Linde kann doch nicht erhalten werden

AI Lausitzer Straße

Bericht vom vierten Baustellen-Jour-Fixe

Baumaßnahme der BWB Lausitzer Straße/Paul-Lincke-Ufer

Tunnelbohrer

Verspunden | Fotos ©Ehrl

Letzten Dienstag (24.9.) kamen AnwohnerInnen zum vorgezogenen Gesprächstermin mit Vertretern der Berliner Wasserbetriebe, der Firma Züblin, des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg sowie der Verkehrspolizei zusammen, da Änderungen im Bauablauf nötig geworden waren. −

Doch zunächst eine

Berichtigung zum letzten Baubesprechungsprotokoll,
Punkt 3.8 „Grundwasser“

Eine Akteneinsicht zum Protokoll der Grundwasseruntersuchung kann aus Datenschutz-gründen nicht gewährt werden. Vom Umweltamt wird jedoch eine Auswertung zur Grundwasseruntersuchung erstellt und den AnwohnerInnen übersandt.

Wir bitten darum, die Stellungnahme so zu formulieren, dass diese leicht verständlich ist.

Startbaugrube für Tunnelbohrer mit Bauzaun

Linde 26 und Amberbaum

Nicht zu haltende Linde 26 und Amberbaum

Linde Nr. 26 muss[te] gefällt werden

Mit Beginn der Baumaßnahme wurde vereinbart, dass der Baum möglichst erhalten bleiben soll. Nach der Änderung der Bauweise des Regenwasserüberlaufkanals (vormals offene Baugrube geändert in Tunnelbauweise) durch erfolgreiche AnwohnerInnen-Initiative hat sich eine neue Situation am Standort Baum eingestellt, die heute erörtert worden ist. Bei Suchschachtungen in der Straße wurde festgestellt, dass ein Versorgungskabel für den Block Reichenberger Str. / Lausitzer Str. des Stromversorgers Vattenfall unter dem Baum in einer Tiefe von ca. 55 cm unter Terrain verläuft. Somit ist an dieser Stelle der acht Meter tief reichende Stahlbohlenverbau für die Startbaugrube hier zu unterbrechen.

Todgeweihte Linde 26

Todgeweihte Linde 26, bereits als Fahrradständer missbraucht (25.9.)

Dieser Lückenschluss ist technologisch nur mit einem HDI-Verfahren herzustellen. Wegen des Einbringens der Lanze in unmittelbarer Nähe des Baumes wird der Großteil des Wurzelballens zerstört. Auch das Auspflanzen des Baumes mit Bürgerhänden kann wegen des Stromkabels im Wurzelballenbereich nicht erfolgen. Der Baum muss[te] − auch wegen der Änderung der Bauweise des Kanals auf Wunsch der AnwohnerInnen − der Tunnelstartbaugrube weichen. Neupflanzung eines Baumes an gleicher Stelle wurde zugesichert. HDI-Arbeiten können zurzeit auf der Baustelle Friedelstraße besichtigt werden.

Beschreibung HDI-Verfahren (Hochdruckinjektion oder Düsenstrahlverfahren)

Zur Herstellung eines HDI-Körpers wird zunächst eine Injektionslanze in den Boden eingebohrt. In der Regel wird hierfür ein spülungsunterstütztes Nassbohrverfahren verwendet. Nach Erreichen der Endtiefe wird an der Spitze der Lanze eine mineralische Bindemittelsuspension unter hohem Druck ins Erdreich injiziert (Drücke bis 600 bar , Austrittsgeschwindigkeit > 100 m/s). Der scharfe Strahl schneidet das anstehende Bodenmaterial auf. Dabei wird der Boden erodiert und mit der Bindemittelsuspension vermischt, die sodann mit dem natürlichen Boden als Zuschlagstoff einen betonartigen Körper bildet. Als Bindemittel wird eine Suspension auf Zementbasis verwendet der Bentonit und je nach Erfordernis auch verschiedene chemische Zusatzmittel beigegeben werden können. Nach Start der Injektage wird die Lanze unter ständigem Drehen langsam gezogen. Der Boden wird dadurch spiralförmig aufgeschnitten und es entsteht ein zylindrischer Betonkörper.

Hochdruckinjektionsverfahren

Hochdruckinjektionsverfahren

Schema der Herstellung einer DSV-Säule. (1) Abteufen des Bohrgestänges auf die gewünschte Tiefe. (2) Beginnen der Hochdruckinjektion. (3) Ziehen des Gestänges unter ständigem Drehen und Injizieren von Zementsuspension. (4) Wiederholen des Prozesses, um weitere DSV-Säulen herzustellen und aneinander zu reihen.

Baum ohne Nummer (Amerikanischer Amberbaum)

Diese Baum wurde im Zug des Kampagne: NEUE STADTBÄUME FÜR BERLINS STRAßEN mit Spenden und Steuergeldern finanziert und gepflanzt. Ohne dass die AnwohnerInnen über die Pflanzung im Frühjahr 2013 informiert worden sind, haben diese in der Trockenzeit 2013 Bewässerungen durchgeführt. Nun wird der Baum durch die Baustelle umgepflanzt. AnwohnerInnen und Bezirksamt danken für eine eventuelle kostenneutrale Umpflanzung durch die Baustelle. Für die Zukunft bitten die AnwohnerInnen um eine bessere Abstimmung zwischen den Behörden Senat und Bezirksamt zu den Baumpflanzungen der Kampagne. Ebenso wäre das Einbeziehen der Nachbarschaft der Baumpflanzungen zu begrüßen, denn es sind die AnwohnerInnen, die dann die Bäume in der Trockenzeit gießen und auf diese achten.

AnwohnerInnen wässern

AnwohnerInnen wässern

 

Baumfällliste

Die übrigen sechs Straßenbäume auf der östlichen Seite bleiben gemäß Vereinbarung und Baumfällliste erhalten. Baum Nr. 26 wird [bzw. wurde] leider gefällt.

Baumschutz in der Baustelle Startbaugrube

Baumschutz am Bau

Baumschutz am Bau

Für die Bäume innerhalb des Bauzaunes wird ein Baumschutz aus Bretterumzäunung für erforderlich erachtet. Hier wurde ein gutes Beispiel in der Baustelle Friedelstraße genannt. Der Baumschutz umfasst sowohl den Baum als auch die Baumscheibe.

Verkehrsunfallprävention

Hier bitte nicht!

Hier bitte nicht!

Die Absicherung der Bereiche der Baustelle wurden mit der Berliner Polizei begangen und für vorbildlich befunden. Auf die Besonderheit der zeitweiligen Überschneidung des Schulweges in der Reichenberger Str. mit der Baustellenanlieferung der Startbaugrube für den Tunnelbohrer wurde hingewiesen. Anlieferungen erfolgen mit Einweiser. Die Einfahrt der Baustelle ist auch die Zuwegung für die Feuerwehr im Brandfall der angrenzenden Gebäude. Das Anbringen des Schildes „Feuerzufahrt“ soll geprüft werden. Im Bereich der Straße Paul-Lincke-Ufer wurden die Fußgängerüberquerungen an der Lausitzer und der Manteuffelstr. besichtigt und von Seiten der Berliner Polizei, Abteilung Straßenverkehr, werden neu herzustellende Gehwegvorstreckungen als Verkehrsunfall-Prävention begrüßt und unterstützt.

Mobile Geschwindigkeitsmessstelle

Die AnwohnerInnen sind der Meinung, dass das Gerät zur Unterstützung der Verkehrsunfall-Prävention hilft. Es ist zurzeit leider außer Funktion. Um Wartung und Wiederinbetriebnahme wird gebeten.

Geplante Bauarbeiten im Oktober

Einrichten der Startbaugrube, Lieferung und Positionierung des Tunnelbohrers. Start des Vortriebes. Herstellen der Zielbaugrube am Landwehrkanal landseitig.

Geplante Bauarbeiten im November

Tunnelbohrung in der Lausitzer Straße und Herstellen der Zielbaugrube am Landwehrkanal wasserseitig.

Tag der Offenen Tür auf der Baustelle wird nach wie vor gewünscht.

„Fenster“ zur Baustelle

Die Hauptbaustelle um die Startgrube wurde mit einem blickdichten Baubretterwand ausgestattet. Es wird gebeten, die Möglichkeit eines „Fensters“ zur Baustelle zu prüfen.

Bäume am Landwehrkanal

Baumhöhlungen

Baumhöhlungen

Die AnwohnerInnen machten auf den Baum Nr. I/23 am Uferweg aufmerksam. Wegen einer Öffnung am Fuß des Baumes fließt Regenwasser in diesen hinein. Hierdurch fault der Baum von innen und der Frost-Tau-Wechsel zerstört die strukturelle Integrität. Hier wird durch die AnwohnerInnen vorgeschlagen, ob eine Wasser-Entlastungsbohrung und ein Regenabweiser angebracht werden kann. Der Schutz der Bäume ist nicht nur eine emotionale Angelegenheit. Die Stadtbäume helfen den Menschen in Gesundheits- und Klimaschutzbelangen. Sie werden durch Steuergelder finanziert und gepflanzt. Die Bäume sind wie ein Steuergeldsparbuch. Die Zinsen wachsen von allein. Hier wollen die AnwohnerInnen dem Bezirk helfen, in Zukunft die Pflege und Gesundheit der Bäume zu beachten.

Nächstes Treffen

Der 5. Jour fixe findet am Dienstag, den 22.10.2013 um 10:00 Uhr auf der Baustelle statt. Betroffene Interessierte sind zur Teilnahme herzlich eingeladen!

Baustelle Friedelstraße

Ergänzende Information der AnwohnerInnen-Initiative Friedelstraße

Unfallprävention im Bereich der Baustelle Friedelstraße

In Abstimmung mit der Berliner Polizei, Abteilung Verkehrsunfallprävention, dem Ordnungsamt Neukölln und dem Polier der Baustelle wurde die Gefahrensituation der Fußgängerüberquerung Maybachufer über die Friedelstr. ausgewertet. Hierbei handelt es sich um einen Schulweg und um den Uferwanderweg. Die Gefahr wurde durch den Polier der Baustelle sofort beseitigt. Danke an den Baustellenpolier.

Friedelstraße vorher - nachher

Fußgängerquerung Kreuzung Friedel-/Bürknerstr./Maybachufer vor-/nachher

 

Beschädigter Baum Nr. 46

Rindenschaden

Rindenschaden

AnwohnerInnen weisen auf die Beschädigung des Baumes Nr. 46 hin. Die Ursache des Rindenschadens ist unbekannt.

3 Kommentare

  1. Zarah said,

    3. Oktober, 2013 um 14:27

    Gestern sind 2 der Linden in der Crellestr. gefallen. Das zuerst beauftragte Unternehmen ging mit laufenden Kettensägen auf protestierende AnwohnerInnen los …😦

    • Zarah said,

      3. Oktober, 2013 um 14:29

      Die erste Linde wurde gleich gefällt, die zweite so angesägt, daß sie nicht mehr standfest war und später nach der Begutachtung durch einen Sachverständigen von einem anderen Unternehmen dann auch noch gefällt werden mußte.

  2. Leander said,

    6. Oktober, 2013 um 13:48

    Womöglich werden die einst geretteten Bäume in der Lausitzer Straße jetzt Stück für Stück im Zuge der Bauarbeiten gefällt, weil dies (mal wieder) angeblich unvermeidlich ist?

    Man sollte nie alles einfach glauben, was die „Experten“ sagen. stets hinterfragen !

    Nebenbei: Auch in der Achöneberger Crellestraße machen die Grünen – PolitikerInnen, die in der Bezirksregierung sitzen nix gegen die Baumfällungen.


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