Von der Einvernehmensbereisung zur Baustellenabnahme Maybachufer

Neues vom Landwehrkanal

Einvernehmen im Polizeiboot

Einvernehmensbereisung im Polizeiboot | (Fotos wie üblich zum Vergrößern anklicken!)

Vergangenen Freitag (27.8.), während leiser Regen fiel, bereisten Mitglieder von WSAAbz Neukölln, AG LWK, Bezirksamt Treptow-Köpenick, der Reederschaft und BI/Verein BaL sowie der Baumsachverständige Dr. Barsig in einem mit avancierter Navigations- und Peilungstechnik ausgerüsteten Boot der Schifffahrtspolizei den LWK von Ober- bis Unterschleuse. − Gleich vorweg auch schon mal der Hinweis, dass morgen,

Donnerstag, 2. September, 14 Uhr
anlässlich von „160 Jahre Landwehrkanal“ und der
Baustellenabnahme Riedel-Anleger „Kottbusser Brücke“

dortselbst in einem kleinen Zelt eine kleine Veranstaltung statt findet u.a. mit Thomas Menzel von der WSD.  − [rbb Abendschau ‚tschuldigung: spät gemerkt, aber jetzt funzt der Link!] Den Rest des Beitrags lesen »

Betonklötze an Herkules- und Corneliusufer bleiben den Bäumen vorerst erhalten

Unerwartete Festigkeit der Kanalsohle wirft WSA-Planung über den Haufen

Spundwand Herkulesufer

Spundwand-Verpressung am Herkulesufer Quelle: WSA-B 

Was sich bereits seit einigen Wochen abzeichnete, hat sich inzwischen zur Gewissheit verdichtet: Die wasserseitige Sicherung der maroden Ufermauer als (angeblich!) notwendige Voraussetzung, die landseitige Sicherung des ufernahen Baumbestands mittels der „Brockelmänner“ − jener monströsen Betonklötze samt Balken, Eisen und Manschetten −, rückzubauen, ist ausgerechnet an den längsten Kanalabschnitten im Bezirk Mitte vorerst nicht möglich. Die „Korsettierung“ (Scholz) bleibt den geschundenen Kastanien auch die kommende Vegetationsperiode hindurch erhalten und kann allenfalls am Herkulesufer im Juni verschwinden [s.u.]. Unter den im letzten Jahr allzu spät gegen eine elastische Variante ausgetauschten Manschetten wird bis dahin, so befürchtet der Baumsachverständige Dr. Barsig,  die Rinde zu faulen beginnen. Und nicht zuletzt der Baumrevierleiter des Bezirks und Mitglied des Mediationsforums, Wolfgang Leder, wird wenig begeistert sein.

Die Baugrundsondierung, die ein Einpressen von Stahlspundwänden 1,75 Meter vor der Uferbefestigung und neun Meter tief als machbar nahelegte, war offenbar unzureichend, um das mindeste zu sagen. Im Kanalbett gibt es, wie berichtet, derart feste Schichten und Einschlüsse, dass die Spundbohlen nicht nur eingerammt werden müssen, sondern zudem jeweils noch Vorbohren angesagt ist. Dies wiederum erfordert wegen der entlang des Corneliusufers besonders geringen Kanalbreite allererst die Konstruktion eines speziellen Trägergeräts für die „Bohrmaschine“.

Hinzu kommt, dass die bspw. von WSA-Ingenieur Albrecht Biewald im Oktober letzten Jahres [siehe hier] noch vertretene Ansicht, wonach Rammen „zwar akustisch spektakulärer, fürs Bauwerk aber sogar schonender“ sei als Pressen, offenbar vom Bauhaus-Archiv nicht ohne weiteres geteilt wird. Das Museum will nämlich kommenden Mai im Bereich Herkulesufer empfindliche Exponate auslagern, weswegen erst anschließend hier gerammt werden darf und die Betonwürfel sonach nicht vor Juni beseitigt werden können.

Senatsverwaltung fordert weitere Gutachten

Auch SenStadtBau hat aus Skepsis gegenüber der behaupteten Unbedenklichkeit des Rammens an der Möckernbrücke (Abschnitt 4) erst mal einen Baustopp verhängt und überall dort, wo gerammt und/oder gebohrt werden soll, im Hinblick auf die Unversehrtheit umliegender Gebäude weitere, vom WSA zu finanzierende Gutachten verlangt. (Ähnliches hätte mensch ja eigentlich auch vom Landesdenkmalamt erwartet.) Deshalb „laufen Vorbereitungen für eine Proberammung mit schwingungstechnischen und akustischen Messungen“, die laut WSA-Website in der nächsten und übernächsten Woche durchgeführt werden sollen. Wie’s danach weitergeht, ist noch ungewiss, aber von entsprechenden Test-Bohrungen können wir wohl ebenfalls ausgehen.

Kanalsperrung in der Saison?

Die Fahrgastschiffer dürfte demgegenüber interessieren, ob nun doch mitten in der Saison mit einer Kanalsperrung zu rechnen ist oder ob, um sie zu vermeiden und angesichts des Fehlens eigentlicher Wohnbebauung am Herkulesufer die Wasserbauer Nachtschichten fahren können, ohne AnwohnerInnen damit wach zu halten.

