Das WSA und die Stadtökologie

Zum Langen Tag der StadtNatur am Landwehrkanal

Perspektiven-Pluralismus gewährleistet

Einigermaßen raffiniert war es schon, dass das WSA, wo es sich bekanntlich mit Stadtökologie so schwer tut, ja gar nicht für zuständig hält − die sei Ländersache! −, am vergangenen Samstag (16.6.) unter genau diesem Thema zum diesjährigen Langen Tag der StadtNatur eine Veranstaltung zum Landwehrkanal und seiner Sanierung anbot, sich dabei aber vorsorglich nur durch eine externe Kraft, die Öffentlichkeitsarbeiterin in Sachen LWK, Evelyn Maria Bodenmeier, vertreten ließ. (Bei der Schiffstour am folgenden Sonntag zu den als Ausgleichsmaßnahme vorgenommenen Röhrichtanpflanzungen entlang der Unteren Havel war hingegen die Senatsverwaltung mit an Bord.)

Stadtökologische LWK-Führung zum 6. LTdStN

Stadtökologische LWK-Führung des WSA zum 6. Langen Tag der StadtNatur 2012

Zu loben ist auch, dass der „Vertrauens-Baumsachverständige“ des Mediationsforums, Dr. Barsig, mit der Co-Leitung betraut war und auch einer der Bürgervertreter im Mediationsverfahren „Zukunft Landwehrkanal“, Achim Appel von den BaL, der sich hierfür allerdings selbst eingeladen hatte, willkommen war.

So konnten die nötigen Kontrapunkte gesetzt und Sichtweisen der BürgerInnen und Planungsbetroffenen dargestellt werden, wenn’s mit der Pflege des grünen Images des WSA überhand nehmen wollte.

Obschon man auf Grund der Ankündigung hätte erwarten können, dass auch für die LWK-Tour ein Schiff zur Verfügung stünde, hieß es angesichts der zahlreichen Anmeldungen, ein ausreichend großes sei nicht frei −, doch auch zu einer fußläufigen Umrundung des Urbanhafens kamen, noch dazu bei Nieselregen und schwarzem Himmel, ca. zwei Dutzend Interessierte jeden Alters und Geschlechts zum Treffpunkt.

Zwar gibt’s am Urbanhafen gar keine zu sanierende Regelbauweise, sondern großenteils das ursprünglich von Lenné für den gesamten Kanal vorgesehene Flachufer, dafür aber die gemeinsam von TU, Meßzelle und WSV erstellten Infotafeln zu Funktion, Geschichte, Flora und Fauna des Kanals. Ein Stück zu Sanierendes, wenngleich am südlichen Ufer ebenfalls nicht in Regelbauweise, war dann von der Baerwaldbrücke aus zu besichtigen.

Auf der Baerwaldbrücke

Auf der Baerwaldbrücke

Anhand einer ganzen Serie laminierter Folien zu Geschichte und stadtökologischer Funktion des Kanals, Regelbauweise, Genese des Konflikts, Struktur des Mediationsverfahrens, Baumkataster, naturschutzfachlichen Untersuchungen etc. konnte die Vielfalt und Komplexität der Aspekte plastisch erläutert werden.

Erwartungsgemäß sah die WSA-Sprecherin die WSV nur für die Gewässersohle und die Uferbefestigung zuständig – sowie für jene wenigen Abschnitte, wo auch dem Bund Böschung „gehört“ (wie am Salzufer in Charlottenburg) −, ansonsten für die landseitigen Ufer und uferbegleitenden Grünzüge aber allein die Bezirke bzw. das Land Berlin in der Pflicht − nicht nur, was die Verbesserung des Biotopverbunds zu Lande, sondern auch, was die Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit durch Fischaufstiegshilfen oder Umgehungsgerinne an den beiden Schleusen angeht, nicht zu reden von der Anbindung des Kanals an die Tiergartengewässer.

