Vier Vorhaben der Berliner Wasserbetriebe

Verbesserung der Gewässergüte des LWK

Trotz der durchschnittlichen Überlänge der Forumssitzungen im Mediationsverfahren „Zukunft Landwehrkanal“ pflegen die sog. Vorhaben Dritter am Ende der Tagesordnung oft und zu Unrecht hinten runterzufallen. So pflegt’s auch jenen der Berliner Wasserbetriebe (BWB) zu ergehen, die, wie schon öfters berichtet, zusammen mit dem Senat, also der Öffentlichen Hand, zur Erhöhung der Gewässergüte die Rückhaltekapazität der Mischwasserkanalisation vergrößern wollen (bzw. nach EU-Vorgabe in Umsetzung der Bewirtschaftungsziele nach WRRL bis spätestens 2020 müssen), um bei Starkregen die Zahl der sog. Entlastungsfälle ungeklärten Oberflächenwassers in den LWK und damit der sommerlichen Massenfischsterben mindestens zu halbieren.

Müller-Breslau-Ufer ©Hyder

Müller-Breslau-Ufer ©Hyder | BWB

Da momentan die Hauptarbeit (Zielvariantenfindung) zudem in der Arbeitsgruppe Lösungssondierung geleistet und das Mediationsforum nach der Sommerpause erstmals Anfang November wieder tagen wird, lud BWB-Vertreter und Forumsmitglied Kay Joswig am 19. September kurzerhand ins BWB-Kundencenter in die Neue Jüdenstraße, wo MitarbeiterInnen der beauftragten Ingenieurbüros ihre Planungen zu insgesamt vier Bauvorhaben vorstellten. − WSA-Leiter Scholz, Mitglieder der AG LWK, Stadtrat Panhoff von F’hain-Kreuzberg, IHK-Vertreter Deitmar, BürgervertreterInnen sowie der Baumsachverständig Dr. Barsig waren mit von der Partie.

Immer noch aktueller Nachtrag

Mit der Tagesaktualität tun wir uns bekanntlich bisweilen etwas schwer, und so bitten wir um Verständnis, dass wir erst jetzt Gelegenheit finden, von dieser exklusiven und sehr konstruktiven Veranstaltung zu berichten.

Die Vorhaben

Insgesamt geht es um vier Maßnahmen:

  1. Fasanenstraße/Müller-Breslau-Ufer in Charlottenburg
  2. Carl-Herz-Ufer in Kreuzberg
  3. Lausitzerstraße in Kreuzberg und
  4. Friedelstraße in Neukölln

zu 1) Fasanenstraße/Müller-Breslau-Ufer

Um ca. 2.700 m³ zusätzlichen Stauraum zu schaffen, soll entlang von Kant- und Fasanenstraße der Stauraumkanal mit einem Rohr nach DN 1400, also mit 1,40m-Durchmesser, erweitert werden. Der erste Bauabschnitt ab Hardenbergstraße durch die Fasanenstraße bis zum Auslaufbauwerk am Müller-Breslau-Ufer ist schon in der Vergabe, soll im November begonnen und 2013 abgeschlossen werden. Der zweite Abschnitt Fasanenstraße und Kantstraße folgt „später“.

Da die Trasse jeweils in der Straßenmitte verläuft, werden entlang beider Straßen erfreulicherweise keine Bäume in Mitleidenschaft gezogen. Anders verhält es sich leider beim Neubau des Einleitungsbauwerks in den LWK, das landseitig von den im Boden belassenen Arbeitsspundwänden eingefasst bleiben wird. Ihnen müssen wohl neun Bäume, bis auf zwei Pappeln noch jünger (und zwar eine weitere Graupappel, vier Spitz- und ein Bergahorn, eine einblättrige Esche und zwei Bergulmen) sowie eine Anzahl Sträucher weichen. Zusätzliche werden zwei Bäume beschnitten.

Bei der Uferbefestigung handelt es sich übrigens um keine zu sanierende Regelbauweise, und da das Einlaufrohr höher als die um 0,60 m vertiefte Kanalsohle und in einiger Entfernung von der Fahrrinne liegt, wird mit keinem Verstopfen und besonderem Unterhaltungsaufwand gerechnet.

Die Denkmalpflege möchte eine die Böschung hinabführende Treppe restauriert wissen und plädiert im Kontext mit TU-Plänen [s.u.] für eine Neugestaltung des gesamten Uferbereichs.

