Stoppt die Degradierung des Gleisdreiecks!

Erhebt Eure Einwände gegen den Bebauungsplan „Urbane Mitte“

Heute letzter Termin, massive Bausünden zu verhindern!

Cobe-Entwurf

Cobe-Entwurf

Die Bäume am Landwehrkanal e.V. (BaL) sind nachdrücklich gegen den Bebauungsplan VI-140ca mit einer derartigen Verdichtung und Verstellung der Stadtlandschaft unter den alleinigen Kriterien höchster Flächennutzungseffizienz und Grundstücksverwertung, und all das in unmittelbarer Nachbarschaft eines weltberühmten Technologie-Denkmals und eines bekanntlich als Ausgleichsfläche für die Eingriffe in Natur und Landschaft an Potsdamer und Leizpiger Platz dienende, bedauerlicherweise für sich schon recht naturfern konzipierten Parkanlage. Den Rest des Beitrags lesen »

Halbzeit in der Einwendungsfrist

Btr. Planfestellungsverfahren zur so genannten Nordumfahrung

Spektewiesen 02

Ausgangspunkt Spektewiesen

Noch bis zum 9.9. liegen die Planunterlagen zur umstrittenen „Nordumfahrung“, einer Schnellstraße mitten durch ein wertvolles Naturschutz- und Naherholungsgebiet zwischen Spandau und Falkensee, im Spandauer Naturschutz- und Grünflächenamt aus (Carl-Schurz-Straße 8). Es sind dieselben Unterlagen, die schon 2008 parallel im Havelland und in Falkensee der Öffentlichkeit präsentiert wurden, also z. B. ohne eine Umweltverträglichkeitsprüfung, die diesen Namen verdiente. − Was aber die Einwendungsfrist angeht, so ist jetzt mit Blick auf die Deadline des 23.9. ungefähr Halbzeit.

Die BISF sammelt auf dem Spandauer Marktplatz und andernorts fleißig Unterschriften und hat diverse Informationsveranstaltungen organisiert, auch eine nahe dem Pferdehof im Eiskeller, der nordwestlichsten, angeblich kältesten Ecke Berlins, wo dereinst das Eis aus dem Falkensee gelagert wurde, der aber sommers auch schnell zum „Heißkeller“ werden kann. − Doch wenn erst Blech mit hundert Sachen hier durch brettert, dürfte es auch winters wärmer werden. Dass es soweit nicht komme, bedarf möglichst stichhaltiger und am besten individueller Einwendungen [ausgezeichnete Hilfestellungen auf der Website der BISF!], aber auch Unterschriften unter die von der BISF und ihren Anwälten, Peter Kremer und Karsten Sommer, formulierten Mustereinwendung.

Die BaL sammeln mit

Sie zu sammeln und Natur und Naherholung auch im Nordwesten der Hauptstadt zu schützen, helfen die BaL im Südosten, u.a. während ihres wöchentlichen

Freitag-Treffs
von 17:30 bis 19:30 Uhr
auf der Kottbusser Brücke in Xberg.

Wer im Augenblick nicht bis Spandau fahren, aber sich dennoch für den Erhalt eines FFH-Gebiets und einem wahren Kleinod für unsere Naherholung einsetzen will: hier kann sie/er die Sammeleinwendung mitzeichnen! Wenn nur ausreichend Quantität zusammenkommt, hoffen wir auf einen Umschlag in die Qualität und zu einem Überdenken der anachronistischen Planung auf Seiten der Verantwortlichen. Die Entwicklung im Hinblick auf den Widerstand gegen die Seeprivatisierung, dem sich mittlerweile auch namhafte SPD-Politiker angeschlossen haben, was die BVVG immerhin zum „Aussetzen“ veranlasste, macht Hoffnung. Auch hier kann mensch, sofern noch nicht geschehen, bei unserm Infotreff auf der K. Brücke unterschreiben: die Masse macht’s!
Reginas Sonntagspaziergang: Allsinnliches Mobilisieren

Durch urigen Laubwald

Durch urigen Laubwald

Wer jedoch selber in Augenschein nehmen möchte, was hier auf dem Spiel steht − und das ist nur wärmstens zu empfehlen! −, die/der sei nachdrücklich aufgefordert, an

Regina Henkes
Aktionsspaziergang

am nächsten Sonntag, 6.9., durchs betroffene Gebiet teilzunehmen.