Ingenieur Biewald versichert unterdessen, dass auch bei geringerer Einbindungstiefe der Bohlen − nicht acht Meter wie für die (dauerhaften) Plass-Varianten durchgeprüft, sondern nur sechs − die Statik der Spundwand dauerhaft gewährleistet sei. [Nachtrag, 21.2.: Hierüber wird der für nächste Woche erwartete „Prüfvermerk“ der Fa. Krone hoffentlich Aufschluss geben. Dieses Gutachten wird in einer Rundmail den Forumsmitgliedern übersandt und ihre anschließende Zustimmung zu den Schnittmaßnahmen an den Linden bis spätestens 12.3. erwartet. Vorausgesetzt, es bestehen keine weiteren Unklarheiten, können die Arbeiten im Abschnitt 6 dann am Freitag, 13. März, beginnen. (Wir sind ja nicht abergläubisch.)]

Da übrigens wegen des Eigengewichts der selbstschreitenden Presse die Länge des jeweiligen Spundbohlen-Stücks mindestens ebenfalls sechs Meter betragen muss, damit das Teil nicht mitsamt der Hunderttausende Euro teuren Presse ins Wasser abkippt, ist es nun also definitiv nichts mit Dritteln, sondern ein mindestens neun Meter hoher Arbeitsraum unabdingbar! (Höchstens eine Bohle darf mal kürzer sein, denn dann kann die Presse über sie hinweg greifen.)

Hängeweide

Hängeweide am Tempelhofer Ufer (vorher)

Bei der überhängenden Weide am Tempelhofer Ufer in Kreuzberg (Abschnitt 3) hat es auch mit der Herstellung eines 9m-Lichtraumprofils geklappt, will sagen: stand nicht allzu viel Starkholz im Wege, und auch bei den „politischen“ Linden (Abschnitt 6) kann es laut Baumgutachter mit Ach & Krach gehen −, aber überhängende Baumkronen säumen nun mal vielerorts die Kanalufer. (Wir sind, wie gesagt, sehr gespannt, wann endlich eine genaue Kartierung hierzu beauftragt wird.) Jedenfalls werden die BaumschützerInnen auch in diesem Betracht noch lange auf dem Quivive sein müssen, denn je komplizierter sich die Sachlage darstellt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass das WSA vor Ort zu Hauruck-Lösungen greifen lässt.

Das fehlende Kettenglied

BaumschützerInnen-Info vom 16.02.09

Eine denkwürdige Arbeitskreis-Sitzung

Das neuerliche Kommunikationsdesaster zwischen dem WSA und den Beteiligten des Mediationsverfahrens im Hinblick auf die einsam beschlossene, dann aber gestoppte Fällung von sieben Bäumen im Bereich der Unter- bzw. Oberschleuse sollte auf einer Sitzung des AK Umgang mit kurzfristigen Maßnahmen am vergangenen Dienstag (11.02.) geklärt werden. Die BaumschützerInnen zeigten sich zutiefst erbost, manche vermuten gar einen Testballon zur Erprobung ihrer Wachsamkeit. Jene BI-Mitglieder, die das Verfahren im Herbst verlassen hätten, weil wir mit der geforderten Gesamtplanung der Sanierung einfach nicht weiterkämen, schienen offenbar richtig gehandelt zu haben, wenn nun auch der Schutz der Bäume nicht mehr gewährleistet sei.

Zweifelhafte Rechtfertigungen

Doch abgesehen davon, dass sich die zuständige Sachbereichsleiterin, Gerrit Riemer, für ihre Brand-Mail, die gleich gegen eine ganze Reihe von Vereinbarungen verstoßen hatte, entschuldigte, vermochten die von ihr und Amtsleiter Scholz dazu vorgebrachten Erklärungs- und Rechtfertigungsversuche die BürgervertreterInnen kaum zu überzeugen. Auch die vorgeschriebene* Unterrichtung des zuständigen Bezirksamts war zwar „Mitte Januar angestoßen“ worden, tatsächlich aber erst am 3. Februar erfolgt.

Dass das vom 19.11.08 datierende Baumgutachten der Firma fau, das die Fällung empfahl, erst zwei Monate später, nämlich am 28.01.09, dann aber umgehend zur „Gefahrenabwehr“ zwang, den an der Sitzung des Mediationsforums vom 26.01. teilnehmenden WSA-MitarbeiterInnen zwar als Faktum, aber „nicht inhaltlich“ bekannt gewesen sein soll, weshalb sie das Forum auch noch nicht darüber informieren konnten; dass besagtes Gutachten, weil der WSA-Außenbezirk Neukölln noch zwei Änderungswünsche von fau eingearbeitet haben wollte, erst am 6. Januar (wenngleich mit altem Datum und ohne Kennzeichnung der Änderungen) im Amt wieder vorlag, zu diesem Zeitpunkt aber die zuständigen Sachbearbeiter entweder erkrankt, in Urlaub oder auf Fortbildung gewesen seien − all das und dergleichen mehr klang wenig plausibel und war vielmehr geeignet, die Entschuldigungen sofort wieder zu entwerten, desgleichen auch der Versuch, mit dem Vorwurf, die BI hätte, anstatt sich zuerst an die Verantwortlichen im WSA zu wenden, sofort die Öffentlichkeit gesucht, den Spieß quasi umzudrehen: Der WSA-Chef habe einen Anruf von BI-Vertretern erwartet, stattdessen aber einen seines Vorgesetzten, des WSD-Präsidenten Menzel, erhalten. − In Wirklichkeit war aber die geforderte „Rückmeldung an die Fehlerquelle“ umgehend seitens BürgervertreterInnen per E-Mail erfolgt.

