Erfolgreicher Auftakt für besseren Baumschutz

Von der 1. Lichtenberger Baumschutzkonferenz

Teil I

A. Haertel, UmweltKontaktgruppe und B. Kitzmann, Naturschutzstation Malchow

Anne Haertel, UmweltKontaktgruppe und BzV Beate Kitzmann, Naturschutzstation Malchow

„Was ist nötig und was ist möglich, um Lichtenberger Bäumen eine Zukunft zu geben?“ lautete die leitende Fragestellung der 1. Lichtenberger Baumschutzkonferenz am vergangenen Freitag (27.4.) im Rathaus des Bezirks, veranstaltet von der Naturschutzstation Malchow und der UmweltKontaktstelle Lichtenberg [weitere Unterstützende siehe Flyer]. Ziel der Veranstaltung, so die Leiterin der UmweltKontaktstelle, Anne Haertel, sei die Qualifizierung der Auseinandersetzung um das sensible Thema Stadtbäume. Den Rest des Beitrags lesen »

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Obstbäume für Berlin

Pflanzaktion am Yaam

WikiWoodsAm Freitag, 15. Mai, ab 16 Uhr werden auf dem YAAM-Gelände am Spreeufer in Friedrichshain (Stralauer Platz) mit Unterstützung von Xhains Bürgermeister Franz Schulz und MdB Christian Ströbele öffentlichkeitswirksam Obstbäume gepflanzt. Anschließend gibt’s Party unterm Motto Dance Around the Fruit Tree − nee − Obstbaum. Die auch von den MediaSpree-VersenkerInnen unterstützte Aktion steht an dieser Stelle natürlich auch im Kontext der Verteidigung des Xhainer Grüns gegen die Betonpolitik des Senats und die Investorenmeute, die bekanntlich auch mit den Spreeufer-Strandbars aufräumen will. Für die Bar 25 ist bekanntlich am 1. September endgültig Schicht.

Organisiert von WikiWoods

Organisiert hat diese Pflanzaktion die Berliner Inititative WikiWoods, die sich, alarmiert vom IPCC-Report vom November 2007, seitdem weltweit vor allem für die Wiederaufforstung naturnaher Wälder engagiert, um die Folgen der heraufziehenden Klimakatastrophe abzumildern. Eine Web-Plattform im Wiki-System dient dabei der Vernetzung von Aktiven, Fachleuten und Sponsoren und bietet potentiell jeder(m) die Möglichkeit, vor Ort gegen den Klimawandel aktiv zu werden. − Bisher haben auf diese Weise etwa 260 Ehrenamtliche immerhin schon knapp 14.000 Bäume gepflanzt.

Ob nun allerdings Obstbäume am Spreeufer gedeihen können, wenn, kaum dass sommers erste Früchte reifen, Strandbar-Gäste in die Kronen steigen, bleibt abzuwarten. Zudem werden Obstbäume, mit Ausnahme der Walnuss, von der Berliner Baumschutzverordnung auch nicht geschützt. − Das soll nun beileibe keine Miesmacherei sein, kommt halt auf den Versuch an.

Dass aber angesichts der durch Bankenskandale, Bankenbeschirmung und Milliarden-Steuerausfällen dreifach leeren öffentlichen Kassen einer engagierten Zivilgesellschaft gar nichts anderes übrig bleibt, als (neben anderen öffentlichen Aufgaben) auch die Pflege, Entwicklung und Verteidigung ihrer Grünflächen & Parkanlagen in die eigenen Hände zu nehmen, ist wohl unstrittig. In unserm Nachbarbezirk machen es die dortigen BIs wie der Bürgerverein Gleimviertel und B.I.R.D.S. auf ihrem Pankower Weg schon seit zwei Jahren vor.

Pankower Baumbilanz 2007/2008

BaumschützerInnen-Info vom 10.1.09

Erfreuliche Nachrichten vom BV Gleimviertel

Von Jacqueline Röber, Vorstandsvorsitzende des Bürgervereins Gleimviertel in Prenzlauer Berg, erreichte uns dieser Tage folgende Bilanz der Auseinandersetzungen um den bezirklichen Traubenkirschenbestand im vergangenen Jahr, an deren überraschend positivem Ausfall auch die Bäume am Landwehrkanal einen bescheidenen Anteil haben:

„Ihr wisst, am Anfang sah es so aus, dass in 2007 87 Traubenkirschen gefällt werden sollten, in den weiteren Jahren dann nach und nach der gesamte Bestand an Traubenkirschen. Ersatzpflanzungen waren nicht vorgesehen.

Und was ist jetzt nach mehr als einem Jahr Protest, Verhandlung und tätiger Pflanzung das Ergebnis?

Vorab: eine zusammenfassende Bilanz haben wir vom Umweltamt bislang nicht erhalten. Unsere Daten sind daher sozusagen nicht ‚amtlich‘.

Insgesamt wurden nach unserer Zählung 46 Traubenkirschen im Gleimviertel gefällt.

