Keinen Asphalt in den Crelle-Urwald!

„Ideenwerkstatt“ zum Wannseebahngraben

Zivilgesellschaft muss Opposition stellen!

Deutlich weniger Interessierte als am 19. September zur Auftaktveranstaltung im Schöneberger Stadtteilverein kamen letzten Sonnabend (16.11.) zur „Ideenwerkstatt“ in den PallasT, um ihre Vorstellungen, Wünsche und Bedürfnisse bei der geplanten „Erschließung“ des Wannseebahngrabens kundzutun.

Anfänglich war auch eine Bezirksverordnete der Grünen aus der BVV Tempelhof-Schöneberg zugegen, später stieß noch der Fraktionssprecher der Piraten, Michael Ickes, dazu, aber lange hielt es beide nicht und obwohl es einige ausdrücklich anders wünschten, debattierten die BürgerInnen schon bald ohne Delegierte ihrer Souveränität.

Stadtentwicklung von unten!

Fast schon resignierend, wurde die winzige Opposition aus Piraten und fraktionslosen Linken im Schöneberger Rathaus beklagt und eindringlich gefordert, die Resultate dieses neuen Werkstattverfahrens den Bezirksverordneten bekannt zu machen, ohne dass so recht rüberkam, dass eben wegen dieser Konstellation in der BVV umso mehr sie, die BürgerInnen, gefragt und − zumindest potentiell − zum wichtigsten Teil der Opposition avanciert sind, im konkreten Fall auch mit den bisherigen Erfahrungen der „Herstellung“ des Nord-Süd-Grünzugs und der begleitenden Beteiligungsfarce schon unter schwarz-roter Ägide im Rücken.

Wir sollten bei jeder sich bietenden Gelegenheit üben, eine konkrete Stadtentwicklungspolitik von unten zu formulieren, anzustoßen und nach Möglichkeit auch durchzusetzen. Kommunalverwaltungen als Erfüllungsgehilfinnen von Bauwirtschaft und Immobilienspekulation sind wahrlich keine Berliner und auch keine deutsche Spezialität.

Um zur „Ideenwerkstatt“ − welch ein Titel! − zu kommen: Frau Hoffmann vom Fachbereich Grünflächen, direkte Auftraggeberin des Architekturbüros Seebauer, Wefers + Partner (SWUP) mit diesem spannungsreichen Doppel von Gestaltungsplanung und Beteiligungsmoderation, versprach zumindest, die Ideen-Werkstücke mit ins Bezirksamt zu nehmen; ihr Kollege Martin Schwarz aus dem Stadtplanungsamt schloss sich an, wenn auch zurückhaltender.

Ideenwerkstatt 04

Ideenwerkstatt 01 (Fotos zum Vergrößern bitte anklicken!)

Planer/Moderator Martin Seebauer äußerte indessen die Befürchtung, dass teilnehmende PolitikerInnen solche Veranstaltungen allzu leicht dominieren würden und deshalb von ihm nicht erwartet werden dürfe, sie dazu einzuladen.

Temporärer Co-Moderator

Nachdem die übergroße Mehrheit der Bezirksverordneten im Stadtentwicklungsausschuss am 7.11. den von vielen BürgerInnen unterstützten Antrag der Piratenfraktion nach Berufung eines unabhängigen Moderators abgelehnt hatte, wurde dem Planer/Moderator nun ohne viel Federlesen, wenn auch nur zeitweise ein Co-Moderator aus der BürgerInnenmitte beigesellt. Bedeutsam fürs Verfahren war ferner die Vereinbarung, das Werkstatt-Protokoll, das SWUP erstellt, vor seiner Veröffentlichung zunächst von drei Bürgerdelegierten kritisch gegenlesen zu lassen.

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Im Protokoll des „Bürgervorgesprächs“ am 19.9. blieb jedenfalls ausgerechnet die Auseinandersetzung um die Moderationsfrage schamhaft ausgeklammert, was eigentlich noch nachgetragen gehört.

