Mit harten Bandagen

Tempelschöner Grüne verunglimpfen Anwohnerprotest

 Öl ins Feuer auf BZ-Niveau

Der Kampf um die Bautzener Brache gerät zur Schlammschlacht, nicht mit dem politischen Gegner, sondern mit engagierten BürgerInnen − mal was anderes. Nachdem, wie berichtet, eine bezirksamtliche Pressemitteilung von Stadträtin Sibyll Klotz (B’90/Die Grünen) und Moderator Martin Seebauer die „Anwohnerversammlung“ zur Bautzener Brache schon auf einen, nur wenige Minuten währenden, dafür umso verzerrter geschilderten Vorfall reduzierte, hat Kai Goll auf der Website der Tempelschöner Grünen noch deftig eins drauf gesetzt. Den Rest des Beitrags lesen »

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Siegt wieder mal Goliath?

[Update, 17.5.: Nun hat das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg offenbar seinen Nebenkriegsschauplatz gefunden, spricht in einer Pressemitteilung − hatte es nicht kleiner − von einem „Tiefpunkt demokratischer Unkultur“, da sich die sonst von BürgerInnenbeteiligung eher fernhaltenden Migranten, die in dieser weiteren puren Alibi-Veranstaltung am 14.5. nun endlich ebenfalls und unmissverständlich ihre Haltung gegen die Verbauung ihres Kiezes kundtaten, die Etikette verletzten. − Seltsamerweise haben von der ominösen Gewaltandrohung nur der Investor und die Pro-Bauen-Fraktion mitbekommen. Dass jedoch die vorgestellte Planung nicht als Quartierserweiterung, sondern als eine Bedrohung des Kiezes wahrgenommen wird und vielmehr eine jahrzehntelange, absolut unzureichende Partizipation den sozialen Frieden gefährdet, sollte den Verantwortlichen deutlich geworden sein und in ganz anderer Weise zu denken geben. Deren Handhabung von BürgerInnenbeteiligung ist vielmehr Auswuchs „demokratischer Unkultur“! − Gerne suchen wir das Gespräch auch mit den migrantischen KiezbewohnerInnen über diesen jetzt hochgejazzten Vorfall [damit’s kein Missverständnis gibt: „Vorfall“ meint ihren nur kurzen Auftritt, gipfelnd im „Wir sind bereit, unsere Straße zu verteidigen!“], denken aber nicht im Traum daran, uns von ihrem Auftritt zu distanzieren, aus dem schließlich nur ihre allzu begründete Furcht vor Verdrängung spricht! − Beredt auch diese zeitverzögerte amtliche Empörung: Wäre es nicht vornehmste Aufgabe des Moderators gewesen, die Situation zu klären? Was heißt denn noch gleich Moderieren ?]

Turbulente „Anwohnerversammlung“

Weitere Beteiligungsfarce zur Bautzener Brache

Die Argumente Für und Wider Bebauung der Bautzener Brache in Schöneberg sind bekannt und zigmal ausgetauscht [siehe auch hier oder hier]. Dennoch wurde die im Grunde nur minimal modifizierte Collignon-Planung von sieben „kartonförmigen“ Wohngebäuden (so ein Anwohner) auf der von der grünen BVV-Fraktion initiierten Anwohnerversammlung am 14.5. nicht auf neutralem Boden, wie zunächst angekündigt, sondern im BVV-Saal des Rathaus Schöneberg − also auch noch als Heimspiel − zum vierten oder gar fünften Mal abgespult.