Wie ebenso abzusehen, hakte an dieser Stelle der Bürgervertreter ein und informierte die Interessierten darüber, dass per Erlass des Verkehrsministeriums im Fall von Bundeswasserstraßen der Bund, also die WSV, im Rahmen der Gewässerunterhaltung auch fürs Erreichen der Bewirtschaftungsziele nach EU-WRRL für zuständig erklärt worden ist, was explizit auch die Uferbereiche als Lebensräume mit einschließt. Gleichwohl bleibt es ein Skandal, dass SenStadtUM neben einem Vertreter für Wasserwirtschaft nur noch für die Denkmalpflege Zuständige ins Verfahren schickt und Aspekte wie die Ertüchtigung der uferbegleitenden Grünzüge als Ausbreitungskorridor für die urbane Tier- und Pflanzenwelt, als Naturerlebnisräume sowie für emissionsfreie Mobiliät quer durch die City offenbar für irrelevant hält.

Unterschiedliche Meinungen gab’s selbstverständlich auch hinsichtlich der Unterhaltung, der Nutzungsgenehmigungen, der tieferen Beweggründe der seinerzeitigen Bürgerwut etc., aber all dies in verbindlicher Rede dargelegt, machte zugleich auch die Erfolge der Mediation im Umgang miteinander augenfällig.

Die bisherigen inhaltlichen Errungenschaften des partizipativen Planungsprozesses kamen darüber nicht zu kurz, sei’s die innovative Einbringung von 10m-Stahlbohlen unter überhängenden Baumkronen mit perfekter Kooperation von Wasserbauern und Baumpflegern, seien es die mit innovativen Einbring- oder Ausführungsmethoden bereits dauerhaft sanierten Abschnitte in Neukölln, Kreuzberg und Mitte.

Stadtökologie

Um in praxi zu Stadtökologie und -natur zu kommen, löste Michael Barsig mittels eines Pfahlkratzers eine Handvoll Dreikant-, und zwar Zebramuscheln (Dreissena polymorpha) von der Uferwand, die, obschon Neozoa, nämlich Zugereiste vom Kaspischen und Schwarzen Meer, für die Wasserqualität ganz Hervorragendes leisten, indem ein einziges Exemplar pro Stunde etwa 0,3 Liter Wasser filtert und dabei auch toxische Blaualgen vertilgt. Auf die einheimische Flussmuschel würden wir hingegen im LWK auch ohne Dreissena vergeblich warten.

Zebramuscheln

Zebramuscheln von der Uferwand nahe Baerwaldbrücke

Im Bereich der Steinschüttungen im Urbanhafen hat der allzu früh verstorbene Alexander Schaël neben Flohkrebsen (Gammariden) auch den amerikanischen Flusskrebs nachweisen können.

Wasserqualität

Wegen des Fehlens landwirtschaftlicher Einträge ist die Belastung des LWK mit Pestiziden und Phosphaten verglichen mit Bächen und Kanälen im Umland natürlich ungleich geringer, aber auch die Belastung mit Schwermetallen oder Pharmarückständen soll sich in Grenzen halten.

Mischwasserkanalisation

Die Probleme mit dem sommers für die Fischfauna oft zu niedrigen Sauerstoffgehalt rühren von der Zersetzung organischer Stoffe her, welche (mal abgesehen von den enormen Mengen Brotabfälle, die sich tierlieb dünkende Menschen den Schwänen, Stockenten und Blässrallen vorwerfen) vor allem der Mischwasserkanalisation entstammen, u. z. immer dann, wenn starker Regenguss ihre Kapazität mal wieder überschritten hat und sich dann das Oberflächenwasser vom Straßenland mit dem Brauchwasser der Haushalten mischt und ungeklärt in den Kanal ergießt.

Fischsterben

Kann von Sonneneinstrahlung erwärmtes Wasser ohnehin nur noch wenig Sauerstoff aufnehmen, wird dieser von den Abbauprozessen fast gänzlich aufgezehrt. Fällt sein Gehalt im Gefolge von Extremwetterlagen (Hitze vor und nach Starkregen) unter die kritische Grenze von ca. 3mg/l, kommt es zu gesundheitlichen Schädigungen der Fischpopulation und schließlich zu mehr oder minder massiven Fischsterben, die auch das Belüftungsschiff der Senatsverwaltung, das bei solchen Witterungsverhältnissen die Berliner Kanäle mit Sauerstoff anreichert, nicht verhindern kann. [Siehe auch hier.]