Strukturelle Probleme?

Michael Scholz bedauerte, dass mühsam aufgebautes Vertrauen zerstört worden sei, das es jetzt wiederzugewinnen gelte, und dankte den BürgervertreterInnen für die Bereitschaft, trotz allem vorerst am Verfahren festhalten zu wollen. Er verwies auf strukturelle Probleme, die allzu dünne Personaldecke, die der Stellenabbau im Öffentlichen Dienst in den vergangenen Jahrzehnten gezeitigt habe, was übrigens nicht nur in seiner Behörde zwangsläufig derartige Pannen zur Folge habe, bekräftigte sein „Credo des bestmöglichen Schutzes aller Bäume“ und nannte als Konsequenzen aus den Vorfällen

  • die Veranstaltung eines Workshops zur Verbesserung der internen Kommunikations- und Informationsabläufe,
  • die schon von Pressesprecherin Bodenmeier angekündigte monatliche Versendung eines Newsletters
  • jeweils im Anschluss an die Baubesprechung ein Update auf der WSA-Website sowie
  • die Benennung eines festen Ansprechpartners des WSA für die BürgerInnen.

Das Gutachten sei Ergebnis einer im Anschluss an die jährliche Baumschau und einer entsprechenden Ausschreibung beauftragten Erweiterten Baumschau gewesen. Durch jene Verkettung unglücklicher Umstände sei dann aus bloßen Empfehlungen zur Abwehr einer potentiellen Gefahr bei den fraglichen Bäumen der Eindruck einer akuten, also einer Situation von Gefahr im Verzug entstanden, die freilich zu keinem Zeitpunkt vorlag. Für sein Amt habe gleichwohl die Verkehrssicherungspflicht oberste Priorität und nicht der Baumerhalt. Andererseits decke sich ja das von der BI beauftragte Gegengutachten Dr. Barsigs, abgesehen von einer hohen Pappel, bei der statt Fällung nur eine zwanzigprozentige Einkürzung für nötig gehalten wird, weitgehend mit jenem der Firma fau.

Erweiterte Baumschau muss Unterhaltungsplan beachten!

Michael Barsig stellte demgegenüber klar, dass im fürs WSA verbindlichen, von der Bundesanstalt für Wasserbau (BfG) entwickelten Unterhaltungsplan der Erhalt sog. Biotopholzes aus Gründen des Artenschutzes ebenfalls hohe Priorität genieße, sofern es die Verkehrsicherheit nicht beeinträchtige, weshalb er in vier Fällen Einkürzung bzw. Kappung und eben nicht Fällung empfohlen habe. Dieses wesentliche Kriterium des Unterhaltungsplans aber müsse den beauftragen Baumgutachtern vorab bekannt gemacht werden. Dann werde z. B. eine alte Weide mit erheblichen Morschungen wie die auf der Schleuseninsel eben auf Kopf gesetzt, so dass sie als Niststätte, Habitat und Nahrungsquelle für eine Vielzahl verschiedenster Arten weiterhin zur Verfügung stehe und so, auch mit der Möglichkeit des Wiederaustriebs, im Naturkreislauf verbleibe, anstatt ihm durch einen radikalen Schnitt knapp überm Boden und anschließende Entsorgung entzogen zu werden.

Das auch von den Bezirksämtern hier gerne vorgebrachte Argument höherer Pflegekosten wegen des Wiederaustriebs sei oftmals auch bei Pappeln nicht stichhaltig, wenn nur ihre Kappung fachgerecht erfolge und nicht dem Eindringen von Regenwasser und holzzersetzenden Pilzen großflächig Vorschub leiste und sie dann zu Risikobäumen werden lasse.

Auch stehe ein von der BfG erarbeiteter Leitfaden zur Baumkontrolle an Bundeswasserstraßen in Kürze zur Verfügung, womit der WSV größtmögliche Rechtssicherheit und Fachkompetenz vermittelt werden solle. Schnellstmöglich sollte dieser Leitfaden auch Richtlinie für die Außenbezirke des WSA werden. Ansonsten müssten bei den routinemäßigen Baumschauen Zwischenstände bekannt gegeben und vor allem beim vermuteten Vorliegen einer potentiellen Gefahr eine dreiwöchige Frist zur Stellungnahme gewahrt werden.