Plakatiertes Rathaus Schöneberg, 14.5.13

Tranpis vorm Rath. Schönebg. vor Anwohnervers. Bautzener Brache, 14.05.13

Vergeblich hatten BürgerInnen, inzwischen in der Initiativgruppe Stadtplanung von unten (IG SVU) organisiert, eine Einwohnerversammlung beantragt, um erneut einen Versuch zu starten, endlich eine ergebnisoffene Diskussion zu führen, die auch die Nullvariante, den Verzicht nicht nur auf HELLWEG-Semers Projekt, sondern jedwede Bebauung des ehemaligen Bahngeländes einschließt −, zeigt doch schon ein flüchtiger Blick auf die Karte, dass die Fläche in Gänze und nicht nur mit ihrer südlichen Hälfte integraler Bestandteil des Grünstreifens entlang des Bahngrabens ist, über die Yorckbrücken mit dem Gleisdreieck-Ostpark verbunden. Den Rest des Beitrags lesen »

Bebauungsplan „Hellweg im Yorckdreieck“ noch nicht beschlossen

Vom Baumarkt zur Bautzener Brache

Im Stadtentwicklungsausschuss

In der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung der BVV Friedrichshain-Kreuzberg am vergangenen Mittwoch (9.1.) − diese wichtige Info sei endlich noch nachgereicht! − gab’s keine abschließende Beschlussempfehlung zum Bebauungsplan „Hellweg im Yorckdreick“ (VI-140fa VE). Der darob sichtlich verärgerte Expansionsleiter Franz Dressel versuchte vergeblich, die Sache noch zu drehen: zeitgleich fände eine Sitzung des Ausschuss-Pendants der BVV Tempelhof-Schöneberg statt, der gerade im Begriff sei, eine dem fraglichen B-Plan zustimmende Empfehlung für die kommende BVV am 16.1. im Nachbarbezirk zu beschließen − was freilich nicht zutraf.

Mit Verweis auf seine anders lautenden aktuelleren Informationen ließ der Ausschussvorsitzende, John Dahl (SPD), bzw. der BVV-Ausschuss den Hellweg-Mann auflaufen. In T’hof-Schöneberg könne nun erst Mitte nächsten Monats, in F’hain-Kreuzberg gar erst Ende Februar eine Entscheidung fallen. Zudem wurde eine vorherige weitere gemeinsame Sitzung der Stadtentwicklungsausschüsse beider Bezirke in Aussicht gestellt.

Östliche Böschung Yorckdreieck

Östliche Böschung Yorckdreieck nach teilweiser ‚Beräumung‘ im Herbst 2012

Engagierte BürgerInnen unter den Sitzungsgästen atmeten erstmal erleichtert auf. Die Tatsache, dass mehrere hundert Einwände, darunter solche vom Quartiersrat Schöneberger Norden und der BLN [Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Natur, ein Zusammenschluss der anerkannten Naturschutzverbände] sämtlich en gros „weggewogen“ worden waren, hat auf Seiten der AnwohnerInnen und ihrer Initiativen verständlicherweise für reichlich Unmut gesorgt, zumal sich etliche Einwendungen gegen die (auch nach Ansicht einiger Bezirksverordneter) völlig unzureichende frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit, wie sie das BauGB § 3 vorsieht, richten, während das Genehmigungsverfahren nun, nach unserm Dafürhalten schlicht rechtswidrig, offenbar unbeirrt fortgesetzt werden soll.

Deswegen haben Mitglieder der AG Gleisdreieck im Nachbarbezirk einen Antrag auf Einberufung einer Einwohnerversammlung gestellt, über den in der BVV Tempelhof-Schöneberg am Mittwoch, 16.1., ab 17 Uhr entschieden wird. Den Rest des Beitrags lesen »

Was ist bloß mit den Grünen los?

Wenn schon weder „Stadtbalkon“ noch „-fenster“, denn halt eine Treppe statt der Bäume

Bautzener Platz braucht keine Grün-Anbindung auf Kosten des Grüns!