1999 wurde ein Vertrag zwischen Senat und BWB geschlossen, binnen zwanzig Jahren durch Ausbau der Rückhaltekapazität die Zahl solcher Entlastungsfälle zu halbieren. Zu Beginn des Mediationsverfahrens hieß es noch, dieses Ziel sei bis 2015 erreichbar, doch schreiten die Arbeiten nach unserer Einschätzung eher langsam voran.

Aus systemischen wie ökonomischen Gründen ist ein Unterbinden jedweder Entlastung nicht möglich und auch wenn die Rohrbehältnisse, die in Ralf Steegs Spree2011-Projekt das Mischwasser zurückhalten, um das Baden im Fluss wieder zu ermöglichen, modular verfügbar sind, so können sie im Landwehrkanal, bspw. im ehem. Studentenbad, wohl nicht zum Einsatz kommen, müssten sie doch tendenziell die ganze NSK-Fracht aufnehmen, eine Hauptverschmutzungsquelle des Kanals.

Ufervegetation

Nicht nur aus ästhetischen Gründen, so erläuterte Barsig, sondern damit das Wasser weniger aufheizt, aber auch als Deckung für (Jung-)Fische, die hier um ein Vielfaches häufiger vorkommen als vor vegetationsfreien Uferpartien, sind überhängende Büsche und Baumkronen überaus wichtig. Welche Auswirkung die Verspundung auf die Fische hat, die wegen der Verengung der Fahrrinne Sunk und Wellenschlag der Passagierdampfer dann noch mehr ausgesetzt sind, wird zu untersuchen sein. Der Moos-, Flechten- und Farnbewuchs der Mauern hat natürlich auch für sich genommen, zumal aus immer seltener werdenden Arten bestehend, hohen ökologischen Wert. Konflikte sowohl mit der Bauwerksunterhaltung (ufernahe Stangenpeilung) als auch mit der Denkmalpflege sind dabei unausweichlich.

Mit dem WSAAbz − und das war von der Baerwaldbrücke aus sehr schön zu demonstrieren − konnte der Kompromiss erzielt werden, das aufgehende Mauerwerk immer nur abschnittsweise in der vegetationsfreien Zeit von jeglicher Vegetation zu entblößen, und dem Denkmalschutz, der ja auch Burgen und Schlösser nicht mit dem Sandstrahlgebläse bearbeiten lässt, bleibt nur die Wahl zwischen Mauerfarn und Knöterich oder Graffiti…

Dass die Big Bags, die als temporäre Sicherung der eben nicht durch den Baumbestand, sondern hier durch ein defektes BWB-Auslaufbauwerk geschädigten Uferwand dienen, mit Enten dicht besetzt waren, verdeutlichte unmittelbar den Bedarf an Wasservogel-Ausstiegen.

Falsche Pflege

Das nördliche oder rechte Ufer, also Richtung Prinzenbad, zeigte indessen schlagend, wie wenig das langjährige Mediationsverfahren bislang für eine naturverträgliche Böschungsunterhaltung, in diesem Fall durch den Bezirk F’hain-Kreuzberg, erreichen konnte: Durfte im Schutz der ansonsten ziemlich sinnlosen Bauzäune immerhin die Natur für einige Jahre Pionier- und Zwischennutzerin sein und eine artenreiche Wildblumenwiese, Sträucher, Stauden und Pappelschösslinge hervorbringen, so wurde, nachdem die Zäune endlich entfernt waren, vor wenigen Tagen jedweder Aufwuchs rigoros, stellenweise mitsamt der Grasnarbe entfernt und damit der Mutterboden der Erosion preisgegeben. Überdies wurden die dortigen Altpappeln, die solche Schnittmaßnahmen gar nicht gut vertragen, sinnfrei aufgeastet − eindrückliche Veranschaulichungen der unzureichenden Fachlichkeit derartiger Grün“pflege“, während offenbar zeitliche und personelle Kapaziäten durchaus vorhanden sind. Am andern Ende des Kanals, nämlich am Charlottenburger Salzufer, bietet sich von der Stelle an, wo der Bezirk das Sagen hat, übrigens das gleiche Bild.

