Volksentscheid über 100% THF rückt heran!

Phänomenaler Sprint fürs Volksbegehren

„Über 233.000 Unterschriften sind geleistet worden, doch von den bisher geprüften 97 643 waren 17 524 ungültig (17,9%)“, meldet die Landeswahlleiterin Dr. Petra Michaelis-Merzbach, doch dass am Ende ein Viertel nicht zählt, ist denn doch schwer vorstellbar, der Volksentscheid aber in greifbare Nähe gerückt.

Tempelhofer Weite

Tempelhofer Weite

Nach den misslichen Erfahrungen mit jenem des Energietischs über eine Rekommunalisierung der Energieversorgung, der wegen dem vom Senat durchgedrückten Extratermin am 3.11.13 das Quorum um nicht mal ein Prozent verfehlte, muss nun unbedingt mit der Europawahl am 25. Mai zusammengelegt werden! Das spart Geld, Zeit, Aufwand und dient der Sache (könnte also von der Senatskanzlei hintertrieben werden 😉 )

Herausragender Einsatz!

Nach fulminantem Endspurt haben damit über eine Viertel Million BerlinerInnen durch ihre Unterschrift bekräftigt, dass sie über die Zukunft des Tempelhofer Felds mitbestimmen wollen, mitentscheiden über dieses faszinierende Areal inmitten einer Metropole, größer als New Yorks Central Park und, wenn man die zahlreichen touristischen BesucherInnen fragt, ein weiteres attraktives Alleinstellungsmerkmal unserer Stadt.

Doch ging’s bis gestern Nacht weniger darum, schon gegen die Bebauung und anderweitige Zerstörung dieses unvergleichlichen Ortes zu votieren, sondern zunächst um die Phase, welche nach den Erfahrungen mit der Landwehrkanalsanierung und den Desastern von BER, S 21, Elbphilharmonie bis Hochmoselbrücke längst selbstverständlich sein müsste: als planungsbetroffene/r AnwohnerIn, NutzerIn, BürgerIn von Anfang an in die Entscheidungsprozesse wirklich einbezogen zu werden und nicht nur, wie schon seit 2007 immer mal wieder erfolgt, überwiegend symbolisch mittels erratischer Interviews, Online-Befragungen, Bürgergespräche etc., deren Ergebnisse dann hinter verschlossenen Türen in die Sortiermaschine oder gleich den Schredder wandern.

Inwiefern diese beeindruckende Beteiligung, die den Volksentscheid sehr wahrscheinlich macht, zwar „gut für die Demokratie, aber schlecht für Berlin“ sein könnte, wie ein Kommentar in der BLZ überschrieben ist, erschließt sich uns da in keiner Weise, es sei denn, man goutiert nur marktkonforme Fassadendemokratie und befürchtet von einer direkten Schaden für den Wirtschaftsstandort.

Erhalt war immer starke Option

Schon von Anbeginn war es für viele offenbar, dass es sich aus verschiedensten Gründen − von Freizeitnutzung, urban gardening, Ökologie und Naturschutz − lohnen würde, diese Fläche eben nicht auch zu „verbrauchen“ und für irgendeine möglichst lukrative Nutzung und Verwertung zu „erschließen“: da hat sich „Volkes Wille“ mitnichten so sehr gedreht, wie jetzt behauptet wird.

Tempelhofer Weite 02

Tempelhofer Weite 02

Diese Stimmen äußerten sich schon in den Nullerjahren, allein sie konnten sich in der lärmenden Beteiligungsapparatur des Senats kaum Gehör verschaffen, konnten es ebenso wenig in all den Jahren unterschiedlichster Umplanungen [siehe z.B. hier], sonst hätte nicht der Klopper mit dem „Michael-Müller-Gedächtnisbecken“ samt Landform quer durch eines der an gefährdeten Arten reichen Herzstücke des Geländes ausgeheckt und zu allem Überfluss als Umsetzung des Bürgerwillens, ja „die Natur aufwertendes“ Projekt verkauft werden können: „Beim Wasserbecken“, so die WELT im verlinkten Artikel treffend, „ist der Bürgerwillen gewissermaßen versickert.“

Angesichts dieses systematischen Dilettantismus bei Einbeziehung der BürgerInnen scheint neben Grünen und Piraten nun sogar die Architektenkammer für ein Planungsmoratorium zu plädieren und bietet sich an, Planer- und BürgerInnenwünsche wenigstens transparent zu dokumentieren, worin anklingt, worum es künftig gehen muss: längst entwickelte Partizpationsformate auch ernsthaft einzusetzen und d.h. zunächst und vor allem ergebnisoffen!

Doch nun heißt’s erst mal, diesen Etappensieg gebührend zu feiern! Auch die BaL, die selbstverständlich mitgesammelt haben, danken ganz herzlich den Engagierten von 100% THF, allen, die rastlos gesammelt und nicht zuletzt all jenen, die unterschrieben haben! Stay tuned!

Schafgarbe auf dem THF

…aus der Nähe

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1 Kommentar

  1. Kanalwatcher said,

    15. Januar, 2014 um 14:46

    Yo, toller Erfolg! Leider glaube ich, dass Müller nicht aufzuhalten ist.

    Übrigens regt Euch bloß nicht auf über die Zeitung mit den großen Buchstaben, welcher halbwegs denkende Mensch nimmt die schon ernst.

    Erlolgreiches 2014 – macht weiter so. ..


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