BWB informieren AnwohnerInnen zu spät

Fällung von zwölf Bäumen in Brutperiode geplant

Zielkonflikt zwischen Wasserqualitätsverbesserung und Baumerhalt
[Updates vom 25.4. siehe weiter unten.]

BWB-Anwohner-Info

Überfällige BWB-Anwohner-Information

Ein vom Bezirk beauftragtes faunistisches Fachgutachten wird zeigen, ob die Alt-Linden am Paul-Lincke-Ufer jetzt gefällt werden können oder nicht vielmehr schon Brut- und Niststätten geschützter Arten aufweisen. In diesem Fall ist laut Naturschutzgesetz abzuwarten, bis Brut, evtl. Nachbrut und Aufzucht beendet sind. Ob ein fast fünfzigprozentiger Kronenrückschnitt der Bäume entlang der Lausitzer Straße ihren Erhalt ermöglicht, wenn vor allem auch Wurzelschäden infolge der billigeren offenen Bauweise zu befürchten sind, wird übrigens aus gutachterlicher Sicht bezweifelt.

BWB-Aushang in Lausitzer Str.am 24. April

BWB-Aushang in der Lausitzer Str. – fünf Tage vor geplanten ‚Baumarbeiten‘

[Nur nebenbei: Seltsam mehr- und fehldeutig kommt der Slogan „blau statt grün“ rüber, der entweder bei „grün“ Natur, Vegetation, Bäume evoziert, oder − wenn es als Synekdoche für „Grünalgen“ steht − bei „blau“ dann eben „Blaualgen“ assoziieren lässt. Die aber sind im Gegensatz zu den Grünalgen durchaus gesundheitsgefährdend…]

AnwohnerInnenversammlungen in der Regenbogenfabrik

Eine von den BaL und AnwohnerInnen dringend eingeforderte AnwohnerInnenversammlung wird es, wie berichtet, erst nach den voraussichtlich schon teilweise erfolgten Fällungen im Mai geben können, und zwar in der Regenbogenfabrik in der Lausitzer Str. 22, aber schon nächsten Dienstag, 30.4., soll es dortselbst eine vorbereitende Veranstaltung geben, zu der alle Interessierte schon mal herzlich eingeladen sind. Genaueres wird nachgereicht.

Mit unbewaffenetm Auge Niststätten zu erkennen

Nest in Linde I/57

Altes Nest in Linde I/57

Nest in Linde I/57

Zum Vergrößern bitte anklicken!

Wie schon Kommentatorin Eckert erwähnt: In Linde Nr. I/57 ist schon vom Boden aus mindestens ein vorjähriges Nest deurlich zu erkennen, das auch schon von Vogelpärchen inspiziert wird. (Die Niststätten als solche sind ebenfalls gesetzlich geschützt!) Wir sind gespannt, ob im Gutachten auch von der Verwendung von Höhlenspiegeln berichtet wird, denn auch Höhlungen sind bereits vom Boden aus zu erahnen. [Wie schon so oft wie vergeblich kritisiert, kommt es bei den leider üblichen bezirklichen Brutzeit-Fällungen nur ausnahmsweise zu einer fachgerechten faunistischen Begutachtung; in gewissem Sinn erteilt sich das Tiefbauamt die Befreiung von den naturschutzgesetzlichen Auflagen ja selber, während das Amt für Umwelt und Naturschutz leider nicht, wie es unbedingt sinnvoll und wünschenswert wäre, routinemäßig eingebunden wird.]

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1 Kommentar

  1. Pro Stadtnatur said,

    26. April, 2013 um 12:15

    Gestern, am bundesweiten „Tag des Baumes“, haben wir festgestellt:

    In der Linde I/55 am Kreuzberger Paul-Lincke-Ufer ist vom Boden aus ebenfalls ein Nest zu sehen.

    „In Linde Nr. I/57 ist schon vom Boden aus mindestens ein vorjähriges Nest deurlich zu erkennen, das auch schon von Vogelpärchen inspiziert wird. (Die Niststätten als solche sind ebenfalls gesetzlich geschützt!)“

    Auf den beiden Schildern im Parkhafen vor den Linden steht nichts von den Baumfällungen. Darauf steht lediglich:

    7- 17 Uhr „Baumarbeiten“ am 29. und 30.04.13 auch im Parkhafen.

    Die fünf Linden sind prächtige, schöne Bäume und alle Ufer – SpaziergängerInnen, mit denen wir gesprochen haben, waren entsetzt, dass sie gefällt werden sollen.


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