[Update 26.4.: Die Abstimmung in der gestrigen TempelSchöner BVV ging sehr knapp 27:25 Stimmen für die Bautzener Treppe und gegen die Interessen der überwiegenden Mehrheit der Anwohner- und BürgerInnen am Erhalt der wertvollen Böschungsvegetation und ihres grünen Wohnumfelds aus. − Ein bündnisgrüner Bezirksverordneter hat gegen diesen unsinnigen Treppenbau gestimmt, mehrere aus der rot-grünen Zählgemeinschaft haben sich enthalten, und dies hätten sicher auch noch weitere getan, wären sie nur ausreichend informiert gewesen über die wenigen einvernehmlichen Ergebnisse eines völlig unzureichenden Partizipationsprozesses . − Sehr schade: Wieder ein Sieg des Betons über Bäume, Bürgerwillen und jahrelanges Engagement für den Schutz unserer Stadtnatur.]

Als das Planungsbüro Thomanek Duquesnoy Boemans Landschaftsarchitektur (TDB) in einem der sogenannten Werkstattgespäche zu Schöneberger Schleife und Nord-Süd-Grünzug seine Planung eines „Stadtbalkons“ am Bautzener Platz vorstellte, war die Ablehnung von Seiten der AnwohnerInnen aus unterschiedlichen Gründen weitestgehend einhellig.

Eins der wichtigsten Argumente war der Erhalt des restlichen, 2008 aus (damals) unerfindlichen Gründen schon arg ausgelichteten Baumbestands sowie der wertvollen Böschungsvegetation. Der Kompromiss-Vorschlag eines „Landschafts-„ oder „Stadtfensters“, um, wie es der Leiter des Planungsamts, Siegmund Kroll, seinerzeit formulierte, den „Höhenversprung zur Teltower Platte erlebbar“ zu machen und (natürlich) Sichtbeziehungen zu schaffen, wurde, da es auf Rodung eines Großteils der Vegetation hinausliefe, ebenfalls abgelehnt.

Außerhalb der „Werkstatt“ sprachen sich zudem insgesamt rund 150 AnwohnerInnen mit ihrer Unterschrift gegen diese Art Umbau ihres Wohnumfelds aus. − Entsprechend beschloss nach vorangegangenem Hin und Her im Stadtplanungsausschuss die TempelSchöner BVV in ihrer 57. Sitzung am 31.8.11, auch das „Bautzener Fenster“ zu schließen. Den Rest des Beitrags lesen »

Obstruktion des Beteiligungsverfahrens

Grün-Massakrierung entlang der Bautzener Straße

Bautzener Rodungen 01

Bautzener Rodungen vom letzten Wnter

Wir können uns noch gut daran erinnern, mit welch großem Unmut die Mehrheit der zum Werkstattgespräch Schöneberger Schleife versammelten BürgerInnen die planerischen Visionen des Büros Thomanek Duquesnoy Boemans (TDB) vom Vegetationsstreifen entlang der Bautzener Straße quittierte. Wo jetzt noch ein artenreicher Bewuchs von Bäumen, Fliederbüschen und Philadelphus ein sommers lange blühendes Biotop bildet − Habitat, Rückzugsraum und Nahrungsquelle für eine Vielzahl von Vögeln, Insekten und Kleinsäugern, und nicht wenigen AnwoherInnen ein wesentliches Stück Lebensqualität ihres Wohnumfelds −, soll nach dem Willen von TDB ein monotoner Kurzrasenstreifen mit kleinkronigen Solitärbäumchen in ebenmäßigem Abstand für Transparenz, soziale Kontrolle, höhere Sicherheit und zu guter Letzt auch noch für weniger Müll sorgen.

Grüne Wand Mai '05

Grüne Wand der Bautzener Straße im Mai 2005

[Update vom 15.10.10: In Ergänzung der Antwort auf einen Kommentar zeigen wir hier einige Fotos von Baumfällungen, -kappungen und unfachgerechter -pflege entlang des Gehölzstreifens der Bautzener Straße im vergangenen Winter…] Diese wildgewachsene „Wand“ (wie sie zumindest den LandschaftsarchitektInnen erscheint), welche die Straße seit ehedem flankiert und, wie auf alten Luftaufnahmen zu erkennen, sogar den Krieg überstand, ist mit einer modernen rechnergenerierten Grünplanung offenbar inkompatibel. Den Rest des Beitrags lesen »