Freies Feld für Alle!

Breite Ablehnung des bisherigen Planungs- und Beteiligungsprozesses zum Tempelhofer Feld

Eine Klatsche für Grün Berlin

Es wehte ein Hauch aus Hausbesetzerzeiten herüber, als letzten Donnerstag (7.6.) Engagierte von Initiativen wie 100% Tempelhofer Feld, Mieterrat Chamissoplatz, Wem gehört Kreuzberg? u.a. oder auch (noch) nicht Organisierte die sorgsam einstudierte Choreographie des 3. „Bürgergesprächs“ zur Verplanung des Tempelhofer Felds so richtig aufmischten und dabei von der überwiegenden Mehrheit der zeitweilig rund 100 nicht aus beruflichen Gründen Anwesenden leidenschaftlich unterstützt wurden.

Freies Feld!

Freies Tempelhofer Feld für Alle!

Die senatseigenen Grün Berlin und Tempelhof Projekt GmbHs hatten auch jetzt, als das Kreuzberger Stück des Kuchens parallel zum Columbiadamms dran sein sollte, das Büro Kolbrenner engagiert, um mit einer schon weit gediehenen Planung „in die Kieze hineinzugehen“, den Dialog mit den Betroffenen zu suchen, zu kanalisieren und zu steuern.

Turbulentes Introite

Turbulentes Introite

Doch wie schon beim Auftaktgespräch in Neukölln wollte die Strategie so gar nicht aufgehen. Die Wut der BürgerInnen über ihre faktische Nichtbeteiligung an allen bisherigen Entscheidungen und Weichenstellungen (Stichworte Zentralbibliothek, IGA 2017, umrandende Wohnbebauung) drohte gleich zum Auftakt der Veranstaltung jeden Damm zu brechen.

Ein qualitativer Sprung

Ein Kiez wehrt sich

Kiez wehrt sich!

Nachdem verschiedene Inis mit großen Transparenten Bühne und Empore besetzt, der Moderatorin, Dr. Flecken, deren Versuche strikter Reglementierung („Sie bekommen fünf Minuten!“) kläglich scheiterten, einen Co-Moderator zur Seite gestellt und die BürgerInnen sich in lautstarken halbstündigen Turbulenzen um Tagesordnung, Themen und das Recht, sich als Kiez-Akteure erst einmal vorzustellen, durchgesetzt hatten, folgte jedoch unversehens eine großenteils selbstorganisierte und -bestimmte, selbst nach Einschätzung der PlanerInnen sehr konstruktive Phase, die für fast vier Stunden die Passionskirche am Marheinekeplatz  zur Aktionskirche für die Zivilgesellschaft machte.

Aktionskirche

Aktionskirche

Einige mit den Plänen anscheinend noch gänzlich Unvertraute wollten freilich informiert werden und den Leuten von den Landes-GmbHs „eine Chance geben“ (sie konnten es dann in einer eigenen Arbeitsgruppe tun, über deren Ergebnisse das Plenum allerdings nichts erfuhr), doch den meisten ist angesichts leidvoller Erfahrungen mit den Beteiligungsformen und -förmchen des Senats wie mit der Parkbauerei à la Grün Berlin (s.o.) nur allzu klar, wohin der Hase auch diesmal wieder laufen soll.

Aufoktroyierte Planungsschwerpunkte

Aufoktroyierte Planungsschwerpunkte

Sie lehnten es rundweg ab, Präsentationen zu Details des Planungsstands zur Kenntnis zu nehmen, bevor nicht der bisherige Entscheidungsprozess offen gelegt und das gesamte Beteiligungsverfahren grundsätzlich problematisiert worden sei und wiesen das Format dieser „Bürgergespräche“ als Alibi und Ablenkung zurück. „Wir wollen nicht über einzelne Bäume und Bänke debattieren, während die wichtigen Weichenstellungen hinter verschlossenen Türen passieren!“

Heftig wurde kritisiert, dass sich die eigentlich Zuständigen in Politik und Verwaltung vor dem öffentlichen Dialog drücken und daran erinnert, dass, obwohl 2007 ein Planungsmoratorium beschlossen wurde, schon 2009 die Entscheidung für die erfolgreiche Bewerbung zur  Internationalen Gartenschau (IGA) 2017 gefallen sei.

