WSA-Infoveranstaltung, die siebente

Update 12.5.

Leider haben wir erst heute und nur über Umwege die Präsentation von Ramboll IMS erhalten, die in der Expertenkreis-Sitzung vom 2. Mai gezeigt worden ist. An dieser hatten wir nicht teilgenommen. Doch auch die Mitglieder des Kreises, die diesen Termin wahrnahmen, denen sie jetzt zugegangen ist und die sie uns freundlicherweise weitergeleitet haben, erhielten die Präsentation nicht eher − und wir hätten uns doch anhand ihrer viel besser auf die im folgenden geschilderte Veranstaltung vorbereiten können. Gerade gegenüber den Expertenkreismitgliedern, die jene Sitzung versäumten, wäre es eine nette Geste gewesen, ihnen wenigstens die ja sehr aussagekräftigen Folien an die Hand zu geben.

Nein −, das Podium ließ uns am 9. Mai die blassen Folien an der besonnten Wand ablichten, ohne darauf hinzuweisen, dass sie uns bzw. einem inneren Kreis im Expertenkreis in Kürze übersandt würden.

Deshalb halten wir es nun für angebracht, die Präsentation vom 2.5., die ja in großen Teilen auch am 9. Mai gezeigt worden ist, hier zu veröffentlichen. Auch ist es uns zu viel weiterer Aufwand, unsere stark bearbeiteten Fotos auszutauschen: wieder wäre Zeit vergeudet, und so wirken sie doch authentisch…

Ramboll-Präsentation zu Teststrecke0205

Ramboll-Präsentation zur Teststrecke |©RAMBOLL IMS

Rege Diskussionen zu Planung und Beteiligung

Die ZÖB kommt wieder!

Publikum

Publikum

In Vertretung des Inhabers der Zentralen Anlaufstelle Öffentlichkeitsbeteiligung (ZÖB) beim Wasser- und Schifffahrtsamt, Björn Röske, begrüßte dessen Leiter, Michael Scholz – „Herr Röske ist leider längerfristig erkrankt, kommt aber in Kürze wieder“ − bekannte Gesichter aus der „alten Mediation“ und freute sich, dass sie noch einmal den Weg ins Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) gefunden hätten, wie er sich auch über die neuen Gesichter freute −, so dass sich uns die Frage aufdrängt, ob der Sinn dieser turnusmäßigen öffentlichen Runde ihren Ausrichtern überhaupt noch geläufig ist.

Podium

Podium

Wofür genau die Abkürzung ZÖB steht, ist Michael Scholz zumindest entfallen. Den Schwall eingegangener Mailanfragen habe er nicht ordentlich beantworten, sondern davon nur Kleinigkeiten erledigen können. Dass der Amtsleiter höchstselbst als Vertreter für diesen Posten vorgesehen ist, hat von Anfang an für ungläubiges Staunen gesorgt, dass sich nun als begründet erweist.

Generös stimmte Michael Scholz einer Erweiterung der Tagesordnung um einen Punkt ZÖB sowie eine Darstellung von Urbanhafen- und Fraenkeluferumbau aus Bürgerinnensicht zu, sogar an der gewünschten Position, und diese Großzügigkeit hatte vielleicht was mit der Anwesenheit von Ulli Zelle vom RBB und anderer Pressevertreter im Publikum zu tun. (Indessen hielt es Zelle nicht bis zum Ende, und von der Tour mit dem E-Boot hat er gar nichts erzählt…)

Viel Behörde unentschuldigt abwesend

Von den Bezirken waren nur Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln vertreten. Mitte war entschuldigt, wird nach dem massiven Dissens im letzten Jahr und der Wiederaufnahme normaler Beziehungen auf der Abstimmungsfahrt in der schon bekannten neuen Besetzung vertreten sein. Treptow und Charlottenburg-W’df. setzten aus, doch finden wir in erster Linie bedauerlich, dass der neue Senat ganz nach Art des alten ebenfalls niemand rumgeschickt hat, von der terrestrischen Abteilung schon gar nicht (Stichwort Grüne Infrastruktur), aber auch nicht fürs Wasser, ja nicht mal jemand von der Obersten Denkmalbehörde. Das ist schon Nichtachtung von Beteiligung in schwerer Form.

