Aus Steuermitteln finanzierte Naturzerstörung

Eröffnung von Radstraße und Themen-Spielplatz

Donnerstag letzter Woche (5.12.) wurde in Tempelhof-Schöneberg wieder eine aus Fördermitteln finanzierte stadtplanerische Großtat eingeweiht: ein überflüssiges, weil parallel zur Bautzener verlaufendes Stück Radstraße und der skurrile, an die Ausstellungsfläche eines Steinmetzbetriebs erinnernde Themen-Spielplatz für die Kleinen.

Bautzener Radpiste

Bautzener Radpiste im dereinst von Ruderalvegetation bewachsenen Bahngraben

Die für solche infrastrukturell genutzten Flächen typische, spontan entstandene und besondere Stadtnatur, Hort einer erst vor wenigen Jahren/Jahrzehnten namentlich von deutschen Wissenschaftlern entdeckten immensen Artenvielfalt, wird von dieser Art Landschaftsarchitektur systematisch zurückgedrängt und vernichtet. Dies wurde und wird gerade in Berlin, das auch aus historischen Gründen einen außerordentlichen Reichtum solcher „Hot Spots“ aufzuweisen hat, immer wieder kritisiert und beklagt, doch es ändert sich nichts. Im Gegenteil: Die anschwellende, mit Sicherheit auch wieder platzende Immobilienspekulationsblase wird in Berlins Stadtlandschaft weit nachhaltigere Narben hinterlassen und dabei die von einer katastrophischen Geschichte eingegrabenen, von ihr zeugenden und zugleich für eine „Natur der vierten Art“ so attraktiven austilgen. Weiterlesen auf „Stadtplanung von unten“ »

Der Flaschenhals ist freigemacht

BürgerInnenvorschläge überwiegend ignoriert

Bericht von einem Ortstermin

Die Rodungsarbeiten im sog. Flaschenhals südlich der Yorckstraße, um auch diesen Teil einer einst einzigartigen Bahnbrachenlandschaft barrierefrei nicht nur für Gehbehinderte und SenorInnen, sondern auch für den Fernradverkehr nach Leipzig zu erschließen, wurden noch außerhalb der Vegetations- und Brutperiode zu Ende gebracht. Im unbelaubten Zustand erscheinen Vorwald und Wäldchen jetzt sehr licht. Allein über sechzig Bäume , die der Baumschutzverordnung unterlagen, wurden entnommen.

Aufbruch

Aufbruch von unter der Monumentenbrücke | zum Vergrößern bitte jeweils anklicken!

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Instrumentalisierte BürgerInnenbeteiligung

Ein Jahr Gleisdreieckpark: ein Grund zum Feiern?

Schade: das Interesse der Anwohner- und der tausende von NutzerInnen des neuen Gleisdreick(ost)parks hielt sich in engen Grenzen, als anlässlich seines einjährigen Bestehens die AG Gleisdreieck gestern (31.8.) zu einer Podiumsdiskussion über „Rückblick, Verbesserungen, Visionen“ einlud.

Auf dem „Podium“ (bzw. der Stirnseite der Runde) hatten Senatsvertreterin, Ursula Renker, Friedrichshain-Kreuzbergs Baustadtrat, Hans Panhoff, der von der senatseigenen Grün Berlin GmbH eingesetzte Parkmanager David Keuck sowie der mit anderen für den Park, der einst Autobahn werden sollte, seit einem Vierteljahrhundert streitende Matthias Bauer als BürgerInnenvertreter Platz genommen. Verantwortliche von Grün Berlin sowie den Planern des Atelier Loidl blieben hingegen fern. [Wie wir jetzt erfahren haben, saß Grün Berlins derzeitiger Projektleiter für den Parkbau, Rolf Bieser, noch nicht lange Nachfolger von Regina Krokowski, im Publikum, ohne sich zu äußern.]

Podium

Moderatorin M. Riede (stehend), M. Bauer, H. Panhoff, U. Renker, D. Keuck (v.l.n.r.)

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Von Berlin nach Leipzig durch den Flaschenhals

Zerstörung der nächsten Brachlandschaft beginnt

Noch eine Partizipationsfarce

In der vergangenen Woche sollte eigentlich schon die Rodung und Beräumung der künftigen Fernradweg-Trasse Berlin − Leipzig diagonal durch den sogenannten Flaschenhals südlich des Gleisdreiecksparks beginnen, damit bis zum Anbruch der Vegetationsperiode am 1. März aller Bewuchs entfernt ist, auf dass es danach an den Rückbau der Gleisanlage und die Entsorgung kontaminierten Schotters [!] gehen kann.

