Ulmen am Urbanhafen werden gefällt!

Vereinbarte Routine nachgeholt

Angemessene Kompensationspflanzungen im kommenden Herbst vereinbart

Ortstermin wg. Ulmenfällung nahe Baerwald-,19.5.15

Ortstermin wg. Ulmen-Fällungen nahe Baerwaldbrücke

Nachdem anlässlich der gestrigen Sitzung zum Informations- und Kommunikationsplan (IKP), der kurz vor seiner Vollendung steht, wortreich versichert wurde, es sei Montag letzter Woche, also am Tag jener Abstimmungsfahrt, noch nicht bekannt gewesen, dass zwei Bäume am Urbanhafen nahe Baerwaldbrücke wegen Sanierung einer Mauer gefällt werden sollten, also auch nichts entsprechendes gegenüber Baumsachverständigem, Bezirks- und Bürgervertreter*innen verlauteten konnte, dann jedoch schon am Folgetag mit dem Landesdenkmalamt und der Unteren Naturschutzbehörde Friedrichshain-Kreuzbergs über die Fällungen Benehmen hergestellt worden sei, erfolgte heute nach ihrem Einspruch der von Bürger*innen geforderte Ortstermin mit Vertretern von WSA, WNA und Bezirksamt, dem Baumsachverständigen, Dr. Barsig, sowie Bürger*innen.

Dass es sich um noch recht junge Bäume  handelte (20 bis 25 Jahre), der eine dazu mit deutlich eingeschränkter Vitalität, tat dabei gar nichts zur Sache! Vielmehr empörten sich die Bürgervertreter*innen über den neuerliche Verstoß gegen vereinbarte Routinen und nicht zum wenigsten darüber, dass ein Beteiligungsinstrument wie eben die Abstimmungsfahrt ad absurdum geführt zu werden droht. Von den Verstößen gegen den Baumschutz am Bau, der noch eilig nachgeholt worden war (Verschalen der Stämme, Abdecken offenliegender Wurzeln mit einem feuchten Vlies) ganz abgesehen. Es wurde Besserung gelobt und unverzüglich ein

Ortstermin

anberaumt. Der hinzugebetene externe Sachverständige vermutete, dass es sich bei den im Zuge der Bautätigkeit auch noch mehrfach verletzten Bäumen um die hierorts sehr seltene Sibirische Ulme (Ulmus pumila) handele, doch hätten beide an diesem Standort auch wegen ihres beträchtlichen Dickenwachstums wenig Chancen, zumal die westliche, wie gesagt, schon jetzt kümmere; die vielfachen Kappungen von Versorgungswurzeln gäben auch ihrer vitaleren Nachbarin (Nr. 10) keine Zukunft. Auch müsste quasi um sie herum gebaut werden, wenn sie nicht später die Abdeckplatten verschieben solle.

Deshalb einigten sich die Anwesenden angesichts der rar gewordenen, aber durchaus standortgerechten und erwünschten Art auf eine großzügige Kompensation durch ebendieselbe Sorte, wobei der Stammumfang der Jungbäume mindestens dreißig Zentimeter betragen und möglichst geräumige, substrathaltige Pflanzgruben (wenigstens ca. 10 m³ und mindestens 1,50 m tief) angelegt werden sollen, und zwar eine Pflanzung auf dieser Uferseite, die andere auf der direkt gegenüber liegenden, denn die beiden Fällkandidatinnen standen definitiv zu dicht.

Paar Schritte weiter…

Aufgrabungen am Planufer ohne Baumschutz

Aufgrabungen am Planufer ohne Baumschutz

Im Abgehen − die Verwaltungsvertreter und der Baumsachverständige hatten sich schon verabschiedet − stellten die Bürgerinnen am Planufer unweit des ehemaligen Iskele-Liegeplatzes und in der Nähe des Büros der Reederei Riedel Aufgrabung wahrscheinlich einer Medientrasse fest, wodurch ebenfalls die Wurzeln von gleich drei Birken mit den Nummern 160, 161 und 162/48 freigelegt und dadurch mit ziemlicher Sicherheit bereits abgetötet worden sind.

Mangelnder Baumschutz am Bau ist ein Hauptgrund für das vorzeitige Ende von Stadt- und zumal Straßenbäumen. Das Bewusstsein, dass es sich auch hier um Lebewesen handelt, die doch noch dazu Gesundheit und Wohlbefinden gerade von uns Stadtmenschen „nützen“, will sich nicht recht durchsetzen. Ganz in der Nähe haben wir vor vier Jahren Ähnliches moniert.

Die BaL haben den bezirklichen Baumprüfer bereits per Mail informiert und sind gespannt, ob sie ausnahmsweise mal wieder einer Antwort gewürdigt werden.

Nachtrag, 20.5.: Die sibirische Ulme ist derzeit im örtlichen Handel nicht erhältlich, nur die einheimische Flatterulme. Das Sachverständigen Kuratorium empfiehlt diese Art ungeachtet des sog. Ulmensterbens weiterhin zur Pflanzung.

Nachtrag, 21.5. zu den Aufgrabungen nahe der einstigen Liegestelle der abgebrannten Iskele am Urbanhafen: Natürlich hat wieder die Reederei Riedel die Initiative ergriffen, sich mit dem Bezirksamt F’hain-Kreuzberg ins Benehmen gesetzt, aber mitnichten den Expertenkreis auch nur informiert, so wie es die von Geschäftsführer Lutz Freise mitunterzeichnete Mediationsvereinbarung nun mal vorsieht. Riedel hatte den Platz unterverpachtet und kürzlich die marode Terrasse abreißen lassen, da der Pächter der Aufforderung jahrelang nicht nachgekommen sei. Die Maßnahmen seien eng mit dem Bezirksamt abgestimmt und eigens aus Gründen des Baum- und Wurzelschutzes auf den Einsatz von Maschinen verzichtet worden −, doch dass Wurzeln auch bei Handschachtung nicht freiliegen, von der Sonne beschienen und austrocknen dürfen, scheint der Baufirma weder bewusst noch mitgeteilt worden zu sein, dem Auftraggeber aber schon.

Der Fachbereichsleiter Grünflächen hat unsere entsprechenden Nachfragen und Hinweise umgehend beantwortet und mitgeteilt, dass dies durchaus vereinbart worden sei, aber „offenbar […]  die Ausführung trotzdem nicht so erfolgt [ist], wie von uns angewiesen. Die Reederei und die ausführende Firma wurden inzwischen von uns zum sofortigen Verfüllen und Befeuchten des betroffenen Bereiches aufgefordert.“ Hoffentlich ist das noch rechtzeitig erfolgt!

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