Abstimmungsfahrt zur Gehölzpflege 2017

Die Stelle der ZÖB blieb leider vakant

Bewährtes Format kann noch optimiert werden

Beteiligte

Beteiligte | Fotos zum Vergrößern anklicken

Vergangenen Dienstag unternahmen wir bei zunächst bombigem, frühsommerlichem Wetter die diesjährige Abstimmungsfahrt zur Gehölzpflege am Landwehrkanal (LWK) auf demselben. Bis auf Treptow-Köpenick hatten alle Anrainer-Bezirke Vertreter*innen geschickt, die Bürger*innen waren zu dritt, und der für Baumkontrolle Zuständige des WSA-Außenbezirks (Abz) Neukölln, natürlich dessen Leiter, Jörg Augsten, sowie der Vertrauensbaumsachverständige des Expertenkreises waren mit von der Partie.

Neue Anzeichen der ZÖB-Abwicklung

Ausgerechnet die Zentrale Anlaufstelle Öffentlichkeitsbeteiligung (ZÖB) jedoch war abermals (siehe den Ortstermin am Maybachufer) nicht repräsentiert: Björn Röske ist noch immer erkrankt, sein Vertreter, WSA-Leiter Scholz, urlaubt und hat offenbar keinen Anlass gesehen, eine Vertretung zu organisieren, ja nicht mal diesbezüglich etwas ausrichten zu lassen, woran wir getrost abnehmen können, wie wichtig die Öffentlichkeitsbeteiligung im WSA noch genommen wird. Wenn das so weitergeht, kommen wir nicht umhin, die Generaldirektion Wasserstraßen (GDWS) in Koblenz über diese frustrierenden Missstände zu unterrichten und nach Möglichkeiten der Abhilfe zu forschen.

Beteiligte

Beteiligte

[Verschiedentlich hatten Bürger*innen in den letzten Wochen angefragt, wer denn überhaupt die Vertretung der Vertretung sei, waren jedoch schlicht ohne Antwort geblieben, für eine Zentralstelle zur Kommunikationsvermittlung ein unhaltbarer, angesichts des fast ein ganzes Jahr lang ausgehandelten Informations- und Kommunikationsplans (IKP) ein skandalöser Zustand und allmählich große Besorgnis erregende Entwicklung! Die Frage stellt sich, ob die Beteiligung, wenngleich mit immensem Zeit- und Kraftaufwand ausgehandelt, fest vereinbart und dokumentiert, von Amts wegen überhaupt noch ernst genommen wird.]

Abz-Leiter Augsten verteilte noch einmal das Protokoll der letztjährigen Fahrt, damit alle überprüfen konnten, ob die damals abgestimmten Maßnahmen auch umgesetzt wurden, nebst einer Aufstellung der für Herbst geplanten [s.u.]. Die Beteiligten vereinbarten, dass nächstes Mal, also im Frühjahr 2018, die Bezirksämter, denen ja qua Besitzverhältnisse der Löwenanteil an Gehölzpflege obliegt, ebenfalls eine entsprechende Aufstellung sozusagen als Tischvorlage verteilen.
[Grundsätze der Gehölz-Unterhaltung und Doku siehe hier.]

Amtsinterne Kommunkationsdefizite

Der Vertreter Xhains entschuldigte sich für die noch ausstehende Aktualisierung der digitalen Fällliste, sowohl was die allgemeine als auch die für den LWK betraf. Wir wollen hoffen, dass nicht wieder ein ‚Rückstau‘, von dem aber keinerlei Verkehrsgefährdung ausgeht, in der Vegetationszeit abgearbeitet wird, wie es leider in F’hain-Kreuzberg (und natürlich auch in anderen Bezirken) schlechte Praxis ist.

Lwk-Baumpflegeplan_2017-18

Lwk-Gehölzpflegeplan 2017-18

Lwk-Gehölzpflegeplan 2017-18 Abz. Neukölln, 22.05.17

Zudem zeigte sich, während das Xhainer Expertenkreismitglied nach eigener Aussage über die anstehende Baumarbeiten des Bezirks am Kanal nicht informiert ist bzw. wird, umgekehrt der für die Baumkontrolle im Ortsteil Kreuzberg Verantwortliche nur mangelhaft über das Beteiligungsverfahren im Bilde, woran demonstriert werden kann, dass Beteiligungsverfahren, selbst wenn sie zehn Jahre dauern, amtsintern, auch was bspw. die Senatsverwaltung oder auch die BWB betrifft, nur (noch) relativ geringe Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Nachwuchsprobleme in den Grünflächenämtern

Beteiligte

Beteiligte

Bei dieser Gelegenheit erfuhren wir erneut von den Problemen der Grünflächenämter (SGÄ), nach den Jahren des Aushungerns und Kaputtsparens endlich neues und ausreichendes Personal zu gewinnen. Ältere, erfahrene Kolleg*innen hätten tlw. vorzeitig aufgehört, so dass, wenn endlich geeignete Bewerber*innen gefunden sind, Übergabe und Einweisung nur mehr schlecht als recht gelingen können. Wie wir schon früher bemerkten, dürfte dies v.a. mit der niedrigen Entgeltgruppe bei relativ hoher Verantwortung zusammenhängen. Bleibt zu hoffen, dass wir nicht zusätzlichen Kollateralschäden eines Learning by Doing entgegengehen.

Prompt musste im Fall Kreuzberg, dem Ortsteil mit dem längsten Uferabschnitt, der Abz-Leiter im Zusammenhang mit der Verkehrssicherung mehrere ausstehende Schnittmaßnahmen anmahnen, die, obwohl schon vor Jahresfrist vereinbart, noch immer nicht umgesetzt worden sind.

Auch Verortung von Anlegern ist Thema des Expertenkreises

Sportbootanleger Urbanhafen

Sportbootanleger Urbanhafen verlegen?

Jörg Augsten setzte die Anwesenden in Kenntnis, dass er eine Verlegung des Sportbootanlegers vom Urbanhafen (Böcklerpark) an die Köthener Brücke beabsichtigt und reagierte irritiert auf den Hinweis, dass er dies im Expertenkreis vorstellen müsse, da es sich doch um eine rein verkehrliche Maßnahme handele, aber das muss sich dann in der erforderlichen Diskussion zeigen.

Handlungsbedarf

Handlungsbedarf

Umgekehrt fiel der Blick auf allerhand Fugenaufwuchs, der bei Krautigem und Stauden vergleichsweise unproblematisch ist, nicht aber, wenn mehrere Jahre alte Birkenschösslinge zwischen den Sandsteinquadern aufragen. Tut es dann nicht regelrecht weh, einen Baum, der sich unter widrigen Umständen mühsam zu schon stattlicher Größe empor gearbeitetet hat, nun abzuschneiden. − Ferner stießen wir auf zwar ordentlich gereinigte Fugen, die aber noch nicht verschmiert worden sind.

Handlungsbedarf

Handlungsbedarf

Anderen Baustellen wie an Flatowhalle, Zollhaus, Lohmühleninsel (BWB) oder Baerwaldbrücke ist kaum mehr anzumerken, dass hier größere Maßnahmen stattgefunden haben. Die Sträucher an der Lohmühleninsel, die beim Ausbau eines Dükers, mehr oder minder brachial und ohne Genehmigung rausgerissen worden waren, sind ersetzt, hätten allerdings besser verteilt werden können.

Die Baumkronen am Zollhaus neigen sich übers Wasser wie ehedem: kaum etwas musste eingekürzt und nichts gefällt werden. Die im Zuge des BWB-Vorhabens an der Baerwaldbrücke unnötig gefallene Kastanie ist freilich noch immer nicht kompensiert. In der Frühsaison würden die Gartenbaufirmen keine Neupflanzungen vornehmen, weil sie mit der nötigen intensiven Wässerung im Sommer nicht zurande kommen.

Deckung

Niststätte, Nahrungsquelle, Rückzugs- & Schutzraum

Eine der 2007 besetzten Linden am Tempelhofer Ufer, inzwischen von Pilzen befallen, muss zur Verkehrssicherung erneut abgesetzt werden. Der noch vor kurzem dicht bewachsene Bereich zwischen Ufer- und hinterfüllter Spundwand, als Ausstieg und Rückzugsraum für Wasservögel eigentlich ideal und auch ästhetisch keineswegs der Wirkung der Kaimauer abträglich (im Gegenteil!), wurde ratzekahl gerodet und kann jetzt wieder als Behelfsstrand und Müllplatz dienen.

Der Kanal als Müllkippe

Handlungsbedarf

Handlungsbedarf

À propos Müll: Lt. Jörg Augsten geht zwar die Anzahl herausgefischter Tresore zurück, aber nach wie vor wird der LWK  als Müllkippe missbraucht − und wie auf Kommando ruderte ein Blässhuhn, ihre Küken im Schlepp, mit einem Coffee-2-go-Becher im Schnabel am Ufer lang. [Allein der Deckel dieser tollen Erfindung zerfällt in bis zu zwei Millionen Mikroplastik-Teile, die nach einer weiten Reise mit Fisch und Meeresfrüchten zunächst auf unsern Tellern und dann in unserm Verdauungstrakt landen.]

Große Mengen an Sperrmüll, Fahrräder, Einkaufswagen u.dgl. würden geborgen, aber den sich zersetzenden und dabei Sauerstoff zehrenden Unrat zu beseitigen, ist Aufgabe des Senats, welche er gerade, wenn’s drauf ankommt (Fischsterben), oft nur unzureichend erfüllt. − Schrottsammler wiederum hieven mittels Magneten Metall an Land, darunter nicht selten Munition, Kleinwaffen u.ä., die sie sorgsam aufgereiht zurücklassen.

Nach Mittag setzte allmählich der angekündigte Starkregenregen ein; zum Glück ist das Wasser noch wenig aufgeheizt, so dass eine etwaige Mischwasserentlastung nicht schon gleich wieder mit einem Fischsterben einhergehen muss! Auf Nachfrage wurde außerdem versichert, dass Senatens Sauerstoffschiff, die Rudolf Kloos, allnächtlich unterwegs sei, um den Kanal zu durchlüften.

Naturnahes Salzufer

Naturnahes Salzufer

In naturnahen Zonen am Wehrgraben haben sich tatsächlich kleine Schilfbestände entwickelt, die für die Machbarkeit größerer Anpflanzungen sprechen; auf Dalben sitzen unbeweglich Graureiher an und spähen nach Fischen, während sich in der Vorzeigewildnis am Charlottenburger Salzufer seit einiger Zeit die Biber zu schaffen machen. Neue Erlenpflanzungen des Abz müssen geschützt werden, doch kann man schlecht die Stämme sämtlicher wertvoller Bäume mit Draht umhüllen.

Biber-Aktvität

Biber-Aktvität

Vielmehr wurde vorgeschlagen so wie am BSK auch hier Futterplätze mit Schnittgut vorzugsweise von Weichhölzern anzulegen, um die Biber vom Auslichten älteren Gehölzbestands abzuhalten. Hier wird auf Beratung von Seiten des Biber-Experten des BUND, Manfred Krauß, gehofft. Dass sich der LWK nicht durch Dammbau mittels gefällter Altbäume stauen und die Umgebung in eine Auenlandschaft verwandeln lässt, dürfte den Bibern klar sein. Für ihren Burgenbau bieten sich statt dessen die Tiergartengewässer an.

Ungenügende Bekanntmachungen der Bohrarbeiten von 6 bis 10!

Vorbereitungen zur Baugrunderkundung am Einsteinufer in Charlottenburg

Vorbereitungen zur Baugrunderkundung am Einsteinufer in Charlottenburg |

Am gegenüberliegenden Einsteinufer war ein Messtrupp des WNA unterwegs, denn auch an diesem Abschnitt mit gravierendem Schadensbild, der vorab instand gesetzt werden soll, müssen Bohrungen zur Baugrunderkundung durchgeführt werden. Über die in Kreuzberg täglich von 6 bis 10 Uhr entsprechend vorgenommenen Maßnahmen wurde die Anwohner*innenschaft entgegen der Bitte wohl nicht näher informiert. Anscheinend glaubt die WSV mittlerweile, dass die Bürgervertreter*innen im Expertenkreis in solchen Fällen als Multiplikatoren dienen: zu irgendetwas muss Beteiligung doch nütze sein…

Graureiher auf dem Ansitz

Graureiher auf dem Ansitz

Als es auf der Spree zurück zur Oberschleuse geht, schöpft das Wetter erst mal noch Atem, und wir entgehen einer unfreiwilligen Dusche. − 2018 übrigens jährt sich die Durchführung dieses erfolgreichen Formats der gemeinsamen Kanalbereisung bereits zum zehnten Mal! U.a. vielleicht Gelegenheit zu einer rück- und vorausschauenden Einschätzung.

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