Ursula Flecken & Christoph Schmidt

Ursula Flecken (Kolbrenner) & Christoph Schmidt (Grün Berlin)

Die BürgerInnen wünschen beteiligt und nicht nur befragt zu werden, doch auch in den Befragungen von angeblich rund 10.000 Personen dürfte sich wohl kaum jemand eine IGA oder ein vergleichbar in den Bestand eingreifendes Event auf dem THF gewünscht haben. Der Senat aber betreibe Event- statt Strukturplanung, und hier sei auch an den Ausspruch Christoph Schmidts von Grün Berlin während des jüngsten der „Berliner Wirtschaftsgespräche“ Ende März erinnert, wonach die IGA als „Nukleus und Konjunkturprogramm zur Erweckung touristischer und wirtschaftlicher Potenziale“ diene. Bei der Projekt GmbH heißt das dann: „Die IGA wird damit zum wichtigen Impulsgeber und Motor für die Entwicklung und Gestaltung dieses Areals.“

Martin Pallgen

Martin Pallgen (Tempelhof Projekt GmbGH)

Auch dass ausgerechnet Grün Berlin nach dem Desaster auf dem Gleisdreieck, fortgesetzt im „Flaschenhals“ und auf dem Nord-Süd-Grünzug sowohl hinsichtlich des Ausmaßes an unsinniger bzw. Wachstum generierender Stadtnaturzerstörung als auch, was die weitestgehend ausmanövrierte, leer laufende BürgerInnenbeteiligung angeht −, dass dessen ungeachtet diese landeseigene Firma Auftrag nach Auftrag erhält, bleibt zu hinterfragen. Gibt es überhaupt irgendeine Form von Evaluation, Supervision, Qualitätskontrolle? Oder ist das allzu naiv gefragt? Geht es doch offenbar überall nach gleichem Muster darum, durch Investition am besten von Ausgleichs- oder Fördermitteln gestylte, so pflegeintensive wie naturferne Parkanlagen zu schaffen, die aber eine optimale Verwertung der in Bauland umgewandelten Randbereiche [vorher Außenbereich nach § 35 BauGB] versprechen.

Wir richten uns doch nicht nach den Engagierten!

Senatsvertreterin für Bürgerbeteiligung

Für die Begleitung des THF-Beteiligungsverfahren zuständige Senatsvertreterin

Die das „mehrstufige Beteiligungsverfahren“ seit 2007 betreuende Senatsvertreterin war immerhin anwesend und ließ wissen, dass sich die Verwaltung nicht nach denen richten dürfe, die den größten Lärm machten − nach den Worten eines Engagierten nur neuerliches „Zeichen einer unverschämten Arroganz der Macht“, die gerade jene, die sich leidenschaftlich einsetzen, als Minderheit von Querulanten und Krawallmacher zu diskreditieren und auszugrenzen sucht und sich zugleich anheischig macht, den Willen der großen Mehrheit derer auszuführen, die sich nicht beteiligen. − Dass ganz erheblicher Erschließungs- und Entwicklungsbedarf bestehe, zeigt sich nach Ansicht der Verwaltungsdame z. B. daran, dass noch längst nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen das Feld nutzen würden.

Zeitschiene der bürgerfernen Planung

Zeitschiene einer bürgerfernen Planung

Die Ergebnisse der Bürgerbefragungen seien in die Auslobung des Planungswettbewerbs eingeflossen und die Gewichtung der Vorschläge und Wünsche nach Häufigkeit ihrer Nennung erfolgt. − Abgesehen von den allgemeinen Vorbehalten gegenüber diesem Bewertungsmodus – jedeR Partizipierende möchte mit seinen Wünschen und Bedürfnissen qualitativ gewichtet werden und nicht als Zahl in einer Statistik verschwinden −, würden wir schon gerne wissen, wie oft für die ZLB, eine Randbebauung, neue Stadtquartiere oder den südlichen Gewerbepark votiert worden ist.

