Umdenken statt umsägen!

Engagierte appellieren an Senat, Bezirk und Politik

Kahlschlag im Moabiter Ottopark und Kleinen Tiergarten verhindern!

Ortsbegehung, 7.4.11

Ortsbegehung, 7.4.11

Aktive der Moabiter BI Silberahorn, weit davon entfernt, sich mit der baum-, stadtnatur-, klima- und damit bürgerfeindlichen Planung von Latz + Partner zu Kleinem Tiergarten und Ottopark (KTO) abzufinden [siehe auch hier], waren zwischenzeitlich nicht untätig und haben zunächst einmal sämtliche Bäume des Areals auf ihre Markierung mit verschiedenen Plaketten hin überprüft und aufgelistet. „Insgesamt“, so die BürgerInnen, „haben zwischen Otto- und Stromstraße 109 Bäume (mit 13a und 26a) Plaketten, d.h. Fällung ist im Rahmen der Neugestaltung des KTO vorgesehen.“ − Dies geschieht somit ganz überwiegend aus zutiefst fragwürdigen gestalterischen Gründen und läuft Zielen, wie sie bspw. Senatsprogramme wie das StEP Klima und die Strategie Stadtlandschaft proklamieren, diametral zuwider.

[Update: Aus Gesprächen mit ParknutzerInnen.]

Ottopark-Bäume im Vorfrühling

Ottopark-Bäume im Vorfrühling

Die Buchstaben auf den Plaketten stehen für die jeweilige Kategorisierung im Gutachten des Sachverständigen Dr. Neumann: B steht dabei für „erhaltenswert“, C für „bedingt erhaltenswert“, R hat sich noch nicht erschlossen, und etliche Bäume erhielten gar keine Plakette.

Die Bäume, welche die BI-Mitglieder für unbedingt erhaltenswert erachten, sind auf ihrer Tabelle dick umrahmt und in zwei Planskizzen eingezeichnet.

Hier der Appell vom 23.04.2011, den wir vollumfänglich unterstützen.

Update 28. April: Aus Gesprächen mit NutzerInnen von Kleinem Tiergarten/Ottopark,

Befragung von NutzerInnen von Kl. Tiergarten/Ottopark

Aus Gesprächen mit NutzerInnen von Kleinem Tiergarten/Ottopark

die Mitglieder der BI Silberahorn führten − mit dem Resümee: „Unsere − auch für uns überraschenden − Spontangespräche mit ‚der Bevölkerung‘, die den heutigen Park alltäglich nutzt, lassen nicht erkennen, welche ‚heutigen Bedürfnisse der Bevölkerung‘ durch das Fällen von über 100 Bäumen zwischen Otto- und Stromstraße besser als bisher erfüllt werden könnten.

Die klare Position auch armer und eher bildungsferner Schichten und die enge Beziehung vieler heutiger Nutzer des KTO zu Bäumen, die wir bei unserem Baum-Rundgang erfuhren, muß allen Zuständigen zu denken geben.

Sie bestätigen eine Ur-Erfahrung aus allen Kulturkreisen: Viele Menschen haben eine komplexe ästhetische, praktische und emotional-sinnliche Beziehung zu Bäumen als lebendigen Naturwesen im Wechsel der Jahreszeiten. Damit muß Planung höchst vorsichtig und rücksichtsvoll umgehen.“

2 Kommentare

  1. moabiterin said,

    6. Oktober, 2011 um 18:21

    mal einen Kontrapunkt lesen
    das deutsche Baumgefühl
    http://www.tagesspiegel.de/meinung/mein-freund-der-baum/1949628.html

    • BaL said,

      6. Oktober, 2011 um 22:23

      Nun ja, allein in den zweieinhalb Generationen seit des Reichsforstmeisters unseligen Zeiten (auf den peinlicherweise unser erstes Naturschutzgesetz zurückgeht), haben wir für unsern way of life das an fossilem Brennstoff abgefackelt, was in ca. 100 Millionen Jahren entstanden ist, und es bekanntlich als Treibhausgas in die Atmosphäre gejagt.

      Die Zeit eilt schnell dahin wie ein Elch, und schon die nächste Generation dürfte im wuchernden urbanen Raum über jeden Kühle, Feuchtigkeit, Sauerstoff, Leben und Ruhe spendenden Baum dankbar sein -, bestimmt auch außerhalb der deutschen Lande und ganz ohne spezifisch deutsches Baumgefühl…


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