Unfachgerechte Pflege

Unfachgerechte Pflege

Vielfältig interessiertes Publikum

Die Fragen der TeilnehmerInnen betrafen die unterschiedlichsten Themen und Gegenstände, von der Geschichte des LWK, ELK und Urbanhafens über den Konflikt Amt − BürgerInnen bis zur Frage, ob denn die Bäume tatsächlich die Ufermauer schädigen können oder ob dies eher Wühlmäusen und Ratten tun.

Dass die Bäume unschuldig sind, versicherte Frau Bodenmeier namens des WSA in aller Form; Folien zu den geophysikalischen Erkundungen der Wurzelverläufe durch den Göttinger Professor Weihs und sein Team zeigten, wie die Wurzeln jeweils vor der Mauer umlenken. Gleiche Erkenntnisse hatten die Aufgrabungen der TU-Bodenkundler erbracht. Nur dort, wo der Mörtel ausgewaschen und nicht erneuert wurde, so dass Birken oder Pappeln keimen konnten, besteht die Gefahr, dass die Schösslinge die Fugen weiter aufdrücken, bis schließlich die Sandsteinquader in Bewegung geraten.

Den Neubau des Restaurantschiffs van Loon, den an der alten Liegestelle ankern zu lassen, das Mediationsforum (bis auf die Enthaltung eines Anwohners) zugestimmt hatte, ohne sich freilich über die wirklichen Ausmaße recht im Klaren zu sein, erschien auch der Mehrheit der Anwesenden einige Nummern zu groß. [Schon bemerkenswert, dass ein Vertreter der Denkmalpflege durch einzelne Infotafeln (die übrigens vor der Führung mühsam von allerlei Tags gereinigt werden mussten) „Sichtachsen“ verstellt sieht, nicht jedoch durch die neue van Loon.] − Wir sind gespannt, wann mit der Planung der zugesagten ökologischen Ausgleichsmaßnahmen begonnen wird, für die ja nicht zuletzt der Bereich zwischen der Liegestelle der Philippa und der Baerwaldbrücke als einer der ökologischen „Trittsteine“ auserkoren war.

Entlang des Böcklerparks ging’s zurück bis zur inzwischen berühmt gewordenen Admiralbrücke, wo sich im April 2007 der Protest spontan organisierte, und stellvertretend für die anderen BürgervertreterInnen nahm BaL-Mann Appel den Dank für beharrliche Beteiligung an dieser stadtökologisch hoffentlich zukunftsfähigen Sanierungsplanung entgegen.

2 Kommentare

  1. B.L. said,

    21. Juni, 2012 um 14:43

    Das Bezirksamt Friedr.-Kreuzberg, Tiefbauamt und Landschaftsplanung hat sich bereits besonders unbeliebt gemacht bei uns AnwohnerInnen, weil es die schöne, üppige Vegetation auf der Landwehrkanal-Uferfläche an der Kreuzberger Baerwaldbrücke vernichtet hat.

    Wieso lässt der Umweltstadtrat der Partei B 90/Die Grünen, der mit im Mediationsverfahren Zukunft Landwehrkanal sitzt, so eine bescheuerte Grünflächenpolitik zu?

    Die Ökologie-Image-Show des Wasserschifffahrtsamtes (WSA) am „Langen Tag der Stadtnatur“ ist mehr als peinlich: Wenn diese Bundesbehörde wirklich ökologisch orientiert wäre, dann wäre das Mediationsverfahren, in dem der Behörde von den AnwohnerInnen seit 2007 jeglicher ökologische Sanierungsfitzel mühsam abgetrotzt werden muss, gar nicht nötig!

    Außerdem gab es viel zuviele Rückschläge, wo sich das WSA nicht an Vereinbarungen gehalten hat. Auch hätte das WSA das Statik-Gutachten viel früher in Auftrag geben müssen, wenn es den verantwortlichen mit einer zügigen Sanierung ernst wäre. durch die verschleppung durch das WSA können Sanierungsgelder erst ein jahr später im Bundestag beantragt werden.

    Wer die Hintergründe auch nur etwas kennt, findet es absurd wie sich das WSA präsentiert. Auch fragen sich die AnwohnerInnen wieso das WSA nicht endlich die ca. 6 maroden Ufermauerstellen unter der Wasserkante zwischen Waterloobrücke und Urbahnhafen saniert, – natürlich auf eine Art, dass die Bäume stehen bleiben. Nach 5 jahren Beschäftigung mit der Sanierung des Landwehrkanals wird das WSA ja wohl heute endlich Sanierungsmethoden kennen, die diese Aufgabe erfüllen.