Treff um 10 Uhr
Endstation des M37
Freudstr./Goldkäferweg.
Karte

Regina, eine leidenschaftliche Flaneurin aus Reinickendorf, die schon viele Wanderungen in & um Berlin beschrieben und auch am Projekt der 20 Grünen Hauptwege mitgewirkt hat, gibt kenntnisreiche Erläuterungen zu Natur und Landschaft und (dies allerdings bewusst sparsam) zum unsinnigen, überflüssigen Bauvorhaben, da ihrer Meinung nach die eigene Anschauung die überzeugendsten Argumente liefert.

Dieser Einschätzung können wir nur vollumfänglich beipflichten!

Erhebt Eure Einwände gegen die so genannte Nordumfahrung!

Sinnfällige Argumente gegen einen unsinnigen Straßenbau

BISF-Plakat

BISF-Plakat

Seit gut einer Woche liegen die Planunterlagen zur sog. Nordumfahrung im laufenden Planfeststellungsverfahrens nun auch für die BerlinerInnen aus, und zwar im Spandauer Naturschutz- und Grünflächenamt in der Carl-Schurz-Straße 8 (Raum 1103). Damit gibt es noch eine weitere Chance, diesen absurden Schnellstraßenbau mitten durch wertvolle Naturschutzflächen und Naherholungsgebiete zu verhindern, denn nicht nur die unmittelbaren AnwohnerInnen auf Brandenburger wie Berliner Seite sind berechtigt, ihre Einwände dagegen zu erheben, sondern auch alle BerlinerInnen, die dort wandern, baden, ihre Freizeit verbringen und auch weiterhin verbringen wollen! Die Pläne liegen noch bis zum 9. September aus, Einwendungen müssen bis zum 23. eingereicht werden, entweder direkt ans

Landesamt für Bauen und Verkehr
Dezernat 11 – Anhörungsbehörde
Lindenallee 51
15366 Hoppegarten

oder über die BI Schönes Falkensee. Die hat jeden Samstag bis zum 19.9. einen Infostand auf dem Marktplatz in Spandau (vor Jokers), sporadisch auch an anderen Stellen, doch dem Internet sei dank können wir Infomaterial, Textbausteine für Einwendungen und Unterschriftenlisten mit Sammeleinwendung auch von ihrer Website laden.

Die BaL e.V. sammeln auf ihrem freitäglichen Infotreff auf der Kottbusser Brücke von 17:30 bis 19:30 Uhr ebenfalls Unterschriften gegen die „Nordumfahrung“.

Vom sonntäglichen Aktionsspaziergang (16.8.)

Spektewiesen

Spektewiesen

Vergangenen Sonntag veranstaltete Regina Henke aus Reinickendorf einen weiteren Aktionsspaziergang gegen das Natur und Landschaft zerstörende Bauvorhaben, um nicht (nur) mit Plänen, Verkehrsprognosen und Statistiken, sondern augen- und sinnfällig zu zeigen, welche unschätzbaren Verluste hier drohen.

Ausgangspunkt Spektewiesen

Spektewiesen 03

Spektewiesen

Sieben TeilnehmerInnen haben sich an der Endhaltestelle des M 37 Ecke Freudstr./Golkäferweg eingefunden, und wir beginnen unsere Wanderung an den nahen Spektewiesen, einem von Wegen gesäumten, etwa 100 Hektar großen, Ende des letzten Jahrhunderts aus A&E-Mitteln der Deutschen Bahn renaturierten Grünzugs entlang der gleichnamigen Flachmoorniederung mit einer der wenigen unverbauten Wiesenlandschaften Berlins: Trocken-, Feucht- und Nassbiotopen samt wertvollen Übergangsbereichen wechseln mit ihrer je spezifischen Flora & Fauna auf relativ engem Raum einander ab.

