Xhainer Brutzeitfällen 2015

„Rückstau überfälliger Bäume“

Bericht von einem Ortstermin

Weide 33 im Wiesental

Weide 33 im ‚Wiesental‘, Fraenkelufer/ELK | ©G.Bosse

Die alljährliche Frühjahrsfällkampagne in Friedrichshain-Kreuzberg ist in vollem Gang! Bäume, die schon seit Jahren als verkehrsgefährdend gelistet sind, werden jetzt, sozusagen im Zenit der Brutzeit, gefällt, die §§ 39 und 44 BNatSchG hin oder her. Der Leiter des Fachbereichs Natur und Grünflächen im Tiefbauamt, Hilmar Schädel, verwies zur Erklärung des „Rückstaus überfälliger Bäume“ zum x-ten Mal auf Probleme mit den beauftragten Gartenbaufirmen, die auf Grund von Personal- oder sonstiger Engpässe mit dem Abarbeiten der Fällaufträge nicht nachkämen, irgend wann gekündigt würden, doch dann sei das Finden von Ersatz erneut sehr zeitaufwändig, und schon sei es Frühling. Wir haben diese und ähnliche Stories schon so oft gehört und auch aufgeschrieben, dass wir mit Schreibkrampf zu kämpfen haben.

Weidestubben 33

Weidestubben 33

Den Rest des Beitrags lesen »

Ein Sieg für Naturschutzverbandsbeteiligung!

Konsequenzen aus OVG-Beschluss zu Crelle-Linden

Schon mehrfach hat in jüngster Zeit der BUND Berlin so dankenswert wie vergeblich versucht, per Beantragung einer einstweiligen Anordnung beim Berliner Verwaltungsgericht Baumfällungen zu verhindern, sei’s im Ottopark in Moabit oder an der Flottwellstraße in Tiergarten. Ganz abgesehen vom Antragsziel, bis zur weiteren Aufklärung der Sachverhalte eine Aussetzung der strittigen Fällungen zu erreichen und wenigstens vorerst keine irreversiblen Tatsachen schaffen zu lassen, wurde dem Naturschutzverband mit wechselnden Begründungen eine Klage- bzw. Antragsbefugnis nicht zuerkannt.

So hat es das Berliner VG auch wieder bei den drei Linden in Schönebergs Crellestraße 22a gehalten, die einem nicht nur wegen seiner Überdimensionierung, sondern seiner schieren Existenz umstrittenen Wohnungsbauprojekt weichen sollen und − zufällig schräg gegenüber der BUND-Landesgeschäftsstelle aufragen. − Abermals wurden dem BUND Antragsbefugnis und Mitwirkungsrecht bestritten.

Drei-Linden-Wacht

Drei-Linden-Wacht vor Crelle 22a, 12. Juni ’13

Den Rest des Beitrags lesen »

Berliner Wasserbetriebe lassen unnötigerweise während Schonzeit fällen!

Einsprüche auch von Fachleuten fruchten nichts

Montag sägen, Mittwoch AnwohnerInnen-Informationsveranstaltung

Wir haben die Berliner Wasserbetriebe (BWB) wiederholt auf unsere großen Bedenken hingewiesen, jetzt mitten in der Vegetations- und Brutperiode die fünf Linden am Paul-Lincke-Ufer zu fällen, wo doch laut BWB-Pressemitteilung erst im November der unstrittig notwendige Bau des größeren (unterirdischen) Auslaufbauwerks in Angriff genommen werden soll.

Von Anwohnern drapierte Linden

Von AnwohnerInnen drapierte Bäume | Fotos zum Vergrößern bitte anklicken!

Da auch aus dem vorvorigen Jahrhundert stammende Abwasserdruckleitungen ausgetauscht werden müssen, die parallel zum Kanal unter den Bäumen verlaufen [siehe hier], sind zwar noch umfangreiche weitere Maßnahmen zur Bauvorbereitung nötig, doch sollten dafür nach unserer Meinung zwei Monate, nämlich September und Oktober, hinreichen. [Die Schonzeit währt in Berlin anders als im Bundesgebiet nur bis 31. August.] Den Rest des Beitrags lesen »

Anwohnerversammlung wg. BWB-Vorhaben

Zeitabläufe und Kommunikation optimierbar!

Interessierte treffen sich Dienstag, 30.4., 18h, im Regenbogencafé

Wie berichtet, sollen wegen Verzögerungen im Planungsprozess die dem Neubau des Auslaufbauwerks am Kreuzberger Paul-Lincke-Ufer im Wege stehenden fünf Linden nun in der voll ausgebrochenen Vegetations- und Brutperiode gefällt werden, was gemäß Naturschutzgesetz nur in Ausnahmefällen (Herstellung der Verkehrssicherheit bei von Bäumen ausgehenden Gefahren) geschehen darf.