Eine Frage der Haltung

Martin Seebauer will eine bestimmte Haltung zu derlei Planungsaufträgen haben, insofern er es ablehne zu planen, ohne vorher die Interessen und Bedürfnisse der Betroffenen abzufragen, und wenn diese mehrheitlich für einen Verzicht auf Umgestaltung, also die Null-Option votieren sollten, auch das seinem Auftraggeber vorzutragen. Und leidenschaftlich verwahrte er sich gegen den Verdacht, gegenüber dem Auftraggeber nicht auch die Null-Lösung zu vertreten, wenn die Bürger diese wünschten, selbst wenn er den Auftrag damit verlöre: „Das werden Sie dann schon sehen…“

Mutmaßliches

Vielleicht wurden hier Lehren aus dem Fiasko der ebenfalls von Martin Seebauer moderierten sog. Bürgerwerkstatt Mauerpark gezogen, der es seinerzeit strikt untersagt ward, die von vielen in Prenzlauer Berg erbittert bekämpfte Randbebauung nördlich des Gleimtunnel zu thematisieren, sondern immer nur die Parkgestaltung und -nutzung als solche, die also gerade nicht ergebnisoffen werkeln durfte, deren Mitglieder aber dann − ebenso wie die Gegner dieser kupierten Bürgerwerkstatt − nach deren Bekanntwerden ebenfalls gegen die massiven Bebauungspläne eines Claus Groth mobilisierten.
Oder auch Lehren aus dem einigermaßen missglückten Beteiligungsformat „Projektbegleitende Arbeitsgruppe“ (PAG) beim Gleisdreieck-Parkbau, was einen von der Mehrheit gewünschten naturnahen Park auf dem Gelände der einzigartigen, nun weitestgehend ausgetilgten Bahnbrache betrifft. − Und womöglich auch mit Rücksicht auf den Prüfstein Lichterfelde Süd, wo übrigens schon wieder ein Groth zugange ist…

Noch alles offen?

Im Fall Wannseebahngraben werden nun die Planer nicht müde zu betonen, dass sie mit noch keinerlei Vorentwurf begonnen haben, und es hielt hart, sie wenigstens zum Eingeständnis zu bringen, dass in ihrem „Pflichtenheft“ auf Basis der bezirklich beschlossenen Planung zur Schöneberger Schleife die Prüfung der technischen Machbarkeit einer überörtlichen, multifunktional nutzbaren Wegeverbindung mit angeschlossenen Spiel- und anderen Angeboten vermerkt ist. Wie Planer Franke formulierte, befinde man sich aber noch immer in Phase 2 nach HOAI, der Grundlagenermittlung bzw. Vorentwurfsplanung.

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Die rein verkehrlich verstandene infrastrukturelle Funktion der Schöneberger Schleife jedenfalls wird von amtswegen seit Jahren betont und − kritisiert, namentlich, dass „Verbinden“, „Vernetzen“ immer nur auf Fuß-, vor allem aber Rad- und Skaterverkehr gemünzt ist, was sicher auch gute ökologische Gründe hat im Sinne einer Reduzierung des fossil betriebenen Straßenverkehrs, jedoch eine Grün- oder Biotopverbindung aus natur- und artenschutzfachlichen Gründen, die ja ebenfalls wieder den Menschen, vor allem auch der Jugend zugute kommt, unbeirrbar aus dem Blick lässt. Dabei geht es um die letzten Reste der immer schneller zerstörten, für Bahndämme und -böschungen typischen Artenbestände und Lebensräume sowie die im Stadtgebiet für Tiere und Pflanzen eminent wichtigen Wander- und Ausbreitungskorridore.

Mehrheit für Nullvariante

Diese nun dergestalt menschlicher Nutzbarmachung zu „erschließen“, dass abermals eine über vier Meter breite Radstraße asphaltiert wird, wie es beklagenswerterweise auf dem Gleisdreieck, quer über den Flaschenhals oder am Fuß der Böschung entlang der Bautzener Straße viele Kilometer lang zu besichtigen ist bzw. in Bälde sein wird, stößt bei den allermeisten AnwohnerInnen auf erhebliche Kritik.

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Immer wieder fordern sie, alles so zu lassen wie es ist, doch auch wenn der Moderator mit seinem Planungsteam die Nullvariante ernst zu nehmen verspricht: Es braucht schon große Blauäugigkeit anzunehmen, dass, wenn über zwei Millionen Fördermittel aus dem Stadtumbau-West-Programm bereitstehen, diese nicht auch abgerufen und verbaut werden.