    Seit Jahren liegen beidseitig an der Baerwaldbrücke diese Big Packs und alles ist nur notdürftig präpariert.
    Wartet das WSA darauf, dass diese Ufermauer-Stellen zusammen krachen, oder was ?

    Das neue Van Loon-Schiff ist – im Gegensatz zu dem vorhergehenden kleineren Van Loon- Schiff – ein Schandfleck im Urbahnhafen, da es viel zu riesig und zu dunkel ist. Außerdem breiten sich die Betreiber mit immer mehr beieinander „parkenden“ Schiffen im Urbahnhafen aus. Niemand scheint ihnen Grenzen zu setzen.

    Investoren dürfen im „grünen“ Friedr.-Kreuzberg eben alles, was?!

    • BaL said,

      23. Juni, 2012 um 4:44

      In dieser Pauschalität sicher nicht hilfreich. Wunder darf mensch bei einer deutschen Mammutbehörde wie der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) natürlich nicht erwarten, aber bemerkenswerte Fortschritte – und nicht bloß „ökologische Sanierungsfitzel“ – wurden schon einige erzielt, wie oft genug berichtet.

      Für den Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal (BSK), wo der Abz Spandau bzw. die BIMA, die ja für die Beauftragung von Baumpflegemaßnahmen an Bundeswasserstraßen zuständig ist, wie erinnerlich vor zwei Jahren in großem Maßstab frevelte, was erst nach wiederholter Intervention der BürgervertreterInnen im Mediationsverfahren gestoppt werden konnte, liegt jetzt ein nagelneuer, ökologisch ambitionierter Unterhaltungsplan der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) vor, der unter Beteiligung von Naturschutzverbänden und BürgerInnen entwickelt wurde. Selbstredend ist so ein Plan das eine, seine Umsetzung das andere, aber u.M.n. wurde hier ein beachtlicher Schritt in die richtige Richtung getan.

      Trotz Ausreißern agiert auch der Abz Neukölln nach den Maßgaben eines solchen Plans, den es am LWK ja nur fürs Salzufer gibt, dessen Geltungsbereich (nach seiner Aktualisierung und Fortschreibung) aber auf den gesamten Kanal ausgedehnt werden sollte –, was freilich das Einvernehmen mit den Bezirken und der Denkmalpflege voraussetzt.

      Die Haupthindernisse auf dem Weg zu einer umweltverträglicheren Gewässerunterhaltung inklusive der Uferböschungen und -grünzüge scheinen uns momentan, wie gesagt, auf der Ebene von Land und Bezirken zu liegen, aber bloßes Lamentieren und Polemisieren hilft hier halt nicht, sondern nur beharrliche Beteiligung, für deren Gelingen es zumal vorm Hintergrund der auch von vielen MitbürgerInnen als ungleich gravierender eingeschätzten „Schuldenkrise“ freilich keine Garantie gibt.

      P.S.
      Nachdem das Gutachten zur Kategorisierung der Bundeswasserstraßen vorgestellt wurde, soll Verkehrsminister Ramsauer nächste Woche die wohl besonders von den MitarbeiterInnen der WSD Ost mit Bangen erwartete WSV-Reform präsentieren, die weiteren Stellenabbau, ja im „Beitrittsgebiet“ die Schließung ganzer Wasserstraßenneubauämter bedeuten dürfte, nachdem sich die Prognosen hinsichtlich eines enormen Wachstums des Güterverkehrs zu Wasser, die milliardenschwere Ausbaumaßnahmen veranlassten, so blamabel als falsch erwiesen und schon zum lange überfälligen, endlichen Stopp des ökolgisch fatalen Projekts Dt. Einheit Numero 17 (VDE 17) geführt haben. – Unter diesen Rahmenbedingungen eine ökologisch nachhaltige „Zielvariante“ für die Sanierung des LWK durchzusetzen, wenn sie sich tatsächlich als teurer erweisen sollte als die Standardlösung, wird noch ein schwerer Kampf…


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s