Selbstorganisiert konstruktiv

Der geplante Ablauf, im Anschluss an die Präsentationen und dem Zulassen einer Runde „präziser Fragen“ des Publikums in Kleingruppen zu arbeiten, wurde prinzipiell gutgeheißen, bloß die Themensetzungen rundweg abgelehnt. Moderatorin Flecken blieb, wollte sie nicht das Scheitern der ganzen Veranstaltung riskieren, nichts weiter übrig, als die Themenvorschläge der BürgerInnen zu akzeptieren.

In Arbeitsgruppen zu Gesamtentwicklung & Bebauung, Partizipation & Vernetzung sowie Klima-, Arten- & Biotopschutz, die sich jeweils ihre Moderation selbst wählten, kamen nach gegenwärtigem Kenntnisstand alle Argumente und Kritikpunkte auf den Tisch bzw. an die Pinwand. [Für die AGs zu Gentrifizierung und Ausgrenzung sowie Geschichte fanden sich überraschenderweise nur wenige Interessierte, während die Info-AG sogar relativ den meisten Zulauf hatte, was aber nur vom hohen Grad nach wie vor mangelnder Informiertheit vieler Betroffenen zeugt, nachdem grundlegende Entscheidungen längst gefallen sind.]

Auf alle Fälle wurde wieder einmal deutlich, wie viel Expertise und Sachverstand auf Seiten der Planungsbetroffenen versammelt und unbedingt zu berücksichtigen sind, wenn es um zukunftsfähige Lösungen für alle gehen soll und nicht um ein Abwägen zwischen den angeblich gleichrangigen Interessen nach ökonomischem Profit auf der einen und dem am Erhalt einer intakten Natur und Lebenswelt auch für künftige Generationen auf der anderen Seite.

Scharf wurde die nebulöse Informationspolitik der Planungsgruppe kritisiert, nicht zuletzt mit Blick auf ihren aktuell verteilten Flyer, und zugleich die Behauptung Martin Pallgens von der Tempelhof Projekt GmbH zurückgewiesen, wonach es, da der alte Flächennutzungsplan weiterhin gelte, noch keinerlei konkretere Bebauungsplanung gäbe und deshalb zur Visualisierung der Baufelder eine „Milchglas-Einfärbung“ gewählt worden sei. Zu Kosten oder gar Quadratmeterpreisen ließen sich keinerlei Aussagen treffen.

Das große Ganze

AG Gesamtplanung

AG Gesamtplanung

Die AG zur Gesamtentwicklung  bündelte als Ergebnis ihrer Diskussion noch einmal die im „Plenum“ immer wieder erhobene Forderung nach Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Entscheidungsabläufe und lehnte wie fast alle BürgerInnen sowohl die Wohnbebauung an der „Neuköllner Kante“ als auch die Errichtung einer Zentralbibliothek auf der gegenüberliegenden Seite des Areals ab. (Als Deus ex machina überbrachte ein Mitglied der Piratenfraktion aus dem Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses die Kunde, dass wegen der dramatisch steigenden Kosten für den Problem-BER die Finanzierung des auf 270 Mio. veranschlagten Bildungstempels weiter denn je in den Sternen stünde.)

Alle Planungen sollten unverzüglich gestoppt, ein zehnjähriges Moratorium erklärt und ein Reset des Partizipationsprozesses vorgenommen werden. Es ist doch evident, dass der kollektive Aneignungsprozess, der schon so Erstaunliches, Unplanbares gezeitigt hat, weitere Zeit braucht. − Die 1984 vom Abgeordnetenhaus beschlossenen Grundsätze der behutsamen Stadterneuerung, so ergänzte ein Veteran, seien nach wie vor in Kraft, und es gelte, den gegen sie verstoßenden, überall in der Stadt zu beobachtenden schleichenden Veränderungsprozessen endlich Einhalt zu gebieten.

