Rot-Grün hebelt BürgerInnenbeteiligung aus

Schöner radeln durch asphaltierte Natur

In der Bezirksverordnetenversammlung im Rathaus Schöneberg am Mittwoch vergangener Woche (22.1.) wurde mit der Mehrheit von Rot-Grün und gegen die Stimmen von CDU, LINKE und Piraten auch die Drucksache 0949/XIX „Ja zur Schöneberger Schleife!“ beschlossen. Insofern ist das Beteiligungsverfahren zum Wannseebahngraben, das laut Planer/Moderator Martin Seebauer mit seiner „Ideenwerkstatt“ so ganz anders als die bisherigen, nämlich ergebnisoffen ablaufen sollte, ad absurdum geführt, noch bevor es richtig begonnen hat.

Ohnehin würde es ja viel zu lange dauern angesichts des drohenden „Verfalls der Förderzusage“ aus dem Programm Stadtumbau West. Während den BürgerInnen weisgemacht wurde, es stehe das ganze Jahr zur Verfügung, drängt die BVV nun zur Eile und zum Umsetzen dessen, wofür sich doch engagierte BürgerInnen dreißig Jahre lang eingesetzt hätten und was zu formulieren einzig die BI Westtangente legitimiert sei −, so jedenfalls der stadtentwicklungspolitische Sprecher der Grünen, Ralf Kühne. Eine gelungene Realsatire, wobei wir allerdings nicht wissen, ob wir lachen oder weinen sollen. Den Rest des Beitrags lesen »

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Keinen Asphalt in den Crelle-Urwald!

„Ideenwerkstatt“ zum Wannseebahngraben

Zivilgesellschaft muss Opposition stellen!

Deutlich weniger Interessierte als am 19. September zur Auftaktveranstaltung im Schöneberger Stadtteilverein kamen letzten Sonnabend (16.11.) zur „Ideenwerkstatt“ in den PallasT, um ihre Vorstellungen, Wünsche und Bedürfnisse bei der geplanten „Erschließung“ des Wannseebahngrabens kundzutun.

Anfänglich war auch eine Bezirksverordnete der Grünen aus der BVV Tempelhof-Schöneberg zugegen, später stieß noch der Fraktionssprecher der Piraten, Michael Ickes, dazu, aber lange hielt es beide nicht und obwohl es einige ausdrücklich anders wünschten, debattierten die BürgerInnen schon bald ohne Delegierte ihrer Souveränität. Den Rest des Beitrags lesen »

Bezirksamt beharrt auf Fällung

[Update 17.10.: Heute Morgen wurde unter massivem Polizeiaufgebot auch noch die letzte der drei Linden gefällt − gegen die erklärten Interessen der AnwohnerInnen, in Nichtachtung ihres herausragenden, opferbereiten Engagements für den Erhalt ihrer Bäume, trotz aller verfahrenstechnischer Mängel und Ungereimtheiten, in Gefährdung des sozialen Friedens und eines gedeihlichen Miteinanders im Kiez, in völliger Ignoranz gegenüber den Anforderungen einer klimaverträglichen Stadtentwicklung und des Stadtnaturschutzes. Nach dem 2. Oktober ist dieser Donnerstag ein weiterer schwarzer Tag für den Crelle-Kiez. − Wir danken den tapferen BaumschützerInnen für ihren bewunderungswürdig beharrlichen und kreativen Einsatz!

Lindenteile

BaumschützerInnen suchen zwischen den Linden-Überresten nach ihren Kletterutensilien

Auch wenn er im konkreten Fall vergeblich war, heißt es: Jetzt erst recht! Verbreitern und verstärken wir den Widerstand gegen die spekulative Betonierung unserer Freiräume, die Vertreibung der weniger Kaufkräftigen aus ihrem heimatlichen Wohnumfeld, die galoppierende Zerstörung von Berlins einzigartiger Stadtnatur, ob im Crelle-Kiez, im Wannseebahngraben, auf der Bautzener Brache, dem Tempelhofer Feld, in Lichterfeld Süd, im Mauerpark, in der KGA Säntisstraße in Mariefelde, der KGA Oeynhausen in Schmargendorf, im Kleinen Tiergarten in Moabit und anderswo!]

Verbliebene Crelle-Linde in höchster Gefahr!

Im Baumschutz-Camp

Blätter hat’s noch reichlich und noch dominiert das Grün die Farbenpracht an der allein übrig gebliebenen von einst drei Linden vorm Grundstück 22a in der Schöneberger Crellestraße. Doch sobald die Sonne sinkt, dringt herbstliche Kühle in den Unterstand der BaumschützerInnen. Buchstäblich jeden Tag − noch dazu nach der gestrigen Pressemitteilung des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg − kann auch dieser letzte Baum noch dran sein.

Baumwacht

Baumwacht vor der letzten Linde, Crellestraße 22a

Deswegen wird er rund um die Uhr in verschieden langen Schichten bewacht, je nachdem wie viel ihrer/seiner Freizeit jederR spenden kann. Die durchregneten Nächte sind jedes Mal eine Prüfung, doch ihr Bestehen macht unmissverständlich deutlich, wie ernst es den Leuten aus dem Crellekiez ist. Und nicht nur, was die Rettung des hoch aufragenden, gesunden Baums, sondern auch was die Verhinderung des PSG-Projekts Wohnen mit Weitblick zumindest in seinen jetzigen Dimensionen angeht. Den Rest des Beitrags lesen »

Grünzug-Erschließung im Wannseebahngraben

Ein Bürgervorgespräch

Sehr beengte Verhältnisse herrschten am Donnerstagabend im Stadtteilverein Schöneberg, sowohl räumlich wie zeitlich. Fünfzig, sechzig AnwohnerInnen und Interessierte drängten zum „Bürgergespräch“ über die Gestaltung des Grünzugs entlang des Wannseebahngrabens, und manche mussten in der offenen Tür stehen. Als würde das nicht reichen, verwies Martin Seebauer, in der spannungsreichen Doppelrolle des Moderators und Planers auftretend, sogleich auf die begrenzte Zeit: schon in zwei Stunden hätten die nächsten Gäste die Räumlichkeiten gebucht. (Auf sein Angebot eines weiteren Vorgesprächs ging niemand ein.)

Gedränge im Stadtteilverein

Gedränge im Stadtteilverein Schöneberg am 19.9. (Bilder zum Vergrößern anklicken!)

Neben den PlanerInnen von Seebauer, Wefers & Partner waren BezirksamtsvertreterInnen aus dem Stadtentwicklungsamt und vereinzelt auch BVV-Mitglieder anwesend.

Martin Seebauer erklärte freimütig, er sei hier als Moderator nicht neutral, vertrete eindeutig Planerinteressen − genau deswegen war er bei einer Bezirksamtsveranstaltung zur Bautzener Brache schon einmal von vielen BürgerInnen als befangen abgelehnt worden und wollte Ähnlichem wohl zuvor kommen. Jetzt gehe es doch vor allem darum, etwas ganz Neues, Verrücktes, ein Experiment zu wagen und Bürgerinnen und Bürger von Anbeginn in die Planung mit einzubeziehen, ja mehr noch, vor jeder Planung erst ihre Interessen und Wünsche zu erkunden.

[Update 4.10. Auf der BA-Site (Stadtentwicklungsamt → Aktuelles) entdeckt: das „offizielle“, undatierte Protokoll des Planungs- und Moderationsbüros. −
Die von Stadtentwicklungsamtsleiter Siegmund Kroll zugesagte Veröffentlichung der Machbarkeitsstudie (drei Pläne) steht leider noch immer aus.]

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