Von Anwohnern drapierte Linden

Von Anwohnerinnen drapierte Linden

Den Rest des Beitrags lesen »

„Baumarbeiten“ zum Frühlingsbeginn am Landwehrkanal

Kronenschnitt und Fällung in der Vegetationsperiode

Bezirke versäumen Information des Mediationsforums

Platanen vor Synagoge, Fraenkelufer

Reduzierte Platanen vor Synagoge

Ob das dpa-Foto vom Amazonas-Kahlschlag die Wichtigkeit des Baumschutzes hierzulande relativieren oder ihn gar lächerlich machen soll, bleibt das Geheimnis der taz-Redaktion. Fakt ist, dass wir auch in Berlin fachlich nicht gerechtfertigte und deshalb in der jetzigen Vegetations- und Brutperiode (1. März bis 31. August jetzt auch in Berlin [BNatSchG: 30. September]) gleich doppelt unrechtmäßige Kronenrückschnitte oder Fällungen [siehe § 29 (1) 5 NatSchGBln   entspr. § 39 (5) 2 BNatSchG] nicht deshalb hinzunehmen bereit sind, weil es woanders noch ungleich schlimmer abgeht.

[Update 26.3.: Hier aus aktuellem Anlass eine von den BaL beauftragte Stellungnahme des Baumsachverständigen, Dr. Barsig, zu Baumarbeiten in der Vegetations- und Brutperiode .]

Nach viereinhalb Jahren Mediation ist es nicht nur eingedenk seiner Veranlassung, sondern auch mit Rücksicht auf die insbesondere von den BürgervertreterInnen in dieses komplexe Verfahren ehrenamtlich investierte Arbeitszeit und -kraft schlicht unerträglich, dass trotz aller einschlägigen Absprachen und vereinbarten Handlungsroutinen, wenn es um Bäume involvierende Maßnahmen am Landwehrkanal geht, von diesen immer mal wieder entweder erst im Nachhinein nach längst vollendeten Tatsachen oder durch eine lapidare Pressenotiz auf der entsprechenden Bezirksamtswebsite zu erfahren. Den Rest des Beitrags lesen »

Verspundung an Corneliusstr. mit Problemen

Crush Piler erzwingt mehr Kronenrückschnitt

Alles hat seine Vor- und Nachteile

Crush Piler am Corneliusufer

Crush Piler am Corneliusufer

Der vom japanischen Gerätehersteller GIKEN entwickelte Crush Piler, der eine integrierte Bohrschnecke hat, um auch in die härtesten Böden dringen und anschließend die Stahlspundbohle einbringen zu können −, dieses innovative Gerät ist bei überhängenden Baumkronen selbst dann ungeeignet, wenn sie im Vorfeld prophylaktisch schon beträchtlich zurückgeschnitten worden sind. Sein Bedarf an Baufreiheit bzw. Lichtraum ist durch den Kran, der die Spundbohlen zureicht, weit größer als z. B. beim Silent Piler (ebenfalls von GIKEN, aber ohne Bohrhilfe), den die Firma Mette Wasserbau am Tempelhofer und Schöneberger Ufer − und besonders im Hinblick auf den Baumschutz! − in stilbildender Kooperation mit dem Baumsachverständigen und einer Baumpflegefirma so erfolgreich einsetzen konnte. [Siehe auch das Update im Rest des Beitrags!] Den Rest des Beitrags lesen »

Fällmoratorium, Einzelfallprüfung und faunistische Untersuchung!

Baum- und Artenschutz sind unverhandelbar

[Siehe auch den Nachtrag vom 11.10. am Ende des Postings. -
Für den 17.8., 17 h, ist nun eine Sondersitzung des Umweltausschusses
der BVV F'hain-Kreuzberg mit dem einzigen TOP "Baumfällungen
im Ortsteil Friedrichshain" anberaumt, wobei sich für uns
natürlich folgende Fragen stellen:
a) Was ist mit den 74 Fällungen in Kreuzberg (27 noch offen)? und
b) Erhalten wir − mit etwas Vorlauf − vorher noch die aktualisierte
Fällliste von Friedrichshain?]
Ahorn 139 auf der Bänsch-Promenade

Ahorn 139 auf der Bänsch-Promenade mit Schrägstand

Der Aufschrei angesichts der Pläne, für sechs Mio. Euro den Gendarmenmarkt weltstadtkompatibel umzugestalten, dabei die Sicht auf baumverstelltes Kulturgut freizuschlagen und 140 Kugelahorne zurückzubauen, hat einiges Medienecho evoziert [siehe unsern Pressespiegel und bspw. auch hier] und Tausende zur Protest-Unterschrift veranlasst. Auch der BUND Berlin lehnt in einer Stellungnahme gegenüber Bezirksstadtrat Gothe und einer Pressemitteilung die geplanten Fällungen entschieden ab. [Update 10.08.10: Ein erneutes Überdenken auf Seiten des Stadtrats laut einer PM schon vom 3.8. macht derweil Hoffnung. − Siehe auch die Stellungnahme des NABU Berlin.]

Unterdessen gehen in Friedrichshain-Kreuzberg jedoch die Sommerfällungen weiter, noch dazu ausgeführt von Fremdfirmen mit unqualifiziertem Personal unter Verstößen gegen Naturschutzrecht. In der letzten Woche übersandte uns das Bezirksamt die am 2.8. aktualisierte Fällliste für den Ortsteil Kreuzberg, derzufolge 47 Bäume mitten in der Vegetations- und Brutperiode gefällt worden sind − mit nach unserer Meinung größtenteils fragwürdigen Begründungen −, während noch immer 27 Bäume auf die Säge warten. Den Rest des Beitrags lesen »

« Older entries