Noch ein Exkurs

Den BaL ist es mit ihrer damaligen Schwester-BI, den BfK, vor Jahren einmal gelungen, die KreuzbergerInnnen im Fall des Luisenstädtischen Grünzugs, der mit Geldern aus dem Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ denkmalgerecht und unter Rodung des gesamten Baum- und Gehölzbestands auf Kanaltiefe zurückverlegt werden sollte, für die „Variante Erhalt“ zu mobilisieren und schließlich auch die Xhainer BVV-Mehrheit dafür zu gewinnen, doch für die Qualifizierung des Bestands gab’s natürlich keine Fördermittel und aus den „verfallenen“ 400.000 Euro machten SPD- und CDU-Opposition am Ende vier Millionen, welche die Schmuddelkinder aus SO 36 den Bezirk gekostet hätten.

Auch dem Fahrrad eine Straße

Nord-Sued-Grünzug

Mehr Radstraßen durchs Grün!

Der Radfahr-Lobbyist vom ADFC, der sich schon bei allen Infoveranstaltungen und sog. Bürgerwerkstätten zum Nord-Süd-Grünzug tapfer und mit Erfolg für mehr Rampen, mehr Auf- und Ausfahrten, breitere und kurvenärmere Asphaltbänder in und durch die Grünanlagen eingesetzt hat, selbst wenn es auf Straßenland nahebei parallel verlaufende Radwege gibt, wünschte sich angesichts der breiten Kritik an einer Teerschneise auch durch den Crelle-Urwald andere Engagierte als diese „zufällige Gruppe“ und übte sich im immer beliebter werdenden Kunstgriff, die sich Beteiligenden, wenn ihre Interessen denen der Verwaltung oder der etablierten Politik in die Quere kommt, als partikulare Minderheit abzutun, deren Stimme im Vergleich zu jener der schweigenden, sich nicht beteiligenden Mehrheit es nicht ankomme. Der Herr hielt es auch nicht lange aus unter Menschen, die nicht in jede Ecke der schrumpfenden Stadtnatur einen asphaltierten, normgerechten Radweg fordern.

Stadtnatur und Multifunktionaliät

Wenn wir für Alle nutzbare Grünanlagen wollen, gilt es von der Mär der an jedem Ort vereinbaren Interessen Abschied zu nehmen, vom Irrwitz, jedeR müsse sie gleichermaßen und konfliktfrei überall befriedigen können, und vielmehr langsam, aber sicher zur ethischen Überzeugung vom Eigenwert und Selbstzweck der Natur gelangen. Allgemein wird man natürlich auf die kaum abschätzbaren und von der Stadtnatur − Bäumen, Büschen, Kräutern, Vögeln, Säugern und Insekten − gratis dem Menschen zuteil werdenden ökologischen Dienstleistungen dennoch hinweisen müssen, also ganz anthropozentrisch auf ihren Wert für uns.

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Alternativen definieren und abwägen!

BUND-Geschäftsführer Tilmann Heuser, dessen Arbeitsplatz zufällig an der Crellestraße oberhalb der in Rede stehenden Fläche liegt, zeigte sich vom Niveau der Diskussion mit dem sogleich wieder ausgetragenen Hickhack der unterschiedlichen, wohlbekannten Positionen unzufrieden, obwohl er das Misstrauen gegenüber BürgerInnenbeteiligung als Manipulations- und Legimitationssinstrument durchaus verstehe. Er schlug vor, anhand der festzuhaltenden verschiedenen Ideen und Anregungen Entwurfsalternativen zu entwickeln, wie es ja schon das Baugesetzbuch (BauGB) vorgebe, die dann der Politik auf den Tisch zu legen seien. Erst dann könne in einem transparenten Abwägungsprozess der unterschiedlichen Belange entschieden werden. Heuser verwies auf die Stellungnahme der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz (BLN) zum B-Plan 7-69, der in puncto Radwege anrät, das Umfeld zu betrachten und festhält, dass der ökologisch wertvolle Wannseebahngraben fürs Radwegekonzept nicht prioritär sei. − Im absehbaren Bedarfsfall müsse es dann darum gehen, ggf. mit öffentlichem Druck den kommunalen Souverän und die Verwaltung für die Zustimmung zur Variante mit den geringsten Eingriffen in die betroffenen Schutzgüter zu gewinnen.