Scholz erklärte seine Bereitschaft, dem Gutachten Barsigs zu folgen, sicherte für die Zukunft einmal mehr die von der BI schon öfters angemahnte Beachtung des Pflege- und Unterhaltungsplans zu und versprach aus Kulanzgrünen auch Ersatzpflanzungen von fünf standortgerechten Bäumen im Umfeld der Unterschleuse sowie den (schon 2002 von seinem Vorgänger zugesagten) Ersatz jener Sträucher am Salzufer, die eine übereifrige Pflegefirma damals als „Wildwuchs“ gerodet hatte. Auch sei das WSA bereit, evtl. doch höhere Pflegekosten im Zusammenhang mit Biotopholz-Erhalt zu tragen. Im Übrigen wurde versichert, dass über die jetzt anstehenden Fällungen/Kappungen hinaus in dieser Saison keine weiteren geplant seien.

Am Dienstag, 17. Februar, 8:15 Uhr bietet Jörg Augsten zur Inaugenscheinnahme der bewussten sechs Bäume im Bereich der Unterschleuse eine weitere Ortsbegehung an mit der Bitte um
Voranmeldung unter 0175.437 90 60
.


* Bundesnaturschutzgesetz § 6 (2)

WSA verstößt erneut gegen Geist und Regeln des Mediationsverfahrens!

Sachbereichsleiterin verkündet für 7 Altbäume Fällbeschluss  und bestellt zum Ortstermin am Folgetag um acht

Vereinbarungen mit WSA Makulatur?

Empörte Kritik und Entrüstung nicht nur von Seiten der BI erntete das WSA mit seiner provozierend unkooperativen Vorgehensweise im Zusammenhang mit sieben angeblichen Gefahrenbäumen an Unter- und Oberschleuse. Die Benachrichtigungs-Mail vom Mittwochnachmittag (28.1.) mit angehängtem knappem „Gutachten“ verstieß gleich in mehrerlei Punkten gegen die für solche Fälle von „kurzfristigen Maßnahmen“ vom gleichnamigen Arbeitskreis vor Jahresfrist sorgfältig ausgehandelten und vom Mediationsforum einvernehmlich beschlossenen Regeln:

  • Die Mail ging entgegen der Festlegung nicht allen AK-Mitgliedern zu, so dass manchen der Ortstermin mit kaum zwölfstündigem Vorlauf avisiert wurde.
  • Anstatt die vereinbarte Veto-Frist bis mindestens anderntags 12 Uhr zu wahren und dann ggf. binnen zwei Stunden einen Ortstermin anzusetzen, wurde mit der Behauptung, „dass die Bäume eine Gefahr darstellen“, lapidar die bereits beauftragten und terminierten Fäll- und Schnittmaßnahmen verlautbart und die Beteiligten sodann unter Missachtung jedweder Fristsetzung bereits für den folgenden frühen Morgen in den Tiergarten − man muss schon sagen: beordert.
  • Nun datiert aber das tabellarische, insgesamt 16 Bäume betreffende Gutachten der Baumpflegefirma Fau GmbH bereits vom 19.11.2008. Dass weder die AK-Mitglieder in ihrer Sitzung am 11.12.08 noch auch die des Mediationsforums in der Sitzung am vergangenen Montag (26.1.) informiert wurden, ist ein eklatanter Verstoß gegen die vereinbarte Transparenz und rechtzeitige, umfassende Information und stellt den Sinn des AK überhaupt in Frage.
  • Zu allem Überfluss wurde die anlässlich der Baumarbeiten am Maybachufer gestellte Nachfrage, ob in dieser „Saison“ auch Fällungen geplant seien, ausdrücklich verneint, die Verfahrensbeteiligten also bewusst irre geführt.
Ortstermin Unterschleuse

Um 8:00 an der Unterschleuse!

Die BI jedenfalls, was blieb uns übrig?, machte es möglich und schickte, wenn auch unter Protest, zwei Mitglieder zum Ortstermin an die Unterschleuse und beauftragte den Baumsachverständigen Dr. Barsig, kurzfristig an der Ortsbegehung teilzunehmen und eine eigene Stellungnahme zum Zustand der Bäume und den Einschätzungen des Gutachtens vom November abzugeben.

Pünktlich traf man sich gestern (29.1.) vor Ort mit dem WSA-Außendienstleiter Neukölln, Jörg Augsten, und Mitarbeitern einer Potsdamer Baumpflegefirma, denen übrigens noch gänzlich unbekannt war, dass sie schon kommenden Montag fällen sollten. Barsig erklärte ad hoc z. B. bei einer mächtigen, etwa 80jährigen Pappel, dass er keinen sachlichen Grund sehe, sie zu fällen, und schon gar keine akute Gefahr. Wiederholt stellte er akute Bruchgefahr nur einzelner Starkäste oder Stämmlinge fest, aber, von zwei bereits abgestorbenen Bergulmen abgesehen, nirgends den Anlass zur Komplettfällung, sondern allenfalls für mehr oder minder moderate Kronenrückschnitte und punktuelle Einkürzungen. Überhaupt sollte im Einklang mit den Vorgaben des Unterhaltungsplans für den Landwehrkanal das für den Artenschutz so immens wichtige Tot- oder Biotopholz dort erhalten werden, wo es die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigt, so dass man also abgängige Altbäume nur absetzt und ca. vier bis acht Meter Hochstubben als Habitat und Nahrungsquelle für Höhlenbrüter, Fledermäuse, Käfer, Spinnen, Insekten stehen lässt.

