Kommt zur 6. WSA-Infoveranstaltung Zukunft Landwehrkanal!

Planer stellen sich vor, geben Auskunft zu Inhalten

Im Wetterleuchten der heraufziehenden Trumpokalypse und zugleich eines hoffnungsfrohen „Habemus R2G“ wollen wir uns dennoch dem Landwehrkanal zuwenden, insbesondere was die Planung seiner Instandsetzung angeht: Schon nächsten

Dienstag, 22. November, 16:30 Uhr

lädt die Zentrale Anlaufstelle Öffentlichkeitsbeteiligung (ZÖB) des Wasser- und Schifffahrtsamts Berlin (WSA-B) zur sechsten turnusmäßigen Informationsveranstaltung in seinen Amtssitz am

Mehringdamm 129 nahe Platz der Luftbrücke in Kreuzberg!

Die Pressemitteilung der ZÖB ist wie gewohnt auf der WSA-Website schwer zu finden, denkbar minimalistisch gestaltet und leider wenig dazu angetan, gesteigertes Interesse an der Veranstaltung zu wecken. In der Rubrik ‚Vorstellung Vorhaben Dritter‘ soll es noch einen Beitrag der Berliner Wasserbetriebe (BWB) geben, aber ansonsten habe im Vorfeld niemand einen speziellen Input angekündigt.

Die Planungsbüros

Mehrere Firmen sind bereits im Juli d. J. auserkoren und zur Vorbereitung des Planfeststellungsverfahrens mit der Erstellung der Ausführungs- und Genehmigungsplanungen, kurz: den „ausführungsreifen Amtsentwürfen“ fürs Gesamtvorhaben betraut worden sowie mit den „Entwürfen-AU“ für die 1,6 km vorrangig, weil am marodesten, zu sanierende Uferabschnitte, wie etwa am Einsteinufer in Charlottenburg. [Siehe auch den 137. ZÖB-Newsletter von Mitte August.]

Vergangene Woche haben sich die Firmen dem Expertenkreis, also dem Nachfolgegremium des Mediationsforums, vorgestellt [siehe die Präsentation].

Und zwar handelt es sich erstens um das Planungsbüro Ramboll IMS; zweitens das über die Denkmalgerechtigkeit der Instandsetzung wachende Berliner Architekturbüro Haas und zum dritten die für die geotechnischen Beratung (Aufspüren von Mergel-Linsen!) angeheuerten Grundbauingenieure Steinfeld und Partner GbR, ebenfalls aus Hamburg, aber mit Berliner Niederlassung.

Referenzen

Während Ramboll nicht nur Offshore-Windkraftanlagen geplant hat oder die Ertüchtigung des Weltkulturerbstücks ‚Hamburger Speicherstadt‘ inmitten dicht besiedeltem Stadtgebiet, sondern auch eine indische Forschungsstation in der Antarktis, waren die Steinfelds z.B. an der Sanierung des Teltowkanals beteiligt, wobei ihr Vertreter auf entsprechende Nachfrage gleich anmerkte, mit der Verzögerung des Vorhabens nichts zu tun gehabt zu haben und auch nichts mit den brachialen Rodungen langer Uferabeschnitte. − Vom Ausbau des Kanals zur sog. Südtrasse im Rahmen des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit (VDE) 17, die ihn für Rheinschiffe und Großschubverbände schiffbar machen sollte, wurde 2010 glücklicherweise abgerückt.

Intransparenz

Dieses Planer-Konsortium will sich bei seiner Vorstellung am 22.11. dezidierter inhaltlichen Fragen widmen. Kritisch müssen wir anmerken, dass der Auswahlprozess und die Vergabekriterien für uns völlig intransparent blieben und dass zur Genugtuung des Landesdenkmalamts zwar von Anbeginn ein Denkmalarchitekt im Boot ist, aber niemand für spezifisch ökologische Aspekte, Umwelt- und Naturschutzbelange. So ist bspw. klar, dass die in der 2013 genehmigten Vorzugsvariante der Sanierung enthaltenen ökologischen Aufwertungsmaßnahmen zumindest teilweise sogleich in die Planung einbezogen werden müssen, doch auf Fragen nach der Ökologie wurde immer nur auf den Auftraggeber, also das Wasserstraßenneubauamt (WNA), verwiesen.