Bereitwillig schlossen sich Planer/Moderator Seebauer und seine MitarbeiterInnen diesen Ausführungen an, doch mit Blick auf die schon angesprochenen Kräfteverhältnisse und Interessenlagen in der real existierenden Tempelschöner BVV und Stadtplanungsbehörde muss dieser Fahrplan reichlich theoretisch und illusionär wirken −, allein was bleibt, als es immer wieder neu zu versuchen?!

Fragwürdige Kinder- und Jugendbeteiligung

Am Vortag hatte es eine Werkstatt für betroffene Kinder und Jugendliche gegeben. Acht hatten teilgenommen, und es wurde bemängelt, dass Eltern oder Aufsichtspersonen schließlich das Ruder übernommen hätten, doch der Hinweis auf die leichte Manipulierbarkeit besonders von Kindern und auf Methoden, dies dadurch zu reduzieren, dass man vor allem diese Betroffenengruppe nach einem Anschauungsunterricht vor Ort ihre Interessen und Bedürfnisse artikulieren lässt, wo sie konkret und fassbar Stadtnatur und ihren Wert erleben kann, ging in Missfallensbekundungen unter.

Kinderwerkstatt

Kinderwerkstatt 01

Dass ein Jugendlicher schon in der Auftaktveranstaltung geäußert hatte, es gebe im Umkreis schon genug Spielplätze, Problem sei nur ihr schlechter Zustand, könne insofern im Wannseebahngraben nicht berücksichtigt werden, als das Verhältnis ein Quadratmeter Spielfläche pro EinwohnerIn im Crellekiez nach wie vor unterschritten werde, also nach wie vor Unterversorgung bestehe. Doch Spielplatz ist nicht gleich Spielplatz. Gerade in hochverdichteten Innenstadtquartieren sollte einmal die Quadratmeterzahl an wohnungsnaher Naturerfahrungsmöglichkeit für Kinder und Jugendliche ermittelt werden, um in dieser Hinsicht eine Zielgröße zu entwickeln!

Kinderwerkstatt

Kinderwerkstatt 02

Wieder müssen wir ans Beispiel Gleisdreieck erinnern, wo Kinder und Jugendliche ihre Eindrücke und Erlebnisse auf der Brache vor ihrer Zerstörung sammeln, aufschreiben und -malen konnten und erst im Anschluss ihre Wünsche, die sie vom Vorgefundenen fasziniert und begeistert zeigten, jedenfalls nicht im Entferntesten auf „Stangenwald“ und grüne Tartan-Knubbel zielten. − Dass die künstlichen Spielmöglichkeiten des bekanntlich mit Ausgleichsgeldern für Eingriffe in Natur und Landschaft errichteten neuen Parks so toll angenommen würden, ist sicher kein gutes Argument: Kinder nehmen notgedrungen mit dem Vorlieb, was ihnen angeboten wird, und täten es auch bspw. mit einem Autowrack.

Ortstermin im Januar

Für die Erwachsenen wurde nun eine Begehung im Januar verabredet, in unseren Breiten nicht eben die günstigste Zeit, um die Naturausstattung einer Fläche zu würdigen, und vor allem Kinder und Jugendliche hätten natürlich einen Ortstermin in der warmen Jahreszeit verdient gehabt. Wenn die Grenzen des B-Plans 7-69, um dessen Fläche es zunächst ja nur gehen kann, mit Flatterband abgegrenzt und nur diese begangen werde, erübrigen sich erfreulicherweise auch Verhandlungen mit der Bahn und etwaiges Bereitstellen kostspieligen Sicherheitspersonals.

