Rettung eines Ortsbild prägenden Baums

Gastbeitrag eines BaL-Mitglieds

Die Säulenpappel in F’hains Schreinerstraße

Hoffnung machendes Beispiel

Säulenpappel Schreinerstraße 46

Säulenpappel in der Schreinerstraße 46

Es war höchste Eisenbahn! In nur wenigen Tagen sollte der prächtige Baum, der auf dem neuen Spielplatz an der Schreinerstraße Ehrfurcht gebietend hoch aufragte, der Motorsäge zum Opfer fallen. Und weshalb? „Gehwegschäden“ war in der amtlichen Fällliste als Grund vermerkt. Halteverbotsschilder mit der Aufschrift „Baumfällung am 16./17.12.2014“ waren schon aufgestellt. Und jetzt war schon Donnerstag, der 11.! Das Wochenende nahte − es blieb nur noch wenig Zeit.

Ich sah mir die Gehwegschäden an und konnte es nicht fassen: Diese geringfügigen Unebenheiten auf dem Bürgersteig sollten das Lebensende dieses mächtigen Baums bedeuten?

Mobilisierung der AnwohnerInnen

Gerade im richtigen Moment − Zufall oder Schicksal − kam gegenüber ein Mitarbeiter der Spielwagen e.V. vorbei. Ich sprach ihn an und fragte, ob er die Schilder bemerkt hätte. Hatter er nicht, und andere Vorübergehende übersahen sie auch. Dabei ist diese Pappel der Lieblingsbaum unter den AnwohnerInnen dieser Kiezecke!

Vor einiger Zeit hatten sie um den Erhalt des Platzes erfolgreich gekämpft, worauf als Ausgleichsmaßnahme für eine Baumaßnahme in der Nähe, der mehrere Bäume weichen mussten, nun der Spielplatz angelegt worden ist. Auf dem Privatgrundstück, auf dem die Bäume standen, hatten die NachbarInnen immer Blumen gepflanzt und ein malerisches Biotop geschaffen, über dessen Vernichtung sie vorab nicht einmal informiert worden seien. Schon damals waren sie völlig überrascht und entsetzt. Und nun sollte zu allem Überfluss auch noch die Pappel fallen, die sie für sicher glaubten? Das durfte nicht sein!

BürgerInnen sammeln für unabhängiges Gutachten

Gehwegschäden

Gehwegschäden, Schreinerstraße 46

Die halbe Schreinerstraße war in Aufruhr, die Leute setzten alle Hebel in Bewegung, schrieben ans Bezirksamt, die Bürgermeisterin persönlich und an viele andere, versahen ihren Baum mit etlichen Hinweistafeln, sammelten Geld für ein Baumgutachten und hatten Glück: Trotz seines vollen Terminkalenders und der knappen Frist erstellte ein Sachverständiger ein detailliertes Gutachten, das der Pappel Vitalität, Gesundheit, Stand- und Verkehrssicherheit bescheinigte und auch die Gehwegschäden nicht unberücksichtigt ließ. In der Abwägung durften sie jedoch nicht das Todesurteil für einen solchen, das Landschaftsbild prägenden Baum bedeuten.

Nachdem das Gutachten im Fachbereich Natur und Grünflächen des Friedrichshain-Kreuzberger Tiefbauamts eingegangen war, verschwanden die Halteverbotsschilder, doch bislang erhielten die AnwohnerInnen keine offizielle Mitteilung. Obwohl sie natürlich darüber begeistert waren, dass der Fälltermin verstrich, verschönte ihnen die Ungewissheit nicht unbedingt die Weihnachtszeit.

Bleibt also nur abzuwarten, ob demächst ein Hinweis in der aktualisierten bezirklichen Fällliste erscheint. Unsicherheit bleibt.

 

 

3 Kommentare

  1. glumm said,

    15. Januar, 2015 um 7:26

    pappeln zählen zu meinen lieblingsbäumen. wer eine pappel killt, killt mich. wer mich killt, kriegt ärger.

  2. gabi said,

    20. Februar, 2015 um 22:11

    Guckt in die Baumfälllisten im Internet, da findet Ihr die Bäume, die wegen Gehwegschäden und aus anderen Gründen gefällt werden sollen! Wenn Ihr die Bäume angesehn habt und es besteht ein Grund zum Widerspruch, schreibt ans Bezirksamt!


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