Der letzte verbliebene Rest artenreicher Bahnbrachlandschaft rund ums Gleisdreieck, an der sich alle Phasen der Sukzession einer Ruderalflur, alle Stadien der Aneignung stark anthropogen überformten Geländes durch Ausprägung einer „neuen“ Art von Natur in der Abfolge von Magerrasen über Krautschicht, Büsche, Hochstauden und Vorwald bis zum Stadtwäldchen, worin Bussarde nisten, wunderbar beobachten lassen, so dass selbst Senatsvertreterin Ursula Renker von einem „Kleinod“ spricht −, dieses Kleinod wird jetzt zu seiner „Erschließung“ in einem ersten vier bis fünf Meter breiten Schnitt zweigeteilt.

Moderator Seebauer mit Gästeliste

Moderator Seebauer mit Planungsprozess- und Gästeliste, 9.2.12, Rathaus Schöneberg

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Magische Orte der Kontemplation?

Zur weiteren Überarbeitung der Westpark-Planung

Winterliche Ortsbegehung

Unsere Kritik der Schieflage zwischen institutionalisierter oder formeller (Quartiersmanagement und -räte) und informeller BürgerInnenbeteiligung (BIs) am Beispiel der Gleisdreieckwestpark-Planung vermöge der unterschiedlichen materiellen Ressourcen und auch Interessenlagen (Schaffung von Sportflächen im Rahmen des Konzepts der „Sozialen Stadt“) hat erwartungsgemäß einigen Widerspruch provoziert [Kommentar]. Uns wurde gar unterstellt, wir hätten von einer direkten Bezahlung der Quartiersräte gesprochen bzw. bewusst den Anschein, dass es so sei, aufkommen lassen, und unsere gegenteiligen Versicherungen weggewischt.

Am gestrigen Dienstag (21.12.) nun tagte die PAG zum „Schwerpunkt-„, sprich: strittigem Thema des Pilotprojekts „Gärten im Garten“, womit nicht nur die zu begrüßende Integration der glücklicherweise erretteten Kleingartenkolonie POG konkret ausgestaltet, sondern auch die sehr kontrovers diskutierte Lage, Ausdehnung, Beschaffenheit und Funktion des sog. Marktplatzes sowie die Durchwegung der „Oefelein-Bauten“ in Richtung Nelly-Sachs-Park verhandelt werden sollte.

Zwischen U1 und Landwehrkanal

Beräumung des Westparks zwischen U1 und Landwehrkanal

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In der Schöneberger Schleife

3. Werkstattgespräch zum Nord-Süd-Grünzug

Nachdem sich das zweite in der Reihe der sog. Werkstattgespräche zum Stadtumbaugebiet Südkreuz am 24.6., wie berichtet, auf die Planungen des Atelier Loidl zum Flaschenhalspark konzentriert hatte, behandelte das dritte am vergangenen Donnerstag (23.9.) die Planungen des Büros Thomanek Duquesnoy Boemans zum „Schlüsselprojekt Schöneberger Schleife“, dem Teilstück zwischen Großgörschenstraße und Ost-West-Grünzug bzw. Bhf. Südkreuz entlang der Dresdener Bahn.

Wachsendes Interesse

Nahezu bis auf den letzten Platz war die Bestuhlung des Goldenen Saals im Rathaus Schöneberg ausgelastet: Das Interesse von AnwohnerInnen und Engagierten, sich zu beteiligen − welche Möglichkeit fast ebenso lange eingefordert werden musste wie das Vorhaben, in diesen hochverdichteten Innenstadtquartieren Grünanlagen und -verbindungen zu gestalten, alt ist −, wächst jetzt, wo aus dem Fördertopf Stadtumbau West endlich Geld fließt und es konkret wird, offenbar mit jeder weiteren Runde. Den Rest des Beitrags lesen »

Millionen Kompensationsmittel für artifizielle Parkgestaltung

Briefing der Naturschutzverbände

Schön warm war’s noch letzten Donnerstag (22.7.) in der „Grünen Villa“, dem Sitz der Bauleitung auf dem Ostpark-Gelände des Gleisdreiecks, wo schon seit einiger Zeit kräftig am gleichnamigen City-Park gebaut wird. Um die finale Planung des Westparks wird indessen noch weiter gerungen. Senatsvertreterin Ursula Renker und Regina Krokowski von der senatseigenen Grün Berlin Park und Garten GmbH waren, mit ihrer naturschutzfachlichen Beraterin, Dr. Barbara Markstein, an der Seite, angetreten, um die Berliner Naturschutzverbände über den aktuellen Planungsstand zu unterrichten. Den Rest des Beitrags lesen »