Nichts Neues vom Sachbereich 2 ?

Der Außenbezirk Neukölln unter Leitung von Jörg Augsten, so führte Moderator Scholz in seiner Eigenschaft als Amtsleiter aus, habe die Peil- und Entmüllungsfahrten unternommen, die Schleusen seien geöffnet worden, die Freigabe für den Schiffsverkehr sei erfolgt und ebenso routinemäßig die Fugenpflege, d.h. unter Aufsicht von Marcel Heier und Kai Neumann wurden „hunderte von Metern losweise“ von der bewährten Firma WKH bearbeitet.

Deshalb stünde im 139. WSA-Newsletter vielleicht allzu salopp „vom Sachbereich 2 nichts Neues“. Daraufhin stellte eine Anwohnervertreterin im Expertenkreis süffisant fest, dass 2016/17 nur sechshundert Meter zu pflegender Fugen vorgesehen seien − wie lange solle das bei elf Kilometern denn dauern, bevor alles einstürze? − und wollte wissen, welche Mittel beantragt, wie viel verbraucht worden seien und v.a. wie der Plan für die nächste Zeit aussehe. Ferner habe das WSA doch auch die Reparaturarbeiten an der Uferwand über Wasser auszuführen.

Amtsleiter unvorbereitet

Scholz‘ Angebot, Zeitplan und Sachmittel für die kommenden vier Jahre ans Protokoll heften zu lassen, konterte sie mit der nur zu berechtigten Kritik, er sei offenbar unvorbereitet in diese öffentliche Veranstaltung gekommen. Doch wie wir ausreichend Zeit hatten zu lernen, lässt sich der Chef von seinen eigentlichen Arbeitgeber*innen schon gar nicht aus der Ruhe bringen, bot vielmehr an, im Juni in einer Folgeveranstaltung zur letzten Expertenkreissitzung vom 2. Mai, die eigentlich der weiteren Überprüfung der vorgeschlagenen Lösung zur Sanierung der Ziegelflachschicht (ZFS) unter Wasser dienen und sich dann auch der ZÖB und dem Information- und Kommunikationsplan (IKP) widmen soll (s.u.), auch noch Informationen zu den „Jahresscheiben“ der Unterhaltungsarbeiten nachzuliefern.

Ökologische Aufwertung ganz klein

Auf die Frage nach Planungsbeginn der ökologischen Aufwertungsmaßnahmen, die gemäß aktualisiertem BfG-Unterhaltungsplan Landwehrkanal im Rahmen der Unterhaltung, also durch das WSA erfolgen sollen, fragte Scholz zurück, ob die eine Million Euro in der Haushaltsunterlage von 2012 gemeint sei. Bei nochmaliger Erläuterung der Unterscheidung zwischen Aufwertungsmaßnahmen im Rahmen der Unterhaltung (WSA) und Entwicklungsmaßnahmen im Rahmen der Instandsetzung (WNA) hieß es, er nehme es mit. Es sei schon was Kleineres geschehen, was er überprüfen wolle, und ansonsten seien da wohl so kleinere Angelegenheiten neben der Fugenpflege gemeint…

Es ist sehr betrüblich und absolut inakzeptabel, dass sich der Leiter des WSA und Teilnehmer einer fast siebenjährigen Mediation mit dem schönen Titel „Zukunft LWK“ nicht mehr an die Palette der von Fachleuten, Naturschützern und Bürgervertreter*innen vorgeschlagenen ökologischen Aufwertungsmaßnahmen erinnern mag, die nun nach der im aktualisierten Unterhaltungsplan LWK der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) erwähnten Differenzierung verbindlich vom WSA auszuführen sind. Das hat das damalige BMVBS und jetzige BMVI genehmigt und der Bundestag 2012 mit zweckgebundenen Haushaltsmitteln versehen. − Doch jetzt braucht es halt noch den Willen und die Kompetenzen vor Ort.

