Öko-Workshop sehr gut besucht!

Zwei Bereiche in Kreuzberg bevorzugt

Flachwasserzonen und künstliche Inseln

Frontalauftakt

Frontalauftakt im Wasserstraßenneubauamt

Großen Anklang fand unser Workshop zu ökologischen Aufwertungsmaßnahmen an den fünf, schon seit längerem ausgewählten Stellen des Landwehrkanals (LWK) am letzten Donnerstag (15.11.) [siehe auch hier]. Besonders Studierende der Beuth Fachhochschule, angehende Landschafts- oder Objektplaner*innen, kamen zahlreich, dazu Anwohner*innen vom Kanal, interessierte Bürger*innen sowie Vertreter*innen aus der Verwaltung, von <abbr title=Senatsverwaltung für Umwelt-, SenUVK und Anrainerbezirken, von Letztgenannten, mit einer Ausnahme aus Neukölln, leider keine persönlich bekannten Expertenkreismitglieder, sodass wir zunächst darüber im Ungewissen blieben, doch aus dem Bezirk mit dem längsten LWK-Abschnitt, nämlich F’hain-Kreuzberg, war leider niemand interessiert, obwohl sie die WSA-ZÖB gleich mehrfach eingeladen hatte und der Bezirk doch sicher ein Wort wird mitreden wollen, wenn auch in seiner Zuständigkeit ökologisch aufgewertet werden soll.

Fachleute der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG), vom Wasserstraßenneubauamt (WNA), der Planungsfirmen Pöyry, WITE, von BUND und NABU standen den Bürger-Expert*innen Rede und Antwort, wie sich welche Aufwertungsmaßnahmen an den schon vor sechs Jahren auserkorenen Stellen nun konkret umsetzen lassen, denn WSA-Leiter Scholz möchte ja am liebsten noch diesen Winter die Objektplanung ausschreiben.

Da wir im WNA-Trakt im dritten Stock des WSV-Dienstgebäudes am Mehringdamm die fünf bevorzugten Bereiche an drei unterschiedlichen Orten präsentierten und noch nicht zur gemeinsamen Auswertung geschritten sind, werden wir anlässlich der morgigen turnusmäßigen WSA-Öffentlichkeitsveranstaltung, der inzwischen zehnten ihrer Art (Einladung am Schluss!), nur kurz auf die beiden bevorzugten Stellen eingehen, nämlich am

  • Urbanhafen nahe Baerwaldbrücke auf dem linken Ufer und
  • Lohmühlendreieck, wo der Neuköllner Schifffahrtskanal in den LWK mündet.

Für beide Bereiche sind die Anlage von strömungsberuhigten Flachwasserzonen und/oder die Schaffung einer bepflanzten künstlichen Insel als Wasservogelausstieg, Rückzugsraum und Nistgelegenheit vorgeschlagen mit einer Erhöhung des Strukturreichtums auch unter Wasser, für evt. Ansiedlung von Wasserflora, Makrozoobenthos und Laichmöglichkeiten für die Ichthyofauna, kurz: die Fische.

Vorwiegend ging es um die Frage, wie der Schutz vor Wellen und hydraulischer Belastung durch den Schiffsverkehr gestaltet werden kann, da gegenüber Stahlspundwänden einige Vorbehalte bestanden. So wurden Steinwälle, Gabionen, Holzlahnung oder eine Palisadenwand vorgeschlagen, doch nicht ohne den Hinweis, dass dadurch sozusagen die Nutzbreite der ökologischen wertvollen Zone um einiges verringert würde. Hier sollten mindestens acht Meter Breite gewährleistet werden.

Faschinen wurden wegen rascher Verrottung auf Grund wechselnder Wasserstände mit der Notwendigkeit, sie in kurzen Abständen zu erneuern, von den Fachleuten von BfG, WNA, Pöyry und BUND verworfen.