Gegen die Fällung des noch relativ jungen, gleichwohl „absterbenden“ Bergahorn nahe Oberschleuse hatte der Baumgutachter auch ohne Augenschein keine Einwände; aus Zeitgründen konnten auch die vorgeschlagenen Schnittmaßnahmen an den übrigen Bäumen nicht überprüft werden. − Dieses schon wiederholt beobachtete Erzeugen von Zeitdruck, nachdem über Wochen nichts passiert, weisen wir als kontraproduktiv und inakzeptabel entschieden zurück!

Es geht bei weitem baumverträglicher!

Gesunde Pappel

Keine Fällkanditatin:Gesunde Pappel

Auf alle Fälle konnte vor Ort in relativ kurzer Zeit einvernehmlich der Vorschlag eines weit sanfteren, ökologisch sensibleren Vorgehens verabredet werden, das, wie von Amtsleiter Scholz wieder und wieder beteuert, ja auch hohes Ziel des WSA sein soll. Für uns bleibt indessen schlicht unerfindlich, dass, kaum liegt im Zusammenhang mit kurzfristigen Maßnahmen die jüngste Panne in Kommunikation und Umgang miteinander einige Wochen zurück, kommt es auf der − wohlgemerkt: Leitungsebene des WSA − zu einer noch größeren. Für die 5. Sitzung des betreffenden AK hätten wir also wieder einen dicken Tagesordnungspunkt, wir sehen, die Rechtfertigungs- und Erklärungsmaschinerie des WSA ist schon angelaufen, und dürfen gewiss sein, dass der Chef sich wieder väterlich-breitrückig vor seine, vom Umgang mit unberechenbaren BürgervertreterInnen restlos überforderte Belegschaft stellen, salbungsvolle Worte finden und als sympathischer Kommunikator rüberkommen wird.

WSA mediationsresistent?

Für BI/Verein Bäume am Landwehrkanal jedoch steigt der Frustrationspegel munter weiter. Es geht hier nicht ums Rechthaben oder Schuldzuweisen, aber wir müssen uns kopfschüttelnd fragen (lassen), was unsere mit dieser Behörde getroffenen Vereinbarungen, verabredeten Regeln, geschlossenen Arbeitsbündnisse u. dgl. m. denn überhaupt wert sind, wenn’s erst tatsächlich dringlich wird oder zu werden scheint oder gar hart auf hart kommt. Ist es nicht immer wieder ein Aufblitzen der Tatsache, dass die Beschlüsse des Mediationsverfahrens letztlich fürs WSA keinerlei rechtliche Verbindlichkeit haben (werden)?

Wir müssen einmal mehr konstatieren, dass ungeachtet eines 16monatigen Mediationsprozesses und mühsam versuchter Vertrauensbildung sich entgegen allem professionellen Schönreden noch deprimierend wenig gemeinsamer Geist, gemeinsame Sprache entwickelt hat, die große Aufgabe einvernehmlich zu lösen, wenn Routineangelegenheiten immer wieder geeignet scheinen, alles zurück auf Anfang zu werfen. Und so stellt sich auch die Frage, ob dieses Amt nicht vielleicht mediationsresistent ist.

Eine erschrockene Frau Bodenmeier durfte inzwischen verkünden: „Die avisierten Baumfällungen sind ausgesetzt!“ Die Mitarbeiter hätten in einem zu eng gesetzten Zeitrahmen gehandelt und würden das im Interesse des „bestmöglichen Beteiligungsverfahrens“ gerne ändern…

Wieder Warten aufs WSA

Mediationsforum kann weiteres Vorgehen bei gesicherten Bäumen am Tempelhofer Ufer noch nicht beschließen

Schon seit nunmehr gut einer Woche liegen die neuen Messergebnisse zu den Lindenkronen am Tempelhofer Ufer (Abschnitt 6) und nun auch [23.1.] zu der überhängenden Weide (Abschnitt 3) vor, die der Baumsachverständige Barsig und Mitarbeiter des Baumdiensts GvL mittels Seilklettern und Hebebühne gewonnen haben, sowie detaillierte Verfahrensvorschläge zur Spundbohlen-Stückelung in diesen Abschnitten; auf die für Mitte des Monats avisierten Daten des WSA warten wir jedoch noch immer.

Da übers weitere Vorgehen eigentlich das Mediationsforum in seiner 14. Sitzung am kommenden Montag beschließen sollte, der zuständige Arbeitskreis Kurzfristige Maßnahmen jedoch ohne die WSA-Daten keine entsprechende Beschlussvorlage liefern kann, wird jetzt überlegt, ob das Forum, das erst wieder im März tagen soll, den genannten AK autorisiert, in dieser Angelegenheit eigenständig Beschlüsse zu fassen, um den Fortgang der Arbeiten und damit die Beseitigung der Brockelmannschen Würfel auch am Tempelhofer Ufer nicht noch weiter zu verzögern.

Aktuelles von der Spundwand

BaumschützerInnen-Info vom 23.12.08

Euch und Ihnen allen wünschen wir
trotz aller Menetekel
ein gesundes, friedliches & erfolgreiches
2009er Jahr!

