Echte Bürgereinflussnahme gefordert

Gastbeitrag

Zur Umgestaltung des Kl. Tiergartens östlicher Teil

Nachdem die Bürgerinteressen 2011 bei der Umgestaltung des Ottoparks [siehe auch hier und dort] in Moabit grundlegend missachtet worden sind, forderten TeilnehmerInnen der 1. Planungswerkstatt Kleiner Tiergarten Ost am 27. Oktober Einflussnahme auf die Planung im Kleinen Tiergarten Ost (KTO Ost).

Kleiner Tiergarten Ost

Kleiner Tiergarten Ost: mittelalte Bäum mit üppigem Unterwuchs

Kein zweiter Ottopark!

Ein Richtungsstreit bestimmt die Debatte um die Zukunft des 3. Planungsabschnitts KTO Ost, der Bereich von der Stromstraße bis zur St. Johannis Kirchengemeinde.

Wie vor der Ottopark-Umgestaltung argumentieren die Planer vom Landschaftsplanungsbüro Latz und Partner abermals mit Floskeln wie „Öffnung“, „mehr Licht“, „aktive Ränder“, „Beseitigung von Angsträumen“. Auf der ersten Infoveranstaltung zum KTO Ost am 25. September wie auch auf der 1. Planungswerkstatt gab es jedoch deutlichen Protest gegen ein „Weiter so“ wie im Ottopark! Viele der jeweils 80 bis 100 TeilnehmerInnen verlangten eine Absage an eine übermäßig betonierte, asphaltierte und versiegelte Parkumgestaltung. Der Kleine Tiergarten als letztes Naherholungsgebiet mitten im Kiez, mit seinem dichten Grün und den vielen großen Bäumen müsse in seiner ökologischen Qualität und seinem Charakter unbedingt erhalten bleiben.

Kleiner Tiergarten Ost

Kleiner Tiergarten Ost

Gefordert wurde insbesondere der Erhalt einer dichten Hecken- und Sträucherabschirmung zu den Hauptverkehrsstraßen (wie bisher) sowie ein Verzicht auf versiegelte Bodenflächen, um die Erholungsqualität im gesamten KTO Ost sicherzustellen.

Parkrandbereiche

Zur Gestaltung der Parkrandbereiche wird erwartet, dass Planer Tilman Latz die Ergebnisse der fünf Arbeitsgruppen der 1. Planungswerkstatt vollständig anerkennt und seine Planungsabsichten korrigiert. Immerhin ist dies für die 2. Planungswerkstatt am kommenden Samstag, 24.11., zugesagt, deren Einladung im Vergleich zur ursprünglichen Version im Oktober wie folgt korrigiert wurde:

„Gemeinsam mit interessierten Bürgern wollen wir Anregungen weiter diskutieren. Das Büro Latz und Partner wird eine Weiterentwicklung des Vorentwurfs vorstellen.“

Noch vor kurzem war von einem „Gespräch mit den Planern zur Auswertung und Umsetzung der Ergebnisse der Planungswerkstatt“ die Rede. Dies kann aber frühesten auf einer 3. Planungswerkstatt im Januar 2013 oder später geschehen, da hierzu auch die Ergebnisse der gutachterlichen Bestandsaufnahme zum Gartendenkmal KTO Ost abzuwarten sind. Gisbert Preuß, Koordinationsbüro für Stadtentwicklung (KoSP) und Moderator der Planungswerkstatt versprach, ein denkmalpflegerisches Gutachten zu beauftragen. Auch hat es einen entsprechenden BVV-Antrag von Bündnis 90/Die Grünen für die BVV Mitte am 22.11. gegeben.

Der Beitrag einer neuen Bürgerparkgruppe, sensible Grünbereiche, vorrangig Hecken- und Sträucherbereiche, ehrenamtlich zu pflegen, wurde begeistert aufgenommen. Inzwischen gibt es regelmäßige Parkpflegeaktionen der BürgerparkGruppeMoabit.

Kleiner Tiergarten Ost

Kleiner Tiergarten Ost: Schattige Wege

Die Schwerpunktthemen

Von mehreren Hundert Bürgervorschlägen an fünf Arbeitsgruppen-Tischen wurden neun Schwerpunktthemen abgestimmt. Aus Zeitgründen konnten nur zwei Themen, nämlich Parkrandbereiche und Parkpflege, ausführlich auf dieser ersten Planungswerkstatt behandelt werden.

Die Schwerpunktthemen

  • Denkmalschutz,
  • Umwelt- und Klimaschutz,
  • Wasser/Boden,
  • Sitzkiesel,
  • Parkcafé,
  • Regenschutzhalle als Teehausareal

mussten vertagt werden. Sie müssen auf der 2. Planungswerkstatt am morgigen Samstag breiten Raum erhalten.

Kleiner Tiergarten Ost

Kleiner Tiergarten Ost naturnah

Auf turmstrasse.de wurde vor wenigen Tagen das Protokoll der 1. Planungswerkstatt am 27.10. veröffentlicht.

TeilnehmerInnen der Arbeitsgruppe Umwelt- und Klimaschutz fordern vertiefende fachwissenschaftliche Untersuchungen zur Ökologie und zum Klimaschutz mit einer Umweltfolgenabschätzung für die geplante Parkumgestaltung Kleiner Tiergarten.

Auf große Ablehnung stießen die viel zu teuren, grauen, monströs bombenförmigen Betonklötze, Sitzkiesel genannt! Sieben davon im Ottopark sind wirklich genug! Mit 195.000 Euro Kosten (BVV-Anfrage) trugen diese Betonklötze erheblich dazu bei, dass die Kosten der Ottopark-Umgestaltung mit 1,43 Mio. Euro um rund 330.000 Euro gegenüber den Kostenangaben von 2011 überzogen wurden! Auch diese genannte Summe ist immer noch nicht das letzte Wort, da eine vollständige Kostenbilanz erst für das Frühjahr 2013 angekündigt wurde.

Auf einer Informationsveranstaltung der BI KTO und der BürgerParkgruppeMoabit am 17.11.12 wurden mehrere Vorschläge erörtert und weiterentwickelt.

2. Planungswerkstatt Kleiner Tiergarten Ost
morgen, Samstag, 24.11., von 10 bis 17 Uhr im
Gemeindehaus der St. Johanniskirche, Alt-Moabit 25
U-Bhf. Turmstraße (7 min Fußweg), Bus: TXL, 245.
Für Essen und Getränke ist gesorgt.

Rudolf Blais

Angesichts einer drohenden Fortsetzung naturferner Parkgestaltung haben die Landesverbände von BUND und NABU eine gemeinsame Presseerklärung herausgegeben.

1 Kommentar

  1. 7. Dezember, 2012 um 18:26

    […] Baumschutz.Wordpress.com: „Echte Bürgereinflussnahme gefordert“ […]


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