Bohr-Kampagne Mai/Juni von 6 bis 10 Uhr (außer sonntags)

WNA-Projektleiter Bonny

WNA-Projektleiter Bonny

Das WNA trat mit Projektleiter Bonny, seinem Pendant bei der beauftragten Hamburger Ingenieurfirma Ramboll IMS, Andreas Nitschke, und einem weiteren Planungsingenieur zu dritt auf, und, ums schon vorweg zu nehmen, interessiert wahrscheinlich insbesondere die Anwohner*innen die für Mai, Juni beschlossene „Kampagne“ zur Baugrunderkundung, wieder durchgeführt von der Firma Züblin und bestehend aus Drucksondierungen, Kampfmittelerkundung und Bohrungen, die, um nur die Anwohner, nicht aber die Ausflugsdampfer und ihre zahlende Kundschaft zu stören, werktäglich von sechs in der Früh bis jeweils zehn Uhr vormittags erfolgen soll. Ob auch noch samstags, blieb offen.

Vor-Ort-Information unerlässlich!

Dass es selbstverständlich sein sollte, vor allem die unmittelbar betroffene Bevölkerung detailliert zu informieren, auch, aber nicht nur durch Aushänge an Haustüren und Litfaßsäulen, sah das WNA bislang noch anders, aber wir hoffen dringend, dass über Eigenart und Ablauf vor allem der Bohrungen en détail auf der WSA-Website aufgeklärt wird und auf Flyern wenigstens stichwortartig und dann mit einem − hoffentlich gekürzten − sog. Deep Link auf diese Webseite, wenn man ihr nicht einen einprägsamen Namen auf einer Umleitungsseite geben will. Alles denkbar einfach zu realisieren und bei einer Bundesbehörde, wie gesagt, eine Selbstverständlichkeit. Man kann sich aber auch bspw. von den BWB Rat holen.

Christoph Bonny widersprach übrigens der Behauptung, das WNA sei bei der Instandsetzung nur für den Bereich unter Wasser zuständig. Teilweise sei auch das Quadermauerwerk über Wasser so marode, dass an eine Fugenpflege nicht zu denken sei. Hier müsse zunächst eine vom WNA zu beauftragende Instandsetzung auch des sichtbaren Denkmals erfolgen − wir hoffen mal, ohne Verwendung von Stahl und Blech.

Aufschiebendes Verdichten

Verdichten der Baugrunderkenntnisse

Verdichten der Baugrunderkenntnisse

Der WNA-Projektleiter lobte den Fleiß des WSA, bevor er mitteilte, dass das „Verdichten der vorhandenen Planungsunterlagen“, wovon schon so oft die Rede war, seiner Behörde nun eine derartige Datenfülle beschert habe, dass sich der Zeitplan bis zum Einreichen der sogenannten Genehmigungs-Unterlagen für die Planfeststellungsbehörde um weitere elf Monate hinausschiebe, der Baubeginn also erst auf 2021 terminiert werde.

Die wievielte zeitliche Verzögerung im Gesamtablauf das nun ist, wollen wir so genau auch gar nicht nachrechnen, denn am Eröffnungsjahr 2030 wird ja festgehalten… − Heiterkeitsausbrüche blieben aus: mit derlei kann man in Berlin keine Lacher mehr gewinnen.

Neben der Gesamtplanung für fünfzehn Uferkilometer wurde Ramboll IMS mit vertieften Planungen für die 1,6 km am stärksten geschädigter Uferabschnitte betraut sowie für die geforderte Teststrecke zur Erprobung von Methoden, die Ziegelflachschicht unter Wasser zu sanieren. Dafür wurden 85 Meter am Prinzenbad ausgewählt, weil dort das Schadensbild schlimm sei und viele verschiedene Herausforderungen aufeinander träfen.

Achillesferse mit Blech schützen?

Gewerbliche Stakeholder

Gewerbliche Stakeholder

Andreas Nitschke präsentierte ein verblüffendes Gewimmel aus Logos all der gewerblichen Stakeholder am LWK , die bei der Grundlagenermittlung zu berücksichtigen waren (man könnte sogar noch weitere, etwa die der Reedereien und gastronomischen Betriebe hinzufügen) und beschrieb dann das bereits skizzierte Vorgehen mit Geotextil, Stahlblech und -platte, und wir möchten hier nicht weiter in die Tiefe dringen: die zuweilen sichtbare Blechschiene blieb Stein des Anstoßes. Varianten würden geprüft, aber dass noch eine andere gefunden wird, scheint dem Ingenieur augenscheinlich zweifelhaft. Denkmalarchitekt Friedhelm Haas muss dieser Variante zugestimmt haben; der Austausch zwischen ihm und Klaus Lingenauber vom LDA hierüber ist sicher interessant, doch werden wir nur das wenigste davon mitbekommen.