Unzureichende Bestandsaufnahme

Scharfe Kritik am artenschutzrechtlichen Gutachten [siehe hier] wurde vorgebracht, wofür aus Zeitmangel − es war anfangs (kaum zu glauben!), ja überhaupt keins vorgesehen − nur eine naturschutzfachliche „Potenzialanalyse“, aber keinerlei detaillierte faunistische oder floristische Kartierungen vorgenommen werden konnte und das überdies während lärmender Arbeiten der Bahn an den Kabelkanälen erstellt wurde. Besonders Aussagen, wonach der Baumbestand geringwertig oder kein Fledermausvorkommen zu beobachten sei, empörten die AnwohnerInnen, die Exemplare zuweilen sogar in ihrem Schlafzimmer finden. Hier wurde ein neues Gutachten gefordert, am besten von einem anderen Büro, bzw. eine Erweiterung.

Während die AnwohnerInnen fast unisono gegen eine Asphalttrasse opponieren und statt dessen einen unbefestigten, allenfalls wassergebundenen Fußweg wünschen, der sich auch mal um einen Baum schlängeln darf, wurde noch einmal nachdrücklich klargestellt, dass der vorhandene Bauweg entlang der Gleise aus Sicherheitsgründen keinesfalls als künftige Wegeverbindung gestaltet werden könne, sondern diese weiter westlich in den Gehölzbestand verlegt werden müsse.

Dass nun wieder aus Gender-Gesichtspunkten seine durchgängige Beleuchtung und also mehr Lichtverschmutzung gefordert wurde, damit sich Frauen und Mädchen auch nachts sicher im Wannseebahngraben bewegen können, dass also dieser Saum selbsttätig entstandener Natur, um ein Gefühl von Sicherheit zu erzeugen (und mehr ist es ja nicht!) auch noch ausgeleuchtet werden soll, mögen wir gar nicht mehr kommentieren.

Abschließend wurde nochmals festgestellt, dass es keiner zusätzlichen Rampe oder dergleichen bedarf, insofern auf Höhe des Crellemarkts eine niveaugleiche, barrierefreie Zugangsmöglichkeit besteht.

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3 Kommentare

  1. Parknutzer said,

    19. November, 2013 um 7:50

    Das Menschenbild des Verfassers ist beängstigend:

    „Dass die künstlichen Spielmöglichkeiten des bekanntlich mit Ausgleichsgeldern für Eingriffe in Natur und Landschaft errichteten neuen Parks so toll angenommen würden, ist sicher kein gutes Argument: Kinder nehmen notgedrungen mit dem Vorlieb, was ihnen angeboten wird, und täten es auch bspw. mit einem Autowrack.“

    Die Nutzer des Gleisdreieckparks, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Anwohner, Skater, Fahrradfahrer, Neugierige, Sportler, Mütter, Väter, Großeltern, sind sicher keine so willen- und meinungslose Masse, die den Park nur als Notlösung nutzen. Es ist kaum zu ertragen, wie hier andere Einschätzungen abgetan werden und die eigene Meinung als die einzig Wahre dargestellt wird.

    • BaL said,

      19. November, 2013 um 14:24

      Nun, das Bild, das der Mensch abgibt, kann nicht selten durchaus beängstigen −, aber um von dieser Allgemeinheitsstufe herab zu klettern: Viele Menschen, die jenes einzigartige Areal wilder Stadtnatur auf dem Gleisdreieck kannten, meiden diesen im Zeichen des rechten Winkels betonierten Citypark, für den sie bis aufs zerschnittene Wäldchen und einige armselige Sprengsel zerstört wurde, seither.
      Im Zitat geht’s aber doch um die Kinder. Deren Begeisterung vom verschwundenen, vielfältig Lebendigen ist, wie geschrieben, dokumentiert, war jedoch gegenüber unseren DIN-Maßgaben an Spielplätze und NER (=Naturerfahrungsräume), unsereren Kontroll- und Überwachungsbedürfnissen, aber weit mehr noch angesichts der vielen Millionen, die da ausgegeben und verbaut sein wollten, ganz ohne Belang. Dass sie ihr Spieltrieb die oft skurrilen, vor allem aber teuren Angebote in Ermangelung von Alternativen nicht boykottieren lässt, kann gerade wegen dieses Mangels wenig beweisen.

    • warhead said,

      19. November, 2013 um 18:03

      Der Überbringer der schlechten Nachricht…
      Die meisten Menschen sind beängstigend! So what?


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