Blauflügelige Ödlandschrecke02

Blauflügelige Ödlandschrecke © R.Henke

Vielfalt an Biotopen, Flora und Fauna

Rotwangenschildkröte

Ausgesetzte Rotwangenschildkröte

Laubsänger in den Ufergebüschen und die um Goldrute und Blutweiderich [Foto s.u.] summenden Insekten untersteichen noch die beeindruckende Stille. Auch Drosselrohrsänger brüten hier, verhalten sich jedoch um diese Jahreszeit still. In kleinen Pfuhlen des Feuchtgebiets Alter See dösen Blässrallen und Stockenten beim Froschkonzert; eine in Freiheit mächtig herangewachsene Rotwangenschildkröte sonnt sich derweil auf einem im Wasser liegenden Stamm.

Hainwachtelweizen

Hain-Wachtelweizen © R.Henke

In Trockenbereichen ist hier die Blauflügelige Ödlandschrecke, eine Rote-Listen-Art, keine Seltenheit. Zauneidechsen flitzen in Deckung, auch Ringelnattern sollen häufig sein. Am Wegesrand wächst der Hainwachtelweizen mit seinem auffälligen zweifarbigen Blütenstand, auf Trockenrasen Gras- und Heidenelke, doch die hier ebenfalls vorkommende Sand-Strohblume können wir nicht finden. − Großen blaugrün-mettalic schillernden Rosenkäfern auf dem Weg werden RadlerInnen zum Verhängnis, wie überhaupt uns FußgängerInnen in solcher Umgebung auffällt, dass auch Radfahren so völlig emissionsfrei gar nicht ist.

Haltlose Schreibtisch-Argumente

Laubwald

Weg durch Laubwald

Vor einem BISF-Plakat am Gartenzaun eines Siedlungshauses [s.o.] verdeutlicht Regina die Haltlosigkeit einiger verkehrsbezogener Argumente der Straßenplaner (solche Plakate werden wir übrigens an den Einfriedungen der Villen entlang des Falkenhagener Seeufers vergeblich suchen, wiewohl doch auch deren exklusive Lage einiges an Reiz einbüßen muss): Die Gartenstadt Falkenhöhe wird jedenfalls mitnichten umfahren, sondern vielmehr durch die Piste vom südlichen Falkenhagener See getrennt. Die Einkaufsfahrten der SpandauerInnen nach Falkensee werden gewiss nicht über die „Umfahrung“, sondern wie bisher über die Falkenseer Chausee führen, die somit in keiner Weise entlastet wird. Im Gegenteil: Schwerlastverkehr, der die mautpflichtige Autobahn nun meiden kann, würde tags und nachts zunehmen. − Doch selbst wenn es denn zu den höchst unwahrscheinlichen Entlastungen käme: der Preis an Verlärmung und Zerschneidung wertvollster Natur und beliebter Naherholungsgebiete stünde dazu in keinem irgendwie zu rechtfertigenden Verhältnis!

Überzeugen durch Zeigen

Tafel Lebensraum Baum 02

Tafel Lebensraum Baum

Um dies aber sinnlich unmittelbar zu erfassen, genügt eine solche Wanderung durchs betroffene Gebiet. Auf dem Weg von den Spektewiesen zum Falkenhagener See würde eine acht Meter breite Schnellstraße zum nervtötenden Hindernis, für die Amphibien während ihrer Wanderungszeit jedoch zu einer weiteren letalen Barriere. Dabei befinden wir uns in einem Landschaftsschutzgebiet und sehen, was dieser Schutzstatus wert ist. Entlang des Seeufers klärt ein Naturlehrpfad mit liebevoll gestalteten Tafeln über den Artenbesatz von Stillgewässern, den Baum als Lebensmittelpunkt eines breiten Spektrums von Tier- und Pflanzenarten oder über Besonderheiten wie die Totholzhecke auf und mahnen, die Brutgewässer nicht als Hundebadestellen zu missbrauchen.

Macht nicht kaputt, was Euch ganz machen kann!

Biotopbaum

Biotop-Baum

Alte bruchgefährdete Eichen werden nicht einfach aus Verkehrsicherungsgründen umgehauen, sondern mit Warntafel versehen und umzäunt, denn so genanntes Tot- oder Biotopholz ist, mal von den Höhlenbrütern und Fledermäusen abgesehen, auch ein Eldorado für eine kaum zu überschauende Vielzahl anderer, immer seltener werdenden Lebensformen bis hin zu Pilzen, Moosen und Flechten. − Entsprechend bleibt im nahen Spandauer Forst mit dem unter Naturschutz stehenden, als FFH-Gebiet ausgewiesenen Feuchtgebiet Große Kuhlake, alles Biotopholz liegen.