Neun Bäume und sonstige Ufervegetation fällig

Die Erhaltungsmöglichkeit einer der großen Grau-Pappeln zu begutachten, war der Baumsachverständige Dr. Barsig beauftragt, hatte jedoch wegen der erforderlichen Maßnahmen im Wurzelbereich (Kappung der Haltewurzeln) für den aufgrund der Böschungsneigung eh schräg stehenden Baum keine Chance gesehen. Allerdings sollte die Pappel nicht gänzlich gefällt, sondern ein vier Meter Hochstamm als Biotopbaum für Bruthöhlen und Habitat für Insekten, Pilze etc. stehen bleiben.

Ausgleichsberechnung nach Methode Koch

Wichtig ist nun vor allem, dass mit Rücksicht auf den besonderen Standort und − neben der ökologischen − auch auf die Funktion des Uferbebwuchses fürs Denkmalensemble und den Landschaftsraum der Eingriff in die Vegetation nicht nur 1:1 nach BaumSchVO, sondern nach der Koch’schen Methode der Baumwertermittlung kompensiert wird, die eben diese weiteren Funktionen mit einbezieht und neben den „Gehölzkosten die Pflanzkosten, Anwachspflegekosten, das Anwachsrisiko sowie die Zinsen auf diese Kosten während der weiteren Herstellungszeit des Gehölzes bis zum Erreichen seiner Funktion“ berechnet.

Als Referenzbeispiele sind eine Baumaßnahme der BVG am Hohenzollerndamm − hier hatte der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf die Anwendung von Koch verlangt − oder eine in der Schönhauser Allee in Pankow zu nennen, wo ebenfalls deutlich über die BaumSchVO hinausgegangen wurde, was in diesem Fall der Intervention engagierter BürgerInnen zu danken ist.

Angesichts der Bausumme für das neue Einleitbauwerk liegt der Aufwand für die Grünkompensation im einprozentigen Bereich!

Bepflanzung als Böschungsstabilisierung

Barsigs Gutachten nennt aber noch andere Gründe: „Ersatzbaumpflanzungen erscheinen insgesamt im Umfeld des Einleitbauwerks dringend erforderlich, um die Bewehrung des Böschungsbodenszu gewährleisten, die Scherfestigkeit und Kohäsion zu erhöhen (vgl. ZENTRUM GEOTECHNIK 2008) und ein mögliches Abrutschen der Böschung außerhalb der Spundwand mit der Folge der Einschränkung der Schifffahrt zu verhindern. Dabei sollten die besondere topographische Situation am Böschungsstandort und der erforderliche erhöhte technische Aufwand zur Stabilisierung einer Baumnachpflanzung (Faschinen- bzw. Palisadeneinbau) einschließlich der höheren Herstellungs- und Pflegekosten in die Berechnung der Ersatzpflanzung eingehen.“

Nach Möglichkeit aber sollte die Uferstabilisierung gar nicht nach Schema F mit Faschinen/Palisaden erfolgen − hier gibt’s das Negativbeispiel Spandauer Damm, wo Böschungsversagen zur zeitweiligen Sperrung der Autobahn führte −, sondern durch Grünbewehrung.

Weiter heißt es im Gutachten: „Die benachbarte und erhaltenswerte Grau-Pappel Nr.27 sollte durch besondere Schutzmaßnahmen (wie z.B. eine großflächige Einzäunung) gemäß RAS-LP 4 während der Baumaßnahme vor Schäden bewahrt werden“ − welche Vorschrift, so sei hinzugesetzt, auf Berliner Baustellen so selten Beachtung findet, mit für die Bäume sehr häufig fatalen Folgen.

Ferner hat die Senatsverwaltung auf Pläne der TU verwiesen, zum Kanal hin eine Terrasse anzulegen. − Ob sich diese freilich je konkretisieren, bleibe mal dahingestellt.

zu 2) Carl-Herz-Ufer in Kreuzberg

Sich verschlimmerndes Schadensbild

Nahe der Baerwaldbrücke gibt es zwei, von verschieden Regenüberlaufkanälen gespeiste, schadhafte Einleitbauwerke, die Risse und Wölbungen in der Uferwand sowie Sackungen im Böschungsbereich verursachten, weshalb bereits im Herbst 2010 das Ufer landseitig mit Bauzaun abgesperrt und wasserseitig durch Big Bags provisorisch gesichert wurde.

