss endlich aufhören!]

Same ol‘ story

Hat schon wieder die Saure-Gurken-Zeit begonnen? Öffnet sich das nachrichtenarme Sommerloch? Das alljährliche Fischsterben in Berlins Kanälen und der Spree, ein Übel, das im Mediationsverfahren „Zukunft Landwehrkanal“ auch nach Aussage des Senats (Kl. Anfrage 2008) mindestens seit 2008 thematisiert wurde, erschien am vergangenen Sonntag mal wieder als Sensation, noch nie dagewesen, löste gar „Ekelalarm“ aus. Sicher hat die neue Sensibilität auch mit Tourismus und Gastronomie zu tun. Doch seit nunmehr sieben Jahren haben u.a. BaL-Vertreter*innen immer wieder die Langsamkeit des Vorgehens, die Unambitioniertheit der Ziele und Anstrengungen von BWB und Senat kritisiert und schon damals eine massive Erhöhung der drei Millionen Euro, die jährlich fürs gesamte(!) Berliner Kanalnetz zur Verfügung gestellt wurden, auf mindestens sieben Mio. Euro gefordert. [Über die aktuellen Zahlen verfügen wir momentan nicht, reichen sie aber noch nach.]

Fischsterben 2015

Fischsterben im Berliner Gewässernetz 2015

Die Eingabe von z.B. „Fischsterben“ in die Suchfunktion dieses Blogs fördert jedenfalls unsere fast jährlichen einschlägigen Beiträge zutage. Herrscht also Amnesie oder Ignoranz? Beides ist gleichermaßen bedauerlich, denn ohne nachhaltigen öffentlichen Druck tut sich halt nichts. Anwohner*innen im Bereich Fraenkelufer/Admiralbrücke berichten jedenfalls, so schlimm sei es noch nie gewesen, und natürlich ist auch der Neuköllner Schifffahrtskanal betroffen. Den Rest des Beitrags lesen »

Das WSA und die Stadtökologie

Zum Langen Tag der StadtNatur am Landwehrkanal

Perspektiven-Pluralismus gewährleistet

Einigermaßen raffiniert war es schon, dass das WSA, wo es sich bekanntlich mit Stadtökologie so schwer tut, ja gar nicht für zuständig hält − die sei Ländersache! −, am vergangenen Samstag (16.6.) unter genau diesem Thema zum diesjährigen Langen Tag der StadtNatur eine Veranstaltung zum Landwehrkanal und seiner Sanierung anbot, sich dabei aber vorsorglich nur durch eine externe Kraft, die Öffentlichkeitsarbeiterin in Sachen LWK, Evelyn Maria Bodenmeier, vertreten ließ. (Bei der Schiffstour am folgenden Sonntag zu den als Ausgleichsmaßnahme vorgenommenen Röhrichtanpflanzungen entlang der Unteren Havel war hingegen die Senatsverwaltung mit an Bord.)

Stadtökologische LWK-Führung zum 6. LTdStN

Stadtökologische LWK-Führung des WSA zum 6. Langen Tag der StadtNatur 2012

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Lokale Fischsterben im Landwehrkanal

Belüftungsschiff fährt erst wieder seit gestern (9.6.)

Mischwasser-Entlastung

Kadaver 05

Angeschwemmte Kadaver im Urbanhafen

Nach einem Jahr Pause war’s Mitte der Woche mal wieder so weit: im Landwehrkanal erstickten die Fische. Die frühsommerlich warme Witterung hatte das Wasser immer mehr aufgeheizt, wodurch seine Fähigkeit, Sauerstoff zu binden, abnimmt, während infolge der Trockenheit organische Abfälle gehäuft auf dem Straßenland zurückblieben. Ein Übriges tun die sich für tierlieb dünkenden Mitmenschen, die Wasservögel säckeweise mit Brot und Ekmek füttern zu müssen meinen. Die Zersetzung der unvertilgt auf die Kanalsohle sinkenden Reste ist enorm sauerstoffzehrend.

