Die Biodiversität der Kulturen

Multikulti lebt in Kreuzberg und Neukölln

Vom Karneval der Kulturen 2011

Über Pfingsten hat sich die Online-Redaktion der BaL mit einer Dreiviertelmillion BerlinerInnen und Gästen in eine Artenvielfalt ganz anderer Art als sonst gestürzt: in die der menschlichen Ausdrucksformen in Maske, Schminke, Trachten, Kostümen und Verkleidungen, Musiken, Tänzen und Artistik, wie es dieses absolute Highlight von Event alljährlich auf immer wieder einizg-artige Weise zelebriert. [Zur Slideshow bitte anklicken.]

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Und es bedarf gewiss keiner gedanklichen Akrobatik, um den engen Zusammenhang zu sehen zwischen dem Schutz der biologischen Biodiversität, dem Kampf gegen die stille Arten-Apokalypse, in der wir uns befinden, auf der einen Seite und der Verteidigung der Vielfalt menschlicher Kulturen und ethnischer Identitäten, ihres unendlichen Reichtums nicht zuletzt an festlichen Bräuchen und Zeremonien, vor der schier unaufhaltsam fortschreitenden McDonaldisierung unserer Lebenswelt, ihrer mono-, einheits- und leitkulturellen Gleichschaltung unterm Diktat neoliberaler Globalisierung, getrieben von den Primitiv-Agentien Rendite und Profit. − Und entsprechend fehlte es auf etlichen Wagen, Transparenten, Plakaten und Körpern auch nicht an direkten politischen Aussagen: von der Energie- bis zur Ernährungswende, von lokalen Konflikten in den Herkunftsländern bis zu den entwürdigenden Integrationshemmnissen in der zweiten Heimat.

Aber wir wollen jetzt nicht theoretisieren, agitieren oder gar pamphletisieren, auch nicht die über achtzig Formationen schildern oder uns Gedanken machen, warum die Jury diese prämiert hat  und jene nicht, sondern die Bilder, die wir auf dem schon traditionellen Umzug durch Kreuzberg eingefangen haben, für sich sprechen lassen. Die Stimmung war phantastisch, die Atmosphäre proportional der Witterung oder umgekehrt, und wir können nur hoffen, dass diese prächtige Veranstaltung, die allen Beteiligten so viel Engagement, Enthusiasmus, Kreativität, Kraft und Kondition abverlangt, obschon sie sich nicht „rechnet“ und deshalb immer mal wieder an finanziellen Hürden zu scheitern droht, noch viele viele Male gefeiert werden kann!

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