Hier umfängt uns wohlige Kühle, während auf den ausgedehnten, landwirtschatlich genutzten Teufelsbruchwiesen die Sonne nur so auf uns hernieder brezelt. Doch in einer Hecke thront ein Neuntöter auf seiner Warte, Feldsperlinge schwirren umher, eine Feldlerche steigt auf (ohne zu jubilieren), und am Himmel gewahren wir einen maunzenden Mäusebussard, dann eine Rohrweihe, die ein Turmfalke zu verhassen sucht. − Die westlich angrenzenden Reiherwiesen in Eiskeller sollen ebenfalls von der Trasse tranchiert werden.

Schaut’s Euch an!

Blutweiderich

Blutweiderich

Auch nächsten Sonntag will Regina Henke wieder einen solchen Spaziergang unternehmen [siehe auch einige ihrer Wegbeschreibungen hier oder hier], also am

23. August, 10:00 Uhr
Treffpunkt:
Endhaltestelle des M37

(Freudstraße/Goldkäferweg)
[Details siehe hier]

Erste Anmeldungen sind schon eingetroffen unter

Regina.Henke[at]t-online.de.

Wenn hinlänglich bekannte Argumente, wonach Tag für Tag nach wie vor über 100 Hektar Fläche in unserm Land „verbraucht“ werden, auch wenn es bereits von 230.000 km Straße gerastert wird,  nicht „ziehen“: Solch praktische Überzeugungsarbeit dürfte bei den Teilnehmenden die nachhaltigste sein.

Teufelbruchwiesen

Teufelsbruchwiesen in den Hundstagen

Hier geht’s zur Foto-Galerie (‚Diashow‘ anklicken)…

Nur ein Trauermarsch als ob.

Widerstand gegen A100-Verlängerung wächst!

Trauermarsch

Chopin erklingt

Eine ansehnliche „Trauergemeinde“ hatte sich Samstagmittag (21. März) an der verkehrsumtosten Ecke Am Treptower Park/Matthesstraße unweit des Park Centers versammelt, dort wo die geplante Anschlussstelle der A100-Verlängerung neunspurig (!) münden und u.a. vierzehn 130jährigen Platanen das Leben kosten soll. Mitglieder der BI Stadtring Süd (BISS) hielten Kränze, Blumengebinde und Transparente, verteilten Protest-Postkarten an die vorüberhastenden Shopper und versahen die Bäume mit Trauerschleifen, auf denen zu lesen stand: „Ich möchte nicht für die A 100 sterben“ und „Bitte retten Sie mich. Einwendungen jetzt!“ Dazu ließ der Posaunist Chopins Trauermarsch erklingen.

Trauermarsch02

Trauergemeinde

Nach der ersten Marschetappe aber machte Harald Moritz von BISS in seiner Rede klar, dass es sich hier lediglich um eine symbolische Verabschiedung handele, denn ungeachtet der nicht nur arroganten, sondern ausgesprochen waghalsigen Ansage von Stadtentwicklungssenatorin Junge-Reyer: „Wir bauen auf jeden Fall!“, gäben sich die engagierten BürgerInnen noch lange nicht geschlagen.

Ein von den Grünen beauftragtes Fachgutachten habe erst kürzlich bestätigt, dass auf Basis der bislang vom Senat zur Verfügung gestellten Planunterlagen und Verkehrsprognosen das Vorhaben keinesfalls genehmigungsfähig sei. So sprenge bspw. die Verkehrslast für Elsenstraße und -brücke schon jetzt die Kapazität, werde aber durch die Anschlussstelle noch weiter wachsen, alternative Trassenführungen seien nicht ausreichend geprüft worden etc. Dieses gleichwohl thematisch noch relativ eng gefasste Gutachten werde in einer Anschlussbeauftragung demnächst noch erheblich erweitert und vertieft.

