Gleisdreieck: Iniplattform fordert Baustopp!

Erneut wertvoller Vegetationsbestand zerstört

Protest wegen fortgesetzter Verstöße gegen Vereinbarungen der PAG

Kletterbaum vorher

Kletterbaum mit Zaun (vorher)

Schon auf der 53. Sitzung der Projekt begleitenden Arbeitsgruppe (PAG) zum Gleisdreieck-Westpark am 11. Februar, die das Thema Pilotprojekt „Gärten im Garten“ vertiefen sollte, wurde den AnwohnervertreterInnen sowie den QR von Schöneberger Norden und Tiergarten Süd deutlich, dass sich Grün Berlin und die Planer des Atelier Loidl nur höchst unzureichend mit ihrer Kritik an den bisherigen Entwürfen auseinandersetzen − vor allem was die Wegeführung in der Kleingartenkolonie POG, um den Natur- und konventionellen Spielplatz herum und zwischen beiden, die überdimensionierten Wegebreiten und Ausmaße des Marktplatzes sowie die umstrittene Durchwegung der sog. Oefelein-Bauten betrifft − geschweige Kritik und Korrekturvorschläge in ihre Planungen einarbeitet.

Hier muss nicht zuletzt Moderator Seebauer endlich auch gegenüber Planern und Vorhabenträger auf die Einhaltung gemeinsam getroffener Vereinbarungen dringen!

[Update Fotos: Der Kletterbaum oben wurde nun auch noch halbiert (s.u.), ohne Rücksicht darauf, dass zwei AnwohnervertreterInnen und PAG-Mitglieder am 10.2. ein intensives Gespräch mit der bauausführenden Firma führten und erstens verlangten, den besonders bei Kindern beliebten Baum nicht zu beschädigen, und zweitens vorschlugen, den im Bild zu sehenden Eisenträger und die Zaunpfosten von innerhalb der Umfriedung herauszunehmen, denn dort war selbst für den Kleinbagger genügend Bewegungsraum. Die Zaunpfosten steckten übrigens nur ca. 40 cm tief im Boden und hätten mit geringem Kraftaufwand und per Handschachtung ohne größeren Aufwand entfernt werden können. Drittens forderten die BürgerInnen die Bauleute auf, die Schaufel durch einen Haken zu ersetzten, um Beschädigungen des Baums zu vermeiden, und im weiteren bestandsschonend vorzugehen. − Die unten zu sehende Kappung des seitlichen Stämmlings war absolut nicht erforderlich! − Und zum „halben Baustopp“ siehe auch hier und hier.]

Zurück zur Teflon-Planung?

Baumschädigende Beräumung 02

Baumschädigende Beräumung...

Gewohnt selbstsicher, als handele es sich um die Gestaltung seines eigenen Grundstücks, hatte nämlich Felix Schwarz vom Atelier Loidl Freitag vor einer Woche einen Entwurf präsentiert, der sich nur marginal von der Vorgängerversion unterschied: Lediglich der drei Meter breit geplante Weg von der fraglichen Anbindung des Nelly-Sachs-Parks her durchs kleine Birkenwäldchen soll auf einen Mulchpfad reduziert werden. Eine seit längerem in Aussicht gestellte Befragung der Oefelein-MieterInnen, ob sie einen öffentlichen Weg denn überhaupt wünschen, ist derweil noch immer nicht erfolgt. Die BürgervertreterInnen aber sahen sich zum xten Mal nicht ernstgenommen.

Was die Bewertung des Entwurfs hinsichtlich der Kriterien Angebot/Nutzung, Gestaltung, Erschließung etc. betraf, kassierte der Entwurf von Seiten der NutzerInnen des künftigen Parks überwiegend schlechte Noten, muss also, wenn  BürgerInnenbeteiligung Sinn machen soll, als durchgefallen gelten.

Baumschädigende Beräumung 03

...absolut überflüssig und rücksichtslos!

Vor allem wiederholten die BürgervertreterInnen und QR ihre Kritik, wonach bei weitem nicht alle Bäume und schon gar nicht Büsche und Sträucher im Plan dargestellt, also offenbar schon abgeschrieben sind, obwohl es darunter übermaßige Bäume und erhaltenswerte Sträucher gibt wie bspw. Kletterrosen u.dgl. Laut dem gemeinsam im August letzten Jahres beschlossenen Protokoll sollen von geschützten Bäumen nur sieben gefällt werden, die definitiv nicht auf dem POG- und Spielplatz-Gelände stehen. − Zum offensichtlichen Missfallen der Grün-Berlin-Vertreterin wurde am 11.2. dann immerhin beschlossen, eine vollständige Kartierung des Vegetationsbestands zu beauftragen.

Unabgesprochenes Roden, brachiales Beräumen

Doch unterdessen werden vor Ort irreversible Fakten geschaffen, im westlichen Bereich des Westparks Bäume und Büsche gefällt − Dutzende weitere sind rot markiert − und unter Missachtung der Vereinbarung, zum Schutz des ökologisch wertvollen Vegetationsbestands, behutsam vorzugehen und, an die örtlichen Gegebenheiten angepasst, manuell mit Presslufthämmern zu arbeiten, werden zum Entsiegeln bzw. akribischen Durchwühlen des Areals wie gehabt schwere Baumaschinen eingesetzt, die vorausgesehenen Kollateralschäden verursacht und auch hier Atmosphäre und Charakter des von vielen liebgewonnenen Orts bedenkenlos zerstört. Eine u.a. vom BUND geforderte ökologische Baubegleitung fehlt nach wie vor.

Halbierter Kletterbaum

Halbierter Kletterbaum auf geplantem Naturspielplatz

Baustopp sofort!

Deshalb haben die Mitglieder der Initiativenplattform Gleisdreieck mit Mail vom 17.2. einen sofortigen Baustopp und die kurzfristige Einberufung einer Sondersitzung gefordert. Erfreulicherweise hat Regina Krokowski der senatseigenen Grün Berlin GmbH umgehend reagiert und einen Ortstermin für den 23.2. vorgeschlagen −, allein ob die Bauarbeiten tatsächlich ab Montag zunächst eingestellt werden, bleibt noch abzuwarten. − Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch eine umgehende, klare Positionierung des Bezirksamts F’hain-Kreuzberg, dessen Vertreterin ja an der PAG teilnimmt, gegen diese erneute Missachtung der Regeln nicht nur echter BürgerInnenbeteiligung, sondern auch einer einvernehmlichen Zusammenarbeit der beteiligten Verwaltungsebenen im Interesse nachhaltiger Stadtentwicklung und Freiraumplanung, die all die hochtönenden Verlautbarungen und Strategien von der Anpassung an den Klimawandel bis zum Schutz der Artenvielfalt gerade auch in und durch urbane(n) Gärten beim konkreten Umsetzen von Planungen auch berücksichtigt.

Roden der Baufelder fortgesetzt

Flottwell-Fällungen

Fällungen an der Flottwell-/ Dennewitzstraße

Statt dessen werden weitere Baufelder entlang der Flottwellstraße von jeglichem Baum- und Vegetationsbestand befreit, ohne dass die Öffentlichkeit informiert oder gar an einem etwaigen Bebauungsplanverfahren beteiligt würde. Nachfragen bleiben unbeantwortet bzw. werden unterschiedlich beantwortet, Proteste verhallen ungehört, und ob, und wenn ja, wo und welche Ersatzpflanzungen es geben wird, ist nach wie vor unbekannt.

Flottwell-Fällungen

Freimachung von Baufeldern?

[Update: Von der mrp Projektsteuerung gibt es jetzt die Auskunft, dass auf dem Grundstück Dennewitzstr. 1, wo vierzig Wohneinheiten errichtet werden sollen, für die deswegen gefällten Buchen und Ahorne im hinteren Grundstücksbereich zur U-Bahn hin Pyramideneichen gepflanzt werden sollen. Warum jedoch auch die Bäume an der Mauer zur Straße ebenfalls gefällt wurden, müsse man sich selber erst noch erklären lassen. − Auf dem Bauschild prangt zynischerweise sogar noch ein weiterer stattlicher Baum, den es dort nie gegeben hat…]

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