Das Amt hat in folgenden Straßen neue Bäume gepflanzt:

  • Sonnenburger Str.: 10 Bäume
  • Korsörer Str.: 8 Bäume
  • Milastr.: 6 Bäume

Anwohner haben in folgenden Straßen neue Bäume gepflanzt:

  • Kopenhagener Str.: 10 Bäume
  • Ystader Str.: 12 Bäume

Wir haben erreicht,

  • dass viel weniger Bäume gefällt wurden, als vom Amt geplant und
  • sowohl vom Amt, aber auch von uns Anwohnern umfangreich neue Bäume gepflanzt wurden und werden.

Diesen ‚Pankower Weg‘ werden wir weiter gehen. Wir hoffen, Ihr seid auch 2009 wieder dabei!“

BaumschützerInnen-Info vom 03.03.08

Gleimviertel: Funkstille zwischen Bürgerverein und Amt

Die durch Intervention der Bürgervereins Gleimviertel allererst ins Spiel gebrachten Baumsachverständigen begutachten die strittigen Traubenkirschen, doch schweigen sich gegenüber dem Bürgerverein über ihre Ergebnisse aus, so dass schon Gerüchte die Runde machten, wonach 85 Prozent der pauschalen Fällurteile im vergangenen Jahr bestätigt würden.Poster Davon, so verlautete inzwischen aus berufenem Mund, könne keine Rede sein, doch eine größere Anzahl von Bäumen sei tatsächlich kaum zu halten, da sie zumeist infolge Stammverletzungen durch parkende Autos und dadurch entstandene Pilzerkrankungen schwer geschädigt seien. Die endgültige Bilanz stehe jedoch erst in einigen Wochen fest und auch dem Pankower Amt für Umwelt und Naturschutz seien noch keine Daten oder Expertisen zugegangen.

Am 8. März & 9. März will der Bürgerverein gemeisam mit der Grünen Liga und dem BUND in der Kopenhagener Straße jeweils ab 10 Uhr in Eigenregie Bäume pflanzen (und nicht erst warten, bis Bürgermeister Köhne zum Tag des Baumes am 19. April öffentlichkeitswirksam zum Spaten greift, um eine Pflanzaktion im Rahmen der amtlichen Kampagne 100 Bäume für Pankow zu promoten.)

Interessierte werden gebeten,
zahlreich zu kommen und
Spaten, Schippen, Hacken und
NachbarInnen mitzubringen!


BaumschützerInnen-Info vom 03.03.08

Bötzowviertel: Kampf der BIs

Im Streit um die Pflanzung von Platanen auch auf der Nordseite der Hufelandstraße haben sich, wie der Presse zu entnehmen war, nach den Gegnern einer Platanenplantage und „Erhaltern der grünen Vielfalt“ nun auch die Freunde der Großbäume in der Initiative „Hohe Bäume für heiße Sommer“ organisiert, kämpfen für eine Verringerung des geplanten Pflanzabstands von 20 auf 15 oder gar 10 Meter, und Stadtrat Kirchner und AUN-Leiter Schütze drohen zwischen den Fronten zerrieben zu werden.

Weichen müssen den Platanen allerdings vorhandene kleinere Bäume, so dass Mathias Kraatz, Bezirksverordneter der Grünen und kein Vorkämpfer für Bonsai, am 10. März anbietet, mit Interessierten solche Bäume zwecks Verpflanzung an andere Standorte auszugraben.

BaumschützerInnen-Info vom 07.02.08

Unangekündigte Linden-Fällungen am Maybachufer

Kaum war unser letzter Newsletter über den Verteiler geschickt, alarmierten uns AnwohnerInnen per Mail und Telefon, dass am Maybachufer in Neukölln große Bäume gefällt würden, die keinerlei kranken Eindruck machten. Auf Nachfrage im dortigen Grünflächenamt wollte man erst mal die genaue Hausnummer wissen, erzählte dann von Stubben, die lediglich ausgegraben worden seien und schließlich etwas von Sturmschäden und mangelnder Verkehrssicherheit und schloss mit dem Hinweis: „Glauben Sie uns, wir hegen und pflegen unsere [sic!] Bäume und fällen sie nicht aus Daffke!“ Ob die Öffentlichkeit, auf welchem Weg auch immer, informiert worden sei, könne man nicht genau sagen…

Vor Ort freilich stellte sich heraus, dass sowohl vor Maybachufer Nr. 40 als auch gegenüber dem Sportplatz östlich der Thielenbrücke jeweils eine ca. 60 Jahre alte, stattliche Linde gefällt worden war, deren Stubben im ersten Fall keinerlei Fäulnissymptome aufwies, im zweiten eine geringe Hohlstelle [siehe Fotos], dass mit Sicherheit der größte Teil des Berliner Baumbestandes fallen müsste, wenn dies als Begründung herhalten sollte. Zwei große Partien des mächtigen Stamms, die wohl nicht mehr auf den LKW gepasst hatten, lagen am Montag noch auf dem Gehweg und wiesen jedenfalls keinerlei Krankheitssymptome auf, keinerlei Morschung, sondern wie auch der Stubben lindentypisches äußerst stabiles Kernholz.