Trauermarsch04

In der Beerstraße

Vor allem, so betonte der BISS-Sprecher, werde die Feinstaubbelastung, die ja schon jetzt allzu oft überm Limit liege, dann die zulässigen Grenzwerte mit Sicherheit erheblich überschreiten. Hiergegen seien neben der Verbandsklage des BUND auch Klagen verschiedener AnwohnerInnen in Vorbereitung. Neben weiterer Verlärmung und Verschmutzung würden gewachsene Nachbarschafts- und Kiezstrukturen zerstört, und wenn älteren Leuten, die ihren fußläufig zu erreichenden Kleingarten seit Jahrzehnten sommers geradezu als Lebensmittelpunkt erführen, angeblicher Ersatz am jenseitigen Ende von Bukow offeriert werde, belege dies bloß die Bürgerferne des Behördendenkens.

Beerstraße

Fällige Häuser, fällige Bäume

Doch nicht nur die Menschen seien betroffen, sondern mit der Fällung von ca. 300 Bäumen, wovon 160 der Baumschutzverordnung unterlägen, sowie der Vernichtung einer Vielzahl von Biotopen durchs Verschwinden Hunderter von Gärten würden auch Niststätten, Habitate, Rückzugsgebiete und Nahrungsquellen für ein ganzes Spektrum von Tierarten zerstört: von der Zauneidechse über Kohl- und Blaumeise, Haus- und Gartenrotschwanz bis hin zu Igel und Zwergfledermaus.

Erfreulich aber sei, dass nun neben dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, dessen BVV sich pikanterweise auch mit den Stimmen von SPD, die den Antrag sogar einbrachte, sowie der Linken gegen das Vorhaben ausgesprochen habe, nun auch aus Lichtenberg ähnliche Signale kämen. Damit komme neue Bewegung in die Sache.

Einwendungen jetzt!

Eminent wichtig sei jetzt, dass bis zum 23.4. noch möglichst viele individuell formulierte und begründete Einwendungen bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung einträfen. Hilfestellungen finden sich auf der Website der BI unter www.stop-A100.de.

Nach Dekorierung der potentiellen Todeskandidaten unter den Bäumen schritt der Zug ein Stück weit den geplanten Verlauf der Trasse über Matthes- bis zur Breemstraße ab, in der vier Wohnhäuser (drei davon frisch saniert) abgerissen werden sollen. Aus Fenstern und von Balkonen hingen verschiedentlich Protest-Transpis und Trauerflore. − Und auch hier wäre der die Straße säumende Baumbestand natürlich fällig. − Angesichts dessen, dass Berlin verglichen mit anderen deutschen Städten, ja auch z.B. mit Prag, pro Kopf der Bevölkerung eine viel geringere Autodichte aufweise mit weiter rückläufiger Tendenz, so ein Mitglied der Neuköllner Grünen,  setze der Senat mal wieder ein völlig falsches Signal.

Gut vier Wochen sind’s noch bis zum Einsendeschluss am 23. April, weshalb wir unsern Aufruf erneuern: Lasst uns SenStadt mit Einwendungen nur so überfluten, damit die Verantwortlichen vielleicht auf diese Weise im Superwahljahr erfahren, was ihre Arbeitgeber, sprich: die BürgerInnen von ihren Plänen und Entscheidungen halten!

Wir fangen erst an!

Wer Autobahnen sät, erntet Widerstand!

Auch aus Gründen des Baumschutzes!

A100-Verlängerung verhindern!

Stau

Wer Straßen baut...

Ungeachtet des schon seit langem währenden und immer wachsenden öffentlichen Widerstands hält bekanntlich SenStadt stur an einem ihrer widersinnigsten und schädlichsten Projekte fest: der Verlängerung der A100 um 3,2 km vom Autobahn-Dreieck Neukölln bis zum Treptower Park. Da die Statistik von einem Rückgang des Autoverkehrs in der Stadt kündet, möchte die Senatorin für  Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer, die gerade publikumswirksam einen vorbildlichen Berliner Radfahrer dekorierte, auf der anderen Seite offenbar jenem Trend mit Uralt-Plänen entgegenwirken: Noch immer hat Straßen- und gar Autobahnbau für eine Zunahme des Verkehrs gesorgt. Da darf der Meter auch mit 130.000 Euro schon mal teurer werden als bei einer Transrapidstrecke.