Doch zunächst noch ein Lagebericht nebst einiger Einschätzungen…

Baumschutz verlangt Alternativen

Die temporäre Maßnahme, die abrutschgefährdeten Böschungsbereiche mit ufernahem Baumbestand durch wasserseitiges Einpressen von Stahlspundwänden zu sichern und damit die Voraussetzung dafür zu schaffen, die betreffenden Bäume endlich von ihren Betonklötzen und Korsetts zu erlösen, steht an Herkules- und Einsteinufer im Bezirk Mitte vor dem mehr oder minder erfolgreichen Abschluss. Die notwendigen Baumschnittmaßnahmen erfolgten weitgehend an bereits durch überflüssiges Beschneiden vorgeschädigten Rosskastanien und waren aus fachlicher Sicht vertretbar. Einzig ein noch völlig vitaler Baum am Corneliusufer musste soviel Krone lassen, dass die Problematik des Vorgehens an Stellen, wo sich Baumkronen übers Ufer neigen, deutlich zutage trat

Baumfreundlichere Optionen

Bevor ab Mitte Januar die Arbeit am Tempelhofer Ufer in Kreuzberg, wo bislang ohne größere Probleme ja nur die sog. Startbohlen gesetzt wurden, mit dem Verpressen der normalen Bohlen fortgesetzt werden soll, müssen zunächst neue Messungen Aufschluss darüber bringen, ob dort, wo die geretteten Linden oder auch eine noch vitale Hängeweide erheblich zu Schaden kämen, die Spundwand-Trasse etwas zur Fahrrinne hin verschwenkt werden muss, damit der Abstand vom Ufer  von 1,75 m auf z. B. 2,50 m (in Höhe Mittelwasserlinie) vergrößert werden kann. Dies hatte WSA-Chef Scholz bereits im Arbeitskreis Kurzfristige Maßnahmen am 11.12. für erwägenswert erklärt; in der 13. Forumssitzung am 15.12. hieß es dazu, diese Option müsse statisch und nautisch durchgerechnet werden. Erst einmal seien die Messergebnisse abzuwarten, worüber dem AK Kurzfristige Maßnahmen am 19. Januar berichtet werden soll.

Gewisse Alarmbereitschaft bleibt unabdingbar

Admiralbrücke

Admiralbrücke

Damit haben die Erfahrungen der letzten Wochen noch mal klar gezeigt, dass die Maßnahmen des WSA aufs genaueste beobachtet werden müssen und auf Seiten der BaumschützerInnen, sobald es vor Ort zur Sache geht, permanentes Habacht angesagt ist. Zum anderen wurde unsere Auffassung, dass es zum Verbleib von BI/Verein Bäume am Landwehrkanal im ungeliebten Mediationsverfahren vorerst keine Alternative gibt, sehr deutlich bestätigt; und selbst dann ist es schwer genug, rechtzeitig und ausreichend an wesentliche Informationen zu gelangen, auf dass wir, wenn’s für den Baumschutz brenzlig wird, sogleich reagieren, die Maschinen stoppen, den betreffenden Arbeitskreis bzw. das Mediationsforum einberufen und ein alternatives Vorgehen finden und beschließen können.

Innovative Sanierungsvarianten gesucht!

Ferner dürfte nun auch über den Kreis der BI-VertreterInnen hinaus deutlich geworden sein, dass die Suche nach weiteren Wasserbauern mit neuen Sanierungsvarianten, wofür uns im vergangenen Februar ein Volumen von 50 TEUR zugestanden wurde, durchaus mehr sein muss als bloß eine „vertrauensbildende Maßnahme“: nämlich ein vitales Anliegen des WSA selber sowie der beteiligten bezirklichen Grünflächenämter und Senatsverwaltungen, wenn’s auch nur mit der „bestmöglichen Schonung eines jeden einzelnen Baumes“ ernst sein soll. (In der Tat müssen wir dabei, wie Klaus Lingenauber vom LDA anmahnt, dem betroffenen Baum als Einzellebewesen und seinem Kronenhabitus auch im Hinblick aufs Landschaftsbild gerecht werden.) Und worauf jener Forumsbeschluss auch immer zielte: der BI war von vornherein klar, dass es nicht nur um eine zusätzliche technische Variante zu tun ist, insofern es die Universalvariante eben nicht geben kann, sondern dass je nach Uferbeschaffenheit geplant werden müsse −, wobei selbstredend auch herauskommen kann, dass es über die elf Plass’schen und die beiden Kleimeier-Varianten hinaus keine weiteren gibt und sich gar niemand meldet…

Jene Planungsbüros, die sich an unserem ersten Interessenbekundungsverfahren im Sommer beteiligten, haben uns bekanntlich in unserer methodischen Grundausrichtung − vom Ganzen her zum technischen Detail − bestärkt und Vorstudien zu einer integrierten Gesamtplanung angeboten, was aber nach Meinung der Forumsmehrheit den Rahmen unsres laufenden Mediationsverfahren gesprengt hätte und folglich outgescourced werden musste [s.u.].

