Über den Wert von Vereinbarungen

Versehen oder Obstruktion?

Arbeit an der Abschlussvereinbarung

Recht geschrumpft war der Kreis der TeilnehmerInnen an der 40. Sitzung des Mediationsforums „Zukunft Landwehrkanal“ am vergangenen Montag (25.2.), die sich der Weiterarbeit am Wie der Mediationsabschlussvereinbarung (MAV) widmen sollte, also den Fragen der zu vereinbarenden Strukturen, Routinen und Gremien, um auch in der Phase der Entwicklung der Ausführungsplanung und ihrer auf zehn Jahre geschätzten Umsetzung eine entscheidungsrelevante Beteiligung aller Institutionen und Interessengruppen sicherzustellen.

Friedrichshain-Kreuzberg und die BürgerInnenbeteiligung

Daneben aber dräute ein anderer wichtiger TOP, der angesichts der hinterrücks erfolgten Fällung eines der „politischen“ Bäume am Tempelhofer Ufer kurzfristig vereinbart worden war und den wir wegen seiner Brisanz, obwohl er erst ganz am Schluss dieser Sitzung aufgerufen wurde, vorweg behandeln möchten. Den Rest des Beitrags lesen »

Was ist bloß mit den Grünen los?

Wenn schon weder „Stadtbalkon“ noch „-fenster“, denn halt eine Treppe statt der Bäume

Bautzener Platz braucht keine Grün-Anbindung auf Kosten des Grüns!

[Update 26.4.: Die Abstimmung in der gestrigen TempelSchöner BVV ging sehr knapp 27:25 Stimmen für die Bautzener Treppe und gegen die Interessen der überwiegenden Mehrheit der Anwohner- und BürgerInnen am Erhalt der wertvollen Böschungsvegetation und ihres grünen Wohnumfelds aus. − Ein bündnisgrüner Bezirksverordneter hat gegen diesen unsinnigen Treppenbau gestimmt, mehrere aus der rot-grünen Zählgemeinschaft haben sich enthalten, und dies hätten sicher auch noch weitere getan, wären sie nur ausreichend informiert gewesen über die wenigen einvernehmlichen Ergebnisse eines völlig unzureichenden Partizipationsprozesses . − Sehr schade: Wieder ein Sieg des Betons über Bäume, Bürgerwillen und jahrelanges Engagement für den Schutz unserer Stadtnatur.]

Als das Planungsbüro Thomanek Duquesnoy Boemans Landschaftsarchitektur (TDB) in einem der sogenannten Werkstattgespäche zu Schöneberger Schleife und Nord-Süd-Grünzug seine Planung eines „Stadtbalkons“ am Bautzener Platz vorstellte, war die Ablehnung von Seiten der AnwohnerInnen aus unterschiedlichen Gründen weitestgehend einhellig.

Eins der wichtigsten Argumente war der Erhalt des restlichen, 2008 aus (damals) unerfindlichen Gründen schon arg ausgelichteten Baumbestands sowie der wertvollen Böschungsvegetation. Der Kompromiss-Vorschlag eines „Landschafts-„ oder „Stadtfensters“, um, wie es der Leiter des Planungsamts, Siegmund Kroll, seinerzeit formulierte, den „Höhenversprung zur Teltower Platte erlebbar“ zu machen und (natürlich) Sichtbeziehungen zu schaffen, wurde, da es auf Rodung eines Großteils der Vegetation hinausliefe, ebenfalls abgelehnt.

Außerhalb der „Werkstatt“ sprachen sich zudem insgesamt rund 150 AnwohnerInnen mit ihrer Unterschrift gegen diese Art Umbau ihres Wohnumfelds aus. − Entsprechend beschloss nach vorangegangenem Hin und Her im Stadtplanungsausschuss die TempelSchöner BVV in ihrer 57. Sitzung am 31.8.11, auch das „Bautzener Fenster“ zu schließen. Den Rest des Beitrags lesen »

„Modellprojekt Möckernkiez“ ohne Partizipation?

Offener Brief −Fünf Kreuzberger Initiativen fordern BürgerInnenbeteiligung!

Auch an die Partizipation in Fri-Ke müssen Grüne ran!

Bürgerbeteiligung, so war jüngst in der taz zu lesen, sei ein „Steckenpferd“ des Friedrichshain-Kreuzberger Bürgermeisters Franz Schulz. Und richtig: einige mehr oder minder gut gelaufene Ritte in den vergangenen Jahren lassen sich aufzählen. Doch dass Dr. Schulz diesem Hobby generell und bei allen relevanten Planungsvorhaben in seinem Beritt frönen würde, lässt sich gewiss nicht sagen. Den Rest des Beitrags lesen »

Wahlaufruf der Ini-Plattform Gleisdreieck

Erläuterungen zu Historie und aktuellem Stand

Wahlflyer der Initiativenplattform

Wahlaufruf der Ini-Plattform Gleisdreieck Zum Vergrößern bitte Anklicken!