Ein kürzlich gepflanztes Bäumchen nahebei war übrigens bei den Fällarbeiten arg in Mitleidenschaft gezogen worden, hatte nachts samt Haltebock noch auf der Seite gelegen [siehe Foto] und war kurzfristig wieder aufgerichtet und mit neuem Bock versehen worden — ungeachtet des großflächigen Rindenschadens am Stamm, der ein weiteres Gedeihen höchst unwahrscheinlich macht, auch wenn die Wunde noch fachgerecht nachgeschnitten wurde. Hier ist vielmehr die ausführende Firma regresspflichtig und hat den Baum umgehend auszutauschen!

Unweit des Orts der zweiten Fällung ragt übrigens eine abgebrochene Weide über den Kanal, deren Erhaltung wenig Sinn macht, und sieht wirklich verkehrsgefährdend aus, doch das WSA scheint sie offenbar wegen der angespannten Lage nicht einfach fällen zu wollen. Gerd Kittelmann vom Neuköllner Amt für Naturschutz und Grünflächen hingegen sitzt treuherzig mit uns im Mediationsverfahren und hält es weder für nötig, die Öffentlichkeit noch wenigstens uns zu informieren bzw. vorzuwarnen, will offenbar die Transparenz nicht bis zum Gläsernen Grünflächenamt treiben. — Wir haben jedenfalls Akteneinsicht nach Umweltinformationsgesetz (UIG) beantragt und sind auf die Expertisen gespannt, die eine Fällung zweier in hohem Maße wertvoller alter Bäume als unumgänglich darstellen. Und diese Vorgänge und ihre fehlende Transparenz bedeuten einen Verstoß gegen das Arbeitsbündnis, das die Verfahrensbeteiligten miteinander geschlossen haben, und gehören nicht erst auf die Tagesordnung der nächsten Forumsitzung, sondern bereits auf die des Arbeitskreises Kurzfristige Maßnahmen! Zu klären ist überdies, ob und wenn ja, wo und wieviele Ersatzpflanzungen vorgesehen bzw. zu fordern sind.

Wenn das so weiter geht, müssen wir jedenfalls unsere Baumpatrouillen wiederaufnehmen!

BaumschützerInnen-Info vom 07.02.08

Baustadträtin Jutta Kalepky und die Friedrichshain-Kreuzberger Fälllisten

Rund 40.000 Bäume sind in Friedrichshain-Kreuzberg noch übrig, und ihre Zahl sinkt kontinuierlich. In einem baumschützerischen Interview im Winter-Stachel der FriKe-Grünen betont die Bau- bzw. hier Umweltstadträtin Jutta Kalepky, dass „schon seit Jahren“ im Bezirk vor der Fällung jedes Baumes nachgeprüft werde, ob dies auch notwendig sei. Zukünftig aber wolle man „bei geplanten Baumfällungen genauer informieren, um der Bevölkerung transparent zu machen, was genau geplant ist“, inklusive Begründung der Notwendigkeit von Fällmaßnahmen auf der Website.

Wir freuen uns, dass damit ein Vorschlag, den wir Frau Kalepky schon vor längerem gemacht haben, nun doch umgesetzt werden soll. Die bisher veröffentlichten PDF-Dateien [siehe hier, hier und hier], die übrigens allein in Kreuzberg sage & schreibe 176 Fällungen vorsehen — darunter 17 im Böcklerpark, 15 am Kottbusser Damm und auch wieder zwei in der Kohlfurther Straße [Nachtrag: es sind insgesamt sogar 184, davon auf den ersten Blick 27 in Ufernähe!] — diese lapidaren Listen bleiben freilich Angaben zur Baumart, vor allem aber die entsprechenden Fällbegründungen leider noch schuldig, desgl. wo die Neupflanzungen erfolgen sollen. Gerade was nämlich die Begründungen betrifft, hat die von BürgerInnenseite in einzelnen Fällen gerade noch rechtzeitig veranlasste Gegenprobe in der Vergangenheit wiederholt Fehler und Unzulänglichkeiten zutage gefördert und Bäume retten können!

Und da, wie berichtet, die 5 Mill. Euro aus dem Umweltentlastungsprogramm (UEP) der EU nicht für Baumpflanzungen verwendet werden dürfen, bleibt zu fragen, wie Kalepkys Ansage „Geplant ist, dass zukünftig für jeden gefällten Baum drei neue gepflanzt werden sollen“ denn nun umgesetzt werden kann angesichts der schon für eine sachgerechte Grünflächenpflege oder die Parkreinigung fehlenden Mittel. Das Verhältnis zwischen geplanten Fällungen und Neupflanzungen liegt nach den aktuellen Listen etwa bei 5 : 3, also für jeden gefällten Baum werden knapp zwei Drittel neue gepflanzt. — Bundesweit geht’s mit den kommunalen Finanzen wieder aufwärts, doch bekanntermaßen nicht in Berlin: Hier sollen nun verstärkt die BürgerInnen ran und Bäume spenden, Patenschaften übernehmen, Baumscheiben pflegen und werden dann nach Möglichkeit informiert, wenn wieder gefällt werden muss.

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