Stadtklima und Stadtnatur

AG Klima-, Natur- & Artenschutz

AG Klima-, Natur- & Artenschutz

In der AG zu Klima-, Natur- & Artenschutz kam es zu Auseinandersetzungen über die Anzahl der zu opfernden Bäume, die ein Naturschützer aus Neukölln mit ca. 4000 bezifferte, wogegen ein Vertreter der Planungsgruppe nur 185 nannte, während Grün-Berlin-Chef Schmidt noch kurz zuvor versichert hatte, es würden überhaupt keine Bäume gefällt, sondern vielmehr 2500 neue gepflanzt. Die Diskrepanz der Zahlen war schnell aufgeklärt: die Planer ließen nach Berliner Baumschutzverordnung zählen, die nur Bäume ab 80 cm Stammumfang schützt und Obstbäume gar nicht, während der besagte Naturschützer alle Bäume ab 25 cm Stammumfang gezählt hat, dem Durchschnittsmaß von Pflänzlingen. Und die Hunderte von Obstbäumen der Kleingartenkolonie hatte er selbstverständlich mitgerechnet. − An die Pinwand wurde also ein mit „vollständige Gehölzerfassung notwendig“ beschriftetes Kärtchen geheftet sowie eine Bilanzierung der voraussichtlichen naturschutzfachlichen „Kosten“ nicht nur der IGA, sondern der aktuellen Gesamtplanung gefordert. [Auch das im Mediationsverfahren „Zukunft Landwehrkanal“ beauftragte digitale Baumkataster erfasst übrigens die Bäume ab 25 cm.]

Ein Landschaftsplaner von der Initiative 100% THF verwies auf ein Gutachten der TU unter Federführung von Prof. Ingo Kowarik noch aus den 1980er Jahren, aus dem bereits hervorgehe, dass das THF nur in seiner unumbauten Gestalt (und auch nur als Wiese und nicht etwa als Wald!) seine bedeutende stadtklimatische Funktion als Kaltluftentstehungsgebiet erfüllen könne. Die Forderung nach Veröffentlichung aller einschlägigen Gutachten und ggf. ihre Aktualisierung wurde angepinnt. − So ist das „grüne Tal“ entlang des Südrands bis zur S-Bahn, das dem Gewerbegebiet weichen soll, überhaupt noch nicht kartiert worden.

Die Anzahl der Brutpaare auf dem berühmten Lerchenfeld soll trotz Events und Freizeitnutzung sogar von 120 auf 180 gestiegen sein [woran wir allerdings zweifeln], und eine Mitarbeiterin der Projekt GmbH erregte allgemeine Heiterkeit, als sie davon sprach, dass dieses Feld auf Grund der Planung verkleinert werden müsse und für die verdrängten Vögel Ersatzbrutplätze in Brandenburg zu suchen seien: „Na, die können doch einfach die S-Bahn nehmen,“ riet ein Spaßvogel.

Der Hinweis auf die Wichtigkeit, Verbuschung und natürlichen Baumaufwuchs, wozu es in unserer Region nun mal „automatisch“ käme, durch extensive Pflege zu verhindern, um die wertvollen Glatthaferwiesen, Mager- und Trockenrasen-Biotope mit ihrer Vielfalt seltener Kräuter- und hoch spezialisierter Insekten- und Spinnenarten zu erhalten, wurde durch den weiteren ergänzt, dass dies bekanntlich noch besser als mit Boden verdichtenden Mähmaschinen durch Schafbeweidung geschehen könne.

Angesichts der hohen Wertigkeit der Fläche in Bezug auf Ökologie, Natur- und Artenschutz, Naturerlebnis und Erholung kulminierte alles in der schon vom BUND Berlin erhobenen Forderung der Unterschutzstellung des THF als Landschaftsschutzgebiet (LSG).

Selbstkritik?

Gefragt, welche Konsequenzen die Verantwortlichen aus der Art und Weise der praktischen Aneignung des THF durch die Bevölkerung seit der 2010 erstrittenen Öffnung für den Beteiligungsprozess einerseits, fürs Leitbild der Planung andererseits zu ziehen gedenken: ob nicht, wenn es denn ums Allgemeininteresse, um Nachhaltigkeit, Akzeptanz und sozialen Frieden geht, diese selbstorganisierte, schonende Nutzung des Geländes das eigentliche Leitbild für den Fortgang darstellt und gar keine „Parklandschaft“ mehr gebaut werden muss, zumal mit dieser weltweit einzigartigen innerstädtischen Landschaft ein touristischer Magnet der besonderen Art längst vorhanden sei, stellte Christoph Schmidt die Gegenfrage: „Ja, sollen wir denn gar nichts machen?!“ und meinte sie rhetorisch, doch das vielstimmige Nein des Publikums klang durchaus ernst.

Der Grün-Berlin-Geschäftsführer räumte ein, dass der bisherige Partizipationsprozess unzureichend verlaufen sei und vor allem ein tauglicheres Beteiligungsformat gefunden werden müsse, ging aber auf die konkreten Vorschläge Runder Tisch oder Mediation nicht ein.

Ursula Flecken (Kolbrenner), ebenfalls angestrengt bemüht, das Bürgergespräch versöhnlich ausklingen zu lassen, gab betont freimütig zu, in Sachen Beteiligung viel besser werden zu müssen, warb eindringlich um Vertrauen und Nachsicht, doch eine Auswertung der Vorschläge und kritischen Hinweise könne erst nach der Sommerpause vorgelegt werden.

Martin Pallgen (Projekt Tempelhof) beeilte sich, eine Fotodokumentation der Veranstaltung schon in den nächsten Tagen in Aussicht zu stellen; notwendige Materialien sollen selbstverständlich online zugänglich gemacht werden, und für die Interaktion mit den BürgerInnen sei bereits − eine Facebook-Seite eingerichtet

Das ist jetzt vielleicht nicht gerade das Beteiligungsmedium der Wahl, diese Gated Online-Community manchen sozusagen nicht barrierefrei, aber wenn man wieder und wieder die Nutzung der Neuen Medien für einen dialogischen Kontakt mit den Menschen einfordert und zugleich die Steuerung von BürgerInnenbeteiligung mangels personeller Kapazität privatisiert wird, ist mit dergleichen halt zu rechnen.

Am Rande der Veranstaltung war von Mitgliedern der Ini 100% THF zu hören, dass der Senat die formale Zulassung des angestrebte Volksbegehrens, das die Privatisierung eines Teils dieses öffentlichen Raums und Zerstörung auch des Rests per Gesetz verbieten soll, immer weiter hinauszögert und verschleppt.

Ein hoffnungsvolles Zeichen

Das Bemerkenswerte dieses 3. Bürgergesprächs zum THF aber besteht u. E. in der Erfahrung, wie gerade im Geist von Lokaler Agenda 21 und Leipziger Charta für ihr sozial-ökologisches Lebensumfeld Engagierte durch Zusammenhalt und konstruktive Kooperation eine solche, von oben aufoktroyierte Veranstaltung umfunktionieren und öffentlichen Interessen dienstbar machen können.

Das macht Hoffnung.

Lasst die Wiese...

Lasst die Wiese…

Letzte Meldung: Der Geschäftführer der Eisenbahnlandwirtschaft Berlin, Bodo Rubelt, ist ebenfalls bereit sich zu engagieren.

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7 Kommentare

  1. Corinna said,

    11. Juni, 2012 um 14:19

    Schön, dass die Bürgerinnen und Bürger selbstbewusster sind und sich nicht mehr so leicht mit Hilfe eines autoritären Pseudo-Beteiligungsgetues manipulieren lassen.

    Hoffen wir, dass es so weiter geht !
    Es muss allerdings damit gerechnet werden, dass die Senatsleute ihre weitere Vorgehensweise in ihrem Sinne „besser „planen, um ihr Ding ungestörter durchziehen zu können.

    immer wieder erstaunlich die Planer-Logik: Bäume mit weniger als 80 cm Stammumfang sind keine Bäume, oder was?
    „die Planer ließen nach Berliner Baumschutzverordnung zählen, die nur Bäume ab 80 cm Stammumfang schützt“.

    P.S. Was ist mit den vom Bezirksamt geplanten Baumfällungen am Landwehrkanal in Friedrichshain-Kreuzberg? Wann und wo sollen die sein?

    • BaL said,

      13. Juni, 2012 um 23:04

      Obschon unter diesem Post off topic, teilen wir gerne mit, dass Xhains Baustadtrat Hans Panhoff (B’90/Die Grünen) betont hat, dass sein Wort unverändert gilt und am LWK weder Bäume gefällt noch rückgeschnitten werden, es sei denn, eine akute Verkehrsgefährdung erzwingt es [und für einen solchen Fall verweisen wir auf einen der ersten, am 21.1.2008 gemeinsam gefassten Beschlüsse des Mediationsforums: die Handlungsroutine Umgang mit Gefahr im Verzug] – aber nur bis Oktober und nur am LWK.

      Für die erste Einschränkung gilt, dass es hier vor Umsetzung der Maßnahmen ab Oktober noch einer sachverständigen Prüfung durch den Baumexperten, der das Vertrauen des Forums genießt, bedarf -, und bzgl. der zweiten Einschränkung bleibt nur der erneute Hinweis, dass generell bei Baumbestand auf öffentlichem Straßenland und in Parkanlagen – aber auch bei Hecken, Sträuchern und Röhricht ebendort – in der Vegetations- und Brutperiode Rodung und Rückschnitt nur in Fällen akuter Verkehrsgefährdung rechtens sind.

      Dabei gelten, wie kürzlich von einer Vertreterin der Obersten Naturschutzbehörde noch einmal sehr deutlich gemacht, Natur- und Artenschutzrecht für alle BürgerInnen, also auch für die Verwaltung.

  2. Eike said,

    14. Juni, 2012 um 13:33

    Ich fand die Veranstaltung absolut desillusionierend, die doch so wunderbar widerständig begonnen hatte. Von den „amtlichen“ Akteuren war nichts anderes zu erwarten. Sie haben sich tapfer geschlagen und gewonnen. Denn wer zuerst fordert, daß diese Planungen komplett aufhören sollen, sich dann aber in „Arbeitsgruppen“ einbinden läßt, um (vielleicht!) „ein Wörtchen mitreden“ zu dürfen, der hat bereits verloren. GrünBerlin GmbH, Tempelhof Projekt GmbH, Kolbrenners Leute etc. kurzerhand rauszuschmeißen, sich auf Diskussionen nicht mehr einzulassen und damit ein deutliches Signal des Widerstandes, des Unwillens, des Nichtakzeptierens an die Politiker/innen zu setzen, wäre das Gebot der Stunde gewesen. So jedoch habt Ihr Euer Tempelhofer Feld quasi aufgegeben, liebe Leute von den Bürgerinitativen. Was allein noch helfen kann, ist ein Volksentscheid. Durch einen solchen wurde der Flughafen Tempelhof geschlossen (und ich war dagegen), jetzt kommt es darauf an, das Feld auf dieselbe Weise für das gemeine Volk in seiner jetzigen Form zu verteidigen und vollständig zu erhalten (und ich bin als Anwohner und begeisterter Nutzer sehr dafür). Also: Nicht Eure Energie für die Voodoo-Spielchen des Senats vergeuden, sondern in die Organsiation dieses Volksentscheids investieren!

    • BaL said,

      14. Juni, 2012 um 17:29

      „Absolut desillusionierend“?! Na, da hast Du wohl noch nicht viele vergleichbare Bürgerbeteiligungsevents mitgemacht…

      Ums noch mal hervorzuheben: die selbstorganisierten Arbeitsgruppen behandelten selbstbestimmte Themen und u.M.n. kamen alle Kritikpunkte auf den Tisch.

      Dass die Tempelhof Projekt GmbH die übergroße Mehrheit der Anwesenden, welche die Veranstaltung im Sinn der Infragestellung sowohl der gesamten bisherigen Planung als auch des „mehrstufigen Beteiligungsverfahrens“ umfunktionierten, als „Störer“ diffamiert, also die Wahrheit mal eben auf den Kopf stellt, zeigt die versammelten GmbHs sehr schön mit dem Rücken zur Wand und ihre Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikationspolitik als unverschämt tendenziöse PR auf Kosten der SteuerzahlerInnen!

      Wenn Dokumentation und Auswertung dieses „vorläufig letzten Bürgergesprächs“ die gleiche Sprache sprechen, sind sie nichts als neuerlicher Ausdruck des kompletten Scheiterns eines aufwendigen Partizipationsprozesses und entlarven das „Wir müssen viel besser werden!“ von Kolbrenner-Flecken und GrünBerlin-Schmidt („unzureichendes Beteiligungsverfahren“) als reine Worthülsen.

      Was den Volksentscheid angeht: völlig d’accord! – Das unumbaute Tempelhofer Feld muss Landschaftsschutzgebiet werden!

      Übrigens endet die Einwendungsfrist gegen den Entwurf der Flächennutzungsplan-Änderung, welche die Verbauung möglich machen soll, bereits am 22. Juni, was diese BürgerbesprecherInnen am 12.6. mit keinem Wort erwähnten.

  3. andi said,

    19. Juni, 2012 um 13:42

    „Einwendungsfrist gegen den Entwurf der Flächennutzungsplan-Änderung“ endet morgen.

    Wer kann da wo Einwendungen gegen die bebauung des Tempelhofer Feldes abgeben? Jede/r BerlinerIn oder nur ganz direkte AnwohnerInnen?

    Aus dem o.a. link zur Senatsverwaltung geht nichts hervor betr. der konkreten Einwendungsabgabe zum Tempelhofer Feld.

    (Im Übrigen bin ich natürlich auch für das Volksbegehren ! )

    • BaL said,

      19. Juni, 2012 um 14:23

      Wir bitten vielmals um Entschuldigung, aber da ist uns ein peinlicher Lapsus passiert! Die offizielle Einwendungsfrist zur FNP-Änderung, die am 22.6. endet (es gibt wie üblich noch eine 14tägige Nachfrist), bezieht sich auf die Schöneberger Linse.

      Für die geplante Änderung bzgl. Tempelhofer Feld wird es eine neue öffentliche Auslegung geben, doch kann die Senatsverwaltung zur Terminierung derzeit noch keine Angaben machen.

  4. 31. August, 2012 um 22:34

    […] Herr Gaebler ging bei seiner Antwort auf die gestellten Fragen nochmals auf die seit 2008 durchgeführte Bürgerbeteiligung ein und beschrieb diese als “unendlichen Fundus” ziviler Beteiligung, welcher bereits Unmengen von Aktenordnern zu füllen vermag. Dieser Umstand allein – die Menge an Akten – schien für ihn Beweis erfolgreicher Bürgerbeteiligung zu sein, obwohl wir berichten können, dass eine breite Bevölkerungsschicht sich dabei übergangen fühlt, wie sich auch beim Verlauf der drei Bürgergespräche der Grün Berlin GmbH im Mai/Juni dieses Jahres eindrucksvoll zeigte. […]


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