Bürgervorschläge unzureichend berücksichtigt!

Gastbeitrag

Planung Kl. Tiergarten Ost soll abgesegnet werden

„Informationsveranstaltung“ am 24. Juli!

Das Bezirksamt Mitte lädt am Mittwoch, 24. Juli, 19 Uhr in die Heilandskirche zur Infoveranstaltung zum überarbeiteten Entwurfsplan Kleiner Tiergarten (Ost) ein. Auch Bezirksstadtrat Carsten Spallek (CDU) hat neben Vertretern des Büros Latz und Partner sein Erscheinen zugesagt. [Siehe auch hier.]

Kleiner Tiergarten Ost

Kleiner Tiergarten Ost

Nach letzten Informationen haben sich die Planungen seit der Infoveranstaltung vom 7. März d.J. mit einigen Nachbesserungen nur geringfügig verändert, wesentliche Vorschläge z.B. der AG Grün in der Stadtteilvertretung Turmstraße blieben bisher unberücksichtigt. Auch eine von mehreren Gruppen geforderte zweite Veranstaltung, um evtl. doch noch weitere Kompromisse zu erreichen, wurde kürzlich abgelehnt!

Im Folgenden eine Auflistung der wichtigsten Dissenspunkte der Parkplanung Kleiner Tiergarten Ost mit Bezug zu den vierzehn Teilplanungen, die auch in der Ottoparkzeitung, Ausg. Nr. 4, dargestellt sind:

Zum Thema Bäume

Bisher standen 110 Bäume auf der Fällungsliste. Hinter dem Parkcafé sind zwei Bäume wieder in die Liste zurückgekehrt, die noch vor einem halben Jahr herausgenommen worden waren.

Ein Kahlschlag von Bäumen, Hecken und Sträuchern sollte es nördlich und südlich des Senkgartens nicht geben. In diesem Bereich sollen jedoch 22 Bäume fallen.

Die Bürgerinitiative Kleiner Tiergarten/Ottopark (BI KTO)  wie auch die AG Grün der StV Turmstr. fordern den Erhalt aller erhaltenswerten Bäume mit B- und C-Bewertung! Nur die Fällung von acht Bäumen mit R-Bewertung und einzelner nach Abwägung mit C klassifizierten aus bloß gestalterischen Gründen wird akzeptiert.

In der Summe sind rund 100 der 110 Bäume zu erhalten!

Von den 110 zur Fällung vorgesehenen Bäumen sind

  • 40 Bäume mit B [erhaltenswert],
  • 29 Bäume mit C [bedingt erhaltenswert],
  • nur 8 Bäume mit R [nicht erhaltenswert] und
  • 33 Bäume ohne Daten und Bewertungsangaben aufgeführt.

Eine sachverständige Begutachtung dieser 33 Bäume steht nach wie vor aus.

Kl.Tiergarten Ost - Entwurfsplanung

Kleiner Tiergarten Ost – Entwurfsplanung | Latz+Partner, 08.07.2013

Zum Thema Park-Randbereiche

Zu begrüßen ist, dass auf den vielfach kritisierten Asphaltweg nördlich der Wohnhöfe verzichtet wird und kein großes Wege-Eingangstor von der Lübeckerstraße aus mehr vorgesehen ist!

Jedoch gibt es noch immer zu viele neue Durchwegungen derzeit noch zusammenhängender Hecken- und Sträucherbereiche! Unsere Forderung ist hier, die zusätzlichen Hecken-Durchwegungen auf maximal zwei zur Straße Alt- Moabit zu begrenzen, zur Turmstraße hin aber völlig darauf zu verzichten! Alle Heckenbereiche beginnen ab Bürgersteigkante!

Ein Durchbruch in Richtung naturschonender Behandlung der Randbereiche (auch als Konsequenz aus der Ottopark-Umgestaltung − siehe hier und hier) ist leider immer noch nicht erreicht!

Statt fünf bis zehn Meter breiter, mit wassergebundener Decke versiegelter Wegschneisen, wie nun im Ottopark zu besichtigen, sollte es als naturverträgliche Alternative allenfalls ca. 0,50 bis ein Meter breite, kostengünstig aus Gehwegplatten zu erstellende neue Pfade geben.

Die BI KTO, die AG Grün der Stadtteilvertretung und andere Gruppen fordern, dass die bisherige Wegefläche nicht vergrößert wird und maximal zwei neue Wege durch den Randbereich Alt-Moabit geführt werden! Die Sitznischen müssen erhalten werden!

Zum Thema Denkmalschutz

Wir teilen die zahlreich vorgetragene Kritik, dass die geplante Gestaltung die Alverdes’schen Gartenhöfe „verhunzt“ und müssen an dieser Stelle fragen: Wo bleibt der Denkmalschutz?

Mehrere Bürgergruppen hatten ein Konzept für einen Bürgertreffpunkt/ eine Regenschutzhalle erarbeitet, was in den Plänen bisher unberücksichtigt blieb. Die beiden Wohnhöfe westlich der Regenschutzhalle sollten denkmalgerecht instand gesetzt werden, ohne die derzeitige Grundriss-Struktur zu ändern. Nach aktuellen Plänen von Latz und Partner soll entgegen der Entwurfsplanung von 2012 der 3. Wohnhof jedoch vollständig mit wassergebundener Decke versiegelt werden. Dies darf nicht hingenommen werden!

An der Senkgarten-Planung ist zu begrüßen, dass die Wasserspiele wieder hergerichtet werden sollen. Ich hatte auf der Infoveranstaltung am 7. März auch die Inbetriebnahme des dreischaligen Brunnens eingebracht, der im Senkgartenabschnitt hinter den Wasserspielen liegt. Dieser Vorschlag sollte an Stelle der Schaffung weiterer Sitzkiesel (s.u.) unbedingt realisiert werden!

Der Eingang zum Senkgarten vom Parkcafé her sollte nicht mit einer großen offenen, versiegelten Fläche südlich davon gestaltet werden, sondern die bestehenden Hecken weiterhin den Schutz der Parkbesucher vor dem Verkehrslärm der Stromstraße bieten. Nicht zuletzt aus Denkmalschutzgründen sollte es keine Sitzkiesel auf der Parkcafé-Terasse im Eingangsbereich des Senkgartens geben!

Auch der Erhalt des Diagonalwegs auf der Großen Wiese, wofür sich Vertreter des Grünflächenamts Mitte gleichfalls einsetzen wollten, ist nach unseren Informationen bisher noch nicht gesichert. Dieser Weg fehlt vielmehr im neuen Plan.

Was den geforderten Erhalt der Sitznischen in den Parkrandbereichen betrifft, hat Architekt Latz lediglich zwei akzeptiert. In allen bisherigen Planungswerkstätten war der Erhalt der Hecken- und Sträucherrandbereiche mit möglichst wenigen neuen Durchwegungen eine wesentliche Forderung.

Angesichts dessen sollte ein derart aufwändiger Eingriff in die Randbereiche des Gartendenkmals Kleiner Tiergarten Ost mit Betoneinfassungen, großen Flächenplanierungen und überbreit versiegelten Eingängen und Wegeanlagen unterbleiben!

Bleibt zu hoffen, dass der beim Landesdenkmalamt für Gartendenkmalpflege zuständige Klaus Lingenauber der geplanten Verschandelung seine Zustimmung versagt und noch denkmalgerechte Änderungen erfolgen können.

Zum Thema Sitzkiesel

Wenngleich es im Kleinen Tiergarten keinen Kinderspielplatz gibt, sollen an vier dezentralen, aber markanten Stellen insgesamt sechs angeblich „identitätsstiftende“ sogenannte Sitzkiesel entstehen, jene überdimensionalen, teuren, „unkaputtbaren“, tief eingelassenen Betonfelsen, die der Planer als „preiswert, schön und pflegeleicht“ bewirbt und deren ursprüngliche Zahl sogar noch von drei auf vier erhöht worden ist.

Die BI KTO,die AG Grün der Stadtteilvertretung und andere Gruppen fordern:

  • Keine Sitzkiesel im Kleinen Tiergarten Ost!
  • Keine Platz- und Geldverschwendung für Generationen
    (die sieben Stück im Ottopark haben 195.000 Euro gekostet!),

auch dann, wenn sie in modifizierter Ausführung weniger Fläche bedecken und ein geringeres Volumen haben sollen (worüber bis dato genaue Angaben fehlen). Die Sitzkiesel wurden auf allen bisherigen Veranstaltungen einhellig und unter scharfem Protest abgelehnt!

Zum Thema Spielflächen

Erfreulich ist die Entscheidung der Planer, auf der Großen Wiese nun doch einen, wenn auch kleinen Sandspielplatz vorzusehen.

Keine Planänderungen gibt es dagegen im Bereich der Tischtennisplatten am nördlichen Weg: Das mit Knöterich bewachsene Gerüst im nördlichen Teil sollte jedoch zumindest in Teilen erhalten bleiben.

Über den Kreis der direkten Anwohner/innen hinaus laden wir unsererseits alle, die sich für Stadtnaturschutz, Grünflächengestaltung und echte Bürgerbeteiligung interessieren, ganz herzlich ein, am

Mittwoch, 24. Juli, 19 Uhr, zur
Infoveranstaltung in die Heilandskirche,
Thusneldaallee 1 in Berlin-Moabit zu kommen!

Rudolf Blais

KTO: Grün raus, Beton rein!

Ottopark & Kleiner Tiergarten: Grün raus, Beton rein!

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