Schöneberg: 30°-Sommer + Kettensäge

Damit die Brutzeit-Grünpflege nicht als F'hain-Kreuzbergs Alleinstellungsmerkmal 
unter den Bezirken erscheint, aus dem benachbarten Tempelhof-Schöneberg folgender
Gastbeitrag:

Grünes Bezirksamt pflegt Straßenbäume

Es ist schon einigermaßen erstaunlich mit welch (fehlendem) Fingerspitzengefühl das Gartenbauamt Tempelhof-Schöneberg sogenannte Grünflächenpflege betreibt: „Der Fachbereich Grünflächen pflegt im Bezirk rund 36.000 Straßenbäume.“ Wie macht er das?

Da haben wir die heißesten und trockensten Monate seit Jahrzehnten, in Brandenburg brennen Felder und Wälder, in den Medien wird dazu aufgerufen, die Straßenbäume zu wässern, und was passiert? In den Morgenstunden des 4. Juli 2018, rückt mit großem Gerät, Hubwagen, Häcksel und weiteren LKW eine Säge-bewehrte Truppe an. Auftrag: Baumarbeiten. Auftraggeber: Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, hier „das Straßen- und Grünflächenamt bestehend aus dem Fachbereich Straßen, dem Fachbereich Grünflächen sowie dem Fachbereich Straßen- und Grünflächenverwaltung“.

Ort, vor der Akazienstraße 20. Mit der Motorsäge werden armdicke, voll in grünem Laub prangende Äste einer vor weniger als 10 Jahren gepflanzten Robinie (Robinia pseudoacacia) abgesägt. Ungefähr die Hälfte der Krone geht verloren. Was macht das für einen Sinn? Nach welchen Kriterien wird da gehandelt?

Was ist das für eine Grünflächenpflege?

Jetzt, wo es zunehmend wichtiger wird, bestehendes Grün zu schützen, zu erhalten und zu fördern, wird es rigoros reduziert. Meint man im Bezirksamt, dass solches Handeln, auf Einwohner_innen motivierend wirkt, Geld für Bäume zu spenden, oder eimerweise Wasser, womöglich aus den oberen Stockwerken, hinunter zu tragen, um das bisschen Grün, was noch übrig ist in den hochverdichteten Innenstadträumen, zu erhalten?

Für die Vernichtung von (Baum-)Grün sind offensichtlich genügend Mittel vorhanden. Von dem Gerät, was seitens des Privatunternehmens eingesetzt wurde, gar nicht zu reden. Weshalb werden diese Mittel nicht für den Erhalt eingesetzt? Wie häufig sind in diesem Jahr Straßenbäume seitens des Bezirks-/Grünflächenamts etc. bewässert worden? Neu angelegte Parkflächen Nordspitze/Cherusker/Torgauer Straße versteppen. Die wenigen Büsche und Bäume verdorren!

Was ist das für eine Haltung? Was ist das für ein (Un-)Sinn, eine Fehlallokation und somit eine Verschwendung rarer öffentlicher Mittel? Was ist das für eine Grünflächenpflege?

Das ist Dienst am und im Sinne des Bürgers, sagt das Grünflächenamt. Und: Nun, nachdem das alles so zugerichtet wurde, sollte der/die Anwohner_in, doch doppelt zur nachsorgenden Pflege „seines“ Straßenbaums motiviert sein – sagt das Grünflächenamt. — Tatsächlich, das meinen die ernst!

RB

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.