Andererseits befuhr nach Aussage eines Mitarbeiters von SenGUV aber schon ab Mai  das Belüftungsschiff „MS Rudolf Kloos“ fünf Tage die Woche Nacht für Nacht den Kanal von Ober- bis Unterschleuse und pumpte Sauerstoff ins Wasser.

[Update, 11.6.: Inzwischen haben wir erfahren, dass es im Neuköllner Schifffahrstkanal (Zuständigkeitsbereich des Landes) ebenfalls ein Fischsterben gegeben hat, und zwar in Höhe Wildenbruchplatz. Dank @Martin!] Den Rest des Beitrags lesen »

Fischsterben as usual

Die Sanierung des Mischwassersystems darf nicht erst 2020 abgeschlossen werden!

Fischkadaver 02

Fischkadaver am Einsteinufer

Das derzeitige massive Fischsterben im LWK und auch anderen Berliner Gewässern und Kanälen unterstreicht noch einmal die Dringlichkeit, die Kapazitätserweiterung der Mischwasserkanalisation durch Erhöhung der Regenüberlaufschwellen in den Mischwasser-Kanälen ebenso wie konkrete Maßnahmen zur Regenwasserbewirtschaftung schneller als geplant voranzutreiben und nach der Sommerpause tatsächlich darüber eine positive Entscheidung herbeizuführen, dass die jährlich bereitgestellten Mittel von jetzt 3 Mio EUR fürs Berliner Kanalnetz auf 7 Mio. pro Jahr erhöht werden und dies nicht etwa der befürchteten Haushaltssperre geopfert wird.

Fischkadaver 03

erstickt am Einsteinufer

Das 1995 in Dienst gestellte Sauerstoffschiff Rudolf Kloos, einziges seiner Art in Europa und in seinem Aufwand noch ein typisches Kind der 1980er Jahre, ist natürlich besser als nichts, jedoch in keiner Weise „nachhaltig“, wie es die Senatsverwaltung gerne suggeriert und das WSA dann in seine Verlautbarungen übernimmt [vgl. auch hier]. Es kommt bei Starkregenereignissen, in deren Gefolge auch in Stadtspree und allen anderen Berliner Kanälen akuter Sauerstoffmangel entsteht, mit der Belüftung einfach nicht hinterher. Und der Landwehrkanal ist hier ohnehin immer als letzter dran.

Auch habe die Art der Belüftung durchaus auch negative Komponenten, indem sie jeweils das sauerstofflose Schlamm-Milieu auf dem Kanalgrund aufwirbele und mit den sauerstoffreicheren Wasserschichten durchmische, wodurch deren Sauerstoffgehalt zugleich auch gemindert werde, so der Limnologe der Grünen Liga, Alexander Schaël. Auch der Liegeplatz des Schiffs im Urbanhafen just an der Stelle nahe der Steinaufschüttung, wohin sich Fische und Krebstiere bei Sauerstoffmangel retten, sei sehr ungünstig gewählt.

Fischkadaver 01

verendete Weißfische © Barsig

Im Übrigen wird der Einsatz der Rudolf Kloos leider auch immer erst dann beobachtet, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Auch die Reinigung des Wassers von den Kadavern geht nur zögerlich vonstatten. − Die Reederei Stern & Kreis sei laut Reederverbandsvertreter Grondke seit Juni d. J. hierfür nicht mehr beauftragt worden, da ihr ohnehin sehr niedriger Tarif von einem anderen Unternehmen noch unterboten worden sei. Dies scheint der Reinigung des Kanals offenbar nicht gewachsen. Wenn aber Fischkadaver erst zu Boden sinken und dort verwesen, droht die Gefahr von Botulismus, woran dann z. B. die Schwäne sterben können.

Schautafeln am Einsteinufer der Öffentlichkeit übergeben

TU hat sich vertraglich zu ihrer Instandhaltung verpflichtet

Die MacherInnen

Die MacherInnen

Vielleicht war’s ein gutes Omen, dass am Mittwoch (1.7.) über der kleinen Einweihungsfeier der Schautafeln zu Geschichte, Ökologie, Flora und Fauna sowie Nutzungskonflikten des Landwehrkanals am Charlottenburger Einsteinufer die Gewitterwolken sich zwar drohend türmten, aber nicht entluden und zur allgemeinen Verblüffung  schließlich verflüchtigten.