Unser entsprechend modifiziertes, auf technische Lösungen eingegrenztes Anschreiben an Ingenieure und Wasserbauer fragt also nach mehreren Lösungsvorschlägen und wird nun doch erst Mitte Januar rausgehen: Wir wollen die Anforderungen gemäß der geschilderten Erfahrungen weiter spezifizieren und auch noch etwaige Anregungen aus dem Mediationsforum aufnehmen, nicht zuletzt was weitere Fachleute und Expertise möglicherweise auch von jenseits der Landesgrenzen betrifft. Wir geben die Hoffnung nicht auf und sind auch für sachdienliche Hinweise aus dem Kreis unserer UnterstützerInnen und aller Interessierten sehr dankbar!

Zur Zukunft des Landwehrkanals: Eine Momentaufnahme

BaumschützerInnen-Info vom 23.12.08

Erreichtes und Versäumtes

Ums noch mal knapp zu resümieren: BürgerInnen-Engagement hat

  • − bis auf die 23 gefällten − alle seinerzeit der Säge überantworteten Uferbäume vorerst gerettet und auf Seiten der Behörden einen hoffentlich nachhaltigen Prozess des „Umdenkens statt Umsägens“ angestoßen;
  • via Mediationsverfahren für die Dauer der Sanierung einen „Bauleiter Baumschutz“ durchgesetzt (was hinsichtlich der horrenden Zahl der in Berlin im Zuge von Baumaßnahmen geschädigten und abgängigen Bäume unbedingt stilbildend wirken muss!);
  • praktische Vorschläge eingebracht, die wiederholt den Behördenhorizont zu überschreiten vermochten, die Palette des technisch Machbaren komplettierten und nebenbei auch noch halfen, Steuergelder einzusparen[*]. Vorschläge von Seiten der BürgerInnen werden mithin gebraucht!

Bislang nicht gelungen ist der Versuch, der notwendigen Ganzheitlichkeit, die eine nachhaltige Sanierung auszeichnet, durch die Initiierung einer integrierten Gesamtplanung Rechnung zu tragen bzw. alle Beteiligten davon zu überzeugen sowie die öffentliche Partizipation an dieser potentiell wegweisenden Jahrhundertaufgabe gemäß der Lokalen Agenda 21 und Leipziger Charta auf eine breitere Basis zu stellen, insbesondere Menschen außerhalb Kreuzbergs aktiv einzubeziehen und auf diese Weise ein bezirksübergreifendes Engagement für ein mögliches und nötiges Modellprojekt nachhaltiger Stadtentwicklung sicherzustellen. Ohne Einbeziehung der Menschen vor Ort aber ist − nicht zuletzt auch all den einschlägigen politischen Verlautbarungen und Entschließungen zufolge − eine zukunftsfähige Planung und Gestaltung schlechterdings unmöglich!

Mediation als Abstellgleis?

So bleibt immer wieder zu fragen, ob zutrifft, was einige Aktive zum Ausstieg aus dem Mediationsverfahren bewog und wovor uns auch unlängst Mitglieder der Brühler BI 50TausendBäume warnten, die gegen die drohende Vernichtung einer Waldregion durch die geplante Erweiterung eines Freizeitparks namens „Phantasialand“ kämpfen: „Ein Mediationsverfahren?! Das ist doch das Abstellgleis für jegliches Bürgerengagement!“ Aufs Abstellgleis scheint nämlich die im Forum mehrheitlich verfochtene Zweigleisigkeit im Verfolgen der technischen Sanierung einerseits, ihrer Gesamtplanung (Stichwort „Masterplan“) andererseits für letztere zu führen, was uns ja frühzeitig zur Forderung einer „Weiche“ zwischen beiden „Gleisen“ veranlasste. Auf dem Gleis Masterplan tut sich freilich rein gar nichts: Der Schwarze Peter wurde von der Abteilung S wie Städtebau im Verkehrsministerium (BMVBS) an die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (SenStadt) weitergereicht, von dort den Bezirken untergejubelt und − die engagierten BürgerInnen, die sich z. B. zu Tausenden an unserer Postkartenaktion an Stadtentwicklungssenatorin und Verkehrsminister beteiligten, sind genasführt, zumal SenatsvertreterInnen bestätigen, dass eine ökologische Verbesserung des LWK und seiner Ufer nur in enger Abstimmung mit Bundes- und Landesbehörden erfolgen könne.

Dass F’hain-Kreuzberg in Gestalt von Bürgermeister Franz Schulz den Schwarzen Peter sogleich aktiv aufnahm und Bereitschaft zur Federführung signalisierte, konnte die übrigen vier „Kanal-Bezirke“ mitnichten zum Mittun animieren, und ihr Verweis auf Haushaltszwänge ist natürlich triftiger als im Fall des Senats. Allein es darf nicht wahr sein, dass in Zeiten milliardenschwerer Hilfsprogramme für „Staatsfeinde“, „Kapital-Verbrecher“ und Autobauer, von Konjunkturpäckchen und Konsumgutscheinen die Bezirke mit dem, was ein ambitioniertes Stadtentwicklungsprojekt werden muss, allein gelassen werden! Und wenn BA-VertreterInnen dann noch vom fehlenden Bedarf sprechen, setzen sie sich über das trostlose Bild, das der LWK als verkehrsumtoster, unzugänglich eingezwängter, mehr oder minder toter Grün- und Wasserstreifen im Innenstadtbereich auf weite Strecken bietet, kaltschnäuzig hinweg und fragen nicht danach, was möglich und was dringlich ist, geschweige was die BürgerInnen wollen.