Workshop 15.11.18

Ökologie-Workshop am 15.11.2018

Um die Spundwände nicht als rostige Fremdkörper (wenn auch nur einen halben Meter) aus dem Wasser ragen zu lassen, böte sich bspw. eine Holzverkleidung an —, aber warum hierzu nicht einen Wettbewerb veranstalten, dessen Ergebnisse dann auch anderwärts umgesetzt werden können? An Spree, Havel und Teltowkanal werden von WNA und BAW gegenwärtig ja ebenfalls strömungsberuhigte Bereiche als Kompensation von Eingriffen durchs VDE 17 angelegt.

Natürlich wurde auf Probleme von Vandalismus, Missbrauch als Hundebadestelle oder besonders ergiebiger Angelspot hingewiesen. Hier wurde vorgeschlagen, im Interesse der Akzeptanz Anwohner*innen und Interessierte schon während der Erstellungsphase zu informieren, Hinweistafeln vor Ort aufzustellen wie virtuell auf den Websites von WSV über Senat bis Bezirk zu erläutern. Parkmöbel sollten tunlichst entfernt, landseitig neben heimischen Gehölzen auch Dornen bewehrte Hecken und Sträucher gepflanzt und überdies vielleicht Patenschaften vergeben werden.

Ein höherer Pflege- und Unterhaltungsaufwand aber sollte nie einer ökologischen Aufwertung entgegenstehen, denn hinsichtlich Herstellung des guten ökologischen Potenzials bei künstlichen Gewässern, wie es die EU-WRRL den Mitgliedsstaaten aufgibt, ist noch sehr viel zu tun.

Auch ein Leitsystem für die Schifffahrt sollte nicht vergessen werden, doch der Inhaber des benachbarten Restaurantschiffs van Loon, Carten Sahner, hatte ja seinerzeit, als das Mediationsforum der deutlichen Vergrößerung seiner Anlage zustimmte, im Gegenzug eine Beteiligung an ökologischer Aufwertung zugesagt.

Workshop 15.11.18

Öko-Workshop am 15.11.2018

Zu den anderen Stellen (Flutgraben nahe Oberschleuse an der Spree, wo jedoch die Auswirkungen des künftigen Wohnungsbaus noch gar nicht abzusehen sind), am Müller-Breslau-Ufer in Charlottenburg sowie am Wehrgraben nahe Unterschleuse ebendort, welcher Bereich schon jetzt eine hohe ökologische Wertigkeit aufweist mit Vorkommen von Eisvogel und limnophilen (strömungsliebenden) Fischarten, können wir jetzt nur so viel sagen, dass sich die Umgebung des Ufercafés an der Müller-Breslau-Straße im Sommer als Übernachtungs- und Kanutenhotspot entwickelt hat, also mit hohem Störungspotenzial, und auch das B-Planverfahren zum Ostkampus der TU Berlin am Beteiligungsverfahren zum LWK bislang leider völlig vorbeigegangen ist. Hier sollte der Expertenkreis über das WSA als Träger öffentlicher Belange (TÖB) einbezogen werden.

Erst mal aber möchten wir erneut und ganz herzlich zur morgigen

10. WSA-Infoveranstaltung
20. November, 16:30 Uhr ins
Wasserstr.- und Schifffahrtsamt
10965 Mehringdamm 129, R 1024

einladen! Kommt bitte zahlreich, damit sich etwas tut für Berlins blau-grüne Infrastruktur, wofür das Dialogverfahren zur Charta für Berlins Stadtgrün noch bis 23. November läuft. (Mit-Machen!)

Wir sehen hier und auch an den anderen Fließgewässern der Stadt bedeutsame Schnittstellen in den Zuständigkeiten von Bund und Land, die nur durch institutionalisierte Kooperation synergetisch fruchtbar zu machen sind. Der anwesende SenUVK-Vertreter, das langjährige Expertenkreis- und zuvor Mediationsforumsmitglied, Matthias Rehfeld-Klein, versicherte in der abschließenden Plenardiskussion, diese Auffassung voll zu unterstützen.

Einladung zur 10. WSA-Infoveranstaltung

10. WSA-Infoveranstaltung

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