Betroffene aus den Bezirken Neukölln, Treptow und Friedrichshain-Kreuzberg, die BI Stadtring Süd (BISS), BUND und NABU sowie B’90/Die Grünen kämpfen seit Jahren gegen dieses anachronistische, weil klima-, natur- und bürgerInnenfeindliche Vorhaben. (Und auch die Bäume am Landwehrkanal und die Bäume für Kreuzberg haben an ihren Infotischen im letzten Jahr viele hundert Protest-Unterschriften sammeln können.) − Vor Ort aber sind nur Inhaber von Autoreparatur-Werkstätten für die sechsspurige Piste.

Neben drei stattlichen Wohnhäusern aus der Gründerzeit sollen hunderte von Kleingärten verschwinden und rund 300 Bäume fallen, darunter (zunächst) vierzehn der hundertjährigen Platanen des Gartendenkmals Treptower Park.

Für die Senatorin mit dem gebrochenen Verhältnis zur Bürgerbeteiligung ist die Entscheidung längst gefallen

Ungeachtet aller Argumente, deren fundierte Widerlegung sich die Verantwortlichen wie üblich keine Mühe machen − für die Senatorin, deren Haltung gegenüber BürgerInnen-Beteiligung wir ja kennen, ist die Entscheidung ohnehin längst gefallen: „Wir sind nach eingehender Prüfung und vielen Fach- und politischen Diskussionen zu einem sehr eindeutigen Ergebnis gekommen: Die Wohngebiete im Berliner Südosten müssen vom Durchgangsverkehr entlastet werden“, ließ sie die taz Ende Februar wissen −, wurde also nunmehr die Planfeststellung eröffnet, und seit dem 9. März liegen die Pläne noch bis zum 9. April aus, und zwar im

Rathaus Treptow (Neue Krugallee 4), Raum 22, und im
Rathaus Neukölln (Karl-Marx-Str. 83), Raum N6006,
jeweils von Montag bis Mittwoch, 9 bis 16 Uhr sowie
donnerstags von 9 bis 18 Uhr und freitags von 9 bis 14 Uhr.

Die Frist, Einwendungen zu erheben, wozu alle BerlinerInnen berechtigt sind, endet sechs Wochen nach Beginn der Auslegung, also am 23. April ’09 (Poststempel) und ist per Post zu richten an die

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung,
10707 Württembergische Str. 6

Schreiben wir der Senatorin unsere Einwände!

Im Treptower Park

Im Treptower Park

Sehr wichtig ist jetzt, dass möglichst viele BürgerInnen Einwendungen erheben und diese individuell formulieren und begründen, damit sie nicht einfach en bloc abzufertigen sind! Sie können sich also etwa gegen

  • die Dauerstaus richten, die dort vorprogrammiert sind, wo sich am geplanten Anschluss Treptower Park der Autobahnverkehr via Elsenstraße und -brücke zu Stralauer Allee und Markgrafendamm über fünf Ampelkreuzungen nach Friedrichshain ergießt, derweil ein Drittel der zusätzlichen Verkehrsbelastung über Puschkinallee, Schlesische und Skalitzer Straße nach Kreuzberg drängt;
  • die dadurch enorm wachsende Lärm- und Feinstaubbelastung (hier bereitet der BUND außerdem eine Klage vor);
  • den steigenden Ausstoß an klimakillendem CO2;
  • die Zerstörung des vertrauten Wohnumfelds und Lebensmittelpunkts;
  • die Zerstörung von Stadtnatur und gewachsenen Biotopen, was durch Ersatzpflanzungen anderswo mitnichten mal eben kompensiert werden kann;
  • Beschädigung und Verlärmung eines Gartendenkmals und Minderung seines Werts für die Erholungs- und Freizeitnutzung…

Noch viel mehr findet Ihr auf den Websites von BISS und BUND

Und auch wir möchten uns dem Aufruf zum Rundgang/Trauermarsch an der geplanten Anschlussstelle der A100 am Samstag, 21. März, 13 Uhr anschließen! Treff: Straße am Treptower Park/Matthesstraße

Lasst uns gemeinsam Laut geben, auf dass Berlin endlich aus diesem Alptraum von Stadt- und Verkehrsplanung erwache!