Schadensklasse 4 an der Baerwaldbrücke

Schadensklasse 4 an der Baerwaldbrücke

Nach wiederholtem Rückschnitt der Strauchvegetation und Freikärchern der Ufermauer von Moos und Flechten hatte sich der WSAAbz Neukölln im Sommer 2011 vom Ausmaß der Schäden ein genaueres Bild gemacht und eine Erweiterung der Risse konstatiert. Nach einem Ortstermin mit Forumsmitgliedern Ende Juli 11 zur Abstimmung des weiteren Vorgehens wurde, wie im 101. WSA-Newsletter vom 5.8.11 notiert, die Schadensstelle durch Taucher mit Kameras eingehender inspiziert und dabei entdeckt, „dass der Anschluss des Einleitbauwerkes aus Naturstein im Übergang zum in Ziegelbauweise errichteten Regenwasserkanal aus dem Jahre 1892 nicht mehr vorhanden ist. Der Spalt, der sich gebildet hatte, ermöglichte eine kontinuierliche Austragung des Bodenmaterials, was in Folge zu einem Hohlraum führte, der wiederum die Sackungen in der Böschungsfläche verursachte.“

Das signalisierte noch stärker die Möglichkeit eines Geländebruchs, also höchste Schadensklasse 4: eingeschränkte Gebrauchstauglichkeit mit der Notwendigkeit kurzfristiger Instandsetzung wegen Gefahr für Leib und Leben!

Die Risse in der Betonverschalung der Natursteinbefestigung − wohlgemerkt keineswegs das Werk der Weidenwurzeln! − wurden verfüllt, um die Verblendung zu entlasten, und ein geodätisches Beweissicherungsprogramm mit Anbringung von Sensoren und regelmäßigem Monitoring installiert [siehe auch den 102. WSA-NL vom 19.8.12], doch nun soll es endlich dem Übel an die Wurzel gehen. [Weshalb allerdings erst Anfang Mai dieses Jahres per strompolizeiliche Verfügung die Aufforderung des WSA an die BWB erging, ihr Auslaufbauwerk instand zu setzen, ist nicht ganz klar.] Schon seit Juli wird nun über ein zweites Beweissicherungsverfahren die Baerwaldbrücke beobachtet.

Von bereits halbierter, stadtbildprägender Weide andere Hälfte dran?

Hängeweide an der Baerwaldbrücke

Hängeweide Baerwaldbrücke

Vor gut einem Jahr musste, wie berichtet, auf gutachterlichen Rat hin der übers Wasser ragende Teil des Stämmlings jener großen Hängeweide, die am dichtesten an Brücke und Mauerkrone steht, wegen Pilzbefall, Morschung und Bruchgefahr gekappt werden.

Der nun im September vorgestellte, sich erfreulicherweise auch am Kriterienkatalog des Forums orientierende Planungsstand, wonach der schon letzten Mai geschlossene westliche Auslauf neu gebaut, anschließend der östliche Überlaufkanal über die Baerwaldstraße zum westlichen Einleitbauwerk hingeführt und das östliche zugeschlämmt, also verschlossen wird, fällt evtl. die erwähnte Hängeweide und wahrscheinlich auch noch eine weißblühende Rosskastanie zum Opfer, die zwar vom Ufer entfernt, aber dicht an der Trasse einer landseitig einzubringenden Spundwand steht.

Bei einer weiteren, ebenfalls nicht direkt an der Ufermauer stehenden Hängeweide macht die Verspundung einen Wurzelvorhang erforderlich. Da ihre Haltewurzeln nach Westen zur Hauptwindrichtung hin verlaufen, können die östlichen „definiert“ gekappt werden. Beim Einpressen der wasserseitigen Spundwand können ihre Äste zurückgebunden werden.

Auch wird sich erst im Lauf der Bauarbeiten zeigen, wie weit die Schädigung in die Baerwaldstraße vorgedrungen ist. Wegen des hohen Medientrassenaufkommens im Boden (z. B. kreuzt eine übergeordnete Gasleitung die Schadstelle) bleibe insgesamt wenig Spielraum. Manche Details aber seien noch nicht klar, und die fertige Planung werde dem Mediationsforum im Frühjahr 2013 vorgestellt.

Die erste, wasserseitige Phase der Baumaßnahme, also das Verspunden einer Baugrube vor beiden Ausläufen, soll, um die Schifffahrt nicht zu beeinträchtigen, im Winterhalbjahr stattfinden und voraussichtlich im Februar 2013 beginnen; die zweite, landseitige wegen der Gasleitung außerhalb der Heizperiode.