Holz schwimmt

Teststrecke - Versionen

Teststrecke – Versionen

Als es um die Stahlplatte ging, die ja nur die Ausnahme bilden solle − meist genüge allein das Geotextil − schloss Nitschke Holz als Baustoff schon mal kategorisch aus. Im Unterschied zur Errichtung, als der Kanal noch kein Wasser führte, müsse man jetzt im Wasser arbeiten; Holz habe nun mal Auftrieb, sei nur aufwändig unten zu halten usw.

Wir sehen uns außerstande zu beurteilen, ob das tatsächlich so schwer lösbare Probleme sind, aber den ökologischen Vorteil von Holz gegenüber Blech könnte durchaus einen höheren Aufwand verlohnen.

Triumph der Technik

Schadensbild

Schadensbild

Aus dem Publikum wurden auch Fragen in dieser Richtung gestellt, aber wenn die mangelnde Beteiligung eines ökologischen Sachverständigen, den wir zwar ‚Bauleiter Baumschutz/ Naturschutz‘ nannten, aber uns von Anfang an und ständig in den Planungsprozess einbezogen dachten, versteht Christoph Bonny bei ‚Ökologischer Baubegleitung (ÖBB)‘ nur den in einem „zweiten Leistungspaket“ noch zu beauftragenden ‚Landschaftspflegerischer Begleitplan‘ (LBP), also die Planung der Renaturierung und Kompensierung der Schäden, die Eingriffe verursacht haben, sowie Fachbeiträge zur Artenschutzrecht und WRRL/WHG. Die Ausschreibung soll im November erfolgen und die Aufgaben 2018 durchgeführt werden, wenn fertig geplant und die Schäden absehbar sind.

Uns ging und geht es indessen darum, dass unabhängiger ökologischer Sachverstand in gleicher Weise einbezogen wird wie ingenieurtechnischer und wasserbaulicher, sozusagen mit diesem integriert, denn es geht heuer um einen ökologisch möglichst sensiblen, v.a. auch in dieser Hinsicht innovativen, zukunftsfähigen Wasserbau! Den hier binnen vierzig bis achtzig Jahren voraussichtlich enorm wachsenden Anforderungen für die Stadtökologie (als Lebenswelt, nicht als Theorie!), sollte dieses partizipative Planungsverfahren modellhaft zu begegnen suchen.

Der R2G-Senat so abstinent wie RotSchwarz und RotRot..?

SGF: Injektion unmöglich

SGF-Sanierung: Injektion unmöglich

Doch einstweilen triumphiert am LWK die Technik. Der Senat sieht ihn offenbar nicht als integralen und schon gar nicht als wichtigen Teil der Berliner ‚Grünen Infrastruktur‘, als dass sich die zuständigen Fachleute einbringen müssten, wenn auch seinerzeit sein Wildtierbeauftragter, Derk Ehlert, die Biotopverbindungsfunktion hervorhob und vor allem gewahrt wissen wollte. − Wir wollen sie zu Wasser und zu Lande verbessern, denn ihre Notwendigkeit nimmt angesichts hektischer Nachverdichtung und absolut wachsendem Verkehrsaufkommen nur immer mehr zu. Auch die Touristifizierung mit steigender Übernutzng wird in diesem Zusammenhang zum Problem.

Rambolls aussagekräftiges Bauwerkskataster bitte online!

SGF: Beton oder Schotter

SGF: Beton oder Schotter

Nitschke demonstrierte, wie die Grundlagen-Ermittlungen zu Bauwerken, Einleitungen, Trassen, Dükern etc. in einem Bauwerkskataster zusammengeführt wurden, das digitalisiert schließlich jeden einzelnen Punkt am Kanal darstellbar mache. − Und da vergaßen wir leider den Hinweis, dies unbedingt auch der interessierten Öffentlichkeit online zugänglich zu machen, natürlich nur insoweit mit der staatlichen Sicherheit und Ordnung vereinbar.