Abteilung Ökologie vakant

Bei einem stadtökologisch so sensiblen innerstädtischen Großvorhaben muss auch das mangelnde Interesse von Senat und den meisten Bezirken verwundern, etwa hinsichtlich der Berücksichtigung von gewässerökologischen oder allg. biologischen Aspekten (nur die Vertreterin Charlottenburg-Wilmersdorfs, Frau Pilhofer-Weigel, war gekommen). Die Aufgabe, hierauf zu achten, war bisher an die Zivilgesellschaft delegiert. Vielleicht ändert sich das ja unter R2G und SenStadtUm erkennt, dass es sechs Jahre als Betroffener mit am Mediationstisch saß, aber in keiner Weise einen eigenen Gestaltungsanspruch erkennen ließ, bis seine Vertreter*innen peu à peu ganz verschwanden, ohne freilich, wie sie zu Beginn im Arbeitsbündnis doch unterschrieben, offiziell und mit Begründung ihren Austritt zu erklären.

Bei dieser Gelegenheit wollen wir mal wieder darauf hinweisen, dass es beim großen Thema Stadtökologie, wachsende Stadt im Klimawandel, Anpassung an die Klimafolgen etc. immer auch (und für viele natürlich in erster, wenn nicht einziger Linie) um das Schutzgut Mensch und seine Gesundheit, seine Lebensqualität geht, für die Grünräume, Grünvernetzung und wohnungsnahe Stadtnatur in vielerlei Hinsicht und mit wachsender Tendenz unerlässlich sind.

Unterhaltungsplan kommt später

Die Vorstellung der überarbeiteten Zielkonzeption des aktualisieren Unterhaltungsplans Landwehrkanal der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) durch das Büro RANA [siehe auch hier] wurde für den 8. Dezember avisiert. Wir bedauern lebhaft, dass nicht wenigstens ein grober Überblick im Rahmen dieser öffentlichen WSA-Informationsveranstaltung gegeben werden kann.

Teststrecke

Schon vor Jahresfrist war in einer WNA-Präsentation die Rede von einer Planungsvergabe bzgl. der Durchführung von Teststrecken für die Sanierung der Ziegelflachschicht unter Wasser. Auch dies gehört nun zum Auftrag von Ramboll, aber Genaueres erfahren wir auf der Infoveranstaltung.

Rückblick auf einen erfolgreichen Ortstermin am Corneliusufer

Ortstermin Corneliusstr., 3.11.2016

Ortstermin Corneliusstr., 3.11.2016

Diesmal hatte der Bezirk Mitte die beabsichtigte Fällung dreier Säulenpappeln dem Expertenkreis angekündigt, so wie es die Mediationsvereinbarung vorsieht, und auch gleich Resistographenkurven, also die Ergebnisse von Bohrwiderstandsmessungen beigefügt. Auf deren Basis legten die BaL als Mitglied des Expertenkreises ihr Veto ein, woraufhin vereinbarungsgemäß ein Ortstermin anberaumt wurde.

Die dritte Pappel, die auf der Karte nicht zu finden war, erwies sich als schon vor Jahren gefällt, aber bei der hohen Säulenpappel Nr. 3 nahe der Kreuzung Drake-/Corneliusstraße am LWK hätten die festgestellten 47 Prozent Restwandstärke der Standsicherheit des Baums keineswegs Abbruch getan und eine Fällung begründen können.

Säulenpappel Nr.  1

Säulenpappel Nr. 1

Doch da zogen die Bezirksvertreter*innen ein externes Gutachten hervor, dass auch vertikale Bohrungen zur Erkundung der Wurzel enthielt, die prompt deren schon fortgeschrittene Schädigung durch Pilze belegten. Auch der Vertrauenssachverständige des Expertenkreises sah angesichts dessen keine Möglichkeit, den betreffenden Baum noch zu retten.

Dafür kann aber Pappel Nr. 1 erhalten werden, benötigt nur Totholzentfernung und einen gelinden Rückschnitt der Krone dort, wo sie mit der eines neu gepflanzten Spitzahorns kollidiert. Als Kompensation wurde die Pflanzung ortstypischer Sträucher erwogen.

Säulenpappel Nr. 3

Säulenpappel Nr. 3 — wegen Wurzelfäule Fällkandidatin

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