Im Superwahljahr müssen natürlich auch die BürgervertreterInnen in der sogenannten Projektbeleitenden Arbeitsgruppe (PAG) beim Bau des Gleisdreieckparks neu gewählt werden −, selbstredend nur diese, nicht etwa die anderen PAG-Mitglieder als da sind: VertreterInnen von Senat und den Anrainer-Bezirken, von Grün Berlin und dem Atelier Loidl ganz zu schweigen, obschon es angesichts der bisher vor Ort geschaffenen Fakten hier wohl noch am ehesten Not täte.

Aber Scherz beiseite: Dass einstmals vereinbart wurde − zwischen wem und vor allem warum, ist uns noch immer nicht ganz klar geworden −, die Neuwahl der BürgervertreterInnen, welche sich doch schließlich in zeit- und kraftaufwendigem Einsatz inzwischen beträchtliche Kompetenz und Expertise erarbeitet haben, tatsächlich im Jahresrhythmus zu wiederholen, erinnert ans Rotationsprinzip, von dem sich die Grünen schnell verabschiedeten, weil es einfach nicht zweckdienlich ist. [Siehe auch Update vom 18.4.] Den Rest des Beitrags lesen »

Gute Nachrichten für zwei Silberlinden in der Reichenberger Straße!

Schalltomografische Gutachten belegen Standsicherheit

Schall-Sensoren

Ringförmig angebrachte Schall-Sensoren

Das Gutachten zur Linde vor der Reichenberger Str. 98, worauf die AnwohnerInnen-Initiative um Brita Bredel, aber auch das Friedrichshain-Kreuzberger Grünflächenamt aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen viele Monate haben warten müssen, steht zwar schon eine Weile online, doch da der auf Wunsch der Initiative beauftragte Baumsachverständige Frank Rinn [siehe auch die Berichte über seine Präsentation vor dem Berliner Baumforum und die Linde hier und hier] natürlich höchst erfreulicher-, aber doch auch überraschenderweise keinerlei Handlungsbedarf sieht, vermelden wir erst jetzt, nachdem der Gutachter sein Schalltomogramm noch einmal erläutert hat, ganz offiziell die gute Nachricht.

Impulsgebung mit dem Hammer

Impulsgebung mit dem Hammer

Die kritischste Stelle im Bereich der durch den Baumpilz Bjerkandera im Stamm hervorgerufenen Weißfäule war Frank Rinn zufolge durch die gewählte Farbgebung übermäßig stark dargestellt worden − gleich ein Beleg für die Notwendigkeit einer geradezu hermeneutischen Sorgfalt bei der Interpretation solcher Messdaten, worüber der Heidelberger Baumexperte ja erst kürzlich vor dem Baumforum gesprochen hatte.

Dass dieser prächtige, ca. 80jährige Baum, der vor Jahresfrist auf Grund eklatanter Fehlurteile einer Fachfirma sowie einer Fachbehörde ums Haar gefallen wäre, jetzt noch steht und auch seine wunderbare Krone in vollem Umfang behalten darf, ist aber, wie gesagt, vor allem beherztem und hartnäckigem BürgerInnenengagement zu danken! Auch Experten und sogar Behördenvertreter können bekanntlich irren, und dann sind eben nicht Wissenschaftsgläubigkeit und blindes Vertrauen, sondern kritische Aufmerksamkeit und Nachhaken gefragt!

Datenverarbeitung

Datenverarbeitung

Und ebenso verhält es sich mit der Silberlinde vor Hausnummer 40 in derselben Straße. Auch hier konnte eine Fällung auf Grund eines fachlichen Fehlurteils durch BürgerInneneinsatz im letzten Moment verhindert werden. Das Ergebnis der daraufhin im Auftrag des Grünflächenamts vom Baumsachverständigen Michael Barsig erstellten Schalltomographie liegt erfreulicherweise schon jetzt vor (siehe hier) und beide Sachverständige stimmen auch in diesem Fall darin überein, dass diese Linde keinesfalls ein Fällkandidat ist. Der beauftragte Gutachter empfiehlt allerdings eine 20prozentige allseitige Kronenreduzierung, da andernfalls insbesondere bei Sturmereignissen für die Bruchsicherheit nicht garantiert werden könne. In etwa drei Jahren sollte die Schalluntersuchung wiederholt werden.

Herrn Lothar Frank vom NGA F’hain-Kreuzberg möchten wir auch an dieser Stelle für seine Kooperationsbereitschaft herzlich danken!