Sechs jüngere Bäume gerettet!

BWB setzen nun doch ökologischeres Verfahren ein

Infotermin in der Regenbogenfabrik

„Na, geht also doch!“ kommentierte Hans-Christian Ströbele die Präsentation der Berliner Wasserbetriebe (BWB) am gestrigen Mittwochvormittag (22.5.) im Kinosaal der Regenbogenfabrik in Kreuzbergs Lausitzer Straße.

MdB Ströbele

MdB Hans-Christian Ströbele, Anwohner

Ursprünglich sollten gleich sieben Straßenbäume in dieser Straße fallen, weil, wie berichtet, die Firma, die das günstigste Angebot zur Vergrößerung des Regenüberlaufkanals gemacht hatte, dies in konventioneller, nämlich offener Bauweise mit einer 4,20 Meter breiten, 220 Meter langen trogförmig stahlverspundeten Baugrube ausführen wollte. Auf der östlichen Lausitzer Str. zwischen Paul-Lincke-Ufer und Reichenberger Straße hätte dies keinen Baum mehr übrig gelassen und bis Oktober 2014 auch die Straßennutzung erheblich beeinträchtigt.

BWB-Vertreter, Xhains Umweltstadtrat Panhoff

BWB-Vertreter, Xhains Umweltstadtrat Panhoff

AnwohnerInnenprotest brachte BWB zum Überdenken der Planung

Aber nicht nur wegen des drastischen Baumverlusts bei absolut unzureichender Information hatten sich die AnwohnerInnen dem Fällkommando am 29. April vor die Sägen gestellt und PolitikerInnen der Grünen und Linken sowie die Presse alarmiert, sondern auch, weil herbeigeeilte Mitglieder von BaL und Mediationsforum Zukunft LWK von einer viel schonenderen, umweltverträglicheren Methode, der sog. halboffenen Bauweise berichteten, die, da geringfügig teurer, nicht zum Einsatz kommen sollte.

Und in beachtlicher Geschwindigkeit hatte ein Anwohner und Architekt einen Alternativvorschlag skizziert, der das Mischwasser- sukzessive ins Trennsystem überführen sollte, da er sich unter Verweis auf die Zielstellungen der EU-WRRL mit einer bloßen Halbierung der sogenannten „Entlastungsfälle“ bis 2020 keineswegs zufrieden geben wolle. [Der euphemistische Fachterminus steht für die Einleitung ungeklärten, wenn auch stark mit Regenwasser verdünnten Schmutzwassers in den Landwehrkanal immer dann, wenn Starkregen die Regenüberlaufbauwerke − überlaufen lassen.]

Anwohner, Politiker, Presse

AnwohnerInnen, PolitikerInnen, Presse

Auf der nachgeholten Informationsveranstaltung der BWB gleichfalls in der Regenbogenfabrik hatte es am 8. Mai noch geheißen, die alternativen Methoden, halb offene oder geschlossene Bauweise, seien zu teuer und/oder technisch wegen der zu dünnen Bodenschicht über dem mit Material mehr als zwei Meter messenden neuen Regenüberlaufrohrs auch gar nicht machbar, gingen mit der Gefahr eines Grundbruches einher und würden zudem ebenfalls die Wurzeln der Bäume zerstören.

Infotermin nach fruchtbarer Denkpause

Entsprechend groß war gestern die freudige Überraschung, als BWB-Leiter Planung und Bau, Andrej Heilmann, erklärte, nun, nachdem der „Bürgerbelang aufgerufen“ worden sei, werde auf Vorschlag der Firma Züblin doch mit geschlossenem, also grabenlosem Verfahren und sogenanntem Schildvortrieb gearbeitet. [Die zweite Antwort-Mail des BWB-Vorstands Jörg Simon ließ das noch nicht vermuten.]

BWB-Vertreter, Stadtrat + rbb-Team

Andrej Heilmann von den BWB erklärt

Immerhin sechs Bäume könnten stehen bleiben. Auch gebe es entsprechend weniger Bodenaushub und damit Emissionen durch den Abtransport, wie sich die umweltpolitische Sprecherin der Linken, MdA Marion Platta, noch einmal vergewisserte. [Zu den Aktivitäten der Abgeordneten von Grünen und Linken siehe hier.] Zudem sei der Verfahrenswechsel auch noch kostenneutral. − Wirklich ganz erstaunlich! (Nachfragen, warum das alles technisch nun plötzlich doch möglich sei, erregten da sogar Murren im Publikum.)

Zur Begründung der BWB-Gesamtmaßnahme

Anlässlich der Prüfung des Anwohnervorschlags in der Abt. Integrativer Umweltschutz bei SenStadtUM mit Abteilungsleiter und Mediationsforumsmitglied, Matthias Rehfeld-Klein, einer Expertin für Regenwassermanagement, Frau Kraft, BWB-Vertreter und Forumsmitglied, Kay Joswig, und last not least dem Autor des Anwohnervorschlags, Helmut Ehrl, betonte Erstgenannter noch einmal, dass die Zielstellung der WRRL bzw. des Wasserhaushaltsgesetzes bei künstlichen Gewässern die Herstellung des guten ökologischen Potenzials vorsieht, nicht aber den guten ökologischen Zustand wie im Fall natürlicher Gewässer, also Badewasserqualität der Güteklasse II, wie sie inzwischen bspw. wieder im Tegeler See erreicht wurde.

Die Halbierung der Entlastungsfälle sei aber ein wesentlicher Schritt auf dem Weg, wenigstens Güteklasse III zu erreichen, doch die Frage, wann dies der Fall sei, blieb unbeantwortet. Die für die Wasserwirtschaft zuständigen Landesbehörden würden zu gegebener Zeit prüfen, welche Qualitätsverbesserung die nun bereits zu 75 Prozent durchgeführten BWB-Maßnahmen zur Erhöhung des Rückhaltevolumens gebracht hätten. [Wir erinnern uns früherer Infos, wonach bisher 300.000 Kubikmeter zusätzliche Kapazität geschaffen worden seien − bei gut einer Million notwendig zu erreichender, werden hier noch mal nachhaken müssen.]

Anwohnervorschlag viel zu aufwändig

Wie auch immer, um im Bestand einen Übergang vom Misch- zum Trennsystem zu bewerkstelligen, seien abgesehen von der Finanzierbarkeit großflächig enorme Eingriffe auch auf Privatgrundstücken erforderlich. Hinzu komme angesichts des Alters des Leitungssystems die Gefahr von Fehlanschlüssen mit der Folge, dass dann Schmutzwasser direkt in den Kanal eingeleitet würde.

Todgeweihte fünf Linden nicht in Brutzeit fällen!

Angesichts der Euphorie über die geretteten Jungbäume in der Lausitzer Str. traten die fünf Linden am Kanal, darunter eine wirklich Stadtbild prägende, deren Schicksal sich am nächsten Montag, 27.5., 9 Uhr entscheiden wird, in den Hintergrund.

Hier ist einer unnötigen Verzögerung der Planung und/oder des Vergabeverfahrens anzulasten, dass die inzwischen dicht belaubten Bäume zu einer Zeit gefällt werden, die noch eine Steigerung des ohnehin großen ökologischen Schadens bedeutet und nach Bundesnaturschutzgesetz nur in Ausnahmefällen, etwa bei Gefahr im Verzug, geschehen darf. Mit Baumfällungen einhergehende Baumaßnahmen sollten jedoch mit der vegetationsfreien Zeit koordiniert werden: das war anderswo von den Wasserbetrieben bislang zu schaffen.

Stattdessen wurde nun auch die Bauzeit insgesamt um immerhin ein halbes Jahr verkürzt, sollte zunächst bis Oktober 2014 dauern und soll jetzt schon im April desselben Jahres enden.

BWB-Schedule

BWB-Ablaufplan Lausitzer Str./Paul-Lincke-Ufer

Dem genauen Bauablaufplan wurde nach unserer Einschätzung zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Das neue, zur Verminderung des hydraulischen Stresses infolge des viel größeren Regenüberlaufkanals nötige unterirdische Auslaufbauwerk am Kanalufer (vier Meter breit, sechs tief und zehn Meter lang), wird ab November gebaut, doch als bauvorbereitende Maßnahme ist ein Austausch der uralten 0,8 bis 1,0 Meter dicken Abwasserdruckleitungen (ADL) notwendig, weshalb vier weitere Uferbäume möglichst bald gefällt werden müssten, da vor der Neuverlegung dieser Leitungen auch mit der Anlage der Zielbaugrube nicht begonnen werden könne. (Die Startbaugrube für den unterirdischen Schildvortrieb wird sich nahe dem Überlaufbauwerk unter der Kreuzung Reichenberger/Lausitzer Str. befinden.)

Hier wäre unbedingt auszuloten, ob nicht so viel Flexibilität in der Abfolge der verschiedenen Maßnahmen besteht, dass eine Fällung der Linden erst im August erfolgen kann.

Beteiligung bringt’s!

Die BWB-Vertreter streuten sich erneut Asche aufs Haupt, weil es bei dieser Maßnahme mit Information und Partizipation so schlecht geklappt habe und versicherten, aus diesen Erfahrungen lernen zu wollen.

Demnächst steht ja ein weiteres Vorhaben auf der Neuköllner Seite des LWK an, und zwar eine Kanalerweiterung unter der Friedelstraße mit einem neuen Auslaufbauwerk auf der östlichen Seite der Hobrechtbrücke, dem eine ganze Menge Spontanaufwuchs weichen muss. Die Firma, die das Patent über das nötige Gerät fürs Tunnelvortriebsverfahren innehat, soll bereits den Zuschlag erhalten haben.

14 Kommentare

  1. Nilo Rac said,

    23. Mai, 2013 um 22:01

    Es wäre schön einen aufschub der fällung der linden hinzubekommen, aus welchem grund auch immer. und dann noch einmal alternativen der maßnahmen am paul-lincke-ufer zu überlegen. klar, die planungen sind schon weit fortgeschritten, aber ist das der fehler der anwohner??
    könnten die abwasserdruckleitungen, die ja direkt unter den linden sich befinden nicht einfach stillgelegt werden, ohne sie anzutasten und in strassenmitte paul-lincke-ufer neu zu verlegen…… wer weiss vielleicht gibt es doch noch eine alternative……Nilo Rac

  2. A.G. said,

    24. Mai, 2013 um 11:45

    im Landwehrkanal-Blog fehlt der interessante rbb – Klartext – Fernsehbeitrag zum Thema, der in der Lausitzer Straße und am Paul-Lincke-Ufer gedreht wurde.

    Ausgestrahlt am Mittwoch, 22.05.13 um 22:15

    „Bäume fällen ohne Vorankündigung – Wie Behörden Bürgerbeteiligung umgehen“

    Anmerkung: Die erste Anwohnerin im Beitrag ist Ingelore, die zweite Anuschka

    • A.G. said,

      24. Mai, 2013 um 12:10

      P.S.:
      Ingelore Kindermann und Anuschka Guttzeit

      • BaL said,

        24. Mai, 2013 um 13:02

        Nun ja, ganz unterhaltsam aufbereitet, weshalb die kritischen Bemerkungen zum Stand des Beteiligungsverfahrens „Zukunft Landwehrkanal“, das die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung nach den erreichten Erfolgen jetzt gerne auf Null fahren möchte, um – wenn überhaupt – im Herbst einen Restart vorzunehmen, leider eingekürzt werden mussten…

  3. A.G. said,

    24. Mai, 2013 um 13:05

    Info:
    Nach meinem Hinweis hat die rbb – Klartext – Redaktion die Namen der im Fernsehbeitrag sprechenden Anwohnerinnen soeben in der Druckversion des Beitrages auf ihrer Webseite ergänzt.

  4. A.G. said,

    24. Mai, 2013 um 13:11

    @ Bal

    ja, die Sache ist nun mal ungeheuer komplex. Da dürfen wir nicht so streng mit den JournalistInnen sein. Mehr als sie informieren und – wo möglich – selbst über die Sachlage berichten können wir ja nicht.

  5. 25. Mai, 2013 um 15:19

    Nun ja, ganz unterhaltsam aufbereitet

    „Unterhaltsam“ im Sinne von Kinderfunk.

    • warhead said,

      25. Mai, 2013 um 15:58

      Yo, Kinderfunk, das triffst, doch wie man den Kommentaren von A.G. entnehmen kann, gibt es Leute, die auch noch stolz auf ihre Mitwirkung sind, ja sogar die vollen Namen lesen wollen: immer Kind bleiben oder was?

  6. A.G. said,

    25. Mai, 2013 um 16:45

    @ Kriegskopf

    Kinderfunk geht nun wahrlich anders.

    Übrigens: Anstatt hier anonym herum zu meckern könntest du deine konkrete inhaltliche Kritik an dem Klartext – Beitrag an die Redaktion senden. Das habe ich auch gemacht, – nicht nur was die fehlende Namensnennung von uns Anwohnerinnen betrifft.

    Aber wahrscheinlich ist das ein zu konstruktiver Vorschlag für einen anonymen „warhead“.

  7. A.G. said,

    25. Mai, 2013 um 19:41

    Sehr gut an dem Klartext – Beitrag finde ich übrigens das Fazit, das die Journalistin am Schluss zieht:

    „Wenn man nicht drauf los sägt, sondern erst die Bürger fragt, kann man sich viel Ärger ersparen.“

    Ich finde auch nichts schlecht daran, ein kompliziertes Thema anschaulich darzustellen.

    Im Übrigen freue ich mich über unseren Erfolg, dass wir in der Lausitzer Straße 6 Bäume retten konnten und durch viel Engagement eine ökologischere Bauweise durchsetzen konnten, die die Bauzeit auch noch um ein halbes Jahr verkürzt !

    Die 5 Bäume am Paul-Lincke-Ufer müssen zumindest bis zum 31. August stehen bleiben, denn darin brüten Meisen.

  8. kanal watch said,

    26. Mai, 2013 um 13:34

    Man muss auch mal Tacheles reden:

    Die Anwohnerinnen und Anwohner haben innerhalb von gut 3 Wochen erreicht, woran der Verein BaL im Mediationsverfahren gescheitert ist:

    Sie haben mit Hilfe der Einbindung diverser Abgeordneter gegenüber den Wasserbetrieben in der Lausitzer Straße eine ökologische Bauvariante mit teilweisem Baumerhalt erreicht !

    Auch deshalb sollten sich gewisse Vereinsleute ihr nerviges, nicht selten arrogantes, zum Teil destruktives Konkurrenz – Gehabe schnellstens abgwöhnen. Es handelt sich doch um einen gemeinnützigen Verein, oder?

    Ohne den Einsatz von unabhängigen engagierten Anwohnerinnen und Anwohnern, die ganz gezielt öffentlichen Druck erzeugen, werden sich künftig die Beschlüsse des Mediationsverfahrens sowieso nicht durchsetzen lassen.

  9. Anke said,

    26. Mai, 2013 um 16:46

    Ich würde den Verantwotlichen raten, es wie die meisten BlogschreiberInnen zu halten, und Kommentare erst nach vorheriger Moderation freizuschalten.

    Ihr braucht euch doch anonym nicht so massiv angreifen zu lassen!

    Ich habe mich übrigens sehr über die Anerkennung gefreut, die der (unser) Verein erhalten hat. Leider konnte ich nicht zur Verleihung kommen.

  10. hs said,

    27. Mai, 2013 um 10:09

    Nun sollte sich doch so langsam herumgesprochen haben, dass Erfolge in der Regel nicht allein erreicht werden.
    Den Verein BaL heilig zu sprechen, das muss nicht sein.
    Dessen Erfolge zu schmälern, allerdings auch nicht.

    Festzuhalten ist doch wohl, dass die Leute von den BaL über viele Jahre eine sehr kontinuierliche, sehr zeitaufwändige Arbeit – und das nicht nur im Mediationsverfahren – betrieben haben, wofür es kaum Anerkennung gab (wenn man nun von der aktuellen Verleihung der Ehrenmedaille des Bezirks absieht!!!) und gibt.

    Wer sich ehrenamtlich und engagiert in öffentliche Auseinandersetzungen begibt, sollte in Stilfragen nicht anspruchsvoll sein und über ein dickes Fell verfügen.
    Dresche gibt’s ohnehin immer und häufig von allen.
    Zumindest das ist sicher.

    Nach und aufgrund guter Arbeit und Argumente namentlich nicht erwähnt zu werden, ist für manche eine harte Nummer. Einerseits kann ich’s verstehen, andererseits: In den einschlägigen Kreisen und auch etwas darüber hinaus kennt ohnehin jede Nase jeden Namen!

    Ohne im Verfahren drin zu sein: Aus dem Off und in beruhigender Anonymität „Tacheles“ schreiben zu wollen, dann eitel „Die Anwohnerinnen und Anwohner haben innerhalb von gut 3 Wochen erreicht, woran der Verein BaL im Mediationsverfahren gescheitert ist. …“ von sich zu geben und sich nicht etwas selbstkritisch die Frage zu stellen, ob es denn überhaupt noch etwas gegeben hätte, zu dem sie sich – ohne das Mediationsverfahren – hätten engagieren können, ist vielleicht als anonyme [😉 ] Bemerkung auch gemein, aber das Leben ist halt immer ungerecht.😉

    Trotz so manchem vermutlich vorhandenen Dissens: Es hat wohl auch nicht der Sache der einen wie anderen KritikerInnen geschadet, dass es diesen Blog und den Verein BaL gibt.

    Zweifellos stimmt es, dass es darum geht, die BürgerInnen und Bürger, die Anwohnerinnen und Anwohner dafür zu gewinnen, sich mächtig für ihr Umfeld zu engagieren und die Verwaltungen wie Parteien dazu zu bewegen, bürgerschaftliches Engagement nicht zu diskreditieren, nicht zu behindern, nicht auszutricksen!

    Es ist zu wünschen, dass das allen – wie auch immer – gelingt.
    Wieder, immer wieder!
    Nicht nur in Friedrichshain-Kreuzberg!

  11. 27. Mai, 2013 um 15:17

    Kurzer Nachtrag meinerseits zur Klarstellung:

    Die obige Bemerkung („Kinderfunk“) richtete sich nicht gegen die Interviewten. Außerdem ist dieser RBB-Beitrag natürlich überhaupt nichts Besonderes. Das ist ganz normales Praktikantinnen-Fernsehen des späten 20. / frühen 21. Jahrhunderts. Heute will man ja den Zuschauer „da abholen, wo er steht“, und er steht nun mal da, wo man halt so steht, wenn man jahrzehntelang von Bildzeitung und Glotze verblödet worden ist.

    Das mache ich im übrigen nicht nur an der Zeichentrick-Sequenz mit dem Kettensägen-Phallus fest. Der ganze Tonfall spricht Bände, und eigentlich reicht sogar schon das spöttische Lächeln, das die Mundwinkel der Moderatorin umspielt und das nicht nur deren Überlegenheit widerspiegelt, sondern auch signalisiert, daß alles nur ein Spaß ist, den man nicht ernst zu nehmen braucht. Am besten hat mir in dem Film der Gesichtsausdruck von Birgit und Achim gefallen. Den fand ich sehr angemessen.

    Daß einige sich hier an der „Anonymität“ von Postings abarbeiten, finde ich etwas befremdlich. Erstens ist „Anke“, um nur ein Beispiel zu nennen, für mich nicht weniger anonym als beispielsweise „warhead“, und zweitens hätte ich gerade von Lesern eines Blogs wie diesem erwartet, daß sie nicht die bürgerliche Phrase vom Anständigen, der nichts zu verbergen habe, weiterverbreiten, sondern erkannt hätten, daß nur der nichts von seinen Mitmenschen zu befürchten hat, der immer schön mit dem Strom schwimmt.

    Abschließend möchte auch ich bei dieser Gelegenheit dem BaL e. V. ganz herzlich gratulieren zur Medaille, der Bionade und den ermordeten Zuchtblumen aus Kolumbien.😉


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