Schwierigkeiten mit der Zukunftsfähigkeit

Kottbusser Brücke

Blick von der Kottbusser Brücke auf den havarierten Riedel-Anleger

Die Sanierung des LWK bietet mithin ein schlagendes Beispiel, das die vielbeschworene Nachhaltigkeitsstrategie auf keiner politischen Ebene, sei’s Bund, Land oder Bezirke, weder institutionell noch inhaltlich verankert ist, geschweige umgesetzt und praktiziert wird. Seit die „Grenzen des Wachstums“ bewusst wurden, soll das Leitbild Nachhaltigkeit Ökologie und Entwicklung zunächst politisch, dann planerisch miteinander verbinden. Ungeachtet der desaströsen Signale der Regierungskoalition, die im Interesse einer rückständigen Autoindustrie und der sog. energieintensiven Branchen im Klimaschutz mal ein bisschen pausieren will, kalten Kaffee aus den 80er Jahren aufwärmt und ihre Politik gerade nicht an der Zukunftsfähigkeit misst, gilt unverändert der Primat der Ökologie − und auch nur insofern kann sich jener der Politik wieder behaupten! Nicht nur aus „weichen“ ethischen, sondern nicht zuletzt aus „harten“ ökonomischen Gründen geht’s um den Schutz des Klimas und der Biodiversität, um Energiewende und ökologischen (Stadt)Umbau. Ihn aber muss die Wiederkehr von Politik und Staat befeuern! Doch es scheint, als würden unsere überforderten EntscheidungsträgerInnen es lieber Obamas Amerika überlassen, die Krise, die uns im kommenden Jahr erst so richtig beuteln dürfte, als Chance für einen Green New Deal zu ergreifen, während sie selber zaudernd auf reaktives Fortwursteln setzen. Die Vorreiter-Rolle in Sachen Ökologie vermochte Deutschland schon seit längerem nicht mehr überzeugend zu spielen, und so scheinen die Verantwortlichen regelrecht erleichtert, sie den Protagonisten des Change überlassen zu können.

Die Krise als Chance

Wie angesichts des ungebrochen hohen Umweltbewusstseins in der Bevölkerung (91 Prozent halten den Umweltschutz für wichtig, 80 Prozent bewerten die Risiken des Klimawandels als sehr hoch [vgl. die aktuelle Studie des UBA]) − und noch dazu in einem Superwahljahr − beherzte Investitionen in den Ausbau einer grünen Infrastruktur nicht als Profilierungschance begriffen sondern weiter verschleppt werden, bleibt rätselhaft. Von Anbeginn des Mediationsverfahrens, worin es ja um nichts weniger als die „Zukunft des LWK“ gehen soll, haben wir vergeblich die Teilnahme eines/r politisch Verantwortlichen aus dem BMVBS gefordert: dies sei unnötig, wurden wir immer wieder beschieden, denn die VertreterInnen von WSD und WSA agierten in enger Abstimmung mit dem Ministerium. Wenn jedoch als kardinale Aufgaben gebetsmühlenartig die Gewährleistung von Sicherheit und Leichtigkeit der Schifffahrt intoniert wird und nichts außerdem, muss im Hinblick auf Nachhaltigkeit als Leitmotiv integrativer Planung und Gestaltung nachdrücklich eine spezifizierte Direktive „von oben“ gefordert werden: dem ministeriellen Erlass vor Jahresfrist fehlen noch Anwendungs- und Ausführungsbestimmungen…und zwar bis hin zur finanziellen Ausstattung!

Kassandra zum Trotz: Ein frohes Neues!

Wohl wissend, dass bloße Appelle an die Politik wenig fruchten, bleibt uns aus gegebenem Anlass nur der Wunsch und die Aufforderung an unsere SympathisantInnen, UnterstützerInnen und MitstreiterInnen, wachsam zu bleiben, in ihrem Engagement nicht nachzulassen bzw. es wieder zu intensivieren, auch wenn am Kanal nicht unmittelbar Fällungen drohen. Es ist unser Kanal, unser Naherholungsgebiet, und nach Lage der Dinge müssen wir uns, schon um Schlimmes zu verhüten, an der Planung seiner Sanierung beteiligen. Dabei ist das Mediationsverfahren nur ein Instrument, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Gebt uns Feed back, sachdienliche Hinweise und Anregungen, vor allem seht Euch mal den Kriterienkatalog an, ob Eurer Meinung nach etwas Entscheidendes noch nicht berücksichtigt wurde; übt Kritik, klinkt Euch ein, werdet Mitglied bei den Bäumen am Landwehrkanal e.V., spendet für die gemeinsame Sache, denn im kommenden Jahr planen wir u. a. die Herausgabe einer Kanalzeitung, des „Baum-Blatts“…

Euch und Ihnen allen aber wünschen wir
trotz aller Menetekel
ein gesundes, friedliches & erfolgreiches
2009er Jahr!

Schwänefüttern

Schwänefüttern am Urbanhafen


[*] womit wir mindestens unsere belegten Pausen-Brötchen wieder raushaben…

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