Schautafel-Einweihung

Schautafel-Einweihung am Einsteinufer

Wie berichtet, resümieren die sechs, von TU und BWB gesponserten Tafeln die bisherigen Ergebnisse des Projekts „Wasser in Berlin“ im BANA-Studiengang zu dieser innerstädtischen Wasserstraße − mit ihren immerhin 400.000 AnwohnerInnen einer der zentralen Lebensräume Berlins, wie inzwischen sogar die WSD Ost erkannt hat.

Aal

Aal im Kanal in Atemnot

Ein Hauptaugenmerk richteten die Studierenden auf die Wasserqualität im Kanal, wobei die Folgen der Mischwasserkanalisation mit ihren als „Entlastung“ euphemisierten ungeklärten Überläufen ein Haupthindernis auf dem Weg zum „guten ökologischen Potential“ darstellen, das die EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) eben auch für künstliche Gewässer zu erreichen den Landesbehörden, in unserem Fall also SenGUV, aufgibt. Dass die dem Senat hierfür zur Verfügung stehenden Mittel zeitlich immer weiter gestreckt werden, wird allerdings sowohl von der Senatsverwaltung als auch den BWB bestritten.

Erste Fische treiben kieloben

Erstickte Rotfeder

Erstickte Rotfeder

Die starken Regenfälle der letzten Wochen mit Einleitung durch organische Stoffe (Hundekot), Schwermetalle, Reifenabrieb etc. kontaminierten Oberflächenwassers lassen in Verbindung mit den ansteigenden Temperaturen die Sauerstoffwerte wieder unters kritische Limit sacken, und wir konnten gleich am Einsteinufer dicht unter der Oberfläche japsende Fische, darunter ein Aal, und etliche tot inmitten blühender Algen treibende Rotfedern ablichten. Der Einsatz des Belüftungsschiffs Rudolf Kloos kann also in keiner Weise eine nachhaltige Sauerstoff-Anreicherung des Kanalwassers leisten, wie es der jüngste WSA-Newsletter 1:1 aus den einschlägigen Senatsverlautbarungen übernommen hat, sondern bringt nicht viel mehr als den sprichwörtlichen Tropfen auf den heißen Stein. Manche Limnologen sehen den Einsatz sogar insgesamt eher kritisch.

Rabiate Kaputtpflege durchs Grünamt Charlottenburg

Kaputtpflege

Kaputtpflege durchs Grünamt Charlottenburg

Das Salzufer gehört von der Dovebrücke bis zur Anlegestelle der Hausboote, worauf wir schon öfters hinwiesen, zu den ökologisch wertvollsten Kanalabschnitten, die der ABZ Neukölln erfreulicherweise gemäß des BfG-Unterhaltungsplans fachkundig pflegen lässt.

Umso stärker springt ins Auge, wie das ca. hundert Meter lange Stück vor der Dovebrücke, das leider, müssen wir sagen, in die Zuständigkeit des Grünamts Charlottenburg fällt, immer wieder und ungeachtet allen Widerspruchs, sei’s von ausgewiesenen TU-Fachleuten, sei’s von BürgervertreterInnen im Mediationsverfahren, in provokanter Missachtung der Vorgaben dieses ökologisch anspruchsvollen, zeitgemäßen Unterhaltungsplans die Vegetation unter und zwischen den Bäumen bis auf die Grasnarbe rasiert wird, wodurch sich die Fläche, im Nu von der Sonne braun verbrannt, vom üppigen Grün des unmittelbar anschließenden Bewuchses auf WSA-Seite eklatant und ausgesprochen hässlich abhebt, von der brachialen Zerstörung vieler Kleinbiotope, Nist-, Nähr- und Rückzugsräume ganz abgesehen. Gegen die sture Fortsetzung dieser durch nichts zu rechtfertigenden Praxis sei an dieser Stelle noch einmal scharf protestiert!

Riedel-Anleger sollte verschwinden

Überflüssiger Riedel-Anleger Salzufer

Überflüssiger Riedel-Anleger am Salzufer

Ferner fordern wir den Rückbau des von Wasserfahrzeugen höchst selten angesteuerten, dafür aber immer wieder als Hausmülldeponie genutzten Riedel-Anlegers am Salzufer, der mit seinen überdimensionierten, potthässlichen Dalben sowohl das Landschaftsbild erheblich verunziert als auch das Uferböschungsbiotop brutal unterbricht.

Kaum hundert Meter kanalabwärts gibt’s schließlich den nächsten Riedel-Anleger nahe Dovebrücke auf der Einsteinuferseite, vor dem übrigens die Schautafel rechts unten steht.

Tafel zu Regenüberlauf

Tafel zu Regenüberlauf

Tafel zu den Wasserbewohnern

Tafel zu den Wasserbewohnern

Darüberhinaus ist geplant, mit solchen kleinen Lernpfaden auch andernorts am Kanalufer über die spezifischen Gegebenheiten und Problematiken dieser innerstädtischen Lebensader zu informieren.

Neueste Meldungen aus dem WSA

Aktuelle Schäden größtenteils repariert!

Das WSA meldet, dass die „aktuellen Schäden“ [im Unterschied zu den permanenten?] an der Uferbefestigung des LWK bis auf jene im Bereich der Dovebrücke nunmehr behoben seien. Nach Ausbesserung des Betonbandes und Verfüllung von auf Kleinnager zurückgeführten Hohlräumen im Bereich der Waterloobrücke − wie berichtet, wasserseitig mit Mörtel bzw. landseitig via Injektionslanzen mit einer Harzsuspension −, erfolgte dasselbe in kleinerem Maßstab noch an der Hobrechtbrücke, und es ist zu prüfen, ob diese Methode auch anderswo entlang des Kanals angewandt werden kann.

Bodensondierungen auch am Maybachufer

Sodann wurden entlang Corneliusufer (Abschnitt 1) und Tempelhofer Ufer (4 und 6) Drucksondierungen durchgeführt, um endlich konkreteren Aufschluss über die Bodenverhältnisse zu erlangen. Fragt sich, warum es keine Nachricht über dieselben Sondierungen im Bereich des havarierten Riedel-Anlegers am Maybachufer gibt, denn hier sind sie im Hinblick auf die Ausschreibung der Sanierungsarbeiten, sprich: der Verspundung, besonders dringlich: deren Beginn ist bereits für den 2.11. geplant. Aber noch aus einem anderen Grund sind Bodenaufschlüsse hier sehr wichtig, denn es könnte sich ja herausstellen, dass die Kanalsohle hier „butterweich“ ist, wie schon als durchaus möglich behauptet wurde. Dies wäre natürlich von entscheidender Bedeutung für die Wahl der Einbringmethode der Spundwände. Falls der Untergrund jedoch auch hier dicht gelagerte Schichten aufweist, so dass nicht nach Standardverfahren eingepresst werden kann, haben die AnwohnerInnen selbstverständlich Anspruch auf die lärmärmste Methode!

Die Rudolf Kloos

Sehr detailliert wird im jüngsten WSANewsletter über Technik und Einsatz des 1995 in Dienst gestellten Belüftungsschiffs Rudolf Kloos berichtet, das dem in der warmen Jahreszeit chronischen Sauerstoffmangel des Kanalwassers mit der Gefahr von Massenfischsterben entgegenwirken soll [Vgl. auch hier.]. In zehn Stunden können zwei Tonnen Sauerstoff in den Kanal gepumpt werden, doch ob die Belüftung tatsächlich „nachhaltig“ erfolgt, muss füglich bezweifelt werden. Hier sind die von den BWB geplanten baulichen Maßnahmen zur Schwellen- und damit Kapazitätserhöhung in den Mischwasserkanälen, um so die jährliche Zahl der Entlastungsfälle von ungeklärtem, mit allerlei organischen Abfällen gesättigten Oberflächenwassers in den Kanal zunächst zu halbieren, nach Lage der Dinge am meisten zielführend.

Belüftungsschiff "Rudolf Kloos"

Belüftungsschiff "Rudolf Kloos" © WikiCommons

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