Ein Video von Tauchgängen zeigte halb- bis ein Meter tiefe Löcher im zerklüfteten Fundament, ökologisch natürlich wertvoller Strukturreichtum, wobei zu überprüfen bleibt, ob und wenn ja, welchen Arten von Makrozoobenthos etc. er Habitat bietet (…was längst beforscht sein mag, nur wäre die Erkenntnisse nun heranzuziehen). Dieser Bereich soll nun verschlossen und mit Beton verfüllt werden, dem einzigen Material, das unter Wasser in jede Ecke läuft, bevor es aushärtet, wodurch es also schon mal Lebensraum zu kompensieren gilt. Und Stahlblech zeigt ja ebenfalls eher lebensfeindliche Eigenschaften.

Sanierungsziel SGF 02

SGF: Verfüllen + Abdichtungsvarianten

Das Schwergewichtsfundament (SGF) besteht jedenfalls nur im oberen Teil aus Beton, im unteren immer schon nur aus Steinschüttung, und das zu Recht, denn die Differenz in der Tragfähigkeit zwischen massivem und sog. Magerbeton beträgt lt. Andreas Nitschke nur fünf Prozent zugunsten des ersten. Deshalb soll wieder „Eisenbahn-Schotter“ verwendet werden, der aber nicht mit der Vorschüttung aus Wasserbausteinen zu verwechseln sei, die für die Standsicherheit der Böschung sorgen soll.

Rostplanke entlang der Wasserlinie?

Sanierungsziel ZFS

Problem der Verblendung der ZFS

Der untere Betriebswasserstand reicht lt. WSA-Chef Scholz immer noch über das Stahlblech, doch, so wandten Vertreter*innen des Expertenkreises und Stimmen aus dem Publikum ein, wenn man Hitzeperioden und den zu erwartenden Rückgang des Spree-Wasserstands bedenke, könnten sich die Ausnahmefälle durchaus häufen, in denen das natürlich an der Luft schnell korrodierende Blech zu sehen sein würde. − Die weitere Detail-Diskussion wurde auf besagte Expertenkreis-Folgesitzung im Juni vertagt.

Vorhaben Dritter

Umbau des Kanalufers an Böcklerpark und Fraenkelufer

Der Beitrag Gisela Bosses, einer Anwohnerin vom Fraenkelufer und Mitinitatorin des vergangenen Herbst an der Barriere des viel zu hohen Quorums gescheiterten Bürgerentscheids für eine behutsame Sanierung und gegen den Umbau des Fraenkelufers bündelte noch einmal den Frust, den eine sehr große Zahl von Betroffenen und Nutzer*innen angesichts des überflüssigen Umbau von Böcklerpark und Fraenkelufer nun mal empfindet. Er erweist sich als wenig naturnah und weder benutzerfreundlich noch wirklich barrierefrei.

Fraenkelufer

Fraenkelufer

Mit Mediation wäre das nicht passiert!

Fehlfaellung

Fehlfällung landschaftsprägender Weide 25

Wäre seinerzeit, wie vereinbart, das Mediationsforum Zukunft LWK einbezogen worden, wäre es schwerlich zu einem besonders für die Organisator*innen so anstrengenden Showdown wie dem Bürgerentscheid gekommen, der naturgemäß, noch dazu wenn er, in welche Richtung auch immer, knapp ausfällt, eine viel zu große Zahl Bürger*innen grollend zurücklässt und letztlich alle Seiten beschädigt, von der Stadtnatur ganz abgesehen .

Fragwürdige Gestaltung

Fragwürdige Gestaltung

Und es wäre auch nicht zu dieser teuren, wenig durchdachten Verunstaltung gekommen, die viel Grün gekostet hat und noch kosten wird, denn neben den Parkplätzen, für die prächtig blühende Büsche weichen mussten/müssen, will sie ja auch bspw. Klaus Lingenauber vom LDA beseitigt wissen, weil sie den Blick auf die Platanen (die dort oft Kastanien sind) verdecken. − Das sollte man sich mal auf der Zunge zergehen lassen!

Büsche roden

Platanen freistellen

Wir brauchen jetzt sicher nicht an den Eigenwert der von Bürger*innen gepflegten Pflanzen, an den Wert für Vögel und Insekten zu erinnern, von jenem fürs Auge zu schweigen, denn das ist ja Geschmackssache. Aber wenn bspw. ein Fliederbusch eine Platane verdecken kann, hat es einen offenbar umgehauen.

Versehentlich kostete es auch noch eine hohe, landschaftsprägende Hängeweide, wofür die ausführende Firma die alleinige Verantwortung übernommen hat. Sie hat auch schon nahebei ein Ersatzbäumchen gepflanzt, habe aber wegen einer entsprechenden WSA-Auflage drei Meter vom Ufer entfernt bleiben müssen.

Keine WSA-Vorgabe zum Mindestuferabstand von Bäumen!

Die Neupflanzung

Die Neupflanzung

Sogleich stellte Michael Scholz noch einmal und in aller Deutlichkeit klar, dass es diese Auflage nicht gäbe und jede Situation einzeln betrachtet werden müsse! Ferner sei noch daran erinnert, dass vereinbart worden war, für jeden gefällten Baum drei Nachpflanzungen vorzunehmen und nicht nur eine [und nicht erst neuerdings]! Um sofort den ökologischen Ausgleich zu bekommen, müssten es bekanntlich hundert sein.

Leider wurde auf eine Untersuchung des Schnittguts der Fehlfällung, das nach von einander unabhängigen fachkundigen Einschätzungen Bohrlöcher des streng geschützten Moschusbocks oder Weidenbohrers aufwies, und auch angesichts der umfassenden Geständigkeit des Fällers verzichtet. Allein auch ohne Vorsatz, also bei bloßer Fahrlässigkeit, ist in solchem Fall im öffentlichen Interesse Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Artenschutzrecht (§ 44 BNatSchG) zu stellen und nicht nur eine Dienstaufsichtsbeschwerde, wie sie eine Anwohnerin geführt hat.

Das bewusste Schnittgut wurde allerdings schnell beseitigt, und so fehlt für eine evt. doch noch zu erstattende Anzeige das Beweismaterial. Dass, wie so oft, keine artenschutzrechtliche Begutachtung erfolgt ist, steht jedenfalls fest!

Kommunikationspannen zuhauf

Totholzentnahme

Totholzentnahme?

Bei den weiteren unangekündigten und gesetzwidrigen bezirklichen Brutzeit-Baumarbeiten in diesem Abschnitt (§ 39 BNatSchG) wurde, wie berichtet, zum einen ein falscher Baum beschnitten (Kastanie Nr. 18), zum anderen eine Kastanie (Nr. 24) unter Berufung auf ein zwei Jahre altes Gutachten eingekürzt, das diese Maßnahme selbstredend in vegetationsfreier Zeit empfohlen hatte und nicht etwa auf dem Höhepunkt der Brutperiode! Schließlich bestand keine Gefährdung der Verkehrssicherheit oder gar Gefahr im Verzug. Vorlaufende artenschutzrechtliche Begutachtungen unterblieb auch hier, aber so was sieht man in Kreuzberg nicht so eng. Den Anwohner*innen wurde was von Totholz erzählt, doch die Berge frisch belaubter Grob- und sogar Starkäste, die sich am Straßenrand häuften, sprachen für sich.

Totholz?

Totholz? – Abgetrennte Grob- und Starkäste!

Bis heute jedoch, also einen Monat später, hat die ZÖB, in diesem Fall also Röskes Vertreter, WSA-Leiter Scholz persönlich, noch immer nicht Stellung bezogen, ob nun der Bezirk, wie behauptet, Unterlagen bzgl. der geplanten Baumarbeiten zur Prüfung übersandt hat oder nicht, was leicht zu recherchieren wäre. Die Information des Expertenkreises hätte ja eigentlich die Bezirksvertreterin darin, Birgit Beyer, übernehmen müssen. Auch die Ergebnisse der vom F’hain-Kreuzberger Straßen- und Grünflächenamt in Aussicht gestellten internen Prüfung stehen weiterhin aus und Aufschluss über weitere klandestine Baumfällungen wie etwa die der Ulme 92 am Kreuzberger Paul-Lincke-Ufer können wir wohl vergessen.

Protest der Vertreterin F’hain-Kreuzbergs

Fälschlich eingekürzte Kastanie 18

Unzeitig & -nötig eingekürzte Kastanie 18

Frau Beyer räumte ein, dass die irrtümliche Fällung der Weide 25 für ihr Amt ein GAU gewesen sei, mit dem niemand gerechnet habe (als habe es sich um die erste irrtümliche Fällung in Xhain gehandelt!). Obschon auf einer Version des im Vorfeld des Bürgerentscheids verteilten Flyers zur Umbauplanung die besagte Hängeweide bereits fehlte, seien Bezirksamt und das Planungsbüro Hanke fest entschlossen gewesen, diesen Baum an der Uferkante zu halten.

Gegenüber dem in Frau Bosses Vortrag erhobenen Vorwurf, die Scheiben der Bestandsbäume würden unzulässigerweise mit Kleinpflaster teilversiegelt, betonte Frau Beyer, sichtlich erregt, sie sei selbst vom Fach und könne versichern, dass ihre Behörde selbstverständlich die DIN 18920 (Baumschutz am Bau) streng einhalte und dort, wo Gefahr bestehe, durchs Herstellen des Fundaments fürs geplante Mosaikpflaster Baumwurzeln zu verletzen, würden die Arbeiten in Handschachtung ausgeführt.

Flyer mit und ohne Weide 25

Flyer mit und ohne Weide 25

Erwartungsgemäß zeigte sich Frau Beyer auch sonst von Frau Bosses Vortrag wenig amüsiert und meinte, hätte sie davon gewusst, wäre sie mit einer alternativen Präsentation vors Publikum getreten. Vor einer „richtigen Bürgerversammlung“ wäre das anders gelaufen. In ganz unterschiedlicher Hinsicht, können wir da nur sagen.

Fraenkelufer vorher

Fraenkelufer vorher

Ein Expertenkreis-Mitglied sowie nach eigenen Angaben Björn Röske selbst aber hatten gerade Frau Beyer aufgefordert, doch sie entgegnete jetzt, es gebe noch gar keine fertige Planung fürs Fraenkelufer, sonst hätte sie diese auch vorgestellt.

Verblüfft fragen wir uns, worüber im Bürgerentscheid eigentlich abgestimmt wurde. Sie meinte wohl die Bauplanungsunterlage (BPU), aber der versammelten Öffentlichkeit hätte sicher schon die Genehmigungsplanung gereicht (der Umbau wird aus dem Programm Städtebaulicher Denkmalschutz finanziert, in die EU, der Bund und das Land, will sagen: die Steuerzahler*innen einzahlen).

BWB-Vertreter gibt groben Überblick

Nur der Vertreter der Wasserbetriebe, Peter Kreis, gab als Vorhabenträger zum Ende der Veranstaltung noch Rück- und Ausblick auf abgeschlossene und noch weiter in der Zukunft liegende Projekte wie z.B. auch den Rückbau eines Trinkwasserdükers zur Lohmühleninsel, worauf die WSV besteht, damit es zu keinen Kollisionen mit etwaig einzupressenden Spundwänden kommt −, was jedoch weitere acht Bäume kosten wird. Eine ÖBB für die Gesamtmaßnahme ist gleichwohl schon beauftragt, auch wenn die Fällungen wohl erst im Herbst 2018 spruchreif werden.

Um zum Schluss zu kommen: Die Arbeit der ZÖB kann nur besser werden. Ihr kommissarischer Leiter, Michael Scholz, hat sich alle beklagten Defizite, auch was die seit Jahren ausstehende Überarbeitung der Website betrifft, notiert und will im Juni berichten. Wir können nur empfehlen, sich noch einmal über den Informations- und Kommunikationsplan (IKP) zu beugen, der übrigens auch die eigene Anpassung und Fortschreibung vorsieht.

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