Wenn die Uferbefestigung im Bereich der Auslaufbauwerke von den BWB eins zu eins saniert würde und sie hier den ersten Aufschlag machten, zöge bei prozentual geteilten Kosten, Amtsleiter Scholz zufolge, das WSA auf dem Rest der Strecke nach, auch wenn das Ganze mit der eigentlichen Kanalsanierung nichts zu tun habe.

zu 3) Lausitzer Straße in Kreuzberg

Eine Entwurfsplanung zum Austausch des vorhandenen Regenüberlaufkanals DN 800 durch einen größeren mit DN 1800 (also statt 0,80 1,80 Meter Durchmesser) in der alten , sowie des dadurch erforderlichen Neubaus des im Kanal unterhalb der Wasserlinie liegenden Auslaufbauwerks am Paul-Lincke-Ufer wurde mit mehreren Varianten bereits im Frühjahr 2010 vorgestellt. Sollten zunächst nur drei Uferbäume fallen, so erhöhte sich ihre Zahl ein Jahr später auf fünf, da im Kreuzungsbereich mit dem Regenüberlaufkanal auch zwei gusseiserne Abwasserdruckleitungen (Baujahr 1877 bzw. 1912) erneuert werden müssen, die keinerlei Manipulation infolge Bautätigkeit überstehen dürften. Deren genaue Lage sei jedoch nirgends mehr verzeichnet, weshalb Suchschachtungen vorgenommen werden müssten. − Dass dafür heutzutage Bäume gefällt werden müssen, erstaunt.

Paul-Lincke-Ufer © Google| Rekittke

Paul-Lincke-Ufer © Google| Rekittke | BWB

Und entlang des Baugrabens ab Reichenberger durch die Lausitzer Straße würden, wenn es in konventioneller Form mit Arbeitsspundwänden geschieht, sieben weitere Bäume fallen müssen –, wenn da nicht eine besondere Bauweise zum Einsatz kommt. In der Ausschreibung der Maßnahme sind deshalb entsprechende Nebenangebote ausdrücklich erwünscht.

Bestmöglicher Baumschutz auch in der Lausitzer Straße!

Landschaftsprägende Linde Nr. 55

Stadtbild prägende Linde Nr. 55

Nach Auskunft von Stadtrat Panhoff wurde das Vorhaben bereits im Stadtplanungsausschuss der F’hain-Kreuzberger BVV vorgestellt: Die betreffenden Linden stünden auch alle schon in der bezirklichen Online-Fällliste, so dass die AnwohnerInnen nicht überrascht werden könnten.

Die BürgervertreterInnen sind aber noch nicht überzeugt, dass tatsächlich diese Brachiallösung zum Einsatz kommen muss. Die Entscheidung, ob nicht auch hier ein innovatives, baumschonendes Verfahren gewählt werden kann, wird nächsten Frühling fallen, doch abgesehen davon, sollte − Fällliste hin oder her − dann schon in einer konventionellen BürgerInnenversammlung das Projekt erläutert werden. Auch ist das Mediationsforum „Zukunft LWK“ mittelbar involviert und sieht sich auch hier einer gewissen Erwartung gegenüber, sich für „bestmöglichen Baumschutz“ einzusetzen.

zu 4) Friedelstraße / Hobrechtbrücke in Neukölln

Auch hier geht es um Neubau, Sanierung und Abbruch von Mischwasser- und Regenüberlaufkanälen, und zwar zwischen der Pflügerstraße und dem Maybachufer/LWK.

Maybachufer/Hobrechtbrücke

Stelle des geplanten Einleitbauwerks dicht an Hobrechtbrücke/Maybachufer

Von der recht detaillierten Schilderung der Neuordnung des Kanalnetzes mit neuen Trassen und der sich daraus und aus weiteren Gründen (darunter Erhalt alten Baumbestands!) ergebenden neuen Standortwahl für die Einleitbauwerke in den Kanal, hier nur so viel, dass der ebenfalls durch Big Bags gesicherte Auslauf westlich der Hobrecht Brücke auf die östliche Seite, also talaufwärts und möglichst nah ans Brückenwiderlager verlegt werden soll, also unterhalb der Stelle, wo ein indisches Restaurant in der warmen Jahreszeit Tische aufzustellen pflegt und − neben einem jüngeren Straßenbaum an der Ecke Hobrechtstr./Maybachufer − eine ganze Reihe wild, zum Teil schon recht hoch aufgewachsener Bäume (hauptsächlich Spitzahorn) wird weichen müssen −, aber die sehr dicht stehenden Bäume sind ohnehin schon sämtlich rot markiert worden. Die schon älteren Graupappeln über dem maroden Auslauf tragen übrigens ebenfalls rote Punkte.

Maybachufer/Hobrechtbrücke

Maybachufer/Hobrechtbrücke oberhalb des geplanten Einleitbauwerks

Der einsturzgefährdete alte Auslauf wird zwar verschlossen, soll aber aus Gründen des Denkmalschutzes mit seiner Auslauföffnung in den LWK erhalten und seine beschädigte Auslauföffnung muss deshalb saniert werden. Hierzu ist wasserseitig wieder ein Spundwandverbau erforderlich. Sandstein- und Granitquader sollen originalgetreu ersetzt und der darüber in der Böschung stehende mehrstämmige Baum könne ungeachtet dieser Arbeiten erhalten werden, wurden also irrtümlich punktiert.

Hobrechtbrücke, Alter Auslauf

Alter Auslauf nahe Hobrechtbrücke/Maybachufer, Neukölln

1 Kommentar

  1. S.H. said,

    21. Oktober, 2012 um 18:45

    Die Anwohnerinnen und Anwohner des Landwehrkanals erwarten selbstverständlich, dass die Berliner Wasserbetriebe ihre Baumaßnahmen so durchführen, dass die Uferbäume am Kanal erhalten bleiben !

    Das müsste allen Akteuren sonnenklar sein.

    Wer am Landwehrkanal mit AnwohnerInnen Gespräche führt, so wie wir heute, stellt das eindeutig fest.

    Nachdem fünf Jahre lang ein Mediationsverfahren läuft, in dem es lang und breit um die baumerhaltende Kanalsanierung geht, ist es der Öffentlichkeit nicht vermittelbar, wenn auf einmal die Berliner Wasserbetriebe daher kommen und Bäume fällen wollen.

    Die Wasserbetriebe als Berliner Teil – Landesbetriebe müssen eine technische Lösung finden, ihre Abwassergeschichten zu realisieren, ohne Bäume zu fällen !

    Wozu sollte sonst das Mediationsverfahen gut sein, wenn jederzeit wieder irgendwelche Betriebe oder Ämter daher kommen könnten und die Bäume am Landwehrkanal fällen?

    Ein Stadtnatur zerstörendes Vorgehen der Wasserbetriebe am Landwehrkanal verbietet sich von selbst. Man kann sich nur über die offenbar vorhandene Rückständigkeit der Wasserbetriebe wundern, dass sie der „Öffentlichkeit“ nicht von Vornhereien eine baumerhaltende Vorgehensweise vorgestellt haben.

    ———————————————
    Übrigens bittet der Berliner Wassertisch aktuell dringend um Unterschriften bei seiner Unterschriftenkampagne gegen die Absegnung des „Nußbaum-Deals“ durch die Abgeordneten des Berliner Abgeordnetenhauses:
    http://berliner-wassertisch.net/content/kampas/kampas.php

    Der Wassertisch will einen von Finanzsenator Nußbaum „als Rekommunalisierung geplanten weiteren Privatisierungsdeal“ verhindern. Nußbaum wolle den Volksentscheid umgehen und die Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe für weitere 30 Jahre festschreiben, so der Wassertisch.
    Der Wassertisch hatte den ersten erfolgreichen Volksentscheid in Berlin erreicht, mit den Unterschriften von über 666.000 BerlinerInnen.

    AUFRUF:
    „Es gilt das Transparenzgesetz, unser *Volksgesetz zur Offenlegung
    der Geheimverträge im Kernbereich Daseinsvorsorge Wasser, das wir im Februar 2011 als Volk beschlossen haben: Es umschließt ALLE Verträge und NEBENABREDEN. Dieses soll mit dem Nußbaum-Deal ausgehebelt werden! Um die Abgeordneten, unsere Volksvertreter, dazu zu bringen, diesen skandalösen Deal nicht abzusegnen, sondern auf die Umsetzung UNSERES Volksgesetzes zu dringen, sammelt der Berliner Wassertisch Unterschriften